Best-Practice

Stromsparcheck für einkommensschwache Haushalte in Dortmund

Stromspar-Chek DortmundAm 08.11.2010 habe ich von energieeffizienten Kommunen berichtet, die für ihre Effizienz-Maßnahmen ausgezeichnet wurden mit dem Good-Practice-Label der dena. Diese vier Kommunen möchte ich gerne in einer kleinen Serie genauer vorstellen.

Teil 1: Energieeinspar-Contracting für die Straßenbeleuchtung in Dormagen

Die effiziente Energienutzung in allen Verbrauchsbereichen trägt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz bei. Mit dem Wettbewerb „Energieeffizienz in Kommunen – Gute Beispiele 2010“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) werden besonders vorbildliche Energiesparprojekte aus Städten und Gemeinden prämiert, die zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung des Energieverbrauchs beitragen. Das Energiesparprojekt aus Dortmund erhält zusätzlich das Label „Good Practice Energieeffizienz“ der dena, das Energieeffizienz in Kommunen, Institutionen und Unternehmen sichtbar macht.

Das Projekt in Dortmund
Einkommensschwache Haushalte erhalten durch verschiedene Bausteine des Stromsparchecks in Dortmund die Möglichkeit, die Lebenshaltungskosten zu reduzieren und zur Senkung des Endenergieverbrauchs sowie des CO2-Ausstoßes beizutragen. Der persönliche Stromsparcheck in diesen Haushalten wird durch speziell geschulte
Arbeitsuchende durchgeführt. Vor Ort werden bereits erste Stromsparmaßnahmen umgesetzt, z. B. das Einschrauben von Energiesparlampen und die Verwendung von schaltbaren Steckdosenleisten.

Können die Teilnehmer nach einem halben Jahr Energieeinsparungen nachweisen, organisiert der Stromsparcheck unter bestimmten Voraussetzungen
den Austausch der alten, stromintensiven Technik gegen energieeffiziente Haushaltsgeräte. Mit kommunikativer Unterstützung der Caritas, der ARGE, des Sozialamts, von Familien- und Seniorenbüros und durch das Amt für Wohnungswesen werden die entsprechenden Teilnehmer für den Stromsparcheck gewonnen.

Der Erfolg des Projektes
Allein die direkt in den Haushalten umgesetzten Maßnahmen sparen über 10 Prozent des Energie- und Wasserverbrauchs. Lokale Netzwerke wie die Caritas und die Jobcenter werden in die Aktivitäten eingebunden und sorgen so für Akzeptanz bei den Angesprochenen. Gleichzeitig entwickelt sich der Stromsparcheck durch die Zusammenarbeit mit lokalen Sponsoren zu einem „wirtschaftlichen Dauerbrenner“.

Starterpakete für geringinvestive Maßnahmen oder der Austausch besonders energieintensiver Altgeräte gegen energieeffiziente Haushaltsgroßgeräte werden so für Leistungsempfänger kostenfrei möglich.

Die Bewertung des Projektes
Der Stromsparcheck der Stadt Dortmund erreicht Energieeinsparungen und eine Verhaltensänderung bei einer wenig berücksichtigten Zielgruppe. Zugleich werden Sozialkassen und die Kassen der einkommensschwachen Haushalte entlastet.

Die Evaluierung zeigt, dass bereits über 2.800 Haushalte erreicht werden konnten, die Anspruch auf Ersatzleistungen haben. Der vorbildliche Stromsparcheck setzt auf einer typischen Ausgangssituation in vielen deutschen Großstädten auf und kann somit vielerorts realisiert werden.

Zur Nachahmung empfohlen
Die Jury zeichnet den Stromsparcheck für einkommensschwache Haushalte für seinen vorbildlichen Projektansatz aus:

  • Die Zielgruppe wird befähigt, selbstständig Kosten zu kontrollieren und zu reduzieren.
  • Bei Haushalten mit Anspruch auf staatliche Unterstützung kommen die Kosteneinsparungen sowohl den Transferhaushalten (z. B. Stromkosten) als auch den Kommunen (z. B. Heizkosten) zugute.
  • Durch die gezielte Schulung Arbeitsuchender hat der Stromsparcheck auch einen positiven Beschäftigungseffekt.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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