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Chancen nutzen für mehr Energieeffizenz in Großküchen

Passivhaus Protokollband 47 “Energieeffiziente Kantinen und Gewerbeküchen” Das Passivhaus ermöglicht effizienten Energieeinsatz in vielen weiteren Bereichen, die weit über den klassischen Wohnungsbau hinausgehen. Schon lange gibt es Passivhäuser im Nichtwohnungsbau, daher ist die Energieeffizienz von Kantinen und Küchen von großer Bedeutung im Passivhaus. In anderen Gebäuden kann man von diesen  Entwicklungen nur profitieren. In gewerblichen Großküchen geht es oft heiß her – meist unter hohem Einsatz von Energie. Mit guter Planung und effizienter Küchentechnik kann dies erheblich verbessert werden. Das zeigen die neuesten Forschungsergebnisse des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser. Allein beim zentralen Kochprozess ist mit bereits heute verfügbaren Mitteln eine Halbierung des Verbrauchs möglich, wie aus dem Protokollband zur 47. Sitzung des Arbeitskreises hervorgeht. Weitere massive Einsparungen können beim Spülen und bei der Lüftung erzielt werden. Das Thema ist hochaktuell: Durch den Ausbau der Ganztagsbetreuung treten gerade Schulküchen verstärkt in den Fokus. Ein sinnvoller Weg zu mehr Effizienz ist auch hier das Prinzip des Passivhauskonzeptes. Die notwendigen Geräte werden dabei als Teil des Ganzen betrachtet und genauso wie die Gebäudehülle konsequent in der Planung bearbeitet und energieeffizient projektiert. Große Bedeutung kommt angesichts der vielen überschüssigen Hitze einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung zu. Noch wichtiger aber ist die Effizienz der Kernsysteme. weiterlesen ›

Aktualisierte Version des Passivhaus-Projektierungspaketes (PHPP) erschienen

Gruenspar.de

Passivhaus-Projektierungs-Paket (PHPP7), Quelle: Passivhaus-Institut Der weltweiten Verbreitung des Passivhaus-Standards wird nun durch eine internationale und in jedem Klima anwendbare Passivhaus-Definition Rechnung getragen. Mit der neuen Auflage des Passivhaus Projektierungs-Pakets (PHPP) vom Passivhaus Institut stehen ab sofort international gültige Gebäudezertifizierungskriterien zur Verfügung, die von PHPP-Nutzern auf der ganzen Welt schon lange gewünscht wurden. Das Passivhaus-Projektierungspaket ist das wichtigste Hilfsmittel für die Projektierung von Passivhäusern und Grundlage für die Zertifizierung durch das Passivhaus-Institut. Es besteht aus einer Tabellen-Kalkulations-Arbeitsmappe und einem Handbuch, die Berechnungen beruhen auf der internationalen Normung. Weiterentwicklung der Gebäude-Zertifizierungskriterien Gleichzeitig mit der Neuauflage des PHPP 7 treten auch Änderungen an den Passivhaus- und EnerPHit-Zertifizierungskriterien in Kraft. Das PHPP enthält jetzt ein überarbeitetes Nachweis-Blatt mit den neuen Anforderungen für die EnerPHit-Zertifizierung (Altbaumodernisierung). weiterlesen ›

Hohes Potential an Energieeffizienz trifft bei Passivhaus-Experten auf große Resonanz

Bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden sind Einsparungen des Endenergieverbrauchs um einen Faktor 10 wirtschaftlich und technisch machbar. Diese Maßnahmen bieten optimale Arbeitsbedingungen für Büros, Schulen, Kindergärten, etc. Eindruckvoll wurde dies bei der 48. Sitzung des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser verdeutlicht.

Noch nie stieß eine Sitzung des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser auf derart großes Interesse – „Einsatz von Passivhaustechnologien bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden“ liegt im Trend. Rund 150 Teilnehmer – viele davon aus der öffentlichen Verwaltung – verfolgten gespannt die Ausführungen der Fachexperten vom Passivhaus Institut Darmstadt und Innsbruck, sowie der Universität Innsbruck am 15. Juni in Darmstadt. Das Thema des Arbeitskreises konnte an Aktualität kaum überboten werden. Am selben Tag wurde in Brüssel nach zähem Ringen die neue EU-Energieeffizienz-Richtlinie beschlossen, die unter anderem vorschreibt, dass künftig 3% des öffentlichen Gebäudebestandes jährlich thermisch saniert werden soll – und zwar mittels einer sogenannten „Deep Renovation“, die eine Energieeinsparung von 80% bewirkt.

Primärenergie-Verbrauch in Nichtwohngebäuden, Quelle: Passivhaus-Institut

Primärenergie-Verbrauch in Nichtwohngebäuden, Quelle: Passivhaus-Institut

Aus den präsentierten umfangreichen Studienergebnissen – u.a. der Verbrauchsauswertung von 25.000 Nichtwohngebäuden von ages GmbH – wurde deutlich, dass gerade bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden Einsparungen des Endenergieverbrauchs um den Faktor 10 wirtschaftlich und technisch machbar sind. Zudem erlauben solche Maßnahmen optimale Arbeitsbedingungen in Büros, an Schulen und auch in Kindergärten. Großvolumige Bauten sollten auf Grund ihres günstigen A/V-Verhältnisses aus wirtschaftlicher Überlegung gleich auf Passivhaus-Standard saniert werden.

Durch die Effizienzsteigerung von Nichtwohngebäuden um den Faktor 10 wird auch die 100%-ige Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern möglich, ja sogar eine Abdeckung durch die am Gebäude installierbare PV-Fläche ist in einigen Fällen möglich.

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Auch ein Hallenbad kann ein Passivhaus sein

Die Außenfassade des Hallenbads Bambados

Im oberfränkischen Bamberg hat im November 2011 das Schwimmbad „Bambados“ – ein Spaßbad im Passivhausstandard – eröffnet. Anfang April 2012 startet das Monitoring. Ob sich das Konzept bewährt und ob die geplanten Energieeinsparungen auch in der Realität erreichbar sind, werden die Messungen zeigen. Im BINE-Interview geht Esther Gollwitzer vom Passivhaus Institut (PHI) auf das Konzept des neuen Spaßbades ein und zieht ein erstes Resümee.

Das Bambados ist eines von zwei Passivhausbädern in Deutschland (das andere steht in Lünen). Was unterscheidet das Bambados von anderen Hallenbädern?

„Der ganzheitliche Ansatz! Das Passivhauskonzept zeichnet sich dadurch aus, dass alle Energieverbräuche des Gebäudes betrachtet werden. Dadurch wird es möglich, Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Energiebedarf an einer Stelle und Energiegewinnen an anderer Stelle zu erkennen, um die Energieströme zu optimieren. Unter Umständen kann eine Maßnahme zwar den unmittelbaren Energiebedarf eines Teilbereichs erhöhen, führt aber insgesamt zu einer Reduzierung.”

Hallenbäder sind bekanntlich Energiefresser. Große Badelandschaften wollen Karibik-Atmosphäre bieten und müssen ganzjährig beheizt werden. Dabei könnten Passivhaushallenbäder sehr viel Energie einsparen. Welche baulichen Maßnahmen zeichnet solch ein Passivhaushallenbad aus?

„Wichtig sind folgende Maßnahmen: eine thermisch hochwertige Gebäudehülle mit Passivhauskomponenten, Kompaktheit des Gebäudes mit Orientierung nach Süden und Integration der Rutschenanlage ins Gebäude, Lüftungsgeräte mit hohem Wärmebereitstellungsgrad und Fortluftwärmepumpe sowie effektive Pumpen, die optimal an die unterschiedlichen Betriebspunkte für die Badewasseraufbereitung angepasst sind. Gut gedämmte Leitungen minimieren die Verteilverluste. Allerdings endet das Passivhauskonzept nicht mit dem Bau, sondern beinhaltet ebenso die Betriebsweise und die Steuerung – gerade bei einem komplexen Gebäudetyp, wie dem eines Hallenbads.”

Um Heizenergie zu sparen, ist für das Schwimmbad geplant, die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 64 Prozent zu erhöhen. Hierdurch kann der Luftwechsel reduziert und die Energieverluste vermindert werden. Welche Voraussetzungen sind hierfür notwendig?

„Grundvoraussetzung sind hohe Oberflächentemperaturen der Außenbauteile. Erreicht wird das durch eine thermisch hochwertige Gebäudehülle und konsequente Vermeidung von Wärmebrücken. Die Passivhaushülle spart dann gleich vierfach Energie: erstens werden die Transmissionsverluste gesenkt, zweitens wird durch die hohen Oberflächentemperaturen kein Umluftanteil mehr benötigt. Dies senkt den Strombedarf. Drittens kann eine höhere Luftfeuchtigkeit in der Halle gefahren werden, ohne dass es zur Kondensation an den Außenoberflächen kommt, heißt also die Entfeuchtungsleistung wird reduziert und damit wiederum der Strombedarf und die Lüftungsverluste. Viertens wird durch die geringere Verdunstung dem Beckenwasser weniger Energie entzogen.”

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20 Jahre wohlfühlen im Passivhaus

Seit zwei Jahrzehnten demonstriert das Passivhaus einen Baustandard, der behaglich, kostensparend, dauerhaft und umweltfreundlich ist. Die Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland, ihre Mitglieder und das Passivhaus Institut laden Interessierte ein, die Vorzüge solcher energieeffizienten Häuser ganz persönlich zu erleben: Zwischen dem 11. und 13. November stehen Passivhäuser in ganz Deutschland offen zur Besichtigung am Tag des Passivhauses. Besichtigungsobjekte finden Interessierte unter www.passivhausprojekte.de.

Das erste Passivhaus wurde 1990/91 in Darmstadt erbaut. Das Konzept wurde seitdem mannigfach kritisch geprüft – und es hat sich in jeder Beziehung bewährt. Auf diese Erfahrungen bauen heute Tausende von Architekten, Ingenieuren und Fachunternehmen. Wolfgang Feist, Pionier des Passivhauses und Mitinitiator der Tage der offenen Tür, sieht in dieser Veranstaltung eine einzigartige Gelegenheit, sich mit dem Baustandard vertraut zu machen.

“Denn erst wer den Komfort eines Passivhauses ‘live’ gespürt hat, wird davon überzeugt sein, dass es nicht nur Energie spart, sondern auch ein Plus an Behaglichkeit bringt. Typische Fragen wie ‘Wird es im Winter auch wirklich warm?’ oder ‘Kann ich die Fenster öffnen?’ sind im direkten Gespräch mit den Bewohnern überzeugend zu klären”, so der Physiker, der selbst mit seiner eigenen und drei weiteren Familien seit Herbst 1991 das erste Passivhaus Deutschlands bewohnt.

Tag der offenen Tür am Passivhaus Institut

Im Rahmen der Veranstaltung öffnet das Passivhaus Institut zum ersten mal seit 15 Jahren seine Büroräume für die Öffentlichkeit und bietet umfassende Informationen über Neues und Bewährtes aus 15 Jahren Forschung. Vorträge, Demonstrationsmodelle, Ausstellungen und Projektbesichtigungen stehen auf dem Programm. Weitere Informationen finden Sie unter www.ig-passivhaus.de

Passivhaus etabliert sich weltweit

Die 15. Internationale Passivhaustagung kann nach einem wahren Mammutprogramm mit Fug und Recht als die weltweit größte Tagung zum Thema energieeffizienten Bauen bezeichnet werden. Von den rund 1.200 Kongressteilnehmern aus 50 Ländern kam die Hälfte aus nicht deutschsprachigen Ländern, selbst Mitgliedern der russischen Staatsduma und der US Army nahmen am 27. und 28.5 teil.

Energieeffizienz ist der Schlüssel der Energiewende “Energieeffizienz ist ‘on top’ der Agenda in Brüssel”, bestätigte Clemens Haury von der EU-Kommission an der Plenarsitzung.

Passivhaus verpflichtend ab 2012

Theodor Zillner vom BMVIT: “Die Entwicklungen von Prof. Dr. Wolfgang Feist vor 20 Jahren sind revolutionär gewesen. Er hat frühzeitig erkannt, dass Energieeffizienz der Schlüssel für unsere Energiezukunft ist”. Die LH-Stv. Tirols Anton Steixner und Hannes Gschwentner stellten klar: “Die Zukunft ist das Passivhaus – in Tirol bestens etabliert”.

Dr. Klaus Lugger, Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol (NHT) und Präsident des europäischen Verbandes Gemeinnütziger Bauträger setzt nach: “Alles andere würde auch überhaupt keinen Sinn mehr ergeben. Wenn die Mehrkosten gegenüber dem Mindeststandard bei der Errichtung lediglich 3 Prozent, die Energiekosteneinsparung aber mehr als 50 Prozent ein Leben lang ausmachen, spricht alles klar für das Passivhaus”. LH-Stv. Hannes Gschwentner kündigte zudem an, dass Tirol die 28. Passivhaus-Leuchtturmregion Europas zu werden möchte. weiterlesen ›