Präsentation der ORC-Technologie von Turboden auf der EEIP-Konferenz in Duisburg, Foto: Andreas Kühl Von den 400 TWh, die in Deutschland zur Erzeugung von Prozesswärme in der Industrie benötigt werden, gehen 30 bis 40% als Abwärme verloren. Mindestens 30 TWh/a davon könnten wirtschaftlich eingespart werden – so viel Strom wie drei Kernkraftwerke im Jahr produzieren. Mit dieser Thematik der Abwärmenutzung bei hohen Prozesstemperaturen hat sich das europäische Netzwerk EE-IP (Energy Efficiency in industrial Processes) in den vergangenen 18 Monaten intensiv auseinandergesetzt. Es wurden Best-Practice-Beispiele gesucht, Hindernisse aufgedeckt, unterschiedliche Technologien gefunden, viele Gespräche geführt und Finanzierungsinstrumente gesucht. Unter dem Motto “Energy Recover in Industry: Best Practice to Implementation” hat am 12.06.2013 die Abschluss-Konferenz stattgefunden. Im Duisburger Landschaftsprk Nord, ein altes Werksgelände von Thyssen Krupp, trafen sich aus ganz Europa über 70 Industrie- und Verbandsvertreter, sowie weitere Fachleute zu einem Austausch über die Themen Abwärmenutzung und Wärmerückgewinnung als Kernthemen, sowie über die Finanzierung von Energieeffizienz und über energieeffiziente Prozesse. Best-Practice Beispiele für industrielle Abwärmenutzung Einer der beeindruckendsten Beispiele, die aufgezeigt wurden, ist das Projekt von Finnfjord AS, einem Familienunternehmen in der Herstellung von Ferrosilizium und Mikrosilizium. Das Unternehmen im norwegischen Finnsnes hat einen jährlichen Stromverbrauch von 1.000.000 MWh und verbraucht zusätzlich große Mengen an Kohle und Koks. Schon 2008 hatte man begonnen mit der Planung einer Anlage zur Abwärmenutzung für die Erzeugung von jährlich 340.000 MWh Strom. In 2012 wurde die Anlage dann in Betrieb genommen. weiterlesen ›
Tag: Energieeffizienz
Suche nach neuen Wegen für Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen
Dachdämmung Kornburger Weg, Quelle: Berliner Energieagentur Die Umweltstiftung WWF und die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) starten heute das Finanzforum Energieeffizienz (effin) offiziell in Berlin. Im Rahmen des Forums treffen Finanzierer und Investoren, spezialisierte Technologieanbieter und potenzielle Kunden zusammen. Mit effin erhalten sie ein kreatives Testlabor, um Chancen und Potenziale neuer Finanzierungsprodukte für Energieeffizienz analysieren und bewerten zu können. Dabei werden die Teilnehmer von einem kompetenten Beraterkonsortium unterstützt. Das Forum effin wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Neue Geschäftsmodelle für Investoren Durch intensiven Austausch zwischen Finanz-, Immobilien- und Energieeffizienzexperten können neue Finanzierungsmodelle entstehen, so die Analyse von WWF und DENEFF. Energieeffizienzexperte des WWF Deutschland Tobias Krug: „Der jährliche Kapitalbedarf zur Erreichung der Energiewendeziele im Gebäudesektor liegt bei rund 33 Milliarden Euro. Das ist das Zweifache des durchschnittlichen Marktvolumens der letzten Jahre. Für Banken, Finanzierer und Investoren birgt dies enorme Chancen. Wer die Bedürfnisse seiner Partner im Energieeffizienzmarkt genau kennt, kann neue Geschäftspotenziale erschließen und gleichzeitig die Energiewende voranbringen“. weiterlesen ›
Neues Energielabel soll gesamten Stromverbrauch im Haushalt erfassen
EU-Energielabel für einzelne Geräte hilft, Stromkosten zu sparen, Quelle: “Initiative EnergieEffizienz / dena” Die Energieeffizienzklassen für einzelne elektrische Geräte kennen heute fast alle. Gerade bei Haushaltsgeräten haben sich die bekannten Energielabel durchgesetzt und sind mittlerweile ein wichtiger Faktor bei Kaufentscheidungen. Sie betreffen aber immer nur einzelne Geräte nach standardisierten Kriterien, nicht berücksichtigt wird der Einfluss der Nutzer und die Gesamtheit der elektrischen Geräte in einem Haus. Thema Haus, dort gibt es auch eine Art Energielabel mit dem Energieausweis, mit zwei unterschiedlichen Verfahren. Einmal gibt es ein standardisiertes Rechenverfahren für das gesamte Haus, inklusive Hülle und Technik und zum anderen eine verbrauchsabhängige Berechnung, nur mit den real verbrauchten Werten. Für die gesamten elektrischen Stromverbraucher im Haushalt gibt es keine Zahlen oder Rechenwege, um die Energieeffizienz des Haushaltes angeben zu können. Dabei wäre das fast wichtiger als die Angabe für ein einzelnes Gerät, wenn man an die zunehmende Anzahl von Stromverbrauchern in Privathaushalten betrachtet. Neues Label soll Stromsparen im Privathaushalt erleichtern Sogenannte Stromeffizienzklassen könnten künftig dabei helfen, für Privatpersonen im Haushalt den Gesamtstromverbrauch transparent zu machen, um dann die richtigen Maßnahmen zum Stromsparen zu ergreifen. Das neue Label wird in einem Forschungsprojekt unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung gemeinsam mit dem Öko-Institut e.V entwickelt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). weiterlesen ›
Mehr Energieeffizienz wäre die richtige Antwort auf hohe Energiekosten in Europa

Das Berlaymont-Gebäude der europäischen Union in Brüssel mit Banner ” “Connecting the European Energy Market”, Foto: ec.europa.eu
Der Gegenwind für eine Energie- und Klimapolitik hin zu erneuerbaren Energien aus der EU ist immer wieder zu spüren. Doch jetzt scheint er noch größer zu werden, zu Gunsten der bestehenden alten und bezahlten Kraftwerke. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, übt die Industrie wohl massiven Druck auf die europäischen Staats- und Regierungschefs aus und fordert eine stärkere Kostenorientierung und Befreiung von Abgaben.
Diese Forderungen finden sich scheinbar schon wieder in dem, bereits abgestimmten, Entwurf für die Beschlüsse des geplanten Gipfels der Staats- und Regierungschefs am Mittwoch in Brüssel. Die Förderung für erneuerbare Energien soll “kostenorientiert umgebaut werden”, andere Energie-Technologien (Fracking?) unterstützt und die Klimapolitik neu ausgerichtet werden.
Hintergrund ist, dass die Industrie sich um ihre Wettbewerbsfähigkeit Sorgen macht. Die hohen Energiepreise in Europa würden alle ihre Anstrengungen wettbewerbsfähiger zu werden und für Arbeitsplätze und Wachstum zu sorgen, zunichte machen.
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Finanzierung von Energieeffizienz durch Crowdfunding zur Unterstützung der Bürger-Energiewende

Das bettervest Team bei der Arbeit, Foto: bettervest.de
Ein Trend aus dem sozialen Netz macht sich immer mehr auch im Energie-Bereich breit, die Finanzierung von Projekten oder Unternehmen durch die große Masse oder im Idealfall durch die späteren Nutzer – das Crowdfunding. Von der Finanzierung der Magazin-App EnergyDemocracy.TV hatte ich schon berichtet und mich mit Kirsten Hasberg im Podcast mehrfach darüber unterhalten – die Finanzierungsphase geht noch knapp eine Woche und es werden noch Unterstützer gesucht.
Es gibt auch spezielle Plattformen zur Finanzierung von Projekten aus dem Energiebereich, vor allem aus dem Photovoltaik-Sektor. Die größte dieser neuen Plattformen kommt aus den USA, bei Mosaic wurden bereits über 2 Millionen Dollar in Solarprojekte investiert. Auch in Deutschland gibt es entsprechende Plattformen. Die Seite crowdEner.gy erinnert dabei sehr an die klassischen Crowdfunding-Plattformen, während LeihDeinerUmweltGeld, mich mehr an die klassischen Projektfinanzierer erinnert. Dann steht auch noch Sunny Crowd in den Startlöchern. Allen gemeinsam ist die Finanzierung von Projekten aus dem Bereich erneuerbarer Energien.
Crowdfunding zur Finanzierung von Energieeffizienz
Aber was ist mit Energieeffizienz? Da ist die Technologie bereits vorhanden, nur die Anfangsinvestitionen stellen meistens das größte Hindernis dar. Da würde sich Crowdfunding als Finanzierungsform doch auch anbieten. Eine Gruppe von fünf engagierten Gründern aus Frankfurt am Main hat sich das auch gedacht und mit bettervest die erste Crowdfunding-Plattform für Energieeffizienz ins Leben aufgebaut. Diese Woche beginnt bei bettervest nun die Betaphase mit dem ersten Projekt für ausgewählte Nutzer. Mitte Juni soll es dann richtig losgehen.
Das klingt sehr interessant für mich, da wollte ich mehr darüber wissen. Meine Fragen an bettervest hat Ingo Birkenfeld aus dem Gründerteam beantwortet.
bettervest ist die erste Crowdfunding-Plattform für Energieeffizienz. Warum Energieeffizienz und nicht erneuerbare Energien?
Dafür gibt es zumindest drei zentrale Gründe: Als erstes war die Kombination aus Crowdfunding und Energieeffizienz die Ursprungsidee für bettervest. Hohe Kosteneinsparungen können Kapitalrückzahlungen an die Crowd sicherstellen, dies ohne Subventionen und Abhängigkeiten von der Politik, wie es bei den Erneuerbaren der Fall ist. Zum Zweiten sprießen seit ein bis zwei Jahren Crowdfunding-Plattformen wie Pilze aus dem Boden. Und einige davon spezialisieren sich gerade auf Erneuerbare Energien, wie etwa sunnycrowd. Noch eine weitere Crowdfunding-Plattform im Bereich Erneuerbare Energien würde im Zweifel diese, ebenfalls sehr guten Plattformen ausbremsen. Das wollen wir nicht.
Energieeffizienz als Wirtschaftsfaktor wird mit dem ersten Branchenmonitor sichtbar

Pressekonferenz zur Vorstellung des DENEFF Branchenmonitors Energieeffizienz, Foto: Andreas Kühl
Das große Manko vom Themenfeld Energieeffizienz ist, dass es nicht sichtbar ist. Wir können energieeffiziente Produkte und Technologien, sowie deren Erfolge nicht sehen und nicht anfassen. Das macht es für die Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Energieeffizienz schwer ihre Erfolge und die Wirksamkeit zu zeigen.
Energieeffizienz ist auch so vielfältig und betrifft viele unterschiedliche Bereiche der Wärme-, Kälte und Stromnutzung. Dazu gehören Gebäude mit privaten Haushalten und gewerblicher Nutzung, die industrielle Produktion, die Mobilität und nicht zuletzt auch die Energieerzeugung.
Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein junger Verband, der unabhängig und branchenübergreifend als Sprachrohr für die Energieeffizienz auftreten möchte. Ziel dieses Netzwerkes von über 70 Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen und Größen ist der Einsatz für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik.