Strom

Stromverbrauch in Privathaushalte steigt an

Während durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der Stromverbrauch der Industrie deutlich rückläufig ist, steigt der Stromverbrauch in Privathaushalten signifikant an. Der BDEW titelt in seiner Pressemitteilung „Energieverbrauch deutlich gesunken“, wobei dieser Rückgang aber nur auf die Krise zurück zu führen ist und nicht auf Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Die SZ weißt auf eine genauere Untersuchung des Vergleichportals Check24.de hin, die die Stromverbrauchs-Entwicklung von Privathaushalten untersucht hat:

Der durchschnittliche Stromverbrauch nach Haushaltsgröße ist um bis zu 15 Prozent pro Jahr angestiegen. Eine Analyse der Verbrauchsangaben von rund 200.000 privaten Anbieterwechslern über www.check24.de zeigt eine verstärkte Nachfrage nach Strom im Vergleich zu den vom Verband der Elektrizitätswirtschaft e. V. (VDEW) erhobenen Daten aus dem Jahr 2006.

Ein Single-Haushalt hat demnach einen erhöhten Energiebedarf von mehr als 6 Prozent pro Jahr. 2- sowie 3-Personen-Haushalte benötigen im Vergleichszeitraum bereits über 11 Prozent mehr Elektrizität per annum. Bei einem 4-Personen-Haushalt steigt der Strombedarf um bis zu 15 Prozent.

Bei allen Haushaltsgrößen ist eine deutliche Steigerung des Stromverbrauchs erkennbar. Ein 4-Personen-Haushalt hat dadurch jährlich durchschnittliche Mehrkosten von ca. 140 Euro.

Als mögliche Ursachen für den erhöhten Strombedarf nennt das Statistische Bundesamt unter anderem die Zunahme von elektronischen Geräten im Haushalt, insbesondere Unterhaltungselektronik, wie zum Beispiel Spielkonsolen. Vor allem in Haushalten mit Kindern ist Unterhaltungselektronik überdurchschnittlich vertreten. Des Weiteren sind gestiegene Wohnflächen pro Person sowie erhöhte Komfortansprüche mögliche Gründe für einen Mehrverbrauch an Elektrizität.

Ein Vergleich der durchschnittlichen Stromverbräuche der Bundesländer zeigt signifikante Unterschiede: So liegt der Jahresverbrauch eines 4-Personen-Haushalts in Nordrhein-Westfalen (NRW) – Spitzenreiter im Vergleich – im Schnitt über 1.000 kWh bzw. rund 25 Prozent höher als im verbrauchsärmsten Bundesland Sachsen.

Bei einer Einsparung dieser Menge könnte der 4-Personen-Haushalt in NRW die jährlichen Stromkosten um bis zu 250 Euro reduzieren! Insgesamt ist der Stromverbrauch im Osten der Republik je nach Haushaltsgröße zwischen 11,50 (1-Personen-Haushalt) und 14,41 Prozent (3-Personen-Haushalt) geringer als im Westen. Durch eine Senkung des Stromverbrauches auf Ost-Niveau könnte ein 3-Personen-Haushalt in den alten Bundesländern rund 120 Euro jährlich sparen.

Sind alle Spar-Bemühungen also sinnlos? Mir selber geht es kaum besser, auch wenn mein Stromverbrauch deutlich geringer ist, steigt er leider dennoch eher an.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

4 Kommentare

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  • Interessante Studie.

    Der Trend lässt sich schon seit längerem Beobachten. Einmal werden mehr elektrische Geräte angeschafft und dann auch tendentiell leistungsstärkere. Schaut man sich zum Beispiel den Fernseher oder den Computermonitor an, so werden häufig Röhrenmodelle durch effizientere LCD-Modelle ersetzt.
    Häufig sind die neuen Modelle dann jedoch auch wesentlich größer von der Bildschirmdiagonalen. Dadurch steigt der Stromverbrauch natürlich wieder, so das der mögliche Einspareffekt nahezu aufgefressen wird.

    Aus einigen Beratungen die ich Leuten gegeben habe kann ich jedoch auch sagen das sich mit der Anschaffung von effizienten, sparsamen Geräten auch häufig das Verhalten ändert. So kenne ich eine Menge Leute die zwar die Glühlampe durch Energiesparlampen ersetzt haben, aber dafür das Licht jetzt einfach mal brennen lassen.

    Wir müssen daher nicht nur sparsame Geräte anschaffen und zu diesen Beraten wir müssen auch stark Aufklärung verbreiten und die Leute sensibilisieren. Dies ist wahrscheinlich der wesentlich ambitionierte Teil von Energiesparprogrammen.

  • Da fällt mir auch ein Interview in der Tewchnology Review ein, in dem es hieß, dass Informationskampagnen zur Stromeinsparung alleine nicht ausreichen um nennenswerte Erfolge im Stromsparen zu erzielen. Werde das Inteview mal suchen. Es braucht eine Sensibilisierung für den Stromverbrauch.

  • Stromverbrauch eines Wäschetrockner…

    Wäschetrockner verbrauchen in der Regel zwischen 2 bis 10 Kilowattstunden pro Trockenvorgang. Der Stromverbrauch eines Wäschetrockners variiert jedoch je nach Wäschetrockner und kann daher nie pauschal gesagt werden. Wie können wir aber den Stromverbra…

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