Neue Energieeinsparverordnung ab 2014 ohne Anforderungen an bestehende Gebäude
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Mit energieeffizienten Gebäuden habe ich mich hier wenig befasst in letzter Zeit, bis auf den interessanten Besuch des Plusenergiehauses, das in der nächsten Woche offiziell an die Nutzer übergeben wird. Es hat sich aber auch nicht viel bewegt, die Sanierungsquote bleibt konstant bei einem Prozent und eine neue steuerliche Förderung ist auch nicht in Sicht.
So neu sind diese Ergebnisse nicht, aber wie kann man diese Mängel an Heizungsanlagen beheben? Welche wirtschaftliche Lösung ist besonders geeignet? Staatliche Förderung oder Wärmelieferung durch einen Dienstleister, bei dem sich der Hausbesitzer um nichts mehr kümmern muss?
Der Haushaltsplanentwurf der Landesregierung sieht für 2012 und die Folgejahre finanzielle Aufwendungen von 160 Mio. Euro für Maßnahmen der energetischen Sanierung vor. „Unser Ziel ist es, die energetische Sanierungsrate auf mindestens 2,5 – 3 % jährlich zu erhöhen“, hob Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute in Wiesbaden hervor. „Dies ist einer der wichtigsten Beschlüsse des Energiegipfels, bei dem wir zeigen, dass das Land Hessen selbst seine Verantwortung für mehr Energieeffizienz und Energieeinsparungen wahrnimmt.“
Ab dem kommenden Jahr will die Hessische Landesregierung über sechs Jahre hinweg im Durchschnitt 27 Mio. Euro in die Sanierung investieren. Dabei geht es um die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden, die vom Hessischen Immobilienmanagement (HI) betreut werden. Vorgesehen sind die Verminderung von Kohlendioxid-Ausstoß sowie der effizientere Einsatz insbesondere von Wärmeenergie.
Darüber hinaus ist ein „Energieeffizienzplan 2030“ für die hessische Landesverwaltung und die Hochschulen beschlossen worden, der die Bausteine Neubau, Bestand und Nutzerverhalten berücksichtigt. Er soll Grundlage für ein CO2-Monitoring auf der Basis der erstellten CO2-Bilanz sein und der Entwicklung langfristiger Perspektiven zur Zielerreichung des Projekts einer CO2-neutrale Landesverwaltung sein.
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Folgenden Artikel darf ich mit freundlicher Genehmigung von Markus Patschke vom Institut für preisoptimierte energetische Gebäudesanierung GmbH veröffentlichen. Im Original zu finden in der Facebook-Gruppe: “Kostenoptimierte energetische Gebäudemodernisierung”, diskutiert wird über das gleiche Thema auch bei Xing in der Gruppe “Energieeinsparung im Bestand”.
Mach einer mag vielleicht denken, das widerspricht sich mit meinen Forderungen nach mehr Energieeffizienz im Gebäudebereich. Aber was bringen uns die besten Anforderungen, wenn sie nicht eingehalten werden oder wenn im Sanierungsbereich lieber nicht saniert wird? Was bringt uns die beste Förderung, wenn sie nicht abgerufen wird? In dem Sinne hoffe ich weiter auf eine lebhafte Diskussion.
Im Altbaubereich lassen sich enorme Einsparpotenziale heben. Allein durch die wichtigsten kosteneffizienten Maßnahmen lässt sich der Wärmebedarf älterer Gebäude (BJ vor ca. 1975) mindestens halbieren. Alle bisherigen Versuche, dieses riesige Kapital zu aktivieren, sind im Sande verlaufen. Die energetische Sanierungsrate in Deutschland beträgt gerade einmal 0,8%. Erforderlich wären 2%, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung in diesem Wirtschaftssektor zu erreichen. Auch großzügige Maßnahmenförderung und niedrigste Zinsen führen nicht zur spürbaren Anhebung der Sanierungstätigkeit. Im Gegenteil: Sie werden durch gesetzliche Bestimmungen der EnEV und Förderbedingungen regelrecht blockiert!
Aus zahllosen Kundengesprächen können drei wesentliche Gründe für die Blockade ermittelt werden:
Seit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2002 konnte bis 2010 eine Senkung des Heizenergieverbrauchs von deutschen Wohngebäuden um durchschnittlich 22 Prozent erreicht werden, jährlich um 2,75 Prozent. Dies ergaben Auswertungen der gemeinnützigen co2online GmbH des eigenen Bestands von rund einer Million Wohngebäudedaten. Benötigte ein Wohngebäude im Jahr 2002 noch durchschnittlich 161 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr, waren es 2010 nur noch 126 Kilowattstunden.
“Die Ergebnisse zeigen einen positiven Trend in der Entwicklung der Energieeffizienz der Wohngebäude in Deutschland und liefern gleichzeitig den Anreiz, die heute vorhandenen Einsparpotenziale im Bereich der energetischen Gebäudesanierung verstärkt auszuschöpfen”, sagt Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer von co2online. Denn Wohngebäude in Deutschland sind mehrheitlich Altbauten, rund 75 Prozent von ihnen wurden vor 1979 gebaut. In diesen Bestandsbauten liegen die Einsparpotenziale beim Heizenergieverbrauch besonders hoch. weiterlesen ›