Förderung Solarenergie

Schnellere Absenkung der Solarstromförderung setzt Photovoltaikbranche unter Druck

Endlich, nach über einem halben Jahr Diskussion ist die Kürzungder Einspeisevergütung beschlossene Sache. Ich frage mich aber mittlerweile, was schwerer wiegt für die Kunden der Solarunternehmen, ist es die Kürzung der Einspeisevergütung oder die gezielte Verunsicherung des Marktes?

Nun hat auch der Bundesrat der deutlich schnelleren Absenkung der Solarstromförderung zugestimmt. Die am 09.07. beschlossene EEG-Novelle sieht bis zum 1.1.2012 in vier Schritten eine Rückführung der Solarstromförderung um bis zu 50 Prozentpunkte vor: Rückwirkend um 1. Juli werden die Fördersätze um bis zu 13 Prozent und zum 1. Oktober um weitere 3 Prozent reduziert. Zum 1. Januar 2011 folgt eine Rückführung der Zuschüsse um bis zu 13 Prozent und zum 1. Januar 2012 um weitere bis zu 21 Prozent. Die konkrete Höhe der Förderabsenkung wird sich am Marktwachstum orientieren.

Die Solarbranche hatte vor dem Hintergrund einer erfolgreichen Marktentwicklung in Deutschland bereits im Herbst vergangenen Jahres eine schnellere Rückführung der Förderung angeboten. Die nun beschlossene Förderabsenkung war in den letzten Monaten jedoch vom Bundesverband Solarwirtschaft, vielen Energieexperten und der Mehrheit der Bundesländer wiederholt als zu hoch kritisiert worden. Der im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag erzielte Kompromiss brachte jedoch keine nennenswerten Nachbesserungen. Die vereinbarte dreimonatige Verschiebung von 3 Prozentpunkten des rückwirkend für den 1.Juli2010 geplanten Einschnittes von 16 Prozent auf den 1. Oktober 2010 ist nach Einschätzung des BSW-Solar lediglich ein „kosmetischer Eingriff“, der für die deutsche Solarindustrie keinen nennenswerte Unterstützung im Rahmen der Herausforderung darstellt, auch in Zukunft nachhaltig Wertschöpfung in Deutschland betreiben zu können.

BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig: „Um weiterhin eine hohe Nachfrage und den eigenen Marktanteil zu sichern, steht Deutschlands Solarindustrie nun vor der großen Herausforderung, die Kosten für die Produktion von Solarzellen und anderen Solarkomponenten noch schneller zu senken als in der Vergangenheit und gleichzeitig die Wirkungsgrade und Qualität der Produkte weiter zu steigern.“

Nach Angaben des BSW-Solar sind die Preise für Solarstromanlagen seit 2006 bereits um 40 Prozent gesunken. Investitionen in modernste Solarfabriken in Deutschland und verstärkt auch im Ausland würden die Kosten weiter senken und dazu beitragen, dass Solarstrom vom eigenen Hausdach bereits im Jahr 2013 das Niveau konventioneller Verbraucherstromtarife erreichen dürfte.

Der Bundesverband Solarwirtschaft bedauert, dass mit dem aktuellen Kürzungsbeschluss die Förderung von Solarstromanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zukünftig ganz ausgeschlossen werden soll. Er kritisiert darüber hinaus, dass der Eigenverbrauch von Solarstrom nicht stärker angereizt wird. Beide Maßnahmen hätten zur schnelleren Kostensenkung von Solarstrom beitragen können.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

4 Kommentare

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  • ich sehe das auch so, dass die verunsicherung durch das dauernde hin und her genauso schlimm war, wie die eigentliche absenkung.

    was die proteste des bsw und der solarindustrie angeht: ich finde es gut, dass die solarindustrie in deutschland durch das eeg einen massiven aufschwung erlebt hat. das ziel des eeg ist es, ein nachhaltiges energiesystem aufzubauen und technologien zu entwickeln. aber ich finde trotzdem, die bei uns entwickelten technologien sollten auf dem weltmarkt konkurrenzfähig sein. das heißt, pv-module aus deutscher produktion sollten zu ähnlichen preisen mit denen aus chinesischer produktion sein. und da hilft meiner meinung nach die zusätzliche degression jetzt. aber ob die 13+3 prozent in der höhe gerechtfertigt sind oder ober diese degression über das ziel hinausschießt, da bin ich mir nicht so ganz sicher (zumal ich die preisentwicklung nicht wirklich verfolge).

  • Ich stimme Lukas zu – diese Verunsicherung hat mehr geschadet als die eigentliche Absenkung der Einspeisevergütung.Und die Absenkung war nötig – ob die Höhe gut war, wird sich zeigen…

  • Interessant wäre, was die Profis und Betroffenen aus der Branche dazu sagen, vielleicht bekommen wir noch eine Reaktion von Erhard Renz oder einem anderen aus einem Solarbetrieb.

  • als Mitarbeiter des Photovoltaik-Unternehmens IBC SOLAR möchte ich kurz meine Einschätzung abgeben: Die Verunsicherung bei den Verbrauchern, die sich für PV interessieren, ist groß, und das liegt auch am Hin und Her der letzten Monate. Wie stark soll die Absenkung ausfallen? Wann tritt sie in Kraft? Welche Anlagen sind betroffen? Diese Fragen, das berichten unsere Kunden, also Installateure, werden immer wieder gestellt. Die Endkunden wissen nicht recht, ob sie nun kaufen sollen oder nicht. Aus unserer Sicht spricht nichts gegen den Kauf einer Photovoltaikanlage – auch mit Blick auf die nächste (reguläre) Absenkung zum 1. 1. 2011. Vorausgesetzt, die Beratung stimmt.

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