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Podcast 51 über das neue EEG 2016 und die Folgen für die Energiewende

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Podcast energynet.deSelten habe ich bisher beim Podcast ein so aktuelles Thema erwischt wie für diese Ausgabe. Die Überarbeitung des Erneuerbare Energien Gesetzes, das EEG 2016, steht aktuell an und sorgt für großen Unmut im Umfeld der Energiewende. Den vielen engagierten Bürgern wird die Arbeit für den Ausbau der erneuerbaren Energien erschwert bis unmöglich gemacht.

Mit meinem Gesprächspartner für diese Ausgabe, René Mono, hatte ich bereits zu Beginn der Podcast-Zeit Ende 2012 gesprochen. Er ist Geschäftsführer der Stiftung 100 prozent erneuerbar und Vorstandsvorsitzender des Bündnis Bürgerenergie e.V. und damit ein echter Experte für die Energiewende und dem Engagement der vielen Bürgerinnen und Bürger. … den ganzen Artikel lesen »

Auf dem Weg zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien vor Ort

Wie nutzt man die Energiequellen, die vor der Haustür liegen? Wer genehmigt den Bau einer Windkraft- oder Biogasanlage? Wie kann ich die Anwohner meines Ortes für Erneuerbare Energien begeistern?

Die Agentur für Erneuerbare Energien hat Bürgermeister, Landräte und Unternehmer in beispielhaften Kommunen nach ihren Erfahrungen mit Erneuerbaren-Energien-Projekten befragt. Entstanden sind mitreißende Berichte und Filmbeiträge, die auf der Internetplattform www.kommunal-erneuerbar.de abgerufen werden können. Darin zeigen die „Kommunalen Macher“, wie sie mit Erneuerbaren Energien vor Ort eine unabhängige Energieversorgung und mehr lokale Wertschöpfung umsetzen.

„Eine Vielzahl von Städten und Gemeinden beweist tagtäglich, dass sie aus eigener Kraft eine lokale Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien gewährleisten können“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Wir freuen uns, dass Trendelburg, Steinfurt, Ostritz, Freiamt, Dardesheim, Neustrelitz, Prenzlau und Neckarsulm ihren Erfahrungsschatz weitergeben und so anderen Kommunen bei der Umsetzung von Projekten helfen“, ergänzt Mayer. Die Kommunalberichte liefern Erfolgsfaktoren und Lösungsvorschläge für die schwierigen Fragen im Umsetzungsprozess von Erneuerbare-Energien-Projekten. Die einzelnen Schritte – von der Idee bis zur Inbetriebnahme einer Anlage – werden praxisnah beleuchtet.

Hauptbeweggrund beim Umstieg auf heimische Ressourcen ist in vielen Kommunen der Wunsch nach Unabhängigkeit von steigenden Kosten. „Die Bürger wachen auf. Sie fühlen sich von den hohen Energiepreisen stranguliert“, erklärt Bernhard Klug, Bürgermeister von Trendelburg. Seine Stadt ist in Sachen Erneuerbare Energien Vorreiter: mit drei Windparks, einer Biogasanlage, Wasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen produziert sie schon heute mehr Strom, als die Haushalte verbrauchen. „Unser nächstes Ziel ist es, die kommunalen Niederspannungsnetze wieder in das Eigentum der Kommunen zu überführen“, gibt Bürgermeister Klug die Marschrichtung vor. In der frühzeitigen Einbindung und Beteiligung der Anwohner, beispielsweise über Finanzierungsmodelle, sieht er eine wichtige Grundlage für den Erfolg seiner Strategie.

Kann sich Hessen nur mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen?

Vor der Landtagswahl macht nicht nur Roland Koch Schlagzeilen mit extremen Positionen. EUROSOLAR-Präsident Hermann Scheer, im Zukunftsteam von Andrea Ypsilanti für Wirtschaft und Umwelt zuständig, fordert eine vollständige Stromversorgung von Hessen mit erneuerbaren Energien. Hierzu präsentierte er heute eine entsprechende Studie „Der Weg zum Energieland Hessen“.

Das erklärte Ziel von EUROSOLAR seit der Gründung im Jahr 1988 ist der vollständige Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien als zukunftsentscheidende Jahrhundertaufgabe. Alle wissen mittlerweile das die Zeit drängt, um den Wechsel zu erneuerbare Energien zu beschleunigen. Dafür sprechen vor allem:

– die nahende Erschöpfung und damit einhergehende dramatische Verteuerung fossiler und atomarer Energien,

– die weltweit wachsenden Klima- und Atomgefahren,

Das die generelle Perspektive bei den erneuerbaren Energien liegt, ist in den letzten Jahren weltweit immer mehr bewusst geworden, was auch auf das Wirken von EUROSOLAR zurückzuführen ist. EUROSOLAR hat dabei stets betont, dass as Ersetzen herkömmlicher Energieversorgung durch erneuerbare Energien schneller realisierbar ist als allgemein angenommen wird – und dass das die einzige Chance zur dauerhaft stabiler und kostengünstiger Energieversorgung ist. Die Beschleunigung dieses Ausbaus aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Gründen und aus denen der Versorgungssicherheit ist dringlich.

Die vorliegende Studie für Hessen bestätigt diese Möglichkeit. Sie stützt sich auf den gegenwärtigen Stand der Technik erneuerbarer Energien, der jedoch laufend auf immer mehr Anwendungsmöglichkeiten angewendet wird. Das bedeutet: Was jetzt schon als realisierbar darstellbar ist, wird mit Hilfe der sich dynamisch vollziehenden technischen und wirtschaftlichen Entwicklungsdynamik noch leichter und kostengünstiger realisierbar sein, als in der Studie angenommen wird.

Vor allem bestätigt die Studie, dass durch den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien ein voller Ersatz der Atomkraftleistung in Biblis und ein Verzicht auf ein neues Kohlekraftwerk in Großkrotzenburg bei Hanau möglich ist – was bis 2013 einen Anteil von erneuerbaren Energien von 65 % erforderlich macht, so wie es auch im Andrea Ypsilanti und mir vertretenen Programm „Neue Energie für Hessen“ enthalten ist. Anderweitige Behauptungen, dieses Programm verspreche bereits 90 % Anteil erneuerbarer Energien bis 2013, entbehren jeder Grundlage.

Die Studie zeigt, dass das letzte Drittel – von 65 % auf 100 % – etwas langsamer realisierbar ist, weil dafür notwendige neue Stromspeicherkapazitäten etabliert werden müssen, die im Einzelnen auch beschrieben sind.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

– Die natürliche Sonneneinstrahlung über Hessen liegt beim 600fachen des gegenwärtigen Stromverbrauchs. Nur ein Bruchteil davon muss mit technischer Hilfe geerntet werden.

– Hessen hat gegenwärtig einen Stromverbrauch von 35 Mrd. kWh. Laufende Effizienzsteigerungen vorausgesetzt, wird der Strombedarf wahrscheinlich bis 2025 bei 28 Mrd. kWh stehen.

– Der heutige Stromverbrauch Hessens setzt sich zusammen zu 43 % aus Atomstrom, 31,5 % aus Kohlestrom und zu 5,4 % aus erneuerbarer Energien, die in Hessen selbst produziert werden. Weitere 20 % des Strombedarfs werden importiert, davon sind ca. 3 % aus erneuerbaren Energien.

– Nach dem heutigen Stand der Technik würde der hessische Energiemix ausschließlich aus erneuerbaren Energien im Jahr 2025 bestehen aus 35 % Windkraft, 28 % Biostrom, 22 % Solarstrom, 10 % geothermischer Energie und 5 % Wasserkraft.

– Neben neuen Speicherkapazitäten wie modernen Batterien- und Druckluftkraftwerken wird die Leistungsreserve für Windstrom und Solarstrom und damit die Sicherung der Grundlastversorgung im wesentlichen von Biogas übernommen werden, woraus sich die Notwendigkeit eines Anteils von 28 % ergibt. Dieses Biogaspotential kommt nicht nur aus der Landwirtschaft, sondern auch aus organischen Abfällen.

– Der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde von in Hessen produziertem Strom aus erneuerbaren Energien wird bei etwa 9 Cent pro kWh liegen. Der Peis wird niedriger sein als der aus Kohlekraftwerken oder aus neuen Atomkraftwerken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Stormproduktion überwiegend dezentral und breit gestreut erfolgt, also möglichst innerhalb eines kommunalen Verteilernetzes für den jeweiligen kommunalen Bedarf. Dies bedeutet energiewirtschaftlich, dass keine Kosten mehr für eine Inanspruchnahme des Übertragungsnetzes anfallen.

– Der Gesamtinvestitionsaufwand für den vollständigen Wechsel zu Strom aus erneuerbaren Energien im hessischen Produktionsstandort liegt etwa bei 22 Mrd. Euro, über die Jahre verteilt. Dies entspricht ungefähr dem eineinhalbfachen des im Jahr 2007 realisierten Investitionsvolumens für Strom aus erneuerbaren Energien in Deutschland in Höhe von 14,2 Mrd. Euro.

– Die Zahl damit für Hessen entstehenden Arbeitsplätze liegt bei etwa 60.000.

– Die Geschwindigkeit des Ausbaus im Einzelnen hängt von den darauf ausgerichteten landespolitischen Rahmenbedingungen ab.

Die vollständige Studie gibt es auch als pdf-Datei zum Download.