Fragen und Antworten zu intelligenten Stromnetzen mit erneuerbaren Energien

Für die Beantwortung meiner Fragen zu intelligenten Stromnetzen bedanke ich mich bei Jörg Busse, Öffentlichkeitsarbeit und Kommuniktaion von der EnBW Regional AG

Das intelligente Stromnetz der EnBW AG

Was sind intelligente Netze?
In Diskussionen tauchen immer wieder verschiedene Vorstellungen über intelligente Stromnetze auf. Was verbirgt sich hinter dem Smart-Grid oder den intelligenten Netzen?

Anlagen, die aus regenerativen Energiequellen Strom erzeugen, erleben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom.  Der Anteil der erneuerbaren Energien im deutschen Strommix soll in den nächsten Jahren weiter signifikant steigen. Das sorgt in der Energieversorgung für einen Paradigmenwechsel und führt im Bereich der Stromnetze zu einem fundamentalen Wandel. War die Stromproduktion bisher verbrauchsorientiert, so muss der Energieverbrauch in Zukunft so gesteuert werden, dass die Energie aus erneuerbaren Quellen dann genutzt wird, wenn sie zur Verfügung steht. Energiewirtschaft und Konsumenten stehen hier gleichermaßen vor großen Herausforderungen.

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Die Rolle von Gebäude als Kraftwerk und Speicher im Smart-Grid

Schematische Smart-Grid-Darstellung

Quelle - Messe Frankfurt Exhibition GmbH

Gebäude verbrauchen ca. 40 Prozent der Gesamtenergiemenge. Entsprechend wichtig ist ihre Rolle bei der Energiewende. Welche Möglichkeiten und Chancen intelligente und vernetzte Gebäude bieten, das zeigt die Light+Building, weltgrößte Messe für Licht und Gebäudetechnik.

Über 2.100 Aussteller zeigen ihre Weltneuheiten für Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation sowie Software für das Bauwesen. Neben dem umfassenden Produktangebot zeigt die Sonderschau „Das Gebäude als Kraftwerk im Smart Grid“, wie das vernetzte Gebäude dezentral Energie erzeugt, speichert, verteilt und nutzt. Das Besondere: Die Schau auf dem Freigelände zwischen Halle 8, 9 und 11 zeigt anhand realer Installationen im Live-Betrieb, wie zukunftsweisendes Energiemanagement funktioniert.

Treiber einer neuen Energiepolitik ist die Europäische Union (EU), die in der EBPD (European Building Performance Directive) den Nullenergie-Standard für Neubauten für 2021 vorschreibt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Wärme EEG fördert in Deutschland die dezentrale Energieerzeugung. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist nur durch dezentrale regenerative Stromerzeugung zu kompensieren.

Diese schwankenden Erzeugungskapazitäten benötigen eine entsprechende Speicherkapazität, um eine sichere Energieversorugung zu garantieren. Bei der Speicherung können Gebäude einen erhebliche Beitrag leisten. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Gebäude deutlich effizienter werden und einen höheren Teil ihrer Energie selbst produzieren, anstatt sie aus zentralen Großkraftwerken zu beziehen.

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Batteriespeicher zur Erhöhung der Netzstabilität in Betrieb genommen

Gruenspar.de

Interessantes Projekt und passend zu meinem aktuellem Schwerpunkt, dem Stromnetz und auch zur Beantwortung der Frage wie viel Erneuerbare Energien das Stromnetz verträgt:

Der „Spitzenspeicher Nr. 1“ – auch INESS genannt – wurde am Donnerstag, 19. Januar 2012, in Neuler-Schwenningen offiziell in Betrieb genommen. Mit diesem gemeinsamen Projekt zur Energiezwischenspeicherung wollen VARTA Microbattery GmbH und EnBW ODR AG den Einsatz dezentraler Batteriespeichersysteme im Versorgungsnetz erproben und somit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

Im Fokus stand dabei die Entwicklung und Realisierung einer Pilotanlage mit innovativen Lithium-Ionen-Batteriesystemen zur Speicherung von Energie im Netz der ODR. Ziel ist es, die Integration von Photovoltaikanlagen und damit die Netzstabilität im ODR-Netz wesentlich zu verbessern, um somit künftige Netzausbaumaßnahmen in Grenzen zu halten. Erprobt werden soll die Einbindung in die Netzsteuerung und damit die Realisierung eines intelligenten Stromnetzes (Smart Grid). Mit diesem Projekt soll auch dem hohen Aufkommen hinsichtlich erneuerbarer Energien wie der stetig ansteigenden Anzahl von PV-Anlagen und dem sich daraus ergebenden hohen Steuerungs- bzw. Speicherbedarf Rechnung getragen werden.

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Herausforderungen für die Photovoltaik im Stromnetz

In der vergangenen Woche hatte ich schon gefragt, wie viele Erneuerbare Energien das Stromnetz verträgt. Darauf hat sich zu dem Beitrag eine Diskussion um Speichertechnologien entwickelt und bei dem auslösenden Blog-Artikel begann eine Diskussion um das Stromnetz in Österreich. Kaum ein Thema hat bisher so viele Reaktionen in kurzer Zeit ausgelöst.

Passend dazu war ich heute auf dem ersten Tag der Solarpraxis-Konferenz “2nd Inverter and PV System Technology Forum 2012″, denn dort geht es auch um die weitere Bewältigung des Wachstums an Photovoltaik-Anlagen im Stromnetz. Ist das Stromnetz überhaupt vorbereitet für so viel Strom aus Erneuerbaren Energien?

Wie in dem vorgenannten Artikel bereits erwähnt, wurde das Stromnetz für eine zentrale Einspeisung konzipiert, die überwiegend im Mittel- und Hochspannungsnetz statt findet. Bei Photovoltaik erfolgt die Einspeisung aber im Niederspannungsnetz und von vielen einzelnen Orten dezentral. Die Vorraussetzungen ändern sich also erheblich. Zudem haben wir es bei Eneuerbaren Energien mit einem volatilen Stromangebot zu tun.

Schon heute sind Begriffe wie Netzmanagement, Einspeisemanagement und Frequenzkontrolle wichtig in der Photovoltaik-Branche. Man muss sich heute mehr damit befassen, wie Erneuerbare Energien intelligent in das Stromnetz integriert werden können. Gleichzeitig muss Strom immer und überall ausreichend verfügbar sein, das Netz stabil bleiben und frei von Spannungs-Spitzen sein.

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