Wie wird die Zukunft der Energieversorgung denn nun aussehen?

Die Energiewende steht nicht erst seit heute auf der Kippe. Wie soll es weitergehen in der Energiepolitik, nachdem der Umweltminister jetzt einen neuen Namen trägt? Den Erneuerbaren Energien weht eine starker Wind entgegen, es wird wieder Stimmung gegen erneuerbare Energien gemacht in den Medien. Die Bevölkerung soll Angst haben vor steigenden Strompreisen (Kampagne der Bild-Zeitung) und dem angeblichen Hokuspokus der erneuerbaren  Energien, die völlig unsinnig seien oder einer angeblichen Zwangsdämmung, die nur Kosten aber keine Einsparung verursacht (Focus).

Der neue Umweltminister hat bisher nicht gerade durch fortschrittliche energiepolitische Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht, wie das Magazin energie-experten.org herausgefunden hat. Die Entscheidung im Bundesrat vergangenen Freitag, die Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom neu zu verhandeln, ist da momentan der einzige Lichtblick für erneuerbare Energien.

Jetzt wird mit harten Bandagen gekämpft, wie die oben genannten Beispiele zeigen. Ob es eigentlich Zufall ist, dass bei diesem Gegenwind konventionelle Kraftwerke nur noch im Grundlastbetrieb fahren? Die Kraftwerksbetreiber verdienen kein Geld mehr mit dem ehemals teuren Spitzenlaststrom.

Auf dem Weg zu einer sicheren, nachhaltigen und bezahlbaren Energieversorgung gibt es aber kein Weg mehr zurück und keine Alternative. Ohne erneuerbare Energien muss mit steigenden Strompreisen gerechnet werden, denn Kohle und Gas werden nicht billiger und tragen zum Ausstoss schädlicher Klimagase bei. Das Märchen der billigen und sicheren Atomenergie sollte sich heute eigentlich erledigt haben nach Fukushima. Auch Kosten für die Stromnetze werden anfallen, Instandhaltung gibt es nicht zum Nulltarif.

Der Aufbau einer neuen, zukunftsfähigen Energieversorgung erfordert ein hartes Stück Arbeit und ist ein unvorstellbar großer Aufwand. Diese Diskussion zeigt, wie viel noch zu tun ist, und wir stehen immer noch am Anfang dieses langen Marathons. Wir brauchen ein enormes Durchhaltevermögen, wie bei einem Marathonlauf. Auf diesem Weg können wir nicht alleine gehen, kann nicht jede Branche alleine gehen und es macht gar keinen Sinn Beteiligte des Prozesses gegeneinander auszuspielen. Wenn jeder den Weg alleine geht, wird er nur komplizierter und länger. Wenn man mehr Partner in den Prozess einbezieht, kann die Entwicklung reibungsloser ablaufen.

Mir ist bewusst, dass ich  mit diesem Beitrag provoziere, aber so ist meine  Sicht auf den Stand der Energiewende. Vielleicht haben wir jetzt mit dem Wechsel an der Spitze des Bundesumweltministeriums die Chance auf eine andere Entwicklung, eine Entwicklung im Konsens oder zumindest eine Führung auf diesem steinigen Weg.

Wie die Zukunft der Energieversorgung denn nun aussehen wird, kann man heute kaum sagen, aber nachhaltig wird sie nur sein, wenn sie auf erneuerbaren Energien und Energieeffizienz basiert.

Zur Entlassung des Bundesumweltministers Dr. Norbert Röttgen erklärt Stephan Grüger, Mitglied des deutschen Vorstands von EUROSOLAR e.V.:

“Die Kanzlerin hat die Gelegenheit der für die CDU verlorenen NRW-Wahl genutzt, sich ihres Umweltministers zu entledigen. Der wahre Grund dürfte aber wohl darin zu finden sein, dass Umweltminister Röttgen aus Sicht großer Teile der CDU-FDP-Koalition die Energiewende nicht noch viel massiver behindert hat, als er es bereits getan hat. Aus Koalitionskreisen wurde Röttgen schon länger angelastet, dass er nicht schon viel früher die Axt an die deutsche Solarwirtschaft gelegt hat. Dass er damit nun auch noch im Bundesrat gescheitert ist, hat für diese Kreise nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Das Lob von BDI-Präsident Hans-Peter Keitel für den designierten Röttgen-Nachfolger Peter Altmaier spricht in dieser Hinsicht Bände.

Mit dieser Entlassung wird deutlich, dass Sonntagsreden von der Bedeutung der Energiewende noch lange nicht bedeuten, dass wesentliche Teile von CDU und FDP sich schon mit dem endgültigen Aus für die Atomenergie abgefunden haben, oder gar für eine dezentrale Energiewende sind. Man kann nur hoffen, dass nun Herr Altmaier erkennt, welche große regionalwirtschaftliche und auch industriepolitische Bedeutung gerade eine dezentrale Energiewende hat. 380.000 Arbeitsplätze wurden auf Grund der Existenz des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) bereits vor allem von mittelständischen Unternehmen geschaffen. Dies haben auch viele CDU-Landräte und Kommunalpolitiker begriffen. Hoffentlich fragt Herr Altmaier einmal den hessischen Landrat Robert Fischbach (CDU) oder den Gießener Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck (CDU), wie eine dezentrale Energiewende funktioniert und welche positiven wirtschaftlichen Effekte damit verbunden sind.”

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Fraunhofer-Institute überblicken alle Aspekte der Energiewende

Fraunhofer Energietage 2012, Foto: Andreas KühlErfrischend mal eine ganz andere Sicht auf die Energiewende zu erleben. Alleine dafür hat sich der Besuch der Fraunhofer Energietage gelohnt. Der Blick der Fraunhofer-Forscher auf die Energiewende ist anders, nicht nur durch die Klimaschutz-Brille, eher pragmatisch und damit auch realistischer. Mir gefällt auch, dass die Fraunhofer-Allianz Energie das gesamte Spektrum der Energiewende erfasst, von den Erneuerbaren Energien über neue, intelligente Stromnetze hin zur Energieeffizienz. Ich glaube nicht, dass es einen anderen Akteur in der Energiewende gibt, der die ganze Bandbreite fachlich abdecken kann.

Die Fraunhofer-Institute sind Forschungseinrichtungen, die nahe an der Praxis sind, ihre Forschungsaufträge kommen überwiegend aus der Industrie. Daher glaube ich, dass sie die Energiewende recht realistisch einschätzen können.

Als Beispiel passt das Thema der Energieeffizienz in der Industrie sehr gut, das ich gestern besonders intensiv verfolgt habe. Gemeinsam mit VW wurde z.B. ermittelt, dass 30% der Energiekosten in der Auomobil-Produktion eingespart werden könnten. Eine Mitarbeiterin von Audi stellte dem Forum vor, wie sie in der Praxis den Energieverbrauch analysieren, inzwischen für alle Gewerke und Arbeitsschritte, um dann die Einsparmöglichkeiten zu finden. Künftig sollen dort auch mehr die Lebenszykluskosten betrachtet werden, denn diese beinhalten die gesamten Kosten einer Investition, die Investitionskosten machen nur ein Sechstel der gesamten Kosten aus.

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Energieeffizienz muss bei der Energiewende nach vorne gestellt werden

Gruenspar.de

Strom sparen,  Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

Strom sparen, Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Bei eingespartem Strom müssen wir uns nicht über die Art der Erzeugung streiten, daher gehört der Energieeffizienz eine größere Bedeutung im Rahmen der Energiewende. Energie sollte möglichst eingespart und effizienter genutzt werden, dann kann die fossile Energie durch erneuerbare Energien ersetzt werden. So heißt es in der lockeren Beschreibung der Energieeffizienz im Polarstern-Blog.

Anlässlich des gestrigen Energiegipfels im Bundeskanzleramt hat der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik-und Elektronikindustrie seine Forderung bekräftigt, den effizienteren Umgang mit Energie zum erstrangigen Ziel der Energiewende zu machen. Zudem spricht sich der ZVEI dafür aus, die Umsetzung der Energiewende auf Ebene der Bundesregierung besser zu koordinieren.

Es sei zu begrüßen, dass die Bundeskanzlerin die Energiewende zur Chefsache mache. Dies könne, in Ergänzung zum erst kürzlich initiierten „Steuerungskreis Energiewende” auf Staatssekretärsebene, künftig eine Energiepolitik aus einem Guss bringen.

Aus Sicht des ZVEI ist für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende eine Gesamtbetrachtung erforderlich, die sich auf sämtliche Bereiche des industriellen Wertschöpfungskreislaufes bezieht. Mit Teillösungen wird die Energiewende nicht zu stemmen sein. So ist es natürlich wichtig, derzeit besonders virulente Fragen wie den künftigen Kraftwerkspark und die Marktordnung zu diskutieren. Nicht minder wichtig sind aber die Aspekte der Synchronisierung des Netzausbaus mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, Aspekte der Netzmodernisierung zu intelligenten Netzen (Smart Grids) sowie Aspekte der Steigerung der Energieeffizienz.

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Industrie setzt auf Energieeffizienz und grüne Technologien

Die morgen beginnende Industrie-Schau Hannover Messe 2012 scheint eine grüne Technologie-Messe zu werden, wenn man sich die Namen der Messebereiceh ansieht. Dort wird von z.B. “Greentelligence” oder “Industrial GreenTec” als Leitthema gesprochen und die Energieeffizienz wird im Forum Efficiency Arena präsentiert. Wenn ich mir die Nachrichten der Aussteller ansehe, dann werden viele interessante Technologien zur Energieeinsparung, für Smart-Grids, Stromspeicher oder Erneuerbare Energien präsentiert.

Demnach setzt die Industrie darauf, dass diese Technologien bald gefragt sein werden – die Energiewende setzt also Innovationen frei und wird zu einem Markt für die deutsche Industrie. Ob die Politik, die momentan eine Blockade der Energiewende betreibt, das auch bald so sehen wird?

Die Veranstaltung starte exakt zur richtigen Zeit, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe AG, Dr. Wolfram von Fritsch. “Nachhaltigkeitsdiskussionen und Energiewende haben die hohe Innovationsdynamik der internationalen Industrie in allen Bereichen noch einmal beschleunigt. Die Industrie ist entschlossen, diese Herausforderungen als Chance zu nutzen. Die Innovationen auf der HANNOVER MESSE werden belegen: Technisch sind Nachhaltigkeit und Energiewende zu meistern. Hinzu kommt: Die Wirtschaft hat Vertrauen gefasst in eine stabile Weltkonjunktur. Die Unternehmen lösen die Handbremse und setzen auf Wachstum.”

Eines der innovativen Beispiele, die ich morgen in Hannover sehen werde (ich werde mir die Messe erstmals selbst anschauen), ist der schwäbische Hersteller von Ventilatoren, Ziehl-Abegg:

Der Künzelsauer Ventilatorenbauer Ziehl-Abegg stellt auf der Hannover Messe (Halle 11, Stand E49/E51) eine neue Generation von Ventilatorensystemen vor, die extrem energiesparend ist. “Wir setzen mit ZAplus einen neuen Standard in Punkto Effizienz, welcher der EU-Richtlinie (ErP) fürs Energiesparen deutlich voraus ist”, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl. Dadurch amortisiert sich der höhere Anschaffungspreis innerhalb eines Jahres. Danach sparen beispielsweise Supermarktbetreiber oder Hotelbesitzer durch den deutlich niedrigeren Stromverbrauch jeden Tag bares Geld.

ZAplus spart im Dauerbetrieb durchschnittlich 150 Euro pro Jahr ein, so aktuelle Messwerte. Gleichzeitig ist die Neuentwicklung leiser. Die neue Entwicklung vereint eine ganze Reihe von Vorteilen und Möglichkeiten. Ziehl-Abegg weist neben der Energieeinsparung auf die bis zu 15 Prozent höhere Luftmenge hin. Da Ziehl-Abegg in der Konstruktion auf neuartige Materialien setzt, wiegt das ZAplus-System mindestens acht Kilogramm weniger als heute marktübliche Systeme. Dazu kommt die ideal abgestimmte Kombination von bionischem Ventilator, Motor und Steuerungstechnik aus einem Guss.

Das neuartige System bringt Geräteherstellern wie Kunden noch weitere Vorteile: Das ausgeklügelte System minimiert das Risikos eines thermischen Kurzschlusses, ein geschlossener Kabelkanal schützt elektrische Leitungen. Für Gerätehersteller, die Schalldämpfer oder Textilschläuche installieren, gibt es auf beiden Seiten von ZAplus genormte Anschlüsse (Eurovent-Flansch).

 

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Die Liste der 7 Thesen gegen die übereilte und deutliche Kürzung der Solarförderung

Lautstarker Protest in Berlin vor der Bundespressekonferenz (Quelle: BSW-Solar)Ich muss jetzt wieder zum Thema Photovoltaik zurück kommen, auch wenn es noch viele andere wichtige Themen gibt. In der vergangenen Woche fand das 27. Symposium Photovoltaische Solarenergie in Bad Staffelstein statt, eine klassische Veranstaltung in der Branche. Dieses Jahr wurde die Veranstaltung überschattet von dem aktuellen Thema der übereilten deutlichen Kürzung der Einspeisevergütung.

Die Teilnehmer haben reagiert und sieben Antithesen zum Vorhaben der Bundesregierung in einer Staffelsteiner Erklärung veröffentlicht, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Es geht im wesentlichen um die Bedeutung der Photovoltaik für die Energiewende und die deutsche Wirtschaft.

Es sollen 1.500 Personen die Erklärung unterzeichnet haben, die von der Politik eine Rückkehr zu einem demokratischen Dialog erwarten. Schließlich werden bei allen anderen Entscheidungsprozessen auch die betroffenen Organisationen eingebunden. Morgen sollen die Staffelsteiner Erklärung in einer großen deutschen Tageszeitung erscheinen, warum man aber nicht mehr Möglichkeiten nutzt, sie über Social-Media zu verbreiten, verstehe ich nicht.

Die 7 Thesen im Wortlaut:

1. Die Energiewende ist richtig.

Ein Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien und Energieeffizienz ist der einzige Weg, den wir als Industrienation haben, um unsere Sicherheit und Lebensqualität bezahlbar zu sichern. Wir bieten damit der Welt ein attraktives Beispiel, das viele Nachahmer findet.

2. Photovoltaik als wesentliche Säule der künftigen Energieversorgung

Bei der Stromerzeugung ist die Photovoltaik einer von drei Pfeilern der Energiewende – Solarstrom, Windstrom und die anderen Erneuerbaren. Sie sind die anzustrebende Zukunft und besitzen das notwendige Ausbaupotential. Photovoltaik hat bereits heute eine netzstabilisierende Wirkung und hilft, künftige Black-outs zu vermeiden, ohne dass die Höchstspannungsnetze kurzfristig ausgebaut werden müssen.

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Bleibt die Energiewende auf halbem Wege stehen?

Flat Calm
(Creative Commons License photo credit: Andy S-DEigentlich hat die Politik die Energiewende mit dem Energiekonzept der Bundesregierung und dem Ausstieg aus der Atomenergie vorgegeben. Einen Handlungsrahmen gibt es auch, den habe ich vor einer Woche erst ausführlich in zwei Beiträgen analysiert (Teil 1, Teil 2).

Aber die tatsächliche Handlung und öffentliche Berichterstattung spricht eine andere Sprache und erweckt den Eindruck, als wird die Energiewende hin zu einer sicheren und unabhängigen Energieversorgung nicht wirklich gewollt. Neben dem Dauerthema der Förderung von Solarstrom, ist mittlerweile der Ausbau der Offshore-Windenergie ins Stocken geraten – obwohl gerade dieser Sektor als ein Steckenpferd der Bundesregierung galt, da er die Brücke zur alten zentralen Energieversorgung schlägt.

Das Handelsblatt berichtete gestern von den großen Schwierigkeiten des Netzanschlusses, für den immense Investitionen notwendig seien. Zudem gibt es immer noch offene Fragen in der Haftung bei Schäden an den Leitungen. In der Nordsee-Zeitung wird zudem über langjährige Genehmigungsverfahren und unklare Zuständigkeiten bei den Bundesministerien geklagt. Für einen zügigen Ausbau der Offshore-Windenergie ist zudem eine geeignete Infrastruktur mit Häfen für Errichtung und Service notwendig, sowie Offshore-Spezialschiffe, die viel Geld kosten und noch gebaut werden müssten.

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Solarwirtschaft warnt vor Scheitern der Energiewende

Photovoltaik-Anlage auf dem Verbandssitz des BSW-Solar

Quelle: BSW-Solar/Upmann

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) sieht durch die Forderungen von Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler, die Solarförderung hart zu beschneiden, die Energiewende und den Photovoltaik-Standort Deutschland mit über 100.000 Arbeitsplätzen in ernster Gefahr.

Der Zusammenschluss von über 800 Solarunternehmen fordert den Minister auf, die im vergangenen Sommer von der Bundesregierung beschlossene Energiewende nicht weiter zu torpedieren. Gestern verhandelten der für die Erneuerbaren Energien verantwortliche Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen erneut mit dem Bundeswirtschaftsminister über eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) (ohne Ergebnis).

Rösler fordert gegenwärtig, die Förderung neuer Solarstromanlagen auf einen Bruchteil des bisherigen Zubaus zu beschränken. Nach seinen Vorstellungen soll jährlich nur noch 1 Gigawatt Solarstrom gefördert werden. Das wären knapp 90 Prozent weniger als in den beiden Vorjahren 2010 und 2011.

Die von Rösler geforderten drastischen weiteren Kürzungen werden von der Solarbranche scharf kritisiert. Diese hätten unweigerlich einen Markteinbruch und die Zerstörung eines Großteils der Solarbranche in Deutschland zur Folge, so die Warnung des BSW-Solar. In den vergangenen Jahren musste die Solarwirtschaft bereits deutliche Einschnitte verkraften. Die Förderung für neue Solarstromanlagen wurde allein seit 2008 halbiert.

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Ganzheitliche Betrachtung der Energiewende – 2

Dies ist die Fortsetzung des Kommentars zum BMWi-Dokument “Umbau der Energieversorgung in Deutschland”. Im ersten Teil habe ich mich allgemein zu diesem Strategiekonzept geäußert, sowie zu den Themen “Netze” und “Kraftwerk”, jetzt geht es um die Themen “Speicher”, “Erneuerbare Energien” und “Energieeffizienz”:

Speicher

Die Notwendigkeit von Stromspeichern wird in dem BMWi-Dokument eingesehen: “Energiespeicher können die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausgleichen”. Aufgezählt werden dann Druckluftspeicher und verschiedene Batteriespeicher, aber die vielversprechende Technologie Power-to-Gas, die der Wirtschaftlichkeit am nächsten sein soll, wird nicht erwähnt. Ebenso wenig ist die Rede von Marktanreizen oder einer marktnahen Einführung für Speichertechnologien. Erwähnt werden lediglich Stichworte wie eine Befreiung von Netzentgelten oder von der EEG-Umlage. Sinnvoll ist aber auch hier ein ganzheitlicher Ansatz in dem Stromspeicher zur Netzentlastung beitragen, davon ist aber keine Rede.

Erneuerbare Energien

Viel muss ich nicht schreiben, das habe ich bereits getan und vielleicht hat die aktuelle Entwicklung auch schon das Dokument überholt. Es wird leider mit keinem Wort erwähnt, wie die Höhe der EEG-Umlage so starkt ansteigen konnte. Denn es ist nicht der hohe Zubau an Photovoltaik-Anlagen, sondern die vielen Ausnahmen für die Industrie, die den Strompreis steigen lassen. Das EEG war bis jetzt ein erfolgreiches Modell für die Markteinführung Erneuerbarer Energien.

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Ganzheitliche Betrachtung der Energiewende – 1

Es ist klar, dass der Umbau der Energieversorgung – oft bezeichnet als Energiewende – ganzheitlich betrachtet werden muss. Eine bloße Betrachtung des Zubaus an Erneuerbaren Energien alleine reicht nicht aus. Auch die Verteilung des Stroms im Stromnetz und die Lieferung bei Bedarf, sowie die intelligente Steuerung gehören dazu. Die beteiligten Institutionen wissen das. In der  Solarbranche wurde kürzlich die Einbindung der Photovoltaik in das Stromnetz diskutiert und auch die Windbranche fordert einen Ausbau mit “Klasse statt Masse”.

Das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) hatte sich im Dezember 2011 dem Thema angenommen und ein Dokument veröffentlicht unter dem Titel “Umbau der Energieversorgung in Deutschland”. Inspiriert durch den absolut empfehlenswerten Artikel im Energiewende-Blog des Vereins Energiewende e.V. Rüsselsheim möchte ich hier auch dieses Dokument analysieren. Vermutlich werde ich das nicht so gut können, wie Hans-Peter Scheerer, der gleichzeitig im Energiewende-Verein aktiv ist und Geschäftsführer der Stadtwerke Rüsselsheim.

Der selbstgewählte Anspruch des BMWi-Dokuments lautet immerhin “Statt Stückwerk brauchen wir einen Gesamtansatz für den Umbau der Energieversorgung”. So befasst man sich immerhin mit den Stromnetzen, Kraftwerken, der Speicherung von Strom, mit Erneuerbaren Energien (abgetrennt von den Kraftwerken?) und mit dem Thema Energieeffizienz. Löblich ist auch die Erwähnung eines Monitorings, das erstmals Ende 2012 berichten wird “wo wir bei den Zielen und Maßnahmen stehen und ob die Rahmenbedingungen nach wie vor stimmen”.

Die Ziele in dem Dokument sind in der Tat sehr diffus:

“Wir wollen eine sichere und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland. Entwicklungspfad bis 2050 haben wir mit dem Energiekonzept beschrieben. Dabei sollen Treibhausgasemissionen gesenkt, der Anteil der erneuerbaren Energien erhöht und die Energieeffizienz gesteigert werden.”

Die Bundesregierung hat doch klare Ziele definiert, warum sich das Bundeswirtschaftsministerium nicht an diesen Zielen orientiert, ist völlig schleierhaft. Dabei beziehen sich die geplanten Maßnahmen doch wieder auf das Energiekonzept der Bundesregierung. Aber leider werden die genannten 120 Maßnahmen der Bundesregierung nicht näher definiert, bzw. auf ein entsprechendes  Dokument verlinkt. weiterlesen ›

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Energielücke in Frankreich beweist Deutsches Erfolgsmodell

Für eine zukunftsfähige Energieversorgung in der Europäischen Union bleibt die forcierte Installation von Erneuerbare-Energien-Anlagen ohne Alternative. Das gilt für Deutschland ebenso wie für die übrigen Mitgliedstaaten im Binnenmarkt. Die am Freitag, 10.01.2012, vom CDU-Wirtschaftsrat verkündete Thesen über eine Gefährdung der Netzstabilität stehen im Widerspruch zur Realität im deutsch-französischen Stromhandel.

In Deutschland hat sich das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit seinem Inkrafttreten vor 12 Jahren als verlässliches Instrument zum Marktausbau erwiesen. Rund 20 Prozent des Stromverbrauchs stammen mittlerweile aus Erneuerbaren Energien. „Dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland die Netzstabilität bedrohen würde, gibt es bislang keinerlei Anzeichen“, betont der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer.

Vohrer wies damit Behauptungen zurück, die der CDU-Wirtschaftsrat im Umfeld eines Pressegesprächs in Berlin aufgestellt hatte. „Vielmehr liefert Deutschland auch in diesem Winter Strom nach Frankreich, um dort das relativ unflexible, stark von der Atomkraft abhängige Stromsystem zu entlasten“, sagte Vohrer. Die dezentrale Photovoltaik sorge zudem für einen Ausgleich und für Stabilisierung im deutschen Netz, während Frankreich mit seinen zentralen Großkraftwerken in diesen Tagen ständig am Rande eines Blackouts stehe.

Den Stellenwert der Photovoltaik zeigen die Daten der Leipziger Strombörse unterwww.transparency.eex.com, während die Leistungskurve der Photovoltaik auf www.sma.de/de/news-infos/pv-leistung-in-deutschland.html veranschaulicht wird.

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