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Wie kommt die Energiewende in die vier Wände?

Ein SHK-Handwerker im Kundengespräch vor dem hydraulischen Abgleich, (Quelle: co2online/Alois Müller) Diskussionen und Debatten über die Energiewende betreffen in aller Regel nur den Stromsektor. Egal aus welcher Richtung es kommt, ob aus der bremsenden Politik oder von treibenden Interessengruppen der Klimaschützer, fast immer geht es nur um den Stromsektor. Dabei sind das CO2-Vermeidungspotential und die Belastung durch steigende Stromkosten im Wärmesektor deutlich größer als im Strombereich. Darauf hatte ich ja hier bereits schon oft hingewiesen. Shell und BDH befürchten in gemeinsamer Studie Scheitern der Energiewende im Wohnungsbereich Einige neue Studien, die in diesen Tagen veröffentlicht wurden, weisen wieder einmal auf die Bedeutung dieses Themenbereichs hin. Die gemeinsame Hauswärme-Studie, die Shell und der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) in Zusammenarbeit mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und dem Institut für Technische Gebäudeausrüstung (ITG) unter dem Titel Klimaschutz im Wohnungssektor – Wie heizen wir morgen? Fakten, Trends und Perspektiven für Heiztechniken bis 2030 erstellt haben, befürchtet gar ein Scheitern der Energiewende im Wohnungssektor. Dass die Energiewende in Haushalten nicht voran kommt, ist eigentlich nichts neues. Die Heiztechnik wird immer effizienter, die Heizungen aber immer älter. Nur 20 % aller Heizgeräte in deutschen Kellern entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Bei über 5 Mio. alten Heizanlagen entweicht jeder dritte Cent ungenutzt durch den Schornstein. Dabei ist der Austausch veralteter Heizanlagen die wirtschaftlichste und kosteneffizienteste Modernisierungsmaßnahme überhaupt. Durch eine beschleunigte Heizungsmodernisierung, neue Heiztechniken und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien ließen sich die Treibhausgasemissionen des deutschen Wohnungssektors bis 2030 um rund 30 % reduzieren. weiterlesen ›

Weitere Stimmen zur Wirtschaftlichkeit von energetischen Gebäudemodernisierungen

Sanierungskosten und Einsparungen. Quelle: DENEFF e.V. Meine Stellungnahme zu den schlecht recherchierten Medienberichten über die angeblich fehlende Wirtschaftlichkeit von energetischen Gebäudemodernisierungen kam sehr gut an. Ich freue mich über die gute Verbreitung und die positiven Kommentare. Daran kann man gut erkennen wie wichtig eine Korrektur der irreführenden Berichterstattung mancher Medien notwendig ist. Es gibt leider immer noch zu viele Menschen, die diesen Medien vertrauen. Auch mein Beitrag war keine vollständige Analyse, daher gebe ich gerne weiteren Stimmen den Platz, wie z.B. von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF): Fehlerhafte Interpretation der Studie in den Medien Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) kritisiert die fehlerhafte Interpretation der Studienergebnisse durch den Autor des Welt-Artikels sowie die unkritische Übernahme durch eine Vielzahl von Medien. Die Aussage, „energetische Sanierungen verschlingen mehr Geld, als durch sie eingespart wird“ lasse sich aus der Vielzahl der Studien der letzten Zeit alles andere als bestätigen (siehe Vergleich des DIW aus 2011). In der Studie selbst lässt sich diese Aussage als Ergebnis nicht finden. Die eigentliche Kernaussage der Studie ist, dass sich „deutlich spürbare, positive gesamtwirtschaftliche Wirkungen“ ergeben. weiterlesen ›

Irreführende Kampagne deutscher Medien gegen energetische Gebäudesanierungen mit falschen Zahlen

Das Mehrfamilienhaus von 1949, das im dena-Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ hocheffizient saniert wurde, überzeugt mit 97 Prozent Energieeinsparung nach der Sanierung. Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Während der Anstieg der Strompreise ein heiß diskutiertes Thema ist, wird der Anstieg der Heizkosten von Politik und Medien immer wieder kleingeredet. Heizkosten machen jedoch einen größeren Anteil der Energiekosten im Haushalt aus und der Anstieg war in den letzten Jahren schon deutlich und wird sich auch weiter fortsetzen. Günstigere Kosten für die Raumwärme wird man sich ohne eine Sanierung abschminken müssen. Aber insbesondere die Medien scheinen geradezu eine Kampagne gegen energetische Gebäudemodernisierungen zu betreiben, wobei die Sanierung regelmäßig allein mit einer Dämmung der Außenfassade gleichgesetzt wird. Dass es auch andere Maßnahmen gibt, wird dabei immer wieder vernachlässigt. Anhand der scheinbar verhassten Wärmedämmverbundsysteme wird die gesamte energetische Sanierung von Gebäuden in Mißkredit gebracht. Innerhalb von wenigen Tagen haben gleich drei große Medien sich diese Studie auf diese Art zu Nutzen gemacht, leider überwiegend ohne große Fachkenntnis. Von Spiegel Online weiß man, dass alles was nach Öko riechen könnte, schlecht gemacht wird und auch bei der Wirtschaftswoche weiß man das spätestens seit dem Auftritt von Roland Tichy bei Maybritt Illner in der vergangenen Woche, wobei dieser Artikel noch am besten recherchiert war – nur die Überschrift hätte eher zu einer Zeitung mit großen Buchstaben und vielen Bildern gepasst. Auch die Welt hat hat heute nachgezogen mit ähnlich reißerisch und schlecht recherchiertem Wortlaut. Mit Links möchte ich diese Medien nicht belohnen, das haben sie einfach nicht verdient, daher spare ich mir die Verlinkung. weiterlesen ›

Beispielhafte Projekte für Energieeffizienz an Gebäuden aus ganz Europa in einer Datenbank

dena-Niedrigenergiehaus Buxheim nach Sanierung

Nach der Sanierung braucht dieses Einfamilienhaus 91 Prozent weniger Energie. Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Auf der Heizungsmesse ISH 2013 in Frankfurt hat die EU-Initiative CONCERTO eine Datenbank über groß angelegte Neubau- und Sanierungsprojekte in 58 europäischen Städten und Gemeinden vorgestellt.

“Die Fülle an technischem, wirtschaftlichem und politischem Know-how, das in den 58 Pilotgemeinden entstanden ist, machen wir hier über eine benutzerfreundliche, interaktive Datenbank zugänglich. Hier können Kommunen und Städte angesichts der zu bewältigenden Energie-Herausforderungen Lösungen und Inspirationen finden”, sagte Sven Dammann von der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission.

„Wir bieten einen breiten Fundus an Informationen“, berichtete Kilian Seitz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das die Datenbank erstellt hat.

An sich ist diese Datenbank sehr gut, auch wenn die Zahl von 58 Projekten sicher erst ein Anfang darstellt. Aber die Suche nach einzelnen Projekten ist leider etwas unübersichtlich geraten. Auch die Projektinformationen würde ich mir ausführlicher wünschen.

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Um die persönliche Heizkostenbremse muss sich jeder selbst kümmern

Wer verbraucht in Deutschland die meiste Energie?

Der Energieverbrauch der Heizung wird oft unterschätzt: Denn mit 87 Prozent verbrauchen die deutschen Haushalte die meiste Energie für die Erzeugung von Wärme. Wer also dauerhaft sparen will, muss seine Heizkosten konsequent senken., Grafik: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Die öffentliche Debatte über den Strompreis bestimmt wieder einmal die Tagesordnung. Draussen vor der Tür ist der Boden schneebedeckt und drinnen wird die Heizung aufgedreht. Oder wird die Heizung vielleicht doch nicht mehr so hoch gedreht wie früher? Alternativ kann man ja auch einen warmen Pullover anziehen. Bei dem Anstieg der Heizkosten ist der dicke Pullover vielleicht doch die bessere Alternative.

 1.000 Euro mehr Heizkosten als 2002 für durchschnittlichen Altbau-Haushalt

Die Heizölpreise haben in den vergangenen zwei Jahren jeweils einen neuen historischen Höchststand erreicht. In 2011 mussten für 100 Liter Heizöl durchschnittlich 85 Euro bezahlt werden und in 2012 waren es schon 91 Euro. Zehn Jahre vorher, in 2002, waren es noch weniger als die Hälfte mit 35 Euro. Das Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg hat errechnet, dass eine vierköpfige Familie mit 100 Quadratmeter Wohnfläche in einem Standardaltbau Mehrkosten von 105 Euro pro Jahr hat. Seit 2002 haben sich die Heizkosten für diesen Altbauhaushalt damit um fast 1.000 Euro erhöht.

Neubauten oder energetisch sanierte Wohngebäude haben es da besser und müssen nur einen Bruchteil davon bewältigen. Ihr Anteil am gesamten Gebäudebestand in Baden-Württemberg ist aber gering. Ende 2011 gab es im Land über 2,3 Millionen Wohngebäude. Wenige hunderttausend davon sind energetisch in einem guten oder sehr guten Zustand. Ungefähr 1,6 Millionen, also 70 Prozent, wurden vor 1977 errichtet und sind meist unsaniert. Wenn Eigentümer von solchen Häusern und Wohnungen nicht künftig verstärkt Sanierungsmaßnahmen umsetzen, sieht die Zukunft ihrer Domizile düster aus. Denn für die nächsten Jahrzehnte rechnen Experten mit weiter steigenden Energiekosten. Heizen könnte dann zum Luxus werden.

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Verbesserte Förderbedingungen für energetische Sanierungen statt steuerlicher Vorteile

Wärmedämmung eines Einfamilienhauses, Bild: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Wärmedämmung eines Einfamilienhauses, Bild: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Aus der steuerlichen Abschreibung von energetischen Gebäudesanierungen ist ja nichts geworden, wie bereits im letzten Jahr berichtet. Als Alternative hatte die Bundesregierung zusätzliche Mittel für Sanierungen angekündigt. Bis zum Jahr 2020 sollen jährlich zusätzlich 300 Millionen Euro Bundesmittel bereit stehen. Wer jetzt mit der Sanierung beginnt und die Förderung der KfW in Anspruch nimmt, kann von der Aufstockung in der Kredit- und in der Zuschussvariante des Förderprogramms “Energieeffizient sanieren” profitieren. Darüber hinaus hat die KfW ein neues Programm für Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer  Energien angekündigt.

KfW verbessert Programm Energieeffizient Sanieren

Der Bund stellt über das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) für die Verbesserung der bestehenden Zuschussförderung ab sofort und bis 2020 jährlich zusätzliche Bundesmittel i.H.v. 300 Mio. Euro zur Verfügung. Das KfW-Programm Energieeffizient Sanieren wird noch attraktiver: Wer sein Haus oder seine Wohnung energetisch saniert, profitiert künftig von einer Aufstockung der Investitionszuschüsse. Insbesondere private Eigentümer profitieren von höheren Zuschussbeträgen. Die verbesserte Zuschussförderung kann ab sofort direkt bei der KfW beantragt werden. weiterlesen ›