Strom

Wo bleibt die Abwrackprämie für Haushaltsgeräte?

Richtig ökologisch wäre eine Abwrackprämie für alte Haushaltsgeräte auch nicht, denn es fällt Sondermüll an und der Energieaufwand für die Herstellung von Elektrogeräten ist groß. Aber eine Energieeinsparung lässt sich sicher mit einem neuen Kühlschrank oder einer neuen Waschmaschine erreichen -wenn man auf die Energieeffizienzklasse achtet.

In vielen deutschen Haushalten belasten alte Kühlschränke, Waschmaschinen und Co. die Haushaltskasse. Dabei erhöhen moderne energieeffiziente Haushaltsgeräte nicht nur den Komfort, sondern tragen auch spürbar zur Senkung der Stromkosten bei. Denn seit 1998 ist der Energieverbrauch der „Weißen Ware“ um bis zu 70 Prozent gesunken. „Wird zum Beispiel ein Gefrierschrank aus dem Jahr 1998 gegen ein modernes Gerät der Energieeffizienzklasse A++ ausgetauscht, reduziert das die Stromkosten schon um rund 70 Euro* im Jahr“, erklärt Steffen Joest, Bereichsleiter bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). „Werden zusätzlich Kühlschrank, Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner auf den neusten Stand gebracht, lassen sich etwa 300 Euro* für Strom und Wasser einsparen.“

Das funktioniert allerdings nur, wenn das Neugerät tatsächlich energieeffizient arbeitet. Denn nicht jedes moderne Haushaltsgerät ist sparsam. Bei neuen Kühl- und Gefriergeräten kann der Energieverbrauch zum Beispiel um mehr als 50 Prozent auseinander liegen. Deshalb sollten beim Gerätekauf Energieeffizienzklassen und Stromverbrauchsangaben auf dem EU-Label genau verglichen werden. Um Verbrauchern die Wahl von Kühlschrank, Waschmaschine und Co. zu erleichtern, veröffentlicht die dena regelmäßig TopGeräte-Listen mit aktuellen Marktübersichten zu energieeffizienten Produkten.

Richtig gespart wird natürlich nur, wenn die alten Haushaltshelfer fachgerecht entsorgt werden und nicht im Keller als Zweitgerät zum Einsatz kommen. Altgeräte oder Einzelteile dürfen nicht in den Restmüll, sie müssen bei den Sammelstellen der Kommune abgegeben werden. Viele Einzelhändler bieten die Entsorgung beim Kauf eines neuen Gerätes gleich mit an.

*Annahme: Strompreis von 20 Cent/kWh.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

15 Kommentare

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  • Tolle Idee mit der Abrwackprämie für Haushaltsgeräte. Das Einsparpotenzial ist jedenfalls enorm!
    Schön finde ich die Initiative von SolarWorld, die einer „solaren Abwrackprämie“ gleicht.

  • Hallo,

    klasse Initiative. Wenn ihr meine Unterstützung braucht, sagt bescheid.

    Und wenn dann noch der Wasserverbrauch der Geräte berücksichtigt wird, was wegen fehlender Klassifizierung gerne vergessen wird, bin ich auch zufrieden 🙂

    Schöne Grüße,
    Gerd

  • Ich denke nicht, daß diese Musterverbrauchsrechnungen immer so stimmen. Mein 8 Jahre alter Kühlschrank verbraucht wirklich nur unwesentlich mehr als heutige energieeffiziente Neugeräte: Es handelt sich um 2 Euro pro Jahr. Nachgerechnet habe ich das mal auf irgendeiner Webseite (bei der DENA?). Das scheint mir überhaupt das Problem einer solchen „Abwrackprämie“ zu sein: Sie bestraft genau jene, die schon vor Jahren beim Neukauf auf den Stromverbrauch geachtet haben und heute ein älteres, aber eben halbwegs akzeptables Gerät im Haus haben. Billigkäufer hingegen werfen die alte Kiste raus und nehmen die Prämie gerne mit…

  • Geniale Idee, leider haben die Hausgerätehersteller aber nicht früh und laut genug gejammert – da waren die Autobauer besser vorbereitet. Die Wirtschaft hätte es mit Sicherheit mehr angekurbelt, die Ökobilanz unter dem Strich wäre ebenso positiv geblieben.

    Andererseits sollte man aber auch mal betonen : Wer bei den aktuellen Preisen der „weißen Ware“ nicht auch ohne Abwackprämie auf die Idee kommt, dass z.B. ein neuer Kühlschrank nicht nur optisch schöner ist, Energiekosten senkt und sich so in überschaubarer Zeit selbst bezahlt, sondern obendrein noch die Lebensmittel um Faktor 10 länger frisch hält…. dem kann man eigentlich kaum noch helfen.

  • @Ratgeber, bei alten Geräten hängt der Verbrauch oft von verschiedenen Faktoren, wie die Qualität der Dichtung, ab. Ich kenne auch 8 Jahre alte Geräte der Energieeffizienzklasse A, bei denen sich die Dichtung ablöst, da hat sich sicher der Stromverbrauch deutlich erhöht. Eine solche Prämie sollte auch nicht nur vom Alter, auch von der Energieeffizienzklasse des alten Gerätes, abhängen.

    @Sven, vielleicht ist eine solche Prämie auch eine Marketing-Idee für die Hersteller. Es muss ja nicht alles vom Staat bezahlt werden. Ich persönliche finde immer noch die Idee einer Toprunner-Liste besser als eine Abwrackprämie, das Wort war eher als aktueller Aufhänger gedacht. Leider hat sich zu dieser Idee noch keiner geäußert.

  • @ Andy : Dann antworte ich mal verspätet auf die Frage

    Die Toprunner Liste ist auch nicht so einfach umzusetzen, da ja viele Faktoren für die Endsumme eine Rolle spielen – und ebensowenig wie den Aussagen zum Spritverbrauch traue ich denen zum Energieverbrauch. Insgesamt ist die dena Seite aber logisch aufgebaut, nur meinen Kühlschrank habe ich dort auch nicht gefunden.

    Noch interessanter Wäre dann der Ansatz, dass man sein Modell eingibt und man sieht wie viel zu einem aktuellen gleichwertigen / gleichartigen Gerät gespart werden kann.

    Nichts wirkt ja besser als Vergleiche schwarz auf weiß.

    Im Bereich Trockner sieht es noch schlimmer aus : es sind gerade mal 9 Geräte vorhanden. Letztendlich reicht somit weder die Anzahl der Geräte, noch die Stromkosten für die objektive Bewertung eines Gerätes aus.

  • @Sven, wäre es nicht besser dann seinen eigenen, selbst gemessenen Verbrauch angeben zu können? Damit muss man sich nicht mehr auf die Angaben des Herstellers verlassen. Diese Daten dann mit den Messwerten von anderen zu vergleichen oder mit theoretischen Angaben der Hersteller, wäre mal was sinnvolles, oder?

  • Abwrackprämie und Neuanschaffung können sinnvoll sein, sind es aber häufig nicht.
    Einerseits kann die Produktion eines neuen Gerätes einen höheren CO2-Ausstoss verursachen, als ein altes Gerät im Verlauf seiner restlichen Lebensdauer.
    Auch finanziell muss man Lebensdauer, Mehrverbrauch und Ammortisationszeit gegenrechnen, so dass man herausfinden wird, dass sich eine Neuanschaffung meist erst ab einem gewissen Mindestalter des alten Gerätes wirklich lohnt.

    Andererseits erfordern Einsparmaßnahmen zunächst eine Investition, die viele Menschen auch im sinnvollen Fall zurückschrecken lässt, oder – bei einkommensschwachen Haushalten – gar unerschwinglich sind.

    In solchen Fällen ist die Abwrackprämie gut und hilfreich.

    Es müsste eine Einzelfallprüfung geben, bei welchem Altgerät der Austausch ökologisch und (da Energieverbrauch und CO2-Bilanz kongruent sind)damit auch finanziell sinnvoll ist.

    Da sich in diesem Fall der Austausch ohnehin rechnet, wäre die Abwrackprämie auf den ersten Blick zwar überflüssig, sie könnte dann aber einkommensschwachen Haushalten die Investition ermöglichen.

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