Tag: stadtwerke

Weiter Einsatz nötig für ein sozial-ökologisches Berliner Stadtwerk

Berliner Energietisch läutet die heiße Phase ein, Foto: Uwe Hiksch Der Berliner Volksentscheid zur Rekommunalisierung des Stromnetzes und zur Gründung eines ökologisch-sozialen Stadtwerkes ist knapp gescheitert. Da hilft es auch nicht im nachhinein noch an den Bedingungen für die Hürde zu rütteln oder zu sagen, die überwiegende Mehrheit hat sich für den Vorschlag der Initiatoren des Berliner Energietisches ausgesprochen. Auch der Termin war ungünstig und hat sicher eine Rolle gespielt, aber auch damit musste man leben und die Verschiebung akzeptieren. Aufarbeitung des Volksentscheides Das Thema ist aber selbst auch sehr komplex und für die meisten Menschen schwer zu verstehen. So erging es mir in einigen persönlichen Gesprächen in den letzten Tagen. Die taz hat die Komplexität dieses Themas in ihrem Kommentar sehr gut formuliert: “Rekommunalisierung, Daseinsvorsorge, Stadtwerke, Ökologie – die Themen des Volksentscheids Energie in Berlin am Sonntag hätten kryptischer kaum sein können. Wahrscheinlich haben nicht alle, die am Sonntag ihr Votum abgaben, ganz durchschaut, was der abzustimmende Gesetzentwurf im Detail vorsieht.” Ich würde noch weiter gehen und sagen, dass viele zu Hause geblieben sind, weil sie nicht verstanden haben, was die Rekommunalisierung bedeutet und wie sich die Konzepte für das Stadtwerk vom Berliner Senat und vom Berliner Energietisch unterscheiden. Warum braucht Berlin ein Stadtwerk, wenn man doch schon Ökostrom bezieht, war auch eine Frage, die mir gestellt wurde. weiterlesen ›

Berlin soll sich selbst um die Stromversorgung kümmern

Gruenspar.de

In knapp 10 Tagen wird es in Berlin einen Volksentscheid über das Stromnetz und ein Stadtwerk geben. Am 3. November sind die Bürgerinnen und Bürger Berlins dazu aufgerufen über die künftige Energieversorgung in der Stadt abzustimmen. In Hamburg war eine ähnliche Abstimmung, zeitgleich mit der Bundestagswahl, bereits erfolgreich. Es geht darum die Energieversorgung zurück in die öffentliche Hand zu bringen als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge anstelle privater Unternehmen, die undurchsichtig sind und die Gewinne aus der Stadt abziehen. Das Thema ist kompliziert, insbesondere was die Netze betrifft. Da passt das neue Erklär-Video sehr gut: In dem Video wird auch anschaulich gezeigt, worin der Unterschied zu dem geplanten Stadtwerk, das der Berliner Senat errichten möchte – es aber eigentlich nicht möchte. Dass der Senat eigentlich keine Stadtwerke möchte und was die Entscheidung des Senates für ein eigenes Stadtwerk bedeutet, zeigt ein Bericht in der rbb-Abendschau vom 24.10.2013. weiterlesen ›

Podcast Ausgabe 19 über neue Pläne für Berliner Stadtwerke in Bürgerhand

Das Thema der neuen Ausgabe des Podcasts hört sich sehr nach einem lokalen Thema an. Aber die Initiativen für die Übernahme des örtlichen Stromnetzes zum Ende der Konzessionsverträge gibt es in vielen deutschen Städten. Daher wird dieser Beitrag auch für viele andere interessant sein. Kommunalisierung ist ein bedeutender Teil der Energiewende. Viele Menschen wollen nicht mehr die Energieversorgung großen Unternehmen überlassen, sondern selbst

So ist auch die Initiative des Berliner Energietischs entstanden, ein parteiunabhängiges Bündnis aus zahlreichen lokalen Initiativen und Organisationen. Das Ziel ist die Gründung einer demokratischen, ökologischen und sozialen Energieversorgung in Berlin in Form eines Stadtwerkes und einer Netzgesellschaft als Anstalt öffentlichen Rechts. Die Netzgesellschaft soll die Berliner Stromnetze zum 01.01.2015 übernehmen. Die geplanten Stadtwerke sollen dazu beitragen, dass langfristig die Energieversorgung Berlins zu 100 Prozent auf der Grundlage dezentral erzeugter erneuerbarer Energien erfolgt. Neben ökologischen Kriterien enthält der Gesetzentwurf jedoch auch weitgehende soziale und demokratische Vorgaben.

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Batteriespeicher für Stadtwerke Neustadt zur Stabilisierung des Niederspannungsnetzes

Montage des unauffälligen  Ortsspeichers von IBC-Solar, Quelle: IBC-Solar

Montage des unauffälligen Ortsspeichers von IBC-Solar, Quelle: IBC-Solar

Die Bedeutung der Speicher für die weitere Entwicklung der erneuerbaren Energien hatte ich hier schon oft erwähnt und wurde gerade von einigen Bundesministerien mit einer neuen Speicherinitiative bedacht. Auch über Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen habe schon viel geschrieben, diese waren jedoch meistens für Einsatz im Einfamilienhaus konzipiert. Zur Erhöhung der Netzstabilität war mir bisher nur der Spitzenspeicher Nr. 1 von VARTA Microbattery und ENBW ODR AG bekannt.

Jetzt gibt es ein weiteres Projekt, die IBC SOLAR AG, eines der weltweit führenden Systemhäuser für Photovoltaik, und die SWN Stadtwerke Neustadt GmbH realisieren im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals die Einbindung eines Solarstromspeichers in ein Ortsnetz. Produzieren Photovoltaik-Anlagen im Ortsteil Fechheim mehr Strom als benötigt, wird dieser künftig in den Batterien zwischengespeichert und zeitversetzt in das Stromnetz eingespeist.

Der Solarpionier und die Stadtwerke Neustadt wollen damit das Niederspannungsnetz stabilisieren und einen weiteren Netzausbau vor Ort verhindern. Solche Investitionsentlastungen sind ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, denn sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien.

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Wie Netzstabilität durch Anpassung der Verbraucher an das Angebot erreicht werden kann

Bei dem Umstieg auf eine Stromversorgung mit erneuerbaren Energien wird die Stromversorgung nicht mehr alleine von den großen Versorgungsunternehmen getragen. Die künftige Energieversorgung wird von vielen Schultern getragen, von den großen Energieversorgern über kleine mittelständische Stadtwerke bis hin zu den Eigenheimbesitzern mit ihrer Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach.

Während die großen Energieversorger öffentlich und in der Politik den Systemwechsel bekämpfen, sind die mittelständischen Unternehmen mit innovativen Projekten auf dem Vormarsch. Gerade die Stadtwerke haben durch die dezentrale Stromversorgung große Vorteile und sehen sich in einer entscheidenden Rolle, wie der VKU-Vizepräsident Dr. Hermann Janning gestern in einer Pressemitteilung betonte:

“Die Energiewende baut auf dezentrale Ansätze – eine Domäne der Stadtwerke. Sowohl beim Ausbau der Erzeugung von erneuerbaren Energien als auch beim Bau neuer, hocheffizienter und flexibler Gaskraftwerke können Stadtwerke eine entscheidende Rolle spielen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.”

Zu diesen innovativen Stadtwerke gehören die Stadtwerke Passau, die gemeinsam mit der Universität Passau und einem IT-Dienstleister für ein regionales Gleichgewicht von Strombedarf und Stromangebot sorgen wollen. Innerhalb des Forschungsprojektes All4Green wird ein intelligentes Steuerungssystem entwickelt, das den Verbrauch automatisch an das Angebot anpasst. Das Stromnetz wird damit stabilisiert und Schwankungen führen nicht mehr automatisch zu einem Netzkollaps (Quelle: BINE).

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Bürger sind bereit in Energiewende zu investieren

Auch fast ein Jahr nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, mehr Geld für den Umbau des Energiesystems auszugeben, sehr hoch. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts forsa, im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). So sind 61 Prozent der Befragten bereit, mehr für ihren Strom zu bezahlen, um damit den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen. Dabei zeigt sich, je höher das Nettoeinkommen, desto größer ist die Bereitschaft, höhere Strompreise zu zahlen.

Der VKU sieht darin eine wichtige Grundlage, die Energiewende erfolgreich umzusetzen. “Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben und erfordert deshalb die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte. Ohne den Willen der Bevölkerung, den Umbau auch finanziell mitzutragen, wäre dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt”, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

Durch höhere Strompreise allein ist der Umbau des Energiesystems jedoch nicht machbar. Eine wichtige Voraussetzung ist auch die Akzeptanz für große Infrastrukturprojekte, wie beispielsweise von Windparks. Tatsächlich fänden es 54 Prozent der Befragten gut beziehungsweise sehr gut, wenn in der Nachbarschaft eine Wind-Energie-Anlage stünde. “Wir sehen gerade an Stuttgart 21 wie schwierig es ist, große Infrastrukturprojekte umzusetzen, wenn dafür die Akzeptanz in der Bevölkerung fehlt.

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