Tag: erneuerbare energien

Umwelthilfe zeigt wie Kommunen vom Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren

Kommunen, die sich selbst aktiv einbringen und den Ausbau Erneuerbarer Energien auf ihrem Territorium gezielt steuern. Das ist ein zentrales Ergebnis einer gemeinsamen Forschungsarbeit der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) und des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS, Hochschule Trier). Während der zweijährigen Studie wurde untersucht, welche Rolle Kommunen beim Ausbau regenerativer Energietechnologien spielen und in welchem Umfang sie davon auch finanziell profitieren können. Die Ergebnisse der vom Bundesumweltministerium geförderten Studie „Kommunale Investitionen in Erneuerbare Energien – Wirkungen und Perspektiven“ belegen zum einen, dass eigene Investitionen seitens der Kommunen beziehungsweise ihrer Unternehmen wie Stadtwerken und Wohnungsbaugesellschaften eine entscheidende Voraussetzung für die Umgestaltung des Energieversorgungssystems auf lokaler Ebene darstellen. Zum anderen zeigt die Untersuchung, dass den Kommunen grundsätzlich ein breites Instrumentarium zur gezielten Förderung des Ausbaus Erneuerbarer Energien zur Verfügung steht. Durch planvolles Vorgehen seitens der Kommunen bei der Nutzung dieser Instrumente kann Wertschöpfung vor Ort gebunden werden. weiterlesen ›

Steigende Verbraucherpreise für Energie zwingen zum Sparen und Einsatz Erneuerbarer Energien für Raumwärme

Passend zum Beitrag vom Montag über die steigenden Heizölpreise ist dieser Beitrag. Auch die Strompreise  erhöhen den Druck zum Stromsparen, wie heute der Lichtblickblog verkündet hat. So wollen 76 Prozent der Bundesbürger mit bewussten Verhaltensänderungen den gestiegenen Stromkosten begegnen. Rückläufige Zahlen beim Energieverbrauch  Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen, Quelle: Agentur für erneuerbare Energien Die Verbraucherpreise für Haushaltsenergie (Wärmerzeugung und Strom) haben sich im Januar 2013 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,8 Prozent erhöht. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen seiner Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes mitgeteilt. Auf diese Verteuerung reagieren die Bundesbürger zunehmend, indem sie Energie im Haushalt einsparen. Neben den Kraftstoffen entfällt der größte Posten der privaten Energierechnung auf das Heizen. Hier lohnt es sich, statt fossiler Ressourcen Erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung einzusetzen. In Wohngebäuden entfallen etwa 82 Prozent der benötigten Energie auf Raumheizung und Warmwasserbereitung. Da Erdöl und Erdgas weiterhin den Wärmemarkt dominieren, schlagen sich besonders die seit Jahrzehnten steigenden Preise dieser Brennstoffe in den privaten Energierechnungen nieder. Musste ein Privathaushalt im Jahr 1991 für 100 Liter leichtes Heizöl noch rund 26 Euro zahlen, waren es im Jahr 2012 fast 88 Euro. Auch die Endverbraucherpreise für Erdgas und Fernwärme sind erheblich gestiegen. Weiterhin hat sich der Anteil der Ausgaben für Energien an den gesamten Konsumausgaben eines Privathaushaltes zwischen 2000 und 2011 von 6,4 auf 7,3 Prozent erhöht. „Der Löwenanteil geht auf die Wärmebereitstellung zurück“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. weiterlesen ›

Zeit für eine grundlegende Offensive der Erneuerbaren Energien

Photovoltaik und Windenergie im Havelland, Foto: Andreas Kühl Bei den ganzen, schon lange andauernden Diskussionen um das EEG, die Einspeisevergütung und die EEG-Umlage, hatte ich schon mehrfach gefordert, dass die Interessenverbände der erneuerbaren Energien aus der Deckung kommen sollten. Die permanente Abwehrhaltung haben die Probleme nur verschoben und größer gemacht. Eigentlich hätte man schon zur Diskussion um die EEG-Umlage im letzten Herbst schon mit eigenen Vorschlägen aus der Deckung kommen sollen. Doch es blieb bei den üblichen Abwehrreflexen. Von den Vorschlägen zur Reformierung des EEG von Eurosolar habe ich auch erst bei den Gastbeiträgen von Dr. Fabio Longo erfahren (“Energiewende rückwärts” und “Energiewende vorwärts ist kostengünstiger“). Ansonsten war bis heute Stille. Oder bis gestern, als die Zeitschrift photovoltaik eine Umfrage in der Solarbranche präsentiert hat unter der Überschrift “Raus aus der Defensive“. Die Antworten haben kaum neue Argumente enthalten, nur die Zusammenarbeit der Verbände ist schon mal ein wichtiger Schritt. Drei wichtige Debattenbeiträge zum EEG Heute war dann wohl der große Tag, zumindest kamen heute drei interessante Debattenbeiträge zum Thema EEG auf. Und ich saß im Zug, Guthaben auf dem UMTS-Stick verbraucht und Laptop kaputt. Aber ich möchte jetzt nochmals diese Beiträge genauer betrachten. weiterlesen ›

Neue innovative Konzepte zur Integration von erneuerbaren Energien in das Stromnetz

Dezentraler Energiespeicher

Dezentrale Energiespeicher von Bosch vereinfachen die Eingliederung der erneuerbaren Energien in das bestehende Stromnetz. Grafik: Robert Bosch GmbH

Während die Politik diskutiert, streitet und immer wieder mit abstrusen neuen Vorschlägen zur Reform des EEG um die Ecke kommt, bewegt sich der Markt für die Integration der erneuerbaren Energien. Wie Markt? Die diskutiert doch noch, wie kann der Markt da schon handeln?

In den letzten Tage scheint große Bewegung in den Markt gekommen zu sein, vielleicht durch E-World in Essen oder durch den politischen und wirtschaftlichen Druck auf die erneuerbaren Energien. Mir sind vier fünf Beispiele untergekommen, die alle sehr spannende Konzepte haben zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz bieten. Ich stelle sie hier nur kurz vor.

Betriebssystem für die Energiewende

Auf der Energiemesse E-World in Essen hat Lichtblick eine neue Software vorgestellt zur Vernetzung und Optimierung von dezentralen Kraftwerken und Speichern. Dieser sogenannte SchwarmDirigent soll das Betriebssystem der Energiewende werden. Es soll die ganzen verstreut liegenden Photovoltaikanlagen, Windenergieanlagen, die Lichtblick-ZuhauseKraftwerke, Batteriespeicher und Elektroautos werden damit vernetzt und gesteuert um für eine sichere Versorgung, stabile Netze und einen wirtschaftlich optimalen Betrieb zu sorgen.

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Energiewende vorwärts ist kostengünstiger

RA Dr Fabio Longo

RA Dr. Fabio Longo

Gastbeitrag von Dr. Fabio Longo, Fortsetzung des Beitrags “Energiewende rückwärts ist in vollem Gang”

Teil 2) Der Versuch von Politik und Stromkonzernen, die Energiewende richtig teuer zu machen

Auf internationaler Ebene schmückt sich der Umweltminister mit der Energiewende, im Inland hat er ihre Rückabwicklung eingeleitet. Doch nicht nur die scheinheilige Debatte um das EEG und die so genannte Strompreis-Sicherung gefährdet die laufende regionale Energiewende.

In Teil 2) seines Gastbeitrags erklärt Fabio Longo, mit welchen Debatten und Maßnahmen die Energiekonzerne die Lufthoheit zurückgewinnen möchten. Hauptziel ihres neuen Strommarktdesigns: Abschaffung des lästigen EEG, das Wettbewerb auf den bislang beherrschten Stromerzeugungsmarkt bringt.

Energiewende rückwärts

Seit dem Super-GAU von Fukushima im Jahr 2011 wird im Zusammenhang mit der Energiewende fast nur noch vom dringend nötigen Netzausbau gesprochen. Dringend nötig sei der Netzausbau, weil zur Energiewende große Offshore-Windparks auf dem Meer unverzichtbar seien und der Strom zu den Verbrauchszentren in die Mitte und den Süden Deutschlands geleitet werden müsste. In der öffentlichen Debatte wird dabei fast völlig ausgeblendet, dass die Energiewende neben dem Einstieg in erneuerbare Energien selbstverständlich auch darin besteht, Schritt für Schritt aus der fossil-atomaren Stromerzeugung auszusteigen. Dass der Ausstieg auch eine Option für frei werdende Netzkapazitäten ist, wird dabei kaum thematisiert.

Da der Importanteil der Steinkohle rund drei Viertel des Gesamtverbrauchs ausmacht, ist es besonders attraktiv, in Norddeutschland – in der Nähe der großen Häfen – Kohlekraftwerke zu betreiben und zu errichten, z. B. das neue und alte Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven oder das neue Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Jede Spitze Windkraft soll bei voller Atom- und Kohlestromproduktion abtransportiert werden können. Es geht also nicht nur darum, mit dem Netzausbau Windstrom nach Süden zu transportieren. Vor allem soll die Kohleschiene (Importkohle statt heimischer Steinkohle) gestärkt werden, die als Ersatz für die Atomkraft noch stärker ausgebaut werden soll. 20 Milliarden Euro kostet der Übertragungsnetzausbau Nord-Süd. Diese unsinnigen Kosten könnte man bei einer echten Energiewende weitgehend einsparen und in ohnehin notwendige Infrastrukturprojekte investieren.

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Energiewende rückwärts ist in vollem Gang

RA Dr Fabio Longo

RA Dr. Fabio Longo

Gastbeitrag von Dr. Fabio Longo

Teil 1) Das EEG – Grundgesetz der Energiewende in Gefahr

Das Wort „Energiewende“ ist in aller Munde. Was gerade geschieht ist aber nicht ihre Fortsetzung. Ihre Rückabwicklung ist in vollem Gang. Dafür steht nicht nur die aktuelle Debatte zum geplanten EEG-Deckel, sondern auch kontraproduktive Maßnahmen wie der Ausbau der Offshore-Windkraft und die Forderung interessierter Kreise nach einem neuen Strommarktdesign.

In Teil 1) seines Gastbeitrags beschreibt Fabio Longo das Grundgesetz der Energiewende und welche Auswirkungen der geplante EEG-Deckel auf die laufende Energiewende hätte.

Energiewende

Der Startschuss für die Energiewende löste sich im Jahr 1990. Mitten im Trubel des deutsch-deutschen Einigungsvertrags und der bevorstehenden Bundestagswahl verhallte dieser Schuss allerdings weitgehend ungehört. Eine kleine Gruppe um den Bundestagsabgeordneten Matthias Engelsberger (CSU), schon damals unterstützt von Dr. Hermann Scheer MdB (SPD), schuf am Ministerialapparat der schwarz-gelben Bundesregierung vorbei die Paragrafen des wegweisenden Stromeinspeisungsgesetzes (StrEinspG). Es regelte erstmals Vergütungssätze für die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien sowie deren Abnahmepflicht durch die Netzbetreiber. Vor allem war dieses Gesetz dafür gedacht, Wasserkraftwerken die Existenz zu sichern, die durch die Subventionen von Strom aus Großkraftwerken nicht mehr wettbewerbsfähig waren. In Kombination mit Fördermitteln für Windkraft bzw. kostendeckenden Vergütungen für die Solarenergie trug das Stromeinspeisungsgesetz in einigen Bundesländern bzw. Städten dazu bei, dass sich auch Wind- und Solarenergie langsam entwickeln konnten. Das Fundament für eine offensive Energiewende-Politik war geschaffen.
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