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Photovoltaik-Renditen für Hausbesitzer sinken deutlich

PV auf dem Dach der Rhenus
( photo credit: pppspicsSeit der Veröffentlichung der neuen Einspeisevergütungen war ich auf der Suche nach Berechnungen, wann sich noch die Installation von Photovoltaik-Anlagen lohnt. Taugen Solaranlagen noch als Geldanlage? Immerhin kam der hohe Zubau in 2011 auch durch die exzellente Rendite zustande, die es in anderen Finanzprodukten nicht gab.

Über den Photovoltaik-Guide bin ich zu einem Artikel der Stiftung-Warentest gekommen. Diese hat ermittelt, dass die Anlagenbetreiber nur noch magere Renditen erzielen, wenn die Anlagenpreise nicht noch deutlich sinken werden.

Beispiel: Ein Anlagenbesitzer hatte Anfang 2012 Anschaffungskosten von etwa 2 200 Euro pro Kilowatt Leistung, fährt einen Stromertrag von 900 kWh pro kW Leistung im Jahr ein und verbraucht 20 Prozent des Stroms selbst – dann konnte er bei Berücksichtigung aller Kosten mit einer Rendite von 6,7 Prozent rechnen. Nimmt der Haubesitzer seine Anlage nach dem 9. März in Betrieb, halbiert sich seine Rendite im Musterfall auf 3,4 Prozent.

Sind die Voraussetzungen ungünstiger, zum Beispiel weil die Anlage in der Anschaffung teurer ist oder weniger Strom produziert, kann die Rendite noch deutlich dürftiger ausfallen. Wer solch eine Anlage großteils auf Kredit finanziert, riskiert sogar Verluste.

Die Stiftung Warentest empfiehlt Solarstrom-Interessenten, sich in Ruhe nach günstigen Photovoltaik-Anlagen umzusehen. Die Rechnung kann sich ändern, wenn die Anlagenpreise in den nächsten Monaten weiter fallen. Im Zweifel kann es sich daher lohnen, etwas abzuwarten. Auch sollten Betreiber in Zukunft so viel Solarstrom wie möglich selbst verbrauchen. Denn der eigene Strom ist in aller Regel bereits billiger als Steckdosenstrom.

Der vollständige Artikel mit Renditetabelle ist auf www.test.de/solarstrom veröffentlicht. Mit einem Online-Photovoltaikrechner kann jeder überschlägig die Vergütung und Rendite berechnen, ob aber die neuen Vergütungssätze schon enthalten sind kann ich nicht sagen.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

4 Kommentare

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  • Wie schon oben erwähnt werden die Preise für Photovoltaikanlagen wohl weiter fallen, kein Grund zur Sorge für Photovoltaik-Neueinsteiger – es ist noch nicht verloren. Es lassen sich auch mit der neuen Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen noch ausreichend hohe Erträge erzielen.

  • Ich kann die Berechnung der Stiftung Warentest in keiner Weise nachvollziehen. Zudem sind einige Faktoren nicht bekannt, die einen Vergleich erschweren. Ich versuche es dennoch:

    5 kW-Solaranlage – Inbetriebnahme Januar 2012
    Preis schlüsselfertig: 2.200 Euro/kW netto
    Eigenverbrauch: 20 Prozent
    Spezifischer Anlagenertrag: 900 kWh/kW
    Inflation: 2% jährlich
    Degradation: 0,2% jährlich
    Einspeisevergütung: 24,43 Cent/kWh netto
    Versicherung: 6 Euro/kWp jährlich
    Rückstellungen/Reparaturen: 10 Euro/kWp jährlich
    Wartung: 10 Euro/kWp jährlich
    Zählermiete: 30 Euro jährlich
    Sonstige Verwaltungskosten: 150 Euro jährlich
    Gesamtkapitalrendite vor Finanzierung und Steuern: 2,9% !

    Wie die Stiftung Warentest bei einem Anlagenpreis von 2.200 Euro auf 6,7% Rendite kommt, ist mir schleierhaft. Um eine solche Rendite zu erzielen, dürfte die Solaranlage gerade mal 1.650 Euro/kWp netto kosten, und das bei gleichbleibenden Kosten. Nach der Berechnung der Stiftung Warentest dürfte die Anlage bei Inbetriebnahme 09. März 2012, unter den gleichen Bedingungen, keine Rendite mehr erzielen. Stiftung Warentest jedoch kommt immer noch auf eine Rendite von 3,4%. Wird die Anlage noch über einen Kredit finanziert (was in den meisten Fällen so ist), so geht die Investition zu null auf oder erwirtschaftet sogar einen Verlust. Denn die Rendite sollte bei einer Finanzierung immer höher sein, als der effektive Jahreszins.

    • Hallo Michael,
      ich hatte nach einer Berechnung gesucht, um die Veränderungen in der Rendite darstellen zu können. Da ich selbst nicht so tief im Thema bin, musste ich mich darauf verlassen, was die Stiftung Warentest veröffentlicht hat.

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