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2 Kommentare

  1. Guten Abend Herr Kühl,

    vielen herzlichen Dank für den Bericht über unser Projekt RK-Speicher, das freut uns sehr. Sie haben Recht dass er derzeit noch keinen Markt für große Stromspeicher gibt, bzw. man kann an dem kleinen bereits vorhandenen Markt nur teilnehmen wenn man mit den Leistungsdaten eines Pumpspeicherwerks aufwarten kann, also mit spezifischen Strom-Speicherkosten < 1,- € / MWh.

    Für Batterien scheint dieser Wert derzeit in weiter Ferne, nur ein Speicher der eine sehr hohe Anzahl von Zyklen hält kann in diese Regionen vordringen. Selbst modernste Li-Ion-Akkus generieren immer noch Speicherkosten von ca. 60 – 100,- € / MWh, also ein Vielfaches dessen was profitabel eingesetzt werden könnte.

    Es ist interessant dass der von allen Seiten vorhergesagte und viel beschworene Effekt einer höheren Volatilität des Strompreises, bedingt durch den Ausbau der erneuerbaren Energien, bisher anscheinend komplett ausgeblieben ist. Zwar gab es zu Anfang des Jahres Tage an denen die Strom-Produzenten Geld bezahlen mussten um den Strom loszuwerden – ein Fest für die potentiellen Betreiber von Stromspeichern ! – aber das hat sich dann nicht mehr wiederholt.

    Dennoch gibt es Szenarien, die den profitablen Einsatz solcher Speicher heute schon erlauben, das konnten wir unseren potentiellen Investoren aufzeigen.

    Nochmals vielen Dank für den Blog-Eintrag !

    mfG aus Hamburg

    C. Wiesner

  2. Bitte erlauben Sie mir noch einen Nachtrag :

    Ich werde ständig gefragt, warum wir den Speicher gleich so groß bauen wollen, mit einem 25 Tonnen schweren Rotor und mit 1 MWh Kapazität (bei 2, 5 oder 10 MW Leistung). Die Antwort darauf ist recht einfach :

    Nur über Skalierung nach oben können Schwungradspeicher preislich konkurrenzfähig werden !

    Hier nochmal die Formel, mit der die kinetische Energie eine rotierenden (Voll-) Zylinders beschrieben wird :

    E kin = ½ x ( ½ x m r ² ) x ( 2π x n ) ²

    (E kin = ½ x Trägheits-Moment J x Drehgeschwindigkeit ω ²)

    Wie man aus der Formel ersehen kann, gibt es zwei Grössen die im Quadrat in die kinetische Energie eingehen:

    Die Drehzahl ’n‘, aber auch der Radius des Rotors, also ‚r‘ ! Alle kürzlich vorgestellten Forschungsprojekte zu Schwungradspeichern konzentrierten sich aber immer nur auf die Erhöhung der Drehzahl, die Radien der Rotoren wurden immer recht klein gehalten. Dies lässt sich aus der Fertigung derselben aus CFK-Verbundmaterial erklären, welches bei größeren Radien an Spannungsbrüchen (De-Lamination) leidet. Zudem wäre die Fertigung eines 25 Tonnen schweren Rotors ganz aus CFK viel zu teuer !

    Unser Konzept basiert daher auf der klugen Kombination von Stahl als (günstiges) Hauptmaterial, verfeinert mit CFK-Fasern und -Fäden in einem harzfreien Verfahren, um die Drehzahlgrenze der Rotoren deutlich nach oben verschieben zu können. Dennoch werden wir bei dem Projekt in beherrschbaren Drehzahlregionen von < 6.000 U/min bleiben, was den Einsatz von konventionellen Lagertypen erlauben wird (wieder : Kostenreduktion).

    Weitere Maßnahmen zur Kostenreduktion sind der Einsatz von DFIG-Generatoren, was große Einsparungen bei den FUs erlauben wird, der Einsatz einer Helium-Atmosphäre statt Vakuum, etc. Die meisten dieser Maßnahmen machen nur bei einer sehr großen Einheit Sinn, daher haben wir auch nicht vor einen kleinen Prototypen zu bauen, das wäre nur ein weiterer, kleiner Schwungradspeicher.

    Ich hoffe das erklärt einige Fragen zu unserem Konzept, sonst freuen wir uns auch gerne jederzeit über Anfragen über unsere website, gerne auch von einfach Interessierten.

    Die Energiewende ist eine große Aufgabe, selbst für unser Land, das können wir nur gemeinsam schaffen !