Bauen

Energieeffizienz und Denkmalschutz im Einklang

Eine Auszeichnung von energieeffizient sanierten Gebäuden in Südtirol, die unter Denkmalschutz stehen, zeigt deutlich, dass Energieeffizienz von Gebäuden und Denkmalschutz vereinbart werden kann. Diese Beispiele zeigen, dass Energieeffizienz und Denkmalschutz kein Widerspruch sein muss.

Beim Umbau durch Architekt Jürgen Wallnöfer des Wohnhauses in der Silbergasse in Glurns, das vermutlich im 16. Jahrhundert erbaut wurde, lautete das Urteil der Jury wie folgt:

„Das Beispiel dieses Hauses zeigt, dass an der Schnittstelle zwischen Denkmal- und Ensembleschutz auch ohne weiteres mehr zeitgemäße architektonische Qualität zugelassen werden kann. Die Fassade samt Kastenfenstern wurde zwar behutsam saniert, doch an der Hofseite und im Inneren war wegen der fehlenden Ausstattung eine größere gestalterische Freiheit möglich. Durch die Entscheidung zum Wohnen „von oben nach unten“ wurde diese Situation auch energetisch sinnvoll genutzt. Der offene Wohnraum überzeugt durch seine schlichte Eleganz und selbstbewusste gestalterische Details, die spielerisch den historischen Bezug suchen, wie beispielsweise die abgerundeten Raumkanten, die eine diskrete Analogie zu den Gesimsen an der Fassade bilden. In Glurns ist die Belebung eines innerörtlichen Ensembles gelungen, das durch kluge Nutzung und einige beherzte architektonische Eingriffe zu einer neuen Identität findet. Architektur, Denkmalschutz und Energieeinsparung sind vorbildlich aufeinander abgestimmt und gewähren die hohe Qualität und Nachhaltigkeit der Sanierung.“ (Jahresheizwärmebedarf vor der Sanierung: 337 kWh/m2a, nach der Sanierung: 58 kWh/m2a)

Beim Umbau durch Architekt Christian Kapeller von Haus Nr. 37 in Laatsch, Gemeinde Mals, das bereits im Jahre 1582 mit etwa den heutigen Ausmaßen bestand, lobte die Jury besonders den Umstand, dass die Restaurierung des denkmalgeschützten Objekts in den Vordergrund und die praktischen Bedürfnisse hintan gestellt wurden:

„Der Schutz der historischen Substanz, die architektonische Gestaltung und die Energieeffizienz stehen sich bei diesem Projekt nicht im Weg. Der Wohnkomfort geht nicht auf Kosten von Ästhetik und Denkmalpflege. Gestalterisch wird u.a. das ‚Möbel‘ mit Schrank und WC der Vinschger Künstlerin Esther Stocker hervorgehoben, das sich mit Leichtigkeit und Eleganz in den Bestand fügt. Die Qualität der Restaurierung und der neu hinzu gekommenen Bauteile (zum Beispiel unter Dach) ist allgemein sehr hoch und es entsteht ein dichtes, mit lebendigen Oberflächen angereichertes Ambiente. Das Projekt ist in jeder Hinsicht prämierungswürdig. Architektur, Denkmalschutz und Energieeinsparung sind vorbildlich aufeinander abgestimmt und gewähren die hohe Qualität und Nachhaltigkeit der Sanierung.“ (Jahresheizwärmebedarf vor der Sanierung: 132 kWh/m2a, nach der Sanierung: 65 kWh/m2a)

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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