Schlüsselwort: passivhaus

Aktualisierte Version des Passivhaus-Projektierungspaketes (PHPP) erschienen

Passivhaus-Projektierungs-Paket (PHPP7), Quelle: Passivhaus-Institut
Passivhaus-Projektierungs-Paket (PHPP7), Quelle: Passivhaus-Institut

Der weltweiten Verbreitung des Passivhaus-Standards wird nun durch eine internationale und in jedem Klima anwendbare Passivhaus-Definition Rechnung getragen. Mit der neuen Auflage des Passivhaus Projektierungs-Pakets (PHPP) vom Passivhaus Institut stehen ab sofort international gültige Gebäudezertifizierungskriterien zur Verfügung, die von PHPP-Nutzern auf der ganzen Welt schon lange gewünscht wurden.

Das Passivhaus-Projektierungspaket ist das wichtigste Hilfsmittel für die Projektierung von Passivhäusern und Grundlage für die Zertifizierung durch das Passivhaus-Institut. Es besteht aus einer Tabellen-Kalkulations-Arbeitsmappe und einem Handbuch, die Berechnungen beruhen auf der internationalen Normung.

Weiterentwicklung der Gebäude-Zertifizierungskriterien

Gleichzeitig mit der Neuauflage des PHPP 7 treten auch Änderungen an den Passivhaus- und EnerPHit-Zertifizierungskriterien in Kraft. Das PHPP enthält jetzt ein überarbeitetes Nachweis-Blatt mit den neuen Anforderungen für die EnerPHit-Zertifizierung (Altbaumodernisierung).

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Hohes Potential an Energieeffizienz trifft bei Passivhaus-Experten auf große Resonanz

Der einfachste Preisrechner für Solarstrom

Bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden sind Einsparungen des Endenergieverbrauchs um einen Faktor 10 wirtschaftlich und technisch machbar. Diese Maßnahmen bieten optimale Arbeitsbedingungen für Büros, Schulen, Kindergärten, etc. Eindruckvoll wurde dies bei der 48. Sitzung des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser verdeutlicht.

Noch nie stieß eine Sitzung des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser auf derart großes Interesse – „Einsatz von Passivhaustechnologien bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden“ liegt im Trend. Rund 150 Teilnehmer – viele davon aus der öffentlichen Verwaltung – verfolgten gespannt die Ausführungen der Fachexperten vom Passivhaus Institut Darmstadt und Innsbruck, sowie der Universität Innsbruck am 15. Juni in Darmstadt. Das Thema des Arbeitskreises konnte an Aktualität kaum überboten werden. Am selben Tag wurde in Brüssel nach zähem Ringen die neue EU-Energieeffizienz-Richtlinie beschlossen, die unter anderem vorschreibt, dass künftig 3% des öffentlichen Gebäudebestandes jährlich thermisch saniert werden soll – und zwar mittels einer sogenannten „Deep Renovation“, die eine Energieeinsparung von 80% bewirkt.

Primärenergie-Verbrauch in Nichtwohngebäuden, Quelle: Passivhaus-Institut
Primärenergie-Verbrauch in Nichtwohngebäuden, Quelle: Passivhaus-Institut

Aus den präsentierten umfangreichen Studienergebnissen – u.a. der Verbrauchsauswertung von 25.000 Nichtwohngebäuden von ages GmbH – wurde deutlich, dass gerade bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden Einsparungen des Endenergieverbrauchs um den Faktor 10 wirtschaftlich und technisch machbar sind. Zudem erlauben solche Maßnahmen optimale Arbeitsbedingungen in Büros, an Schulen und auch in Kindergärten. Großvolumige Bauten sollten auf Grund ihres günstigen A/V-Verhältnisses aus wirtschaftlicher Überlegung gleich auf Passivhaus-Standard saniert werden.

Durch die Effizienzsteigerung von Nichtwohngebäuden um den Faktor 10 wird auch die 100%-ige Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern möglich, ja sogar eine Abdeckung durch die am Gebäude installierbare PV-Fläche ist in einigen Fällen möglich.

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Neues Passivhaus-Planerhandbuch für die Altbausanierung

EnerPHit Planungshandbuch

Das Passivhaus Institut (PHI) stellt sein neues Werk vor – ein umfangreiches Planer-Handbuch zum Thema Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten.

Die in den letzten Jahren gewonnene und ausgewertete Erkenntnis im Bereich der Altbausanierungen und das Verlangen der Öffentlichkeit nach einem umfassenden und praxisbezogenen Hilfsmittel haben zur Entstehung des Werkes beigetragen. „Die Veröffentlichung wendet sich vor allem an Planer und andere Personen, die sich beruflich mit dem Thema Altbaumodernisierung auseinandersetzen, ist aber auch für interessierte Hausbesitzer gut verständlich“, so Zeno Bastian, Autor des Handbuches.

Die hier vorgestellte Publikation bietet eine umfassende Zusammenstellung des Know-hows für die hoch-energieeffiziente Sanierung, für ein Optimum der Planung und Umsetzung  bauphysikalisch zuverlässiger, dauerhafter, komfortabler und finanzierbarer Ertüchtigung bestehender Gebäude für ein „zweites Leben“, eine neue Nutzungsperiode das. Neben dem Grundlagenteil, der Themen wie z. B. Schallschutz, Feuchteschutz, thermische Behaglichkeit und Wirtschaftlichkeit abdeckt, behandelt der Hauptteil wichtige Aspekte von Wärmeschutzmaßnahmen an den relevanten Bauteilen wie Außenwand, Kellerdecke, Dach, Fenster und Lüftungsanlage.

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Energieeffiziente Gebäudehülle sollte Vorrang vor Anlagentechnik haben

Passivhaus in Darmstadt, Quelle: Johannes Gerstenberg/ pixelio.de
Passivhaus in Darmstadt, Quelle: Johannes Gerstenberg/ pixelio.de

Es gibt glücklicherweise selten Meldungen, die bei mir heftige Widersprüche auslösen. Aber wenn ich selbst erkenne, dass zwei Branchen gegeneinander ausgespielt werden, um selbst Aufmerksamkeit für ein scheinbar vergessenes Thema zu erreichen, dann kann ich eine solche Meldung nicht unkommentiert lassen. Konkret geht es um die Presseinformation des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. zu Sonnenhäuser, die besser für das Klima sein sollen als Passivhäuser.

Die Nutzung der Solarthermie ist, durch den Erfolg der Photovoltaik in den vergangenen Jahren, in der öffentlichen Wahrnehmung fast in Vergessenheit geraten. Dabei hat auch dieser Sektor ein Wachstum zu verzeichnen und die Anzahl der thermischen Solaranlagen auf den Hausdächern übersteigt in manchen Region die Anzahl der Photovoltaik-Anlagen.

Doch jetzt möchte die Solarwirtschaft einen Schritt weiter gehen und das solare Heizen im Sonnenhaus als Standard etablieren. Dazu wurde eine Studie angefertigt, die besagt, dass Gebäude mit einem hohen Anteil an Solarenergie zur Heizung klimaschonender seien als Gebäude mit mehr Wärmedämmung. Als Beispiel wird dann folgende Aussage gemacht:

Ein Effizienzhaus 70 mit einer kombinierten Pellet- und Solarheizung, bei dem die Solarwärme-Anlage mindestens 60 Prozent des Raumwärme- und Warmwasserbedarfs abgedeckt, stößt nur 2 Kilogramm pro Quadratmeter Nutzfläche im Jahr aus. Der CO2-Ausstoß von einem Passivhaus vergleichbarer Größe mit Gastherme und Trinkwasser-Solaranlage liegt bei 6 Kilogramm – das ist die dreifache Menge.

Dass die Gebäudehülle und die Anlagentechnik gegeneinander ausgespielt werden können, liegt nun mal in der Natur der Energieeinsparverordnung (EnEV), die solche Rechenspiele zulässt. Im Einzelfall sind diese Abwägungen auch sehr sinnvoll für den Planer oder Bauherrn, aber in einer Verallgemeinerung halte ich dies für kritisch und nicht zielführend.

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Auch ein Hallenbad kann ein Passivhaus sein


Die Außenfassade des Hallenbads Bambados

Im oberfränkischen Bamberg hat im November 2011 das Schwimmbad „Bambados“ – ein Spaßbad im Passivhausstandard – eröffnet. Anfang April 2012 startet das Monitoring. Ob sich das Konzept bewährt und ob die geplanten Energieeinsparungen auch in der Realität erreichbar sind, werden die Messungen zeigen. Im BINE-Interview geht Esther Gollwitzer vom Passivhaus Institut (PHI) auf das Konzept des neuen Spaßbades ein und zieht ein erstes Resümee.

Das Bambados ist eines von zwei Passivhausbädern in Deutschland (das andere steht in Lünen). Was unterscheidet das Bambados von anderen Hallenbädern?

„Der ganzheitliche Ansatz! Das Passivhauskonzept zeichnet sich dadurch aus, dass alle Energieverbräuche des Gebäudes betrachtet werden. Dadurch wird es möglich, Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Energiebedarf an einer Stelle und Energiegewinnen an anderer Stelle zu erkennen, um die Energieströme zu optimieren. Unter Umständen kann eine Maßnahme zwar den unmittelbaren Energiebedarf eines Teilbereichs erhöhen, führt aber insgesamt zu einer Reduzierung.”

Hallenbäder sind bekanntlich Energiefresser. Große Badelandschaften wollen Karibik-Atmosphäre bieten und müssen ganzjährig beheizt werden. Dabei könnten Passivhaushallenbäder sehr viel Energie einsparen. Welche baulichen Maßnahmen zeichnet solch ein Passivhaushallenbad aus?

„Wichtig sind folgende Maßnahmen: eine thermisch hochwertige Gebäudehülle mit Passivhauskomponenten, Kompaktheit des Gebäudes mit Orientierung nach Süden und Integration der Rutschenanlage ins Gebäude, Lüftungsgeräte mit hohem Wärmebereitstellungsgrad und Fortluftwärmepumpe sowie effektive Pumpen, die optimal an die unterschiedlichen Betriebspunkte für die Badewasseraufbereitung angepasst sind. Gut gedämmte Leitungen minimieren die Verteilverluste. Allerdings endet das Passivhauskonzept nicht mit dem Bau, sondern beinhaltet ebenso die Betriebsweise und die Steuerung – gerade bei einem komplexen Gebäudetyp, wie dem eines Hallenbads.”

Um Heizenergie zu sparen, ist für das Schwimmbad geplant, die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 64 Prozent zu erhöhen. Hierdurch kann der Luftwechsel reduziert und die Energieverluste vermindert werden. Welche Voraussetzungen sind hierfür notwendig?

„Grundvoraussetzung sind hohe Oberflächentemperaturen der Außenbauteile. Erreicht wird das durch eine thermisch hochwertige Gebäudehülle und konsequente Vermeidung von Wärmebrücken. Die Passivhaushülle spart dann gleich vierfach Energie: erstens werden die Transmissionsverluste gesenkt, zweitens wird durch die hohen Oberflächentemperaturen kein Umluftanteil mehr benötigt. Dies senkt den Strombedarf. Drittens kann eine höhere Luftfeuchtigkeit in der Halle gefahren werden, ohne dass es zur Kondensation an den Außenoberflächen kommt, heißt also die Entfeuchtungsleistung wird reduziert und damit wiederum der Strombedarf und die Lüftungsverluste. Viertens wird durch die geringere Verdunstung dem Beckenwasser weniger Energie entzogen.”

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Sind Plusenergiehäuser die Zukunft?

Gestern und heute war viel von der Einweihung eines Plusenergiehauses mitten in Berlin durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesbauminister Peter Ramsauer, z.B. im Windkraft-Journal. Generell fällt mir auf, dass viel über das Thema Plusenergiehaus berichtet wird und es immer wieder heißt, dass an neuen Materialien und Technologien noch geforscht werden muss.

Dieser Aussage erinnert mich an die Kritiker der Photovoltaik, die nur in Forschung, statt praktischen Installationen investieren wollen. Bis auf Speichertechnologien und Ladestationen für Elektroautos, gibt es Technologien und Materialien für Niedrigenergie- oder Passivhäuser schon lange und sind auch seit Jahren schon im praktischen Einsatz.

Was ist ein Plusenergiehaus eigentlich? Festgelegte Anforderungen gibt es nicht, außer dass sie in der jährlichen Energiebilanz mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Alternativ werden sie auch Energieeffizienzhaus-Plus oder Energieüberschusshaus genannt. Mehr gibt die Beschreibung bei Wikipedia nicht her. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hebt in dem Musterhaus noch den Leichtbau hervor, der aber meines Erachtens, für den Alltag nicht relevant ist.

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