Tag: sanierung

Energetische Gebäudesanierung beinhaltet auch eine soziale Komponente

Sanierung von Gebäuden, Foto: pixabay.com Ein großes Problem der energetischen Modernisierung ist die Vereinbarkeit mit den Anforderungen der Mieter. Die Warmmiete darf nach der Sanierung nicht höher sein als vor der Sanierung. Eine Sanierung muss aber auch für den Vermieter attraktiv sein, sonst wird kein Geld in die Hand genommen. Ohne Sanierung bleiben den Mietern jedoch die steigenden Nebenkosten und das Potential des Gebäudebestandes für den Klimaschutz bleibt weiterhin ungenutzt. Diesem Widerspruch wollte die Boell-Stiftung lösen mit der Studie: “Energetisch modernisieren bei fairen Mieten”, die das Potsdamer Institut für soziale Stadtentwicklung (IFSS) im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat. Interessenausgleich zwischen Mieter und Vermieter notwendig Das IFSS hat die Modernisierungspraxis in vier deutschen Städten untersucht. Danach sind sowohl Modernisierungsumlage (§ 559 BGB) als auch die Abfederungsmöglichkeiten im Rahmen des Sozialgesetzbuches II (Hartz IV – Kosten der Unterkunft) und beim Wohngeld in ihrer heutigen Fassung ungeeignet, um einen sozial verträglichen und fairen Interessenausgleich zwischen Vermietern und Mietern herzustellen und die Auswirkungen der energetischen Modernisierung sozial abzufedern. Die Modernisierungspraxis in Leipzig, Dortmund, Heidelberg und Berlin zeigt, welche Auswirkungen die vorhandene Rechtslage auf die Modernisierungspraxis der Eigentümer hat und wie die sozialen Folgen für die betroffenen Mieter sind. weiterlesen ›

Läuft was schief in der Kommunikation der Energieeffizienz von Gebäuden?

Gruenspar.de

Gestern startete die größte Veranstaltung in Deutschland zur Energiewende mit Schwerpunkt Energieeffizienz, die Berliner Energietage. Bereits zum 15. Mal versammeln sich tausende Fachleute im Berliner Ludwig-Erhard-Haus zu 47 überwiegend halbtägigen Veranstaltungen und einer Ausstellung zur Diskussion aktueller Themen. Damit ist dies die Leitveranstaltung zur Energieeffizienz in Deutschland. Ganzheitliche Stadtentwicklung mit Energiekonzept Damit ist auch energiesparendes Bauen eines der zentralen Themen auf der Veranstaltung. Gestern wurde beispielsweise das KfW-Programm „Energetische Stadtentwicklung“ diskutiert mit Beispielen aus Berlin. Dieses Programm soll Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Stadtbildpflege zusammen führen. Eines dieser Beispiele, das Stadtentwicklungsgebiet Adlershof, hatte ich bereits im Februar vorgestellt. Gebäudesanierung im Aktionsprogramm Klimaschutz Die Energiewende im Gebäudebereich war auch Thema einer Podiumsdiskussion der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) am Ende des ersten Tages. Stephan Kohler, geea-Sprecher und Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, öffnet zur Zeit wieder die Diskussion um die steuerliche Förderung der energetischen Sanierung und forderte die Bundesregierung zu mehr Tempo auf, um die politischen Ziele im Klimaschutz zu erreichen. Diese wird das Thema Gebäudesanierung zumindest aufgreifen und die Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebestand als wichtige Rolle im „Aktionsprogramm Klimaschutz“ der Bundesregierung auftreten, das für den Herbst 2014 angekündigt wurde. Gedämmte Fassaden im Stadtbild Innerhalb der energetischen Sanierung wird immer wieder über die Folgen der Dämmung von Fassaden auf das Bild der Gebäude und auf Stadtbild diskutiert. Da ist es sehr zu begrüßen, dass die Architektenkammer Berlin diese Diskussion aktiv angeht mit ihrer Veranstaltung Fassadenstreit 2.0. Die Zusammenfassung im Telegramm des ersten Tages klingt sehr zuversichtlich. Dort heißt es: “Denn die Akzeptanz der Energiewende wird auch davon abhängen, dass sie nicht als Bedrohung und Verlust wahrgenommen wird, sondern als attraktiver Ausdruck einer zukunftsfähigen Gesellschaft”. Wie wird die energetische Gebäudesanierung öffentlich diskutiert? Das ist eine gute Überleitung zur Diskussion über die Kommunikation von Energieeffizienz von Gebäuden, die heute Nachmittag um 17 Uhr stattfinden wird. Es ist doch merkwürdig wie öffentlich über die energetische Sanierung diskutiert wird, und das bei dem hohen Beitrag zum CO2-Ausstoß und den hohen Energiekosten. Immer wieder wird sanierungswilligen Hausbesitzern und Mietern Angst vor der Sanierung gemacht. Obwohl es keine zwingende Vorschrift zur Dämmung der Fassade gibt, konzentrieren sich Medienberichte allein auf dieses Thema und es wird von einem regelrechten Dämmwahn geschrieben, bzw. gesprochen. Damit müssen auch alle anderen Bereiche der Sanierung unter diesem Bild leiden. Hohe Energiekosten spielen dagegen noch keine Rolle in der öffentlichen Diskussion, obwohl die Wärmekosten viel höher sind als die Stromkosten. Da mich diese Diskussion beschäftigt, habe ich im Namen und mit Hilfe der Energieblogger im Buch „Energieeffizienz in Gebäuden – Jahrbuch 2014“, das am 15.05.2014 erschienen ist, einen Beitrag verfasst. Bei Interesse werde ich noch eine Kurzfassung davon hier veröffentlichen. Von der Diskussion heute werde natürlich auch noch berichten, um diese hier weiter zu führen.

Ist die einseitige und destruktive Berichterstattung zur energetischen Gebäudesanierung doch hilfreich?

 Zusammenfassung verschiedener Studien zu Kosten und Einsparungen bei energetischen Sanierungen (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung 2011), Grafik: DENEFF

Zusammenfassung verschiedener Studien zu Kosten und Einsparungen bei energetischen Sanierungen (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung 2011), Grafik: DENEFF

Das Thema energetische Gebäudesanierung hat es in diesem Jahr nicht einfach, erst die falsche Interpretation der Prognos-Studie für die KfW-Förderbank im April und die immer wieder tendenziöse und einseitige Berichterstattung in den Medien. Gestern Abend gab es den nächsten Schritt in der Berichterstattung, das ZDF berichtete im Magazin Zoom unter dem Titel “Dämmwahn oder Klimarettung?”.

Gebäude haben im Klimaschutz eine große Bedeutung, immerhin tragen sie zu mehr als einem Drittel zum CO2-Ausstoss bei. Hinzu kommt die Belastung durch den Anstieg der Preise für Heizöl und Gas, der höher ausfällt als der viel diskutierte Anstieg beim Strompreis. Dass sich in diesem Bereich etwas ändern muss, ist daher klar – zumal die Bundesregierung eine Verdoppelung der Sanierungsrate in ihr Energie- und Klimaschutzprogramm geschrieben hat.

Der angesprochene Beitrag im ZDF ist jedoch nicht ganz so einseitig, wie der Titel zu befürchten lässt. Immerhin geht man bei der Prognos-Studie auf die ohnehin anfallenden Kosten ein. Die Aussagen der einzelnen Energieberater, die sehr pauschal sind und eher an ihre eigenen Interessen denken, ist für jemanden der sich damit auskennt, schon fast beängstigend. Da wundert es nicht, wenn so viele Fehler auftreten und Sanierung unwirtschaftlich wird. Hilfreich sind solche Vertreter der Branche nicht, die Berufsbezeichnung Energieberater ist nicht geschützt und welcher Bauherr kennt schon die Unterschiede und Qualitätsanforderungen an Energieberater? weiterlesen ›

Parteien auf dem Prüfstand zur Energieeffizienz in Gebäuden

EB

Energieblogger zur Bundestagswahl 2013

Im Vorfeld der Bundestagswahl geht es bei der Energiepolitik wieder vor allem um die künftige Förderung erneuerbarer Energien, dieses Thema ist eines der wahlentscheidenden Themen in diesem Jahr. So haben sich einige Energieblogger zusammen getan und schicken das Buch “Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin” von Matthias Willenbacher auf die Reise durch Deutschland, das in 80 Tagen dann im Kanzleramt ankommen soll. Meine Buchvorstellung dazu steht auch noch aus.

Es gibt aber noch andere wichtige Themen im Energie-Bereich, auf die wir unsere Aufmerksamkeit lenken sollten. Immerhin trägt der Gebeäudebereich mit einem Anteil von ca. 35% zu den CO2-Emissionen bei. Daher sollten wir auch unseren Blick auf die Energieeffizienz von Gebäuden lenken. Dieser Bereich ist nicht so spektakulär, wird aber dennoch heiß diskutiert, wie wir in den Medien Anfang April feststellen konnten.

Was hat sich in der Energieeffizienz von Gebäuden in den letzten vier Jahren bewegt?

Vor vier Jahren, als die aktuelle Bundesregierung gewählt wurde, hatten wir schon die heute noch gültige EnEV 2009. Eigentlich sollte die neue Fassung zum letzten Jahr in Kraft treten, aber auch in diesem Jahr ist es nichts geworden. Und ob es eine EnEV 2014 oder 2015 wird, steht noch in den Sternen. Der Zeitplan auf dem Weg, zum Ziel der EU, zum Fast-Nullenergiehaus wird immer enger. Ab 2019 soll es soweit sein. Die Bundesregierung hat vor allem durch die Hervorhebung des Standards “Plusenergiehaus” Aufmerksamkeit erzeugt, dient aber  meines Erachtens nur zur Ablenkung. Wenn wir in der breiten Masse der Neubauten nicht vorankommen mit dem Standard, bringt uns das Plusenergiehaus auch nicht weiter.

Um im Klimaschutz voranzukommen, muss der Energieverbrauch im Altbau-Bestand reduziert werden. Die Bundesregierung hat dazu schöne Konzepte und Ziele verfasst – die jährliche Sanierungsrate sollte 1% auf 2% angehoben werden. Die Realität sieht anders aus, wir liegen mittlerweile unter 1%, das heißt, dass weniger als 1% des Gebäudebestands in Deutschland jährlich saniert wird. Die Ursache liegt einmal  in einem wechselhaften Bestand der Fördertöpfe, die mal gebremst wurden und mal erhöht wurden. Und der andere Punkt war die lange Diskussion um die steuerliche Förderung von energetischen Gebäudesanierungen, die nun erst einmal zu den Akten gelegt wurde. Das klingt nicht nach einer Situation, auf die sich potentielle Investoren freuen. weiterlesen ›

Wie kommt die Energiewende in die vier Wände?

SHK Praxis

Ein SHK-Handwerker im Kundengespräch vor dem hydraulischen Abgleich, (Quelle: co2online/Alois Müller)

Diskussionen und Debatten über die Energiewende betreffen in aller Regel nur den Stromsektor. Egal aus welcher Richtung es kommt, ob aus der bremsenden Politik oder von treibenden Interessengruppen der Klimaschützer, fast immer geht es nur um den Stromsektor. Dabei sind das CO2-Vermeidungspotential und die Belastung durch steigende Stromkosten im Wärmesektor deutlich größer als im Strombereich. Darauf hatte ich ja hier bereits schon oft hingewiesen.

Shell und BDH befürchten in gemeinsamer Studie Scheitern der Energiewende im Wohnungsbereich

Einige neue Studien, die in diesen Tagen veröffentlicht wurden, weisen wieder einmal auf die Bedeutung dieses Themenbereichs hin. Die gemeinsame Hauswärme-Studie, die Shell und der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) in Zusammenarbeit mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und dem Institut für Technische Gebäudeausrüstung (ITG) unter dem Titel Klimaschutz im Wohnungssektor – Wie heizen wir morgen? Fakten, Trends und Perspektiven für Heiztechniken bis 2030 erstellt haben, befürchtet gar ein Scheitern der Energiewende im Wohnungssektor. Dass die Energiewende in Haushalten nicht voran kommt, ist eigentlich nichts neues.

Die Heiztechnik wird immer effizienter, die Heizungen aber immer älter. Nur 20 % aller Heizgeräte in deutschen Kellern entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Bei über 5 Mio. alten Heizanlagen entweicht jeder dritte Cent ungenutzt durch den Schornstein. Dabei ist der Austausch veralteter Heizanlagen die wirtschaftlichste und kosteneffizienteste Modernisierungsmaßnahme überhaupt. Durch eine beschleunigte Heizungsmodernisierung, neue Heiztechniken und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien ließen sich die Treibhausgasemissionen des deutschen Wohnungssektors bis 2030 um rund 30 % reduzieren.

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Weitere Stimmen zur Wirtschaftlichkeit von energetischen Gebäudemodernisierungen

Sanierungskosten und Einsparungen

Sanierungskosten und Einsparungen. Quelle: DENEFF e.V.

Meine Stellungnahme zu den schlecht recherchierten Medienberichten über die angeblich fehlende Wirtschaftlichkeit von energetischen Gebäudemodernisierungen kam sehr gut an. Ich freue mich über die gute Verbreitung und die positiven Kommentare. Daran kann man gut erkennen wie wichtig eine Korrektur der irreführenden Berichterstattung mancher Medien notwendig ist. Es gibt leider immer noch zu viele Menschen, die diesen Medien vertrauen.

Auch mein Beitrag war keine vollständige Analyse, daher gebe ich gerne weiteren Stimmen den Platz, wie z.B. von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF):

Fehlerhafte Interpretation der Studie in den Medien

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) kritisiert die fehlerhafte Interpretation der Studienergebnisse durch den Autor des Welt-Artikels sowie die unkritische Übernahme durch eine Vielzahl von Medien. Die Aussage, „energetische Sanierungen verschlingen mehr Geld, als durch sie eingespart wird“ lasse sich aus der Vielzahl der Studien der letzten Zeit alles andere als bestätigen (siehe Vergleich des DIW aus 2011). In der Studie selbst lässt sich diese Aussage als Ergebnis nicht finden. Die eigentliche Kernaussage der Studie ist, dass sich „deutlich spürbare, positive gesamtwirtschaftliche Wirkungen“ ergeben.

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