Tag: energiewende

Dezentrale Energiewende braucht energieeffiziente Gebäude

Diskussion über Gebäude-Energieeffizienz ja, aber bitte sachlich bleiben, Foto: startupstockphotos.com Wer meine Beiträge kennt, weiß, dass ich sachlich argumentiere aufgrund von Untersuchungen, wissenschaftlichen Grundlagen und Beispielen aus der Praxis. Manchmal sind meine Beiträge überspitzt, um Kritik herauszufordern und eine Diskussion anzuregen. Einer Diskussion gehe ich normalerweise nicht aus dem Weg, wenn sie sachlich geführt wird. Zum Thema energieeffiziente Gebäude hatte ich hier schon so einige Diskussionen, da gibt es wohl auch viel zu diskutieren. Meine Position dazu habe ich in vielen Beiträgen immer wieder klar und deutlich heraus gestellt. Ohne eine Verringerung der CO2-Emissionen aus dem Gebäudesektor werden wir kaum vorwärts kommen im Klimaschutz. Das muss genauso wichtig werden wie ein Ausstieg aus der Kohleverstromung. So weit herrscht vielleicht noch Einigkeit. Doch die öffentlichen Diskussionen drehen sich immer wieder nur um einen Aspekt, der Fassadendämmung. Das ist ein Teilaspekt, der Energieeffizienz von Gebäuden. Bei diesen öffentlichen Diskussionen habe ich schon mehrfach Sachlichkeit eingefordert, zuletzt am Montag im Beitrag, der Kritikern Populismus vorwirft. weiterlesen ›

Ende des Dämmwahnsinns = Dezentrale Energiewende

Der einfachste Preisrechner für Solarstrom

Bisherige Energieeinsparmaßnahmen für ca. 13 Millionen Heizungsbetreiber  von 1-2 EFH beschränkten sich auf Umstieg zur Brennwerttechnik und Dämmungsmaßnahmen. Seit Stromspeicher für Photovoltaikanlagen gefördert werden, wurden nun plötzlich auch elektrische Zusatzheizungen für Solarthermie und Wärmepumpen für den Winterbetrieb attraktiv. Im Gegensatz zu den bisherigen Methoden erzeugen die Regenerativen Energien Photovoltaik/Solarthermie/Kleinwindkraft mit Stromspeicher auch Ökostrom mit bisher ungeahnten und kaum bekannte Einsparquoten. Alle Energiewender solltn sich nun freuen.  Doch die Medien bieten fast täglich im Fernsehen und in den Printmedien immer noch verstärkt Dämmungstechnik an. Halbstaatliche Beratungsinstitutionen ignorieren ebenfalls die Tatsache, dass es mindestens 10 Einspartechniken mit regenerativen Energien gibt, die ALLE wesentlich höhere Einsparquoten und Wirtschaftlichkeitswerte in den Auswertungen von Beratungssoftware aufweisen, als bei den bisherigen Methoden. Der Wahnsinn besteht darin, dass dies der Energiewende beim Heizen großen Schaden zufügt. Denn es ist nicht nachvollziehbar, warum die ohnehin schon verunsicherten Heizungsbetreiber mit destruktiver Informationspolitik gar keine Sanierungsentscheidung treffen. Denn die Sanierungsquote im Bestand geht zurück. Ein Hauptgrund hierfür besteht in der Skepsis gegenüber Außenwand-Dämmung, dass diese eventuell nicht die versprochenen Einsparquoten bringen. Auch die Angst irgendwann vorzeitig und teuer nachsanieren zu müssen, dass sich Schimmel bildet und die Investition in andere Techniken nicht sinnvoller wäre, wirkt negativ auf die individuellen Sanierungsentscheidungen. Diese Skepsis wird gestärkt durch mehrere kritische Medien- und Fernsehbeiträge über tatsächliche Einsparquoten von Styropor, Brandgefahren und dem Gefühl, vom Berater eventuell abgezockt zu werden. Gepuscht von Verbraucherzentrale, DENA und andere halbstaatliche Medien wie enbausa, werden Dämmungsmaßnahmen wie sauer-Bier angeboten. Dafür verschweigen diese Medien aber konsequent wirtschaftlichere und bauphysikalisch neutrale Alternativen. Mindestens 10 Alternativen mit regenerativen Energietechniken erbringen erheblich mehr Einsparquoten an Strom und Heizungswärme. Einige sind günstiger als in den Medien dargestellte 17.000 Euro oder vom Verband Dämmindustrie: mit 20.000 Euro. Dabei sollte ein Heizungsbetreiber wissen, welche Ereignisse die Investitionskosten für eine Außenwandvolldämmung in die Höhe treiben können: a) Vorzeitige Nachsanierung durch Feuchtigkeitseintritt zwischen Dämmung und Hauptmauer.  Mögliche Ursachen hierfür: 1. Fachbetriebe vergeben Aufträge oft an SUB_SUB_SUB-Unternehmer. Dadurch unfachmännische Verarbeitung möglich (es darf in der gesamten Kreditlaufzeit von mindestens 20 Jahre kein Millimeter Versatz oder Haarrisse geben, da sonst Feuchtigkeit eindringt)
2.  Spechte und einige Kinder lieben es, die Außenwandfassade zu löchern
3. keine diffussionsoffene Wirkung mehr mit physikalischen Nachteilen (inhaltliche Diskussion bitte in einem anderen Forum) b) im Sommer macht die Wärmedämmung was sie soll: die Wärme bleibt in den Zimmern => Kühlgeräte müssen mit zusätzlichem Energieverbrauch den Mangel ausgleichen
c) Bewohner lüften nicht wie notwendig. Innenraumfeuchtigkeit und Schimmelrisiko steigen. Verstärkt durch unterschiedliche Temperaturentwicklung der Innenwand werden zusätzliche Lüftungsautomatismen notwendig. Das Grundproblem der ungleichen Temperaturverteilung, falsch eingebauter Heizkörper in Nischen mit Blumenbänken drüber und den Nachteilen einer Konvektionsheizung verstärken die Basisbedingungen für überhöhten Heizenergieverbrauch=geringe Einsparung=weiter relativ hohe Energiekosten.
d) finanzielle Rückstellungen notwendig wegen vorzeitiger Sanierung der Außenfassade innerhalb der Kreditrückzahlung
e) Einsparquoten decken bei weitem nicht die notwendigen Kreditrückzahlraten, daher höhere Zinslast und Kaufkraftverluste
f) alter Öl/Gaskessel muss wegen Altersschwäche oft < 20 Jahre und dann sofort komplett ersetzt werden. Wenn dies während der Rückzahlung des Dämmungskredits passiert, wird auf einen Schlag eine 5-stellige Summe zusätzlich fällig
g) die gängigen Anstriche der Außenfassade sind mit Giften gegen Moosbefall versetzt. Diese werden nach ca. 5 Jahren komplett ausgewaschen. Die Gefahr, dass sich die feuchtigkeitsliebenden Moose ansiedeln ist extrem hoch. Das bedeutet meistens ebenfalls eine Nachsanierung, im schlimmsten Fall mit der gleichen Investitionssumme wie die Erstsanierung
h) Die Gefahr einer umfassenden Schimmelsanierungsmaßnahme außen und innen steigt enorm. Fazit: sinnvolle Teildämmung=> JA, aber erst nach der Ersetzung der Heizung. Meistens sind die Einsparquoten durch regenerative Energien so hoch, dass sich eine Außenwanddämmung gar nicht mehr lohnt. Mit Wärmedämmung oder Umstieg auf Brennwerttechnik sind die Einsparquoten sehr gering. Gleichzeitig wird kein Strom eingespart. Konsequenz: Außenwanddämmung und Brennwerttechnik sind die unwirtschaftlichsten Sanierungsmaßnahmen überhaupt. Wenn mit gleicher Investitionssumme eine Vierfacheinsparung von fossilen Brennstoffen, Heizkosten, Stromkosten und Schadstoffen (darum geht es doch bei der dezentralen Energiewende beim Heizen!) weit über der 70%-Marke bei Heizungsbetreibern und über der 20%-Marke bei den meisten Bewohnern von Miet- und Eigentumswohnungen liegen, dann muss es doch Aufgabe aller Energiewender sein, diese kontraproduktive Kampagne der Baustoffindustrie und Politik-Lobbyisten aufzudecken. Wenn Bausparkassen oder eine Crowdfounding-Berater eine Finanzierungszusage prüfen und die Auswertung der wichtigsten Maßnahmen vergleichen, wählen diese aus nachvollziehbaren Gründen diejenige, die in Euro gerechnet die meisten Einsparungen erbringen. Letztlich beendet die Wirtschaftlichkeit den Medienwahnsinn um Außenwandvolldämmung und macht den Weg frei für die von uns alle gewünschte dezentrale Energiewende. Die Frage ist nur wann sich die Verantwortlichen besinnen und endlich die längst bewährten regenerativen Einspartechniken in den Fokus stellen. Wir wollen diese Energiewende schnell durchsetzen und den Energieberatern, Handwerkern, Hersteller der regenerativen Energien mit Kleinwindkraft und Sonnenenergie endlich mehr Aufträge generieren. Diese sind sicher auch froh darüber, dass die dicken Steine endlich aus dem Weg geräumt wurden. Das Nachhaltigkeitsnetzwerk „Energiepreisbremse“ bietet allen Interessierten mit dezentralem Energiewendeanspruch logistische Unterstützung. Gesucht werden Netzwerker, Energieberater, Unternehmen (gerne auch Wohnungsbaugesellschaften), Handwerker und alle anderen Energiewender, welche mit ungewöhnlichen, aber hoch effektiven Informationskampagnen und Marketingaktionen die dezentrale Energiewende beim Heizen voranbringen wollen.

Gelungenes Beispiel für Energiewende-Projekt in der Produktion

Greenfactory Allgäu, die energieautarke Produktion. Einblick in Produktionsablauf, Foto: Müller Produktions GmbH Erfolgreiche Energieeffizienz-Maßnahmen sieht man nicht von außen, sie müssen kommuniziert werden. Hier ist noch viel zu tun, denn ohne Kommunikation sieht man kaum was Effizienz leisten kann. Wir brauchen mehr Berichte von guten und vorbildlichen Projekten, egal ob in der Industrie, im  Gewerbe oder an Gebäuden. Ein solches Beispiel erreichte mich diese Woche und ein weiteres schönes Beispiel habe ich aus meiner Umgebung in der Planung. Industrielles Leuchtturmprojekt der Energiewende Green Factory im Allgäu Dieses Beispiel ist die weltweit erste energieautarke Produktions- und Ausbildungshalle der Müller Produktions GmbH in Ungerhausen, die so genannte Green Factory Allgäu. Die Müller Produktions GmbH produziert in Ungerhausen in erster Linie versorgungstechnische Komponenten, wie zum Beispiel PE-Bauteile für Geothermie wie Erdsondenanlagen oder Erdkollektoren, Rohrleitungssysteme aus Stahl und Edelstahl oder Gehäusekomponenten für Windkraftanlagen und Wärmepumpen. Im Bereich der Lüftungstechnik stellt Alois Müller unter anderem Lüftungskanäle, Luftauslasssysteme und Sonderkomponenten für Lüftungsanlagen her. Auch für die Kühlung von Werkzeugmaschinen bietet das Unternehmen aus Memmingen innovative Systeme an. Außerdem dient die Green Factory in Ungerhausen als Ausbildungshalle für den Nachwuchs der Unternehmen der Müller-Gruppe. weiterlesen ›

Energie-Wendezeit

Quantensprung in der energetischen Sanierung im Gebäude-Bestand

Effektiv Strom und Wärme sparenHeizen zum direkten Sonnen-Nulltarif konnten bisher nur Betreiber von Wärmepumpen oder einer Photovoltaik/Solarthermie-Hybridanlage. Doch diese Anlagen führten vor der Energiewende beim ökologischen Heizen wegen technischen Kinderkrankheiten, hohen Investitionskosten, einer meist auf unausgereifter Technik und teurem Strom basierenden Winter-Zusatzheizung und unwirtschaftlichen Energieeinsparquoten ein Schattenleben. Manche Wärmepumpen verbrauchten mehr elektrische Energie, als Wärmeenergie einzusparen.

Durch die finanziell hoch attraktive Einspeisung von Ökostrom in das öffentliche Stromnetz nutzte ein Hausbesitzer den Ökostrom vom Dach selten. Stromspeicher kamen erst vor wenigen Jahren zu astronomischen Preisen in den Handel und Elektroheizungen, beispielsweise Nachtspeicheröfen, arbeiten mit extrem hohem Stromverbrauch, teilweise über 3 kW pro Gerät. Mieter waren komplett von Ökostromnutzung ausgeschlossen.

Auf Basis von thermodynamischen Wärmegesetzen basierende Elektroheizungen arbeiten immer noch ineffektiv und verursachen ökologische Schäden. Zudem sind diese unwirtschaftlich und im Betrieb die teuerste Methode, um Heizungswärme zu erzeugen. weiterlesen ›

Podcast 42 mit Craig Morris über die EEG-Umlage 2015

Podcast energynet.deSeit einigen Jahren wird Mitte Oktober immer der Blick auf die scheinbaren Kosten der Energiewende gerichtet – von der Bundesnetzagentur wird die Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr festgelegt. Bislang war diese Verkündung mit viel Mediengetöse über die steigenden Kosten der Energiewende verbunden. Dass aber die Höhe der Umlage nichts über die Kosten der Energiewende aussagt, ist hingegen noch nicht überall bekannt.

In diesem Jahr war es medial ruhiger, denn erstmals wurde eine geringere EEG-Umlage verkündet als im Vorjahr. Sie sinkt im kommenden Jahr um 0,07 Cent auf 6,17 ct/kWh. Der Hintergrund ist das hohe Guthaben auf dem Konto der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), bisher war dieses Konto deutlich im Minus. Trotz dieses großen Unterschiedes zum Vorjahr wird die EEG-Umlage nur leicht gekürzt.

Werden die Strompreise wieder sinken oder steigen sie trotz gesunkener Umlage weiter an?

Ob es zu niedrigeren Strompreisen kommen wird, ist bei der nur geringen Kürzung fraglich. Wie entwickeln sich Netzentgelte und andere Kosten? Die Beschaffungskosten für die Stromversorger sind jedenfalls deutlich weiter auf dem Weg nach unten. weiterlesen ›

Interessiert sich denn keiner für die explodierenden Heizkosten?

Heizkosten

Entwicklung der Heizkosten in Deutschland, Quelle: CO2online/ DMB

Eigentlich wollte ich meinen Beitrag zur Blogparade über die Wärmewende ganz anders beginnen, aber der gestrige Tag war wieder typisch. Zahlreiche Medien stürzten sich auf die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes und berichteten von der Verdoppelung der Strompreise für private Haushalte seit dem Jahr 2000.

Dass dagegen im gleichen Zeitraum die Preise für Heizöl und Erdgas um fast das Dreifache angestiegen sind, wie die “Daten zur Energiepreisentwicklung” des Statistischen Bundesamtes zeigen, hat hingegen kaum jemand bemerkt. Eine typische Situation für die Wärme in der Energiewende.

Energiewende ist mehr als der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie

Dass es Zeit wird, sich mit dem Thema Wärme in der Energiewende intensiver zu befassen, habe ich hier schon häufig betont. Energiewende ist viel mehr als der Umstieg von Atom- und Kohlekraftwerken auf Steom aus erneuerbaren Energien. Diese Betrachtung, die leider fast der Normalfall ist, greift zu kurz. Unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes müssen auch die Wärmeversorgung und der Verkehr in die Energiewende einbezogen werden. weiterlesen ›