Tag: erneuerbare energien

Podcast Ausgabe 15 über 100 Prozent erneuerbare Energien

Zum Abschluss des Jahres kurz vor Weihnachten habe ich für meine Leser und Hörer noch die 15. Ausgabe des Podcast, dann geht es in die Weihnachtspause. In dieser Ausgabe geht es um 100 Prozent erneuerbare Energien und die Wege dahin. Wie kommen wir zu einem neuen Bewusstsein beim Energieverbrauch und wie schaffen wir einen Bezug zur Produktion von Strom? Damit kann man das Thema Energieeffizienz ganz anders angehen, wenn man ein Gefühl hat, wo der Strom verbraucht wird, wo er erzeugt wird und wie teuer er ist.

Dazu habe ich mich mit dem Geschäftsführer der 100 prozent erneuerbar Stiftung ausführlich unterhalten. Wir haben über die Stiftung selbst gesprochen, wer dahinter steckt und was die Stiftung macht. Dann ging es allgemein um Wege zu dem Ziel der 100 Prozent erneuerbaren Energien, von dezentralen Projekten vor Ort bis hin zu der Bedeutung und den Problemen von großen Projekten wie Desertec oder Offshore-Windenergie.

Das Gespräch dauerte knapp 30 Minuten, das Thema ist aber auch sehr umfangreich und es hat sich soviel ergeben, was ich noch ansprechen wollte.

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Baden-Württemberg möchte eine weitgehend klimaneutralen Landesverwaltung

Finanz-und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid (l.), Ministerpräsident Winfried Kretschmann (M.), und Umweltminister Franz Untersteller (r.) bei der Regierungspressekonferenz am 11. Dezember 2012 im Landtag in Stuttgart Das konnte ich kaum glauben, aber Baden-Württemberg wird mit gutem Beispiel voran gehen und plant landeseigene Gebäude energetisch zu sanieren, den eigenen Strombedarf mit Ökostrom zu decken und verstärkt erneuerbare Energien auf den eigenen Gebäuden einzusetzen. Des weiteren soll auch im Beschaffungswesen, bei Dienstreisen, betrieblichen Abläufen und das Verhalten von Beschäftigten das Ziel der weitgehend klimaneutralen Landesverwaltung berücksichtigen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht wohl wirklich ernst mit dem Klimaschutz, ich bin gespannt was da an Taten kommen wird. Allerdings gefällt mir das Wort “klimaneutral” nicht, denn dieses Ziel würde man auch mit Kompensationen erreichen. Es soll nun vom Umweltministerium bis Mitte kommenden Jahres ein Konzept zur Verwirklichung der weitgehend klimaneutralen Landesverwaltung auszuarbeiten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Finanz-und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid und Umweltminister Franz Untersteller hoben besonders die Vorbildfunktion des Landes beim Klimaschutz und der Reduktion der Treibhausgasemissionen hervor: „Unser Ziel ist es, zur Vorzeigeregion beim Klimaschutz zu werden. Mit den heutigen Beschlüssen unterstreichen wir die Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens und gehen den ersten Schritt zur Umsetzung.“ weiterlesen ›

Wo steht die EU auf dem Weg zu ihren Zielen für erneuerbaren Energien?

Wir erinnern uns, bis zum Jahr 2020 möchte die EU den Anteil der erneuerbaren Energien im Stromnetz auf 20% bringen. Es sind zwar noch sieben Jahre bis dahin, aber man kann ja schon mal eine Zwischenbilanz ziehen. Die britische Zeitung The Guardian hat dies getan und das Blog The Green Forums hat diese Bilanz in eine schöne Grafik verpackt. Ergänzt ist dabei noch, die wo die EU im Verhältnis zum Rest der Welt steht. EU-Kommissar Günther Oettinger, zuständig für das Thema Energie, hat bisher nur an den Zielen und an Berichten gearbeitet. In Deutschland fällt er jedenfalls nur dadurch auf, dass er das erfolgreichste Instrument zur Förderung der erneuerbaren Energien stoppen möchte. Ansonsten liegen bisher Länder vorne bei der Nutzung erneuerbarer Energien, die traditionell gut mit Wasserkraft versorgt sind. Wasserkraft ist jedoch schon in den meisten Fällen gut ausgebaut und hat wenig Potential, es kommt vielmehr auf die anderen Energieträger wie Sonne, Wind und Bioenergie an. Aber sehen wir es mal positiv, der Anteil erneuerbarer Energien steigt in Europa deutlich an, während im mittleren Osten sich noch nichts bewegt hat. weiterlesen ›

Wärme ist ein wichtiger Bereich im Rahmen der Energiewende

Die Gebäudesanierung trägt wesentlich zur Effizienz bei. In Freiburg wurde ein 16stöckiges Hochhaus zum Passivhaus saniert. ©Fraunhofer ISEAn einigen Stellen habe ich es schon erwähnt und darauf hingewiesen, dass man sich bei der Debatte um die Energiewende nicht nur auf den Strombereich beschränken sollte. Die öffentliche Debatte scheint sich nur auf den Strom zu konzentrieren und vernachlässigt die steigenden Heizkosten und Änderungen sind nicht in Sicht. Dabei hängen die Energiesektoren Strom und Wärme eng zusammen, bei Speichern sogar noch mehr und auch mit dem Thema Mobilität.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE haben erstmalig in einer Simulation auf Basis von Stundenzeitreihen ein denkbares deutsches Energiesystem untersucht, das gänzlich auf erneuerbaren Energien basiert. Das Neuartige des Modells ist einerseits die ganzheitliche Betrachtung von Strom- und Wärmesektor, einschließlich der Reduktion des Energieverbrauchs durch energetische Gebäudesanierung. Andererseits wurde eine systematische Optimierung vorgenommen, um aus der Vielzahl denkbarer Kombinationen aus Technologien und Effizienz-Maßnahmen ein volkswirtschaftliches Optimum zu ermitteln.

»Wie könnte unsere Energieversorgung 2050 aussehen und was kostet sie? Diesen Fragen sind wir in einer stundenweisen Simulation von Strom- und Wärmesektor nachgegangen«, erläutert Dr. Hans-Martin Henning die Ziele der Studie (Download der Studie). Er ist stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und Leiter des Bereichs Thermische Anlagen und Gebäudetechnik.

Mehrere Varianten wurden berechnet und stimmen in einem Punkt überein: Ein vollständig auf erneuerbaren Energien basierendes Energiesystem führt nach erfolgter Transformation zu jährlichen Gesamtkosten, die nicht höher liegen als die jährlichen Gesamtkosten unseres heutigen Energiesystems – und zwar basierend auf heutigen Energiepreisen, also ohne Einbeziehung zukünftiger Steigerungen der Preise fossiler Energieträger. Dabei wurden für neue Technologien die Kosten nach Erreichen der Marktreife und hoher Marktdurchdringung gemäß einer Analyse der Internationalen Energieagentur IEA zu Grunde gelegt. Die Sektoren Mobilität und industrielle Prozesswärme sind nicht Bestandteil der zeitaufgelösten, stündlichen Modellierung. Ihr Beitrag zum Energieverbrauch wird jedoch in der Gesamtbilanz mit berücksichtigt.

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Bedeutung von Energiespeichern für die Energiewende wächst stark an

Podium der IRES 2012 Pressekonferenz und fast leere Stühle für die Presse, Foto: Andreas Kühl

Podium der IRES 2012 Pressekonferenz und fast leere Stühle für die Presse, Foto: Andreas Kühl

Mit über 600 Teilnehmern aus Deutschland und 40 weiteren Ländern ist die 7. Internationale Konferenz und Ausstellung zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES 2012) zur größten Veranstaltung über die Lösung drängender Probleme rund um die Energiespeicherung geworden. Sie ist damit eines der weltweit wichtigsten “Branchentreffen” für Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft. In der Fachwelt hat sich die IRES als zentraler Ort des Wissens- und Meinungsaustauschs über eine der Schlüsselfragen der künftigen Energieversorgung etabliert und knüpft somit an die erfolgreichen IRES-Konferenzen aus den Vorjahren an.

Die Bedeutung und Notwendigkeit von Energiespeichern wächst stark an, wird aber unterschiedlich eingeschätzt. In der Politik hört man Aussagen, dass wir Energiespeicher bis 2020 brauchen und von Prof. Volker Quaschning haben wir vor kurzem erst im Podcast gehört, dass sie schon viel dringender sind, um den Strom aus erneuerbaren Energien im Netz aufnehmen und nutzen zu können.

Für Bundesumweltminister Peter Altmaier gehören Themen wie die Netzintegration und Speicherung von erneuerbarem Strom (warum ist immer nur vom Strom die Rede?) zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu einer tragfähigen Säule unserer Energieversorgung dazu und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Daher schlägt er vor, bei der Neuregelung des EEG Speicher-Aspekte, die für den Ausbau erneuerbarer Energien relevant sind, im neuen EEG mit zu berücksichtigen.

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Intelligente Stromversorgung mit virtuellen Kraftwerke gleichen Schwankungen der erneuerbaren Energien aus

Stromversorgung der Zukunft mit virtuellen Kraftwerken, Quelle: LichtBlick AG

Stromversorgung der Zukunft mit virtuellen Kraftwerken, Quelle: LichtBlick AG

Die Wende zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bringt neue Aufgaben für die Energiewirtschaft mit sich. Statt weniger großer Kraftwerke gibt es viele kleine und verteilte Kraftwerke, deren Stromproduktion auch noch wechselhaft ist, da sie vom Wetter und der Tageszeit abhängig sind. Das ist eine große Herausforderung, die mit innovativen High-Tech-Lösungen gemeistert werden können.

Eine der möglichen Lösungen habe vor ein paar Tagen vorgestellt, dabei wird ein intelligent vernetzter Windpark per Fernsteuerung entsprechend den Marktbedürfnissen geregelt. Auch wenn es sich nicht so anhört, scheinbar wird erst durch die Kommunikation in Echtzeit die Auslastung des Windparks optimiert. Künftig könnten auch Speicher integriert werden, um die Auslastung der Windenergie-Anlagen zu erhöhen. Die Vermarktung des Windstroms erfolgt dabei nicht über das EEG, sondern durch Direktvermarktung an der Leipziger Strombörse.

Bei diesem Beispiel können auch weitere Windparks in die Steuerung zu einem virtuellen Kraftwerk integriert werden. Nach der Definition bei Wikipedia ist ein virtuelles Kraftwerk eine Zusammenschaltung von kleinen, dezentralen Stromerzeugungseinheiten zu einem Verbund, der nachfragegeführt elektrische Leistung bereitstellen und damit dargebotsunabhängige Leistung aus Großkraftwerken ersetzen kann.

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