Dass Ökostrom nicht immer Ökostrom ist, das wissen mittlerweile viele, und nicht jedes Ökostrom-Angebot ist vergleichbar. Zu den bekanntesten und vertrauenswürdigsten Zertifikaten für Ökostrom gehören die Zertifikate des TÜV Süd. Windkraftanlage Huell Stade2, Quelle: Naturstrom Mit seinen Zertifikaten und Prüfzeichen leistet TÜV SÜD einen wichtigen Beitrag für Transparenz und Glaubwürdigkeit auf dem Ökostrom-Markt. Der internationale Dienstleister hat die Kriterien für die Zertifikate EE01 und EE02 noch klarer gefasst und weiter verschärft. Die Prüfzeichen mit dem blauen Oktagon sind laut einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes die bekanntesten Ökostrom-Nachweise in Deutschland. Die Begriffe “Ökostrom” oder “Grüner Strom” sind nicht verbindlich definiert. Um vor zweifelhaften Angeboten sicher zu sein, können sich Verbraucher an entsprechenden Gütesiegeln orientieren. “Wegen des fehlenden gesetzlichen Standards gibt es allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den Zertifikaten bzw. den Kriterienkatalogen der verschiedenen Anbieter”, sagt Klaus Nürnberger, Ökostromexperte bei der TÜV SÜD Industrie Service GmbH in München. Auch die Überblicke von Verbraucher- oder Label-Portalen sind nicht immer aussagekräftig, weil die Informationen häufig nicht auf dem aktuellen Stand sind. Der Rat von Klaus Nürnberger: “Umweltbewusste Verbraucher sollten sich selbst einen Überblick verschaffen, um eine bewusste Entscheidung für ein bestimmtes Ökostrom-Produkt treffen zu können.” Um die Information über die TÜV SÜD-Zertifikate zu erleichtern, hat TÜV SÜD die entsprechenden Kriterienkataloge unter www.tuev-sued.de/oekostrom hinterlegt. weiterlesen ›
Tag: verbraucher
Wie grün ist der Verbraucher wirklich?
Beim Thema nachhaltiger Konsum tritt die Umwelt häufig zugunsten von Kosten-NutzenÜberlegungen der Verbraucher in den Hintergrund. In anderen Bereichen wie der nationalen Energieversorgung oder Abfall/Recycling besitzen die Deutschen dagegen ein deutlich höheres Umweltbewusstsein. Dies zeigen aktuelle Ergebnisse des GfK Global Green Index, einer neuen repräsentativen Befragung der GfK Marktforschung aus dem Oktober 2011. Nicht zuletzt seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist das Thema Umweltbewusstsein wieder stärker in den Fokus vieler deutscher Verbraucher gerückt. Die GfK ermittelt seit August 2011 mit dem GfK Global Green Index das Umweltbewusstsein in zentralen Dimensionen. Neben generellen Einstellungen wird auch beleuchtet, ob und in welchem Ausmaß Verbraucher bereit sind, anfallende Kosten für umweltbewusstes Verhalten zu tragen. Die Einzelergebnisse wurden zum GfK Global Green Index zusammengefasst, dem neuen Maß der GfK für das Umweltbewusstsein der deutschen Bevölkerung. weiterlesen ›
Hohe Strompreise – wie sich Verbraucher wehren können
Gastbeitrag von Martin Sohn, Sohn Finanzberatung Die hohen Strompreise in Deutschland sind derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Die Ursachen dafür sind vielschichtig – und für den Verbraucher daher kaum überschaubar. Seit dem Jahr 2000 sind die Preise für Haushaltsstrom um etwa 50% gestiegen, für Industriestrom sogar um 60%. In Haushalten mit geringeren Einkommen haben die Stromkosten bereits einen erheblichen Teil der Fixkosten eingenommen. Viele Verbraucher können schon jetzt ihre Stromrechnungen micht mehr pünktlich zahlen. Verbraucherschützer und das Stromportal Verivox gehen für das Jahr 2011 von einem weiteren Preisanstieg um etwa 10% aus. Ein Grund für den Strompreisanstieg ist der hohe Zuwachs an Solaranlagen, der sich auch im nächsten Jahr ungebremst fortsetzen wird. Kritiker fordern deshalb schon länger eine deutliche Kürzung der Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen-Betreiber. Die vielen Photovoltaikanlagen sind aber nur zum Teil für die Strompreisentwicklung verantwortlich. Als weitere Ursachen gelten die hohe Besteuerung, steigende Rohstoffpreise an den Weltmärkten, sowie der fehlende Wettbewerb am deutschen Strommarkt. Die steigenden Rohstoffpreise werden von den Stromkonzernen gerne als Argument für die Notwendigkeit von Strompreiserhöhungen angeführt. Aber insbesondere die für die Stromerzeugung verwendete Stein- und Braunkohle kommt zu einem Großteil aus dem Inland. Auch die insgesamt hohen Steuern und Abgaben auf Strom lassen sich nur zum Teil als Argument heranziehen. Die Steigerung der Abgaben der letzten 10 jahre fällt deutlich geringer aus als die gesamten Strompreissteigerungen im gleichen Zeitraum. Verbraucherschützer führen die Hauptgründe der Preissteigerungen auf den schlecht funktionierenden Wettbewerb am Strommarkt zurück. Dort teilen sich “die großen vier”, das sind die Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, zusammen etwa 80% des Strommarktes. Demnach gehen nur 20% auf das Konto kleinerer Anbieter. Diese Vormachtstellung der vier Konzerne kommt aber auch durch die “Wechselfaulheit” der Stromkunden zustande. Obwohl Stromkunden bereits seit 1998 die Möglichkeit haben, ihren Stromanbieter selbst auszuwählen, bleiben die meisten Stromkunden Ihrem Grundversorger, wie z.B. der Eon, treu. Die Konzerne haben die Wechselfaulheit der Kunden daher längst “eingepreist”. weiterlesen ›
Neue Energiespar-Pläne sollen Haushalte um hunderte Euro entlasten
Mit einer neuen Energiespar-Initiative aus dem Bundeswirtschaftsministerium sollen Verbraucher ihre jährlichen Stromkosten um mehr als 300 Euro senken können. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbrauche im Jahr Strom für 800 bis 900 Euro Strom, sagte Stephan Kohler von der Deutschen Energie-Agentur am Mittwoch in Berlin. Mit Hilfe der neuen Energiesparpläne lasse sich die Stromrechnung um bis zu 340 Euro drücken. Kohler gehört der Expertengruppe PEPP an, die im Auftrag von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) 21 Vorschläge für mehr Energieeffizienz erarbeitete.
Konkret sehen die Vorschläge ein Bonusprogramm vor, das Verbraucher für den Kauf besonders energiesparender Kühlschränke oder Waschmaschinen mit einer Prämie von bis zu 150 Euro belohnen soll. Bislang seien etwa Kühlschränke in den Haushalten 14 Jahre alt, hier könnten neue Geräte deutliche Energieeinsparungen bringen, erläuterten die Experten. Ein sehr sparsamer Kühlschrank könne die Stromrechnung um 80 Euro im Jahr entlasten. Allerdings liege der Anteil der verkauften hocheffizienten Kühlschränke hierzulande noch immer unter drei Prozent – das müsse sich ändern, sagte Kohler.
Damit Verbraucher die Gerätekosten – also Anschaffung und Betrieb – besser vergleichen können, sollen zudem neben den Energieklassen künftig auch die Stromkosten der Geräte ausgewiesen werden. So könnten Kunden auf einen Blick die Vorteile energiesparender Geräte erkennen.
“Die Elektroindustrie unterstützt die Pläne der Bundesregierung, die Verbraucher zum Einsatz besonders energiesparender Kühl- und Gefriergeräte mit einem finanziellen Zuschuss gezielt anzuregen”, teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) mit. Der ZVEI habe die Internationale Funkausstellung genutzt, um in Gesprächen mit Beteiligten etwa aus Industrie und Politik die Umsetzung vorzubereiten. Vergleichbare Förderungen in Italien und den Niederlanden zeigten, dass der Zuschuss den Markt für hoch-energieeffiziente Kühl- und Gefriergeräte angekurbelt und nachweislich nicht zu Preiserhöhungen geführt habe. (siehe diesen Artikel)
Die PEPP-Fachleute machen sich auch für ein “Aktionsprogramm Stromsparberatung” stark, das Stromanbieter verpflichten soll, ihre Kunden kostenlos über Energiesparmöglichkeiten aufzuklären, und regen eine Informationskampagne zum Wechsel des Energieanbieter an. Sie schlagen zudem ein “Aktionsbündnis Energieeffizienz” vor, um die Bürger besser über Energiesparprogramme aufzuklären. Beteiligen sollen sich nach dem Willen der Fachleute Wirtschaft, Wissenschaft, Verbraucher- und Umweltverbände.
Nach Ministeriumsangaben summierten sich die Energieausgaben der Privathaushalte Ende 2007 auf mehr als 95 Milliarden Euro. Damit seien auf einen einzelnen Haushalt rund 2300 Euro entfallen. Glos sagte, er könne “keine Prognose” geben, wann die PEPP-Vorschläge womöglich im Kabinett behandelt würden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Glos am Dienstag in scharfen Worten eine jahrelange Blockade der Bemühungen um mehr Energieeffizienz und Klimaschutz vorgeworfen.
Knapp die Hälfte der Energiesparpläne steht in Zusammenhang mit den Themen Kraftwerke und der Forderung nach verlängerten Laufzeiten für Atomreaktoren. Die an PEPP beteiligte Volkswirtschaftlerin Claudia Kemfert vom DIW plädierte für den Bau neuer fossiler Kraftwerke – also etwa Kohlekraftwerke – und längere Laufzeiten für die noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke von derzeit 32 auf mindestens 40 Jahre. Sie argumentierte, durch den bereits beschlossenen Atomausstieg sei in den kommenden Jahren mit zunehmend höheren Strompreisen zu rechnen.
Quelle: AFP/ Google
Es wurde oft genug aufgezeigt, dass bei konsequenter Nutzung der Stromsparpotentiale Kraftwerke überflüssig werden. Dass mit diesen Aktionsplänen das Potential genutzt werden soll, kann ich bis jetzt noch nicht erkennen.
Neuer Ratgeber Wärmedämmung der Verbraucherzentrale
Welche Baustoffe und Bauteile helfen, den Energieverbrauch zu drosseln? Für welche Teile des Hauses sind sie geeignet und was kosten sie? Der aktualisierte Ratgeber “Wärmedämmung” der Verbraucherzentralen liefert alle wichtigen Informationen rund um die wichtigsten Dämmstoffe. Auf 184 Seiten erfährt der Leser alles, was er wissen muss. Erklärt werden Begriffe wie zum Beispiel Wärmeleitfähigkeit oder Feuchteverhalten.
Wenn die Lage des neuen Hauses feststeht, Fassade und Fenster ausgewählt sind und wenn klar ist, welche energiesparenden Baustoffe und Bauteile verwendet werden, dann stellt sich die Frage nach dem richtigen Dämmstoff.
Wer beim Hausbau Energie sparen und die Umwelt schonen will, kommt um eine gute Wärmedämmung nicht herum. Die Dämmstoff-Steckbriefe bieten alle wichtigen Daten zu Herstellung, Gebrauch, Beseitigung, Druckfestigkeit, Temperaturzahl, Wärmespeicherzahl und Kosten zu den unterschiedlichen Dämmstoffen – seien es pflanzliche, mineralische, synthetische oder tierische Stoffe wie Wolle.
In einem Extra-Kapitel geht es um den richtigen Wärme-, Feuchte- und Brandschutz. Und um die Luftdichtigkeit bei einzelnen Bauteilen – von der Bodenplatte bis zum Dach. Auch hier werden Beispiele gegeben und technische Daten und Preise genannt. Ein ausführliches Glossar im Anhang erläutert alle Fachbegriffe – von der BAT-Liste bis zur Wärmespeicherzahl.
Der Ratgeber “Wärmedämmung” kann zum Preis von 12,40 Euro inklusive Versand- und Portokosten gegen Rechnung bestellt werden beim Versandservice des vzbv, Heinrich-Sommer-Str. 13, 59939 Olsberg, Tel: 0 29 62 – 90 86 47, Fax: 0 29 62 – 90 86 49
eMail: versandservice@vzbv.de.
Mir ist bekannt, dass der Link zur Zeit nicht funktioniert, vielleicht ändert sich das ja noch.
Starkes Interesse der Verbraucher an CO2 – neutralen Produkten
Ende Oktober habe ich auf eine Umfrage von 2hm hingewiesen, die wissen wollte wie groß die Bereitschaft von Verbrauchern ist zur Reduzierung der Treibhausgase beizutragen. Mittlerweile liegen die Ergebnisse der Umfrage vor.
Seit die Klimaforscher verstärkt an die Öffentlichkeit getreten sind, ist das Thema Einsparung CO2 in aller Munde. Es verwundert deshalb nicht, dass über 90 % der Verbraucher sich für dieses Problem einsetzen möchten. Haben in der Vergangenheit nur etwas mehr als ein Fünftel CO2-neutrale Produkt eingekauft, so wollen dies in Zukunft fast 90 % tun. Hier steht allerdings ein äußerst mangelhaftes Angebot an entsprechenden Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung. So trifft beispielsweise die Nachfrage nach energie- bzw. kraftstoffsparenden Automobilen nicht gerade auf ein adäquates Angebot seitens der Hersteller.
Verbraucher wünschen CO2 – neutrale Produkte
Mehr als Dreiviertel der Verbraucher wünschen sich vor allem für die Bereiche „Auto & Verkehr“ sowie „Energie & Versorgung“ CO2-neutrale Produkte, wie die internationale Strategieberatung 2hm & Associates im Rahmen einer soeben durchgeführten Befragung herausfand. Ebenfalls sehr wichtig mit knapp 70 % wird die Branche „Logistik und Transport“ sowie mit 57 % „Urlaub & Reisen“ angesehen.
Angebot an CO2 – neutralen Produkten zahlt sich aus
Sofern es ein entsprechendes Angebot gibt, würden 55 % der Verbraucher einen höheren Preis für Produkte oder Dienstleistungen bezahlen und auch nur für den Kauf in Betracht ziehen. Auch könnten sich Unternehmen stark profilieren, die sich für eine Verminderung von Kohlendioxid einsetzen. Immerhin würden 44 % der Verbraucher nur diejenigen Marken bevorzugen, die Maßnahmen eingeleitet haben, die zu einer Verringerung des Kohlendioxidausstoßes führen. Ein bestes Beispiel dafür bietet die Biermarke „Krombacher“, die bereits seit einiger Zeit ihren Beitrag zum Schutz des Regenwaldes kommuniziert hat. So halten fast 60 % der Konsumenten diese Marke in Bezug auf ihren Einsatz hinsichtlich der CO2-Problematik für glaubwürdig. Erheblich geringer fällt die Bewertung für die Marken „Audi“ mit 43 %, die „Deutsche Post“ mit 35 % und für „BILD“ mit 14 % aus.
Ein Ablass auf Urlaubsreisen mit dem Flugzeug
70 % der Verbraucher wären bereit einen entsprechenden Aufpreis für eine Flugreise zu bezahlen, um sich von einer Erhöhung des CO2-Ausstosses quasi freizukaufen. So wird beispielsweise bei einem Urlaubsflug nach Italien durchschnittlich 580 Kilogramm CO2 pro Person ausgestoßen. Diese Emissionen könnten für 13 Euro pro Person neutralisiert werden, indem der Betrag an andere Projekte zum Abbau von CO2 eingesetzt werden könnte.
Nachfrage nach CO2 – neutralen Produkten nutzen
Unternehmen haben bislang die Chancen für ein Angebot an klimaneutralen Produkten bzw. Dienstleistungen nicht genutzt, wie Frau Dr. Stefanie Regier, Senior Consultant von 2hm & Associates, resümiert. Dieses Versäumnis gilt es schnellstens nachzuholen, um den Forderungen der Verbraucher nachzukommen. Ebenso gilt es sich als starke und glaubwürdige Marke zu positionieren. Dazu bedarf es einer nachhaltigen Strategie, die bei der eigentlichen Geschäftstätigkeit auch die ökologisch relevanten Zukunftsaspekte berücksichtigt. Die ist dringend notwendig. Nichts gegen den Klimawandel zu tun käme wesentlich teurer, sowohl für die Menschen als auch für die Unternehmen.