Passend zum Artikel über Informationen für Mieter zum Thema Sanierung, habe ich ein Interview der Redaktion von heizungsfinder.de mit Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes e.V. erhalten. Einen Auszug davon im folgenden Text, der Rest kann im Heizungsfinder-Blog gelesen werden. Foto: Lukas Siebenkotten – Deutscher Mieterbund e. V. Hallo Herr Siebenkotten, vielen Dank, dass sie sich die Zeit nehmen, mit uns ein Interview zu führen. Herr Siebenkotten, Deutschland erlebt gerade eisige Minustemperaturen. Gerade jetzt merkt man als Mieter am eigenen Leib, was es heißt, wenn das Haus schlecht gedämmt ist, die Heizung nicht richtig funktioniert oder die Heizwärme nicht richtig in den Räumen verteilt wird. Welche Möglichkeiten habe ich als Mieter denn grundsätzlich, meinen Vermieter zu energetischen Verbesserungen am Haus zu bewegen. Welche Vorgehensweise würden Sie empfehlen? Siebenkotten: Rechtlich hat der Mieter keine Möglichkeit, den Vermieter zu energetischen Modernisierungen zu bewegen. Es ist allein Sache des Vermieters, ob, wann und in welchem Umfang modernisiert wird. Selbst wenn der Mieter vorschlägt, auf eigene Kosten eine energetische Modernisierung vorzunehmen und hierzu auch die Handwerker beauftragen will, die sonst in der Vermieterimmobilie tätig sind, muss der Vermieter nicht zustimmen. Das hat der Bundesgerichtshof vor wenigen Wochen entschieden (BGH VIII ZR 10/11). Von daher bleiben dem Mieter nur freundliche Worte und überzeugende Argumente, wenn er den Vermieter zu Investitionen überreden will. Wenn sich der Vermieter daraufhin entschließen sollte, zum Beispiel die Fassade zu dämmen oder Energiesparfenster einzubauen, dann sind diese Maßnahmen ja häufig mit wohnlichen Einschränkungen verbunden: Baugerüste verdunkeln die Zimmer, Baulärm und Baustaub liegen für mehrere Wochen in der Luft. weiterlesen ›
Tag: energieausweis
Umstrittene neue Energieberaterliste ist online
Wer ein Gebäude energieeffizient bauen oder sanieren möchte, benötigt eine fachliche Beratung z.B. durch einen Energieberater. Der Beruf des Energieberaters ist jedoch nicht geschützt, im Prinzip kann ihn jeder benutzen. Um eine Förderung, z.B. von der KfW, in Anspruch zu nehmen, musste der Energieberater in der BAFA-Liste eingetragen sein, das waren zeichnungsberechtigte Architekten oder Bauingenieure mit Zusatzqualifikation. Jetzt gibt es eine neue Expertenliste als Anforderung – aufgestellt gemeinsam von der dena, der BAFA, der KfW-Bankengruppe und den Bundesministerien für Bau und für Wirtschaft. Diese Liste soll neue Standards setzen und die Qualität von Energieberatungen und Energieausweisen sichern. Um sich als Effizienzhaus-Experte in die dena-Expertendatenbank einzutragen, müssen Fachleute neben der Grundqualifikation (Ausstellung von Energieausweisen laut §21 oder §29 EnEV) auch über eine Zusatzqualifikation verfügen. Die Zusatzqualifikation ist eine vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) anerkannte Weiterbildung zum Energieberater oder zum Passivhaus-Planer. Es ist außerdem möglich, eine von der dena anerkannte Zusatzqualifikation einzureichen, durch die – in Kombination mit der Grundqualifikation – das Qualifikationsniveau der BAFA-Anforderungen erreicht wird. Ebenfalls akzeptiert wird eine Mitgliedschaft in qualifizierten Expertennetzwerken, deren Qualifikationsniveau mit den BAFA-Anforderungen an Energieberater vergleichbar ist wie z. B. das energie- und umweltzentrum allgäu (eza) oder die Bremer EnergieExperten. Die eingetragenenen Experten sind besonders für die Bundesförderprogramme Vor-Ort-Beratung (BAFA) sowie für die Planung und Baubegleitung von KfW-Effizienzhäusern 40 und 55 (Neubau und Sanierung) qualifiziert. Doch diese Liste ist sehr umstritten unter Energieberatern. Denn der Eintrag in die Liste ist kostenpflichtig und verlangt regelmäßige Weiterbildungen. Das ist ein Aufwand, den nicht alle Energieberater eingehen wollen und sich vermutlich auch nicht leisten können. weiterlesen ›
Neun von zehn deutschen Immobilienkäufern legen Wert auf gute Energiebilanz
Welche Aussage hat der Energieausweis?
Wer einen Energieausweis in den Händen hält, möchte wissen was er nun aussagt. Der Laie kann anhand der Farbskala erfahren, wie gut die Wohnung oder das Haus einzuordnen ist. Aber sagt der Energieausweis etwas aus über den künftigen Energieverbrauch in der neuen Wohnung oder in dem neuen Haus?
Wer es genau wissen will, dem muss man die Frage leider mit Nein beantworten. Ein bedarfsabhängiger Energieausweis für den Alt- oder Neubau gibt einen theoretischen Wert an, ohne den Einfluss des Nutzers und des Standortes zu berücksichtigen. Bei Neubauten wird zudem nicht geprüft, ob die Umsetzung auf der Baustelle den Annahmen bei der Erstellung des Energieausweises entspricht. Beim verbrauchsabhängigen Energieausweis ist das Ergebnis vom Nutzer abhängig, aber jeder hat andere Heizgewohnheiten. weiterlesen ›
Mieter wollen nicht mit Modernisierungskosten belastet werden
Mieter wollen weder Modernisierungskosten noch zu viel Heizkosten bezahlen. Wenn sich für die Eigentümer eine Sanierung nicht lohnt, werden sie aber auch nicht investieren. Wie kommt man aus diesem Dilemma raus? Dieser Beitrag passt damit gut zu der am Montag gestellten Frage der effizienten Förderung und Forderung von energieeffizienten Sanierungen.
Deutsche Haushalte müssen auch in dieser Heizsaison mit steigenden Heizkosten rechnen. Hauptgrund sind die steigenden Energiepreise. Von dieser Preisspirale können sich Mieter und Vermieter langfristig nur durch Modernisierungen am Gebäude unabhängig machen.
72 Prozent der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage des Klima-Barometers der gemeinnützigen co2online GmbH befürworten die Möglichkeit, die Heizkosten zu kürzen, wenn das bewohnte Gebäude wegen fehlender Sanierungsmaßnahmen überdurchschnittlich viel Energie verbraucht. Die derzeitige Regelung, wonach elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umgelegt werden können, sollte nach Ansicht der Hälfte der Umfrage-Teilnehmer geändert werden. Für die Befragten sollte die Umlage in der Höhe der durch die Sanierung eingesparten Heizkosten erfolgen. 14 Prozent lehnen eine Sanierungsumlage sogar generell ab. weiterlesen ›
Energieausweis setzt sich auf dem Immobilienmarkt nicht durch
Der Energieausweis scheint kein Erfolgsmodell zu sein: Obwohl Mieter und Käufer von Immobilien Wert auf einen hohen Energiestandard legen, interessieren sie sich bei der Besichtigung kaum für den Energieausweis. Das zeigt die repräsentative Studie Marktmonitor Immobilien 2011 von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Gerade einmal 48 Prozent der Kauf- und 30 Prozent der Mietinteressenten erkundigen sich bei der Besichtigung des Objekts nach dem Dokument. Wichtiger ist der augenscheinlich gute Energiestandard einer Immobilie.
Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Energieausweis?