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  1. Vielleicht könnten strategische Allianzen dazu beitragen, die explodierenden Strompreise in den Griff zu bekommen. Strategische Allianzen (Strategic Cooperation Agreements) auf Basis einer Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehreren Unternehmen stellen eine interessante Möglichkeit dar, sich aufgrund der komplexen Anforderungen des Marktes besser und effektiver aufstellen zu können.

    Im Energiesektor sind strategische Allianzen seit jeher ein Thema, beispielsweise wenn es um die Erschließung von Ressourcen geht. Der Öl- und Gasförderkonzern RWE Dea arbeitet mit Hochdruck an der Erschließung seiner Erdgasfelder in der Nordsee. Pipelines und Plattformen sind bereit, ab dem kommenden Jahr soll das Gas strömen. Zugleich muss das Unternehmen auf Druck der Konzernmutter Aktivitäten abgeben. Die nachgewiesenen Reserven der beiden Felder Breagh und Clipper South sind wichtig für unser Ziel, die Gasförderung in der Nordsee weiter zu entwickeln, sagte der Vorstandsvorsitzende der RWE Dea, Thomas Rappuhn, im niederländischen Zwijndrecht. RWE will binnen drei Jahren Beteiligungen im Wert von bis zu 11 Milliarden Euro abstoßen. Der Energieriese ist durch die Atomwende und das schwache Gasgeschäft unter Druck geraten. RWE Dea ist im Konzern für die Produktion von Erdöl und Erdgas verantwortlich. Das Unternehmen ist in rund ein Dutzend Ländern aktiv, neben Deutschland und anderen europäischen Staaten auch in Nordafrika und Turkmenistan. Im vergangenen Jahr erzielte RWE Dea ein Betriebsergebnis von 305 Millionen Euro.

    Andere Möglichkeiten einer strategischen Allianz bietet der gemeinsame Kraftwerkbetrieb. Strategische Allianzen können beispielsweise Großanlagen oder Spitzentechnologien fördern. Deutschlands größter Stromproduzent RWE und der russische Gaskonzern Gazprom wollen zusammen Kraftwerke in Deutschland und den Nachbarländern bauen und betreiben. Beide Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft bei Kohle- und Gaskraftwerken. In den kommenden drei Monaten soll nun darüber verhandelt werden, wie bestehende oder neu zu errichtende Anlagen in Deutschland, Großbritannien und den Benelux-Ländern in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden könnten, teilte RWE mit. Für diese Zeit sei RWE der exklusive Gesprächspartner. Wenn ein großer Produzent wie Gazprom mit einem großen Händler wie RWE zusammengehe, sei dies nicht unproblematisch für den Wettbewerb, hieß es bei der Wettbewerbsbehörde – zumal Gazprom in Deutschland bereits zusammen mit BASF den Gasversorger Wingas betreibe.

    Das Thema ist allerdings auch zugleich ein Reizthema: „Das zeitgleiche Vorschlagen von Preiserhöhungen zeigt eine strategische Allianz der Stromkonzerne zur Durchsetzung ihrer Interessen“, erklärten Politiker im Interview mit dem ZDF-Wirtschaftsmagazin „WISO“.

    Andererseits finden wir auch im kommunalen Sektor, etwa bei den Stadtwerken, die Konzentration „unserer strategischen Allianzen“ auf die Kernkompetenzen (Geschäftsfeldern): Strom, Gas, Wasser, Wärme und Telekommunikation. Die weiteren Dienstleistungen sind Netzbetrieb, Ausbau und Wartung der Versorgung für Strom, Gas, Wärme und Wasser in der Region (Beispiel Hammelburg). Dienstleistungen für Kunden in Sachen Mobilität – Erdgas als Kraftstoff – und der Gesundheit.

    Fakt ist demnach: Kommunale Versorger schließen verstärkt strategische Allianzen, um den Herausforderungen des Marktes gemeinsam begegnen zu können.

    Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommen vermehrt strategische Allianzen zustande, die allerdings sehr unterschiedlich akzentuiert sein können und nicht ohne weiteres in eine einheitliche Formel zu fassen sind.

    Die Stadtwerke Herten beliefern beispielsweise rund 30.000 Haushalte mit Energie – eine Zahl, die in den vergangenen Jahren trotz der turbulenten Entwicklung auf dem Markt konstant geblieben ist. Die Stadtwerke Herten gehören zu den kommunalen Versorgern in Deutschland, die sich den Herausforderungen des deregulierten Marktes stellen, indem sie strategische Allianzen schließen. Für Artur Porr, Geschäftsführer der Stadtwerke Herten, liegen die Vorteile einer Partnerschaft auf der Hand: „Für einen Anbieter unserer Größe macht ein eigener Stromname keinen Sinn. Von einer bundesweit gut platzierten Energiemarke hingegen können wir nur profitieren.“

    Das Management von P-Power ENERGY AG hat nun beschlossen, ebenfalls den Weg der strategischen Allianz mit einem Anbieter aus Süd-West-Deutschland zu gehen. Für das P-Power ENERGY AG Management steht fest: Kooperationen dienen der Zusammenführung und Synergie von Kernkompetenzen verschiedener Unternehmen. Primäres Ziel einer jeden Kooperation ist es, individuelle Stärken zu vereinen und sich somit einen strategischen Wettbewerbsvorteil, entweder in bereits vorhandenen oder neuen Geschäftsbereichen zu verschaffen.

    Strategische Allianzen bieten Vorteile für Investoren sowie Investitionen: Diese Formen von Kooperationen unterliegen vertraglichen Regelungen und basieren nur auf Teilbereichen der Unternehmung, sodass die wirtschaftliche Selbstständigkeit gewährleistet bleibt. Fernen arbeiten beide Partner im gleichen Geschäftsbereich, wodurch sie direkte Wettbewerber sind. Der größere Partner schließt beispielsweise mit den kommunalen Versorgern Partnerschaftsverträge ab, die sich durch einen großen Gestaltungsspielraum auszeichnen und einen betont integrativen Charakter haben.

    Vorteilhaft und von beiderseitigem Interesse ist demnach, wenn der starke regionale Partner auch seine spezifische Identität bewahrt. Denn nur in der gleichberechtigten Kooperation lassen sich wirklich tragfähige Programme entwickeln. Vor allem ist dem P-Power ENERGY AG Management daran gelegen, die Strompreise zu günstig und preiswert für die Endverbraucher zu gestalten, wie dies nach den Marktgegebenheiten möglich ist.

    Nach Berechnungen des Internetvergleichsportals „Verivox“ könnten die Preise bei voller Abwälzung aller Preiskomponenten auf den Endabnehmer um 13 % ansteigen, wie das Magazin „Focus“ berichtet. Auch den Stromkunden der Stadtwerke Norderstedt (Hamburg) bleibt wohl nichts anderes übrig, als in den „sauren Apfel“ hineinzubeißen. Zum 1. Januar 2013 werden sich die allgemeinen Preise für die Grundversorgung mit Strom um 3,37 Cent pro Kilowattstunde brutto erhöhen. Bedeutet: Bei einem Durchschnittsverbrauch von etwa 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr bezahlt ein Haushalt 117,95 Euro brutto mehr pro Jahr als bisher. Die Kosten für die Energiewende steigen im kommenden Jahr – 2013 – so stark wie noch nie. Preistreiber sind Faktoren wie die „EEG-Umlage“, „§ 19-Umlage“ (Sonderkundenumlage), „Netznutzungsentgelte“, „KWK-Aufschlag“ sowie die Einführung der neuen „Offshore-Haftungsumlage“.

    Allerdings lässt sich nicht alles über strategische Allianzen lösen: Damit es im Winter nicht zu Stromausfällen kommt, haben sich die Netzbetreiber zusätzliche Kraftwerksreserven gesichert. Der Reservebedarf sei mit 2500 Megawatt an Kraftwerksleistung berechnet worden, vermeldet die Bundesnetzagentur (Nachrichtenagentur dpa).

    2013 wird die Ökostrom-Umlage um rund 50 % erhöht. Das gaben die vier großen Netzbetreiber im Oktober 2012 bereits bekannt. Die EEG-Umlage soll auf 5,28 Cent je Kilowattstunde steigen. Marktbeobachter und Analysten raten dringend dazu, Preisgleiche durchzuführen und den Anbieter zu wechseln.
    Sandro Valecchi,