Tag: stadtwerke

Podcast Ausgabe 19 über neue Pläne für Berliner Stadtwerke in Bürgerhand

Das Thema der neuen Ausgabe des Podcasts hört sich sehr nach einem lokalen Thema an. Aber die Initiativen für die Übernahme des örtlichen Stromnetzes zum Ende der Konzessionsverträge gibt es in vielen deutschen Städten. Daher wird dieser Beitrag auch für viele andere interessant sein. Kommunalisierung ist ein bedeutender Teil der Energiewende. Viele Menschen wollen nicht mehr die Energieversorgung großen Unternehmen überlassen, sondern selbst

So ist auch die Initiative des Berliner Energietischs entstanden, ein parteiunabhängiges Bündnis aus zahlreichen lokalen Initiativen und Organisationen. Das Ziel ist die Gründung einer demokratischen, ökologischen und sozialen Energieversorgung in Berlin in Form eines Stadtwerkes und einer Netzgesellschaft als Anstalt öffentlichen Rechts. Die Netzgesellschaft soll die Berliner Stromnetze zum 01.01.2015 übernehmen. Die geplanten Stadtwerke sollen dazu beitragen, dass langfristig die Energieversorgung Berlins zu 100 Prozent auf der Grundlage dezentral erzeugter erneuerbarer Energien erfolgt. Neben ökologischen Kriterien enthält der Gesetzentwurf jedoch auch weitgehende soziale und demokratische Vorgaben.

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Batteriespeicher für Stadtwerke Neustadt zur Stabilisierung des Niederspannungsnetzes

Montage des unauffälligen Ortsspeichers von IBC-Solar, Quelle: IBC-Solar Die Bedeutung der Speicher für die weitere Entwicklung der erneuerbaren Energien hatte ich hier schon oft erwähnt und wurde gerade von einigen Bundesministerien mit einer neuen Speicherinitiative bedacht. Auch über Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen habe schon viel geschrieben, diese waren jedoch meistens für Einsatz im Einfamilienhaus konzipiert. Zur Erhöhung der Netzstabilität war mir bisher nur der Spitzenspeicher Nr. 1 von VARTA Microbattery und ENBW ODR AG bekannt. Jetzt gibt es ein weiteres Projekt, die IBC SOLAR AG, eines der weltweit führenden Systemhäuser für Photovoltaik, und die SWN Stadtwerke Neustadt GmbH realisieren im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals die Einbindung eines Solarstromspeichers in ein Ortsnetz. Produzieren Photovoltaik-Anlagen im Ortsteil Fechheim mehr Strom als benötigt, wird dieser künftig in den Batterien zwischengespeichert und zeitversetzt in das Stromnetz eingespeist. Der Solarpionier und die Stadtwerke Neustadt wollen damit das Niederspannungsnetz stabilisieren und einen weiteren Netzausbau vor Ort verhindern. Solche Investitionsentlastungen sind ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, denn sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien. weiterlesen ›

Wie Netzstabilität durch Anpassung der Verbraucher an das Angebot erreicht werden kann

Bei dem Umstieg auf eine Stromversorgung mit erneuerbaren Energien wird die Stromversorgung nicht mehr alleine von den großen Versorgungsunternehmen getragen. Die künftige Energieversorgung wird von vielen Schultern getragen, von den großen Energieversorgern über kleine mittelständische Stadtwerke bis hin zu den Eigenheimbesitzern mit ihrer Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach. Während die großen Energieversorger öffentlich und in der Politik den Systemwechsel bekämpfen, sind die mittelständischen Unternehmen mit innovativen Projekten auf dem Vormarsch. Gerade die Stadtwerke haben durch die dezentrale Stromversorgung große Vorteile und sehen sich in einer entscheidenden Rolle, wie der VKU-Vizepräsident Dr. Hermann Janning gestern in einer Pressemitteilung betonte: “Die Energiewende baut auf dezentrale Ansätze – eine Domäne der Stadtwerke. Sowohl beim Ausbau der Erzeugung von erneuerbaren Energien als auch beim Bau neuer, hocheffizienter und flexibler Gaskraftwerke können Stadtwerke eine entscheidende Rolle spielen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.” Zu diesen innovativen Stadtwerke gehören die Stadtwerke Passau, die gemeinsam mit der Universität Passau und einem IT-Dienstleister für ein regionales Gleichgewicht von Strombedarf und Stromangebot sorgen wollen. Innerhalb des Forschungsprojektes All4Green wird ein intelligentes Steuerungssystem entwickelt, das den Verbrauch automatisch an das Angebot anpasst. Das Stromnetz wird damit stabilisiert und Schwankungen führen nicht mehr automatisch zu einem Netzkollaps (Quelle: BINE). weiterlesen ›

Bürger sind bereit in Energiewende zu investieren

Auch fast ein Jahr nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, mehr Geld für den Umbau des Energiesystems auszugeben, sehr hoch. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts forsa, im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). So sind 61 Prozent der Befragten bereit, mehr für ihren Strom zu bezahlen, um damit den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen. Dabei zeigt sich, je höher das Nettoeinkommen, desto größer ist die Bereitschaft, höhere Strompreise zu zahlen.

Der VKU sieht darin eine wichtige Grundlage, die Energiewende erfolgreich umzusetzen. “Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben und erfordert deshalb die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte. Ohne den Willen der Bevölkerung, den Umbau auch finanziell mitzutragen, wäre dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt”, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

Durch höhere Strompreise allein ist der Umbau des Energiesystems jedoch nicht machbar. Eine wichtige Voraussetzung ist auch die Akzeptanz für große Infrastrukturprojekte, wie beispielsweise von Windparks. Tatsächlich fänden es 54 Prozent der Befragten gut beziehungsweise sehr gut, wenn in der Nachbarschaft eine Wind-Energie-Anlage stünde. “Wir sehen gerade an Stuttgart 21 wie schwierig es ist, große Infrastrukturprojekte umzusetzen, wenn dafür die Akzeptanz in der Bevölkerung fehlt.

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Kommunen und Stadtwerke fordern bessere Bedingungn für den Ausbau erneuerbarer Energien

Kommunen und kommunale Unternehmen fordern einen Umbau des Energiekonzeptes für Deutschland mit besseren Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie begrüßen, dass die sieben ältesten Kernkraftwerke abgeschaltet sind und die Laufzeitverlängerung erneut zur Diskussion steht. „Kommunen und Stadtwerke sind für den Umbau des Energiesystems gut gerüstet und bieten ihre Mitwirkung an dieser zentralen Aufgabe an. Wir sehen die Chance, das Energiekonzept jetzt im Sinne eines nachhaltigen Klimaschutzes und eines modernen, zukunftsgerichteten Energiesystems neu zu bewerten und umzugestalten“, erklärten die Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Dr. Stephan Articus, Dr. Gerd Landsberg und Hans-Joachim Reck während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.

Die Energieversorgung im Zeitalter erneuerbarer Energien wird künftig deutlich weniger auf zentralen Strukturen beruhen. Dr. Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, betont dazu: „Die Städte und ihre Stadtwerke sind der geborene Partner für eine dezentrale Energieversorgung der Zukunft. Sie investieren umfangreich in Zukunftstechnologien und bauen die umweltfreundliche Energieerzeugung aus, etwa durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Um Klimaschutz und erneuerbare Energien weiter voranzutreiben, brauchen wir faire Wettbewerbsbedingungen, gerade auch im Vergleich zu den großen Konzernen, die durch die Laufzeitverlängerung klare wirtschaftliche Vorteile haben. Durch die aktuelle Debatte besteht jetzt die Chance, die Bedingungen für die erneuerbaren Energien zu verbessern. Wir appellieren an die Bundesregierung, die Stärken der Städte und der kommunalen Unternehmen für eine verlässliche und sichere Energieversorgung besser zu nutzen.“ weiterlesen ›

Energieeffizienz im Fokus der Energieversorger

Mir sind heute zeitgleich zwei Pressemitteilungen zum Thema Energieeffizienz aufgefallen. Diesem Thema, das leider sehr stiefmütterlich behandelt wird, werde ich mich künftig mehr widmen müssen. Denn die Energieeffizienz ist unsere günstigste Energiequelle und – so lange sie nichts kostet – am wenigsten umstritten, siehe Kommentare zum Artikel über den  Atomfonds. Ich bin aber gespannt, welche Konsequenzen es aus den beiden folgenden, widersprüchlichen (daher in einem Beitrag) Meldungen gibt.

Energieeffizienz als Differenzierungsmerkmal für Stadtwerke: (Pressemeldung der Etaconsult Unternehmensberatung, Quelle)
Stadtwerke und andere kommunale Energieversorger kämpfen derzeit einen harten Kampf. Gegen Wettbewerber aus dem eigenen Lager, gegen neue Wettbewerber aus den anderen Branchen, gegen die Mühlen der Politik in Europa und in Deutschland, gegen regulatorischen Bürokratismus.

„Die Bemühungen vieler Energieversorger, im zukünftig härteren Wettbewerb zu bestehen, sind häufig noch wenig zukunftsgerichtet“, stellt Claus Lindemann, Inhaber der etaconsult Unternehmensberatung aus Pforzheim, fest. „Eher passive Abwehrstrategien mit besonderem Augenmerk auf das regulatorische Umfeld kennzeichnet eine Gruppe der Stadtwerke. Andere sind sehr aktiv am Markt, sind aber nach wie vor auf den Einzelhandel der Commodities Strom oder Gas fixiert.“ Schmelzende, bisher recht komfortable Margen müssen in letzterem Fall durch höheres Volumen und Steigerung von Marktanteilen ausgeglichen werden.
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