Energieeffizienz

Vorbildliche Projekte für Energieeffizienz in Kommunen ausgezeichnet

Gewinner "Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen 2013""
"Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen - Gute Beispiele 2013" Die Gewinner des Wettbewerbs, Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Gewinner "Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen 2013""
„Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen – Gute Beispiele 2013“
Die Gewinner des Wettbewerbs, Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Nach der Prämierung der vorbildlichen Projekte für Energieeffizienz in Unternehmen mit dem Energy Efficiency Award der dena am Montag, waren gestern nun die Energieeinsparprojekte der öffentlichen Hand an der Reihe. Im Wettbewerb Wettbewerbs „Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen – Gute Beispiele 2013“ wurde vier mal eine herausragende Leistung von öffentlichen Einrichtungen, Städten und Landkreisen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, und damit der Energiekosten, ausgezeichnet.

Dieser Wettbewerb ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 25.000 Euro dotiert und wurde von der dena mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag sowie Deutscher Städte- und Gemeindebund durchgeführt. Die Projekte wurden von einer Jury aus Experten von Bund, Ländern und Kommunen als gleichrangige Gewinner ausgewählt.

Gute Beispiele Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen

Energieeffizienz in der öffentlichen Hand hat eine besondere Bedeutung, sie sorgt für eine Entlastung der ohnehin leeren Kassen in den kommunalen Haushalten, erhöht die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und sorgt für eine regionale Wertschöpfung durch Umsetzung von lokalen Unternehmen. Darüber hinaus haben diese Einsparprojekte eine Vorbildwirkung für die Menschen in diesen Kommunen. Das sieht auch Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung:

„Die Gewinnerprojekte lassen sich sehr gut übertragen, sodass sich andere Akteure daran ein Beispiel nehmen können. Sie zeigen darüber hinaus die große Vielfalt möglicher Energieeffizienzmaßnahmen der öffentlichen Hand.“

Die Preisträger erhalten gleichzeitig das Label „Good Practice Energieeffizienz“ der dena, das erfolgreiche Energieeffizienzprojekte von Kommunen, Institutionen und Unternehmen sichtbar macht. Der Wettbewerb und die Verleihung des Good-Practice-Labels sind Aktivitäten der dena im Rahmen der Kommunikationsplattform zur Unterstützung der nationalen Umsetzung der EU-Energiedienstleistungsrichtlinie (EDL-Richtlinie).

„Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen – Gute Beispiele 2013“

Das sind die vier gleichberechtigt ausgezeichneten Projekte der öffentlichen Hand:

Pinakothek der Moderne spart durch Contracting

Die Pinakothek der Moderne spart jährlich 5.850 Megawattstunden Energie, ohne selber zu investieren: Durch ein Energieeinspar-Contracting-Projekt konnte die bayerische Gemäldegalerie ihre Energiekosten um rund 50 Prozent senken. Schwerpunkt der im Zuge des Contracting umgesetzten Energieeffizienzinvestitionen war die Klimatechnik. Die Abwärme der Kältemaschinen wurde für die Raumklimatisierung nutzbar gemacht. Auch die Regelungstechnik für Lüftung und Klimatisierung wurde optimiert. So konnte der Energiebedarf deutlich verringert werden. Weitere Energieeffizienzmaßnahmen führte der Contractor im Bereich Pumpensysteme und Beleuchtung durch. Zusätzlich wurde ein Energiemanagement aufgebaut, mit dem nun systematisch weitere Energieeinsparungen erreicht werden.

Energieteams in Schulen von Hannover

Energieteams fahnden nach hohen Energieverbräuchen: Bereits vor fast 20 Jahren begannen Schüler, Lehrer und Hausmeister in Hannover, gemeinsam den Energieverbrauch ihrer Schulen zu untersuchen. Mittlerweile werden die Energieteams durch ein neues Anreizsystem zusätzlich motiviert und durch Energieberater professionell unterstützt. Gemeinsam entwickeln sie Energieeinsparmaßnahmen und setzen sie um. Dabei wird das Thema, zum Beispiel über Energierundgänge, handlungsorientiert in den Schulalltag integriert. Die an dem Projekt teilnehmenden Schulen sparen zusammen pro Jahr mehrere Hunderttausend Euro Energiekosten. Das kommt sowohl der Stadt als auch den Schulen zugute. Letztere werden über Prämien an den Einsparungen beteiligt. Der Fachbereich Gebäudemanagement der Stadtverwaltung koordiniert das Projekt.

Unser Dorf spart Strom

Mit diesem Motto haben die niedersächsischen Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode 2012 einen Stromsparwettbewerb für Dörfer durchgeführt. 32 Orte mit insgesamt fast 8.000 Haushalten nahmen teil. Gesucht wurde das Dorf mit dem niedrigsten Stromverbrauch pro Kopf. In den Orten organisierten Freiwillige – unter anderem aus Vereinen oder Feuerwehren – die Wettbewerbsteilnahme. Sie entwickelten Ideen, um die Haushalte zum Stromsparen zu motivieren, zum Beispiel Sammelbestellungen energieeffizienter Lampen. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Jahresstromverbrauch von 1.126 Kilowattstunden (kWh) lag das Siegerdorf weit unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 2.037 kWh.

Sanierung einer Grundschule mit Lerneffekt

Schulsanierung mit Energiewerkstatt: Die Stadt Löhne hat eine Grundschule nach hohen energetischen Standards saniert und dies zusätzlich vorbildlich in den Unterricht integriert. Der Endenergiebedarf der Schule wurde durch die Sanierung um 27 und der Primärenergiebedarf sogar um 82 Prozent gesenkt. Der Energieverbrauch wird nun kontinuierlich durch das städtische Energie-Controlling überwacht. Die Heizzentrale und einige Dämmelemente wurden offengelegt, sodass die Schüler Energieeffizienz am Beispiel ihrer eigenen Schule erfahren können. Mit der im Zuge der Sanierung eingerichteten Energiewerkstatt wurde eigens ein Raum für energiespezifischen Unterricht geschaffen, den nun alle Schulen der Stadt nutzen.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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