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Vorbildliche Kommunen in NRW ausgezeichnet

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Gleich zwölf Kommunen aus Nordrhein-Westfalen erhielten am vergangenen Freitag von Wirtschaftsministerin Christa Thoben im Gelsenkirchener Wissenschaftspark den European Energy Award für ihre beispielhaften Anstrengungen zur Reduzierung des kommunalen Energieverbrauchs. Preisträger waren Borgentreich, Burscheid, Dortmund, Emmerich, Gelsenkirchen, Havixbeck, Lohmar, Niederzier, Rommerskirchen und Willich. Bonn und Senden wurden mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet, der höchsten Kategorie in diesem Wettbewerb.

„Ich freue mich über die Anerkennung der zukunftsweisenden Energiekonzepte der zwölf Kommunen. Gerade Städte und Gemeinden haben eine wichtige Vorbildfunktion gegenüber Unternehmen und Verbrauchern. Sie können durch effektive Schritte den Energieverbrauch senken und das Klima entlasten. Die dadurch eingesparten Mittel stehen dann für andere wichtige Aufgaben zur Verfügung“, erklärte Ministerin Christa Thoben bei der Siegerehrung.

Der European Energy Award wird an europäische Städte und Gemeinden verliehen, die sich erfolgreich an einem Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren zum schonenden Energieeinsatz beteiligt haben. Ziel ist es, durch den eea® den effizienten Umgang mit Energie und die Nutzung erneuerbarer Energien in den Kommunen zu erhöhen. In NRW wurden von den mittlerweile über 75 am eea teilnehmenden Kommunen in den vergangenen Jahren bereits 17 Städte und Gemeinden mit dem Preis ausgezeichnet.

Die EnergieAgentur.NRW organisiert im Auftrag des Wirtschaftsministeriums das Energiemanagementverfahren „European Energy Award“ für Nordrhein-Westfalen.

Alle Kommunen haben eine Fülle von Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt, hier nur einige Beispiele:

In Bonn ist der Klimaschutz längst fester Bestandteil des Standortmarketings. So werden bei Vorhaben bezogenen Bebauungsplänen, Entwicklungsmaßnahmen und beim Verkauf stadteigener Grundstücke Energiekonzepte erstellt, sobald mehr als 50 Wohneinheiten auf den Flächen entstehen. Dabei werden unter anderem die Wirtschaftlichkeit von Nahwärmeversorgung und die Einbindung regenerativer Energien in die Versorgungsstruktur geprüft.

Senden punktete kräftig mit dem neuen Schwimmbad „Cabrio“. Dabei war Ziel, ein Bad zu errichten, das mit seinen CO2-Emissionen 20 Prozent unter dem Wert vergleichbarer Bäder liegt. Dazu wurde das „Cabrio“ an einen Wärmeverbund mit einer Mehrzweckhalle, einer Doppelturnhalle sowie einem Umkleidegebäude angeschlossen. Herzstück des Wärmeverbundes ist ein 840-kW-Holzpelletkessel für die Grundlast, sowie zwei Gaskessel mit einer Leistung von je 336 kW für den Spitzenlastbetrieb. Der Heizwärmebedarf des Bades liegt bei 2,6 Mio. kWh, die CO2-Einsparung des Holzheizkessels beträgt gegenüber einer Gasheizung fast 470 t/Jahr.

Betrieb eines Pflanzenöl-Blockheizkraftwerks in Borgentreich. Investitionen von 430.000 Euro stehen beim Betreiber, den Stadtwerken, Gewinnerwartungen von 15.000 Euro/Jahr gegenüber. Mit einer thermischen Leistung von 240 kW lassen sich die Heizkosten der Stadt um rd. 40 Prozent senken.

Die Stadt Burscheid hat ihren Fuhrpark auf Erdgasfahrzeuge umgestellt. Neben der guten Umweltbilanz (25 Prozent weniger CO2, 75 Prozent weniger CO, keine Russpartikel) sind auch die Kraftstoffkosten für die Stadtwerke auf rund 9.000 Euro pro Jahr halbiert worden.

Am Phoenixsee, einem Baugebiet mit 900 Wohneinheiten in Dortmund, werden die Bauherren verpflichtet, den KfW-60-Standard einzuhalten und mindestens 25 Prozent der Wärmeversorgung durch regenerative Energien abzudecken.

Die energetische Modernisierung städtischer Liegenschaften in Emmerich nimmt konkrete Form an. Detaillierte Verbrauchserfassungen und eine ausgetüftelte Gebäudeleittechnik ermöglichen eine bessere Überwachung und gezielte Neuinvestition in überalterte Anlagen. Zudem wird der Einsatz von Solarkollektoren auf stadteigenen Liegenschaften forciert.

Die Stadt Gelsenkirchen bietet ihren Bürgern im Internet eine „Dachflächeneignung für Solaranlagen“ der „Solarstadt Gelsenkirchen“ an. Interessenten können prüfen, ob ihr Hausdach für die Nutzung von Sonnenenergie geeignet ist. Für die Ermittlung der Dacheignung wurden Laserscannerdaten aus Luftbildern vom Projektpartner FH Osnabrück ausgewertet.

Die Gemeinde Havixbeck hat im Rahmen einer seit Jahren regelmäßig fortgeschriebenen Verkehrsplanung besonderes Augenmerk auf die optimierte Gestaltung eines attraktiven Geh- und Radwegenetzes gelegt.

In Lohmar wurde ein umfassendes Energie- und Umweltmanagement-Programm erarbeitet, das sowohl die ökonomischen als auch die ökologischen Schwerpunkte verbindet. Neben der Nutzung von Solarenergie und moderner Heiztechnik ist das Lichtcontracting eines der Hauptbestandteile dieses Programms.

Als Beitrag zur Umweltverbesserung und zum Klimaschutz hat der Rat der Gemeinde Niederzier im Haushalt aus freien Finanzierungsmitteln die Möglichkeit geschaffen, kommunale und private Objekte energetisch zu optimieren. Hierfür wurden jeweils 100.000 Euro bereitgestellt.

Umsetzung eines kommunalen Einsparcontractings in Rommerskirchen. Insgesamt wurden 20 Liegenschaften u.a. mit effizienten Heizungspumpen ausgerüstet. Zudem wurde ein Energiemanagement eingeführt.

Die Stadt Willich hat ein „Kompetenzzentrum Geothermie“ eingerichtet. Darin werden Interessenten über die lokalen Möglichkeiten der Erdwärmenutzung informiert.

Prima Beispiele, die zeigen was Kommunen alles leisten können. Vielleicht hat jemand Interesse weitere solcher Beispiele vorzustellen oder mehr von den genannten Projekten zu berichten.

Energiesparer-Hauptstadt von NRW

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Rheinberg ist Hauptstadt der „Energiesparer NRW“. Die niederrheinische Stadt führt landesweit mit Abstand bei der Zahl der vergebenen Energiesparplaketten für besonders energieeffiziente Häuser. Nachdem bereits in den beiden vergangenen Jahren über 100 Energiesparplaketten an Hauseigentümer verliehen wurden, überreichte Wirtschafts- und Energieministerin Christa Thoben am 3. November 26 weitere Plaketten. Das Land Nordrhein-Westfalen belohnt auf diese Weise vorbildlich sanierte Altbauten und den Einsatz moderner Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Dieser Erfolg liegt auch am Engagement der Stadtverwaltung. Wie viele andere Städte hat Rheinberg erkannt, dass im Gebäudebereich große Energiesparpotentiale liegen. „Ich wünsche mir mehr Kommunen, die diesem guten Beispiel Rheinberg folgen“, so Ministerin Christa Thoben. Die Nutzung dieser Potentiale sei nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz, sondern fördere die Wirtschaft und komme vor allem dem lokalen Handwerk zu Gute, so die Ministerin.

In Rheinberg hatte der „Klimatisch“ sowie das „Kompetenznetz Energie“ öffentlich für die Teilnahme der Bürger an der Aktion „Energiesparer NRW“ geworben. Sie haben vorgerechnet, dass 90 Mio. kWh Wärme eingespart werden können, wenn alle Rheinberger Wohngebäude, die vor 1994 gebaut wurden, auf einen Heizenergiewärmestandard von 100 kWh/qm und Jahr saniert würden. Das entspräche einer Entlastung der privaten Haushalte von über 5 Mio. Euro.

Stellvertretend überreichte die Ministerin der Familie Schlötels Urkunde und Plaketten. Das freistehende und über 30 Jahre alte Haus der Familie ist seit der Sanierung energetisch in Top-Form. So wurden die Fenster durch eine neue Wärmeschutzverglasung (U-Wert 1,1) ersetzt, eine Luft-Wärmepumpe (20 kW) installiert und ein Pelletofen (10 kW) im Wohnzimmer aufgestellt, zudem sorgen 13m2 Solarkollektoren für Brauchwasser und Heizungsunterstützung. Gesamtkosten: rd. 54.000 Euro, die zum großen Teil aus den Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert wurden. Nach Durchführung der Sanierung benötigt das Gebäude 27 kWh/m2 Primärenergie und liegt damit sogar deutlich unter der gesetzlichen Vorgabe für den Energiebedarf von Neubauten.

Das energetische Sahnehäubchen des Hauses bilden eine 12,7-kWp-Photovoltaikanlage und eine 500-Watt-Windkraftanlage. Fünf blaue Plaketten „Energiesparer NRW“ an der Außenfassade weisen jetzt auf diese besondere Qualität des Gebäudes hin. Die EnergieAgentur.NRW führt im Auftrag des Wirtschaftsministeriums das Projekt „Energiesparer.NRW“ durch.

„Die Plakette ist ein sichtbares Zeichen für die energetischen Qualitäten des Gebäudes und soll die Nachbarschaft zur Nachahmung motivieren“, erklärte Ministerin Thoben. Meistens sehe man Häusern von außen nicht an, ob sie besonders energieeffizient seien. „In Rheinberg hingegen zeugen blaue Plaketten an vielen Häusern, dass hier energiebewusste Menschen leben“, betonte die Ministerin.

In der energetischen Sanierung von Altbauten liegen große Energiespar- und Klimaschutzpotentiale, die wirtschaftlich erschlossen werden können. Hier sind Einsparungen von bis zu 75% machbar. Aus diesem Grund ist „Energiesparer.NRW“ Teil der Gemeinschaftsaktion Gebäudesanierung NRW „Mein Haus spart“. Unter diesem Logo haben sich 17 Organisationen und Verbände versammelt, um rund um die energetische Gebäudesanierung Rat und Hilfestellung zu geben. Neben konkreten Antworten zu baulichen und technischen Fragen geht es auch um finanzielle Unterstützung, denn die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet zinsgünstige Kredite und Zuschüsse an. Fast 30.000 Wohnungen wurden im ersten Halbjahr 2008 in Nordrhein-Westfalen auf diese Weise energetisch auf Vordermann gebracht.

Informationen im Internet unter http://www.mein-haus-spart.de oder bei der Sanierungshotline der EnergieAgentur.NRW unter: 01803 / 19 00 00

Quelle: Energieagentur.NRW

Ein Schulzentrum heizt mit Holzhackschnitzel

Eine dringende Modernisierung stand in der Gemeinde Rosendahl im Kreis Coesfeld an. Das Schulzentrum in Osterwick mit Grundschule, Hauptschule zwei Turnhallen und einem Lehrschwimmbad benötigte eine neue Heizungsanlage. Die bisherige war nicht mehr in Schuss und erbrachte einen zu hohen Energieverbrauch. Bei der Modernisierung haben die Verantwortlichen auf Erneuerbare Energien gesetzt und eine Holzhackschnitzel-Heizung angeschafft. Damit hat die Gemeinde eine bedeutende Reduzierung des Energieverbrauchs und der zugehörigen Kosten erzielt. Und auch die Umwelt wird entlastet, denn die Neuerung bringt eine CO2-Reduzierung von mindestens 250 Tonnen pro Jahr gegenüber einer reinen Gasnutzung. „Die Gemeinde Rosendahl hat konsequent den richtigen Weg verfolgt, sich beraten lassen und in moderne ressourcenschonende Technologie investiert. Die Gemeinde profitiert und geht mit gutem Beispiel voran“, sagt Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Auf ihrer Webseite stellt die EnergieAgentur.NRW diese Modernisierungsmaßnahme als Projekt des Monats Oktober vor.

Drei Gaskessel gab es in der Heizzentrale des Schulzentrums Osterwick und einen weiteren in einer der beiden Sporthallen. Die Gesamtleistung der vier Kessel: 1593 kW. Die Gemeinde Rosendahl ließ sich von der EnergieAgentur.NRW über Alternativen zur ausschließlichen Heizenergieversorgung mit Erdgas beraten. Sie entschied sich daraufhin, eine Holzhackschnitzelheizung (500 kW Leistung) für die Grundlast zu installieren und einen Gaskessel (640 kW) für die Spitzenlast, beziehungsweise für die Minimallast in den Sommermonaten, wenn beispielsweise lediglich das Lehrschwimmbad geheizt werden muss. Betriebsstart war November 2007. Die Holzfeuerungsanlage kann Hackgut, Pellets oder auch das schnell wachsende Elefantengras (Miscanthus) verbrennen und wird nun 80 Prozent der erforderlichen Wärme pro Jahr abdecken.

Die Investitionskosten für die gesamte Heizungsanlage mit beiden Kesseln, neuen Pumpen und Nahwärmeleitung betrugen rund 430.000 Euro. Die Mehrkosten, die sich dabei für die Holzfeuerungsanlage ergaben, werden sich nach etwa acht Jahren rentieren. Grund dafür ist der deutlich geringere Energieverbrauch der modernen Technik sowie der vorteilhafte langfristige Vertrag mit dem Holzlieferanten, dem Energiehof Osterwick. Die Heizkosten werden nach der gelieferten Wärme abgerechnet. „Der Preis für den Brennstoff ist jetzt um mehr als 30 Prozent günstiger für uns, und durch die neue Technik haben wir mindestens 20 Prozent weniger Verbrauch. Daher sparen wir erheblich an Energiekosten“, berichtet Christoph Mertens vom kommunalen Gebäudemanagement in Rosendahl.

Im Gebaeudebestand liegt noch hohes Energiesparpotential

Angesichts steigender Energiepreise setzen Unternehmen und Immo­bilienbesitzer verstärkt auf die energetische Sanierung von Gebäuden. Von diesem Investitionsschub profitiert insbesondere auch das Hand­werk. Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW (LDS) verzeichneten die Handwerksbranchen, die Arbeiten in der energetischen Sanierung anbieten, in 2007 ein überdurchschnittliches Umsatzplus. Das Dachdeckerhandwerk konnte seinen Umsatz um 17,1 Prozent, das Tischlerhandwerk um 11,2 Prozent und das Maler- und Lackiererhandwerk, das auch wärmedämmende Arbeiten anbietet, um 4,6 Prozent steigern. Das Handwerk insgesamt verzeichnete eine Umsatzsteigerung von 3,6 Prozent.

Gerade im Gebäudebestand lässt sich mit dem heute am Markt verfügbaren Dämmmaterial und den modernen Heiztechniken ein hohes Energiesparpotential mobilisieren. Werden diese Techniken konse­quent eingesetzt, lässt sich der Heizenergiebedarf eines Hauses um bis zu 70 Prozent des derzeitigen Verbrauchs reduzieren. „Zum Beispiel ist die Wärmedämmung ein absolutes Muss. Nur die wenigsten wissen, dass nicht nur Außenwände, sondern auch Kellerdecken und Dächer bzw. die oberste Geschossdecke gedämmt werden sollten“, sagte NRW Wirtschaftsministerin Christa Thoben.

Aber auch in der Beheizung der Gebäude liegen große Kosten- und Effizienzpotenziale. Noch immer werden viele Gebäude nicht zeitgemäß mit Wärme versorgt. Nach Schätzungen der EnergieAgentur.NRW können landesweit noch rund 250.000 alte Heizanlagen gegen moderne sparsame Geräte ausgetauscht werden. Sehr wirkungsvoll ist die Steigerung der Energieeffizienz durch moderne Haustechnik. „Vor Beginn der Heizperiode ist genau die richtige Zeit, um die Heizungsanlagen zu warten oder in wirtschaftlichere Heiz- und Energietechniken zu investieren“, so die Ministerin. Eine energetische Sanierung rentiere sich gerade wegen der hohen Preise in immer kürzeren Zeiträumen. So könnten mit Wärmepumpen, die kostenlose Wärme aus dem Erdreich für das Heizen nutzbar machen, die Heizenergiekosten halbiert werden.

Die vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium ins Leben gerufene Gemeinschaftsaktion Gebäudesanierung „Mein Haus spart“ hat das Ziel, die energetische Sanierung von Gebäuden im Bestand zu forcieren. Partner der Gemeinschaftsaktion ist auch das Handwerk in Nordrhein-Westfalen.

Unter www.mein-haus-spart.de finden Hausbesitzer und Unternehmen eine Übersicht über die vielfältigen Informations- und Beratungsangebote in Nordrhein-Westfalen.

Hochhaus-Sanierung zum Niedrigenergiehaus

Mit ihren sieben Stockwerken war die Angerhauser Straße 47 in Duisburg-Huckingen schon immer ein markantes Gebäude in der nach dem Krieg für Krupp-Arbeiter gebauten Siedlung in Duisburg-Huckingen. Mit der laufenden umfangreichen Sanierung ragt der 50er-Jahre-Bau jetzt auch wegen seiner „inneren Werte“ weit über seine Umgebung hinaus. Grund genug für die EnergieAgentur.NRW, das Vorhaben als „Projekt des Monats“ vorzustellen.

„Da wird nicht nur die Fassade gestrichen, sondern richtig saniert“, fasst Dirk Schumacher von der UMA Immobilien GmbH in Frechen das anerkennende Urteil in der Nachbarschaft und unter Mietinteressenten zusammen. Tatsächlich gingen die Sanierungsmaßnahmen weit über die übliche Erneuerung von Fassaden, Küchen und Bädern hinaus. Hauptziel war, den Energiebedarf so weit wie möglich und wirtschaftlich sinnvoll zu senken. Mit Erfolg: Er liegt jetzt umgerechnet bei gut vier Litern Öl pro Quadratmeter und Jahr. Die Primärenergieeinsparung liegt dank Fernwärmeeinsatz sogar bei fast 96 Prozent. Zudem wird damit der jährliche CO2-Ausstoß um 20 Tonnen reduziert.

Der Primärenergiebedarf des Hauses mit seinen fast 3200 Quadratmetern Wohnfläche und 43 Wohneinheiten sank von rund 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) auf 10,9 kWh/m²a.

Die Außenwand wird mit 15 cm Polystyrol (U-Wert 0,22 W/m²K) gedämmt. Polystyrol kommt auch bei der Dämmung der obersten Geschossdecke (Dämmstärke 22 cm, U-Wert 0,17 W/m²K) sowie der Kellerdecke (14 cm, U-Wert 0,3 W/m²K) zum Einsatz. Warmwasser und Heizung werden über Fernwärme bereitgestellt.

Der Jahres-Heizwärmebedarf lag vor der Sanierung bei 132,1 kWh/m². Nach der Sanierung wird mit einem Heizwärmebedarf von jährlich 28,8 kWh/m² gerechnet.

Unterm Strich ist die Energiebilanz mehr als doppelt so gut wie die eines vergleichbaren Neubaus. Möglich wurde die hocheffiziente Sanierung in einem Modellvorhaben der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und mit einer Reihe von gut aufeinander abgestimmten Maßnahmen: optimale Dämmung von Dach, Fassade und Keller, Einbau von Wärmeschutzfenstern, Umstellen der Heizung auf Fernwärme aus einem besonders effizienten Kraftwerk, das Strom und Wärme zugleich produziert (Kraft-Wärme-Kopplung).

Hotel mit BHKW auf Zukunftskurs

Angesichts der rasant steigenden Energiepreise ist es auch für Hotels mehr denn je eine dringende Aufgabe, Einsparpotenziale beim Energieverbrauch zu ermitteln und auszuschöpfen. Denn die ständig wachsenden Kosten lassen sich nicht an die Gäste weitergeben. Das Rheinhotel Dreesen in Bonn hat sich diesem Thema gestellt und in energieeffiziente Technik investiert. Seit Oktober 2007 sind zwei sogenannte Blockheizkraftwerke in dem Hotel im Einsatz. Sie erbringen jeweils eine thermische Leistung von 14 bis 39 kW und eine elektrische Leistung von 8 bis 20 kW und werden mit Erdgas betrieben. Die gesamte Anlage erbringt eine jährliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes um rund 65 Tonnen. Die Energiekosteneinsparung beträgt bei derzeitigen Gaspreisen gerechnet jährlich rund 9000 Euro und wird sich danach in zehn Jahren amortisiert haben.

Die Teilnahme an dem Projekt „Sustainable Bonn – Konferenzort der Nachhaltigkeit“, einem Projekt für Hotellerie und Kongressveranstalter, wirkte als Initialzündung für die intensive Beschäftigung mit den Themen Umweltschutz und Energieeffizienz, so berichtet Gerhard Werner Schlicke, Direktor des Rheinhotels Dreesen. Seit Ende 2006 ist das traditionsreiche, direkt am Rheinufer gelegene Haus bei „Sustainable Bonn“ dabei. Im Rahmen des Projektes hat die EnergieAgentur.NRW mehrere Beratungen in dem Bonner Hotel durchgeführt. „Das Rheinhotel Dreesen geht mit seinen Investitionen mit guten Beispiel voran. Damit entlastet es die Umwelt und kann auch den steigenden Energiekosten etwas entgegensetzen – ein Engagement, das sich doppelt lohnt“, sagt Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Auf ihrer Webseite stellt die EnergieAgentur.NRW die Neuerungen des Rheinhotels Dreesen als Projekt des Monats Juli vor.

Die Maßnahmen zur Energieeinsparung beschränken sich im Rheinhotel Dreesen nicht nur auf die Blockheizkraftwerke. Sämtliche Duschköpfe und Wasserhähne im Haus wurden beispielsweise mit sparsamen Strahlreglern ausgerüstet. Damit konnte der Wasserverbrauch um 50 Prozent gesenkt werden.

Im ersten Quartal des kommenden Jahres stehen zudem weitere Neuerungen an. Da wird das Gebäude von 1894 saniert und renoviert. Mit einer weiteren Wärmedämmung, mit Licht- und Stromverbrauchsoptimierung, dem Austausch von alten Fenstern und Heizkörpern soll die Energiebilanz des Hauses weiter verbessert werden. Außerdem erhält das Gebäude eine komplette Klimatisierung, und auch dafür will man eine ressourcenschonende Lösung erzielen.

Hintergrund: Anlagen, in denen gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt wird, werden als Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) bezeichnet. Erfolgt die gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung in einer kleineren, kompakten Anlage und nicht in einem großen Heizkraftwerk, dann spricht man von Blockheizkraftwerken (BHKW). Die meisten Blockheizkraftwerke werden mit Erdgas betrieben (möglich sind aber z. B. auch Heizöl, Pflanzenöl, Biodiesel und Biogas) und wandeln die eingesetzte Energie in Strom und (Ab-)Wärme um, die zum Heizen oder für die Warmwasserbereitstellung verwendet wird. Der ökologische und ökonomische Vorteil bei einem BHKW ist, dass Strom und Wärme direkt vor Ort erzeugt und verbraucht werden. Somit entfallen die enstsprechenden Transportverluste.