Werbung

Schlagwort: eeg-umlage

Steigt die EEG-Umlage wieder oder müsste sie nicht eher sinken?

Anzeige

Machen Sie einen Stromvergleich auf Beste-Stromvergleich.de
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) geht davon aus, dass im kommenden Jahr unterm Strich keine höheren Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Verbraucher entstehen. Sollte die EEG-Umlage dennoch angehoben werden (wie die FAZ vermutet), wäre das lediglich die Folge der mangelhaften gesetzlichen Berechungsgrundlage.
Zu viel gezahlte Beträge würden den Verbrauchern dann gut geschrieben und durch Korrekturen bei der Berechnung im Folgejahr ausgeglichen. Dieser Ausgleich kommt allerdings erst mit einer erheblichen zeitlichen Verzögerung bei den Verbrauchern an. Der BEE fordert daher, die Bestimmungen zu ändern und insbesondere das letzte Quartal eines laufenden Jahres in die Prognose für die neue EEG-Umlage einzubeziehen.
„Die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien wird von den Übertragungsnetzbetreibern jeweils Mitte Oktober für das Folgejahr festgelegt. Bei dieser Prognose fließen nur die Ausgaben und Einnahmen der ersten neun Monate des laufenden Jahres ein. Das letzte Quartal hingegen bleibt unberücksichtigt. Dieses Quartal bringt aber für die Kostenbilanz der Erneuerbaren-Förderung eines Jahres erfahrungsgemäß noch erhebliche Veränderungen mit sich“, erläutert Björn Klusmann, BEE-Geschäftsführer.  … den ganzen Artikel lesen »

EEG-Umlage für 2011 zu hoch ausgefallen, werden Strompreise gesenkt?

Vor zwei Wochen hatte ich schon davon berichtet, dass die Kritik der Energieversorger zum Bumerang werden könnte. Denn die EEG-Umlage, die angeblich Schuld sein soll an den Preiserhöhungen der Energieversorger, ist deutlich zu hoch ausgefallen. Jetzt fordert die Solarwirtschaft, dass die Verbraucher einen Teil der Stromkosten zurück erstatten bekommen sollten. Das wäre ehrlich, wenn die EEG-Umlage wirklich der Grund für die Preiserhöhungen war – aber ist vermutlich unrealistisch.

Ein Teil der Stromkosten muss an die Verbraucher zurückerstattet werden. Grund ist, dass im vergangenen Jahr weniger Solarstromanlagen neu installiert wurden als angenommen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesverband Solarwirtschaft e.V., nachdem die Zahlen der Bundesnetzagentur vorliegen. Demnach gingen in 2010 Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt etwa 7400 Megawattpeak (MWp) neu ans Netz. Die Übertragungsnetzbetreiber hatten zuvor mit 9500 MWp gerechnet. In der Folge dieses Prognosefehlers wurden die Stromtarife für die Mehrzahl der Verbraucher angehoben, was nun zu korrigieren ist.

An der überhöhten Prognose-Zahl der Übertragungsnetzbetreiber bemisst sich die Solarstrom-Umlage, die Verbraucher in diesem Jahr zusammen mit dem Strompreis für den Ausbau des Ökostroms zahlen. „Die Kunden müssen in diesem Jahr also zu tief für den Solarstrom in die Tasche greifen“, erklärt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). „Jetzt sind die Stromversorger in der Pflicht, den Bürgern die zu viel gezahlte Umlage für 2012 gutzuschreiben.“

Zum Hintergrund: Die finanzielle Umlage für den Ausbau Erneuerbarer Energien wird von den Übertragungsnetzbetreibern jährlich für das Folgejahr berechnet. Aufgrund der überhöhten Zubau-Prognose für 2010 stieg die Solarstromumlage pro Kilowattstunde von rund 1,0 Cent in 2010 auf 1,7 Cent in 2011. Unter Berücksichtigung der tatsächlich erfolgten Photovoltaik-Installationen hätte die Solarstrom-Umlage in 2011 nach vorläufigen Schätzungen des BSW-Solar nur auf etwa 1,4 Cent steigen dürfen – von einer solchen Zielgröße geht auch das Bundesumweltministerium aus. … den ganzen Artikel lesen »

Kritik am EEG wird für Stromwirtschaft zum Bumerang

In vielen Artikeln hatte ich mich mit dem EEG und der Solarstrom-Förderung im speziellen auseinander gesetzt. Es ging immer wieder darum, dass die Stromwirtschaft mit Hilfe der EEG-Umlage die Erneuerbaren Energien zum Sündenbock für die Strompreiserhöhungen machen wollte. Nun könnte sich das Argument als Bumerang erweisen, denn es hat sich herausgestellt, dass die EEG-Umlage zu hoch angesetzt wurde.

Der Grund dafür ist, dass im Jahr 2010 weitaus weniger Solaranlagen neu installiert wurden als angenommen. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums teilte dem Branchendienst Energate mit, dass die EEG-Umlage eigentlich nur auf 2,7 Cent pro Kilowattstunde hätte ansteigen müssen.

Das zu viel gezahlte Geld würde zwischen Übertragungsnetzbetreibern und Energieversorgern mit der EEG-Umlage des Jahres 2012 verrechnet. Doch was kommt davon bei den Verbrauchern an?

„Ob es sich bei der Fehlprognose um Absicht oder einen Rechenfehler handelt, kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. In beiden Fällen ist das Resultat eine unnötige Milliardenbelastung privater Haushalte zugunsten der Energiewirtschaft“, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. … den ganzen Artikel lesen »

Verbraucher sollten nicht in vollem Umfang mit der erhöhten EEG-Umlage belastet werden

Die EEG-Umlage steigt 2011 um rund 1,5 ct/kWh auf 3,53 ct/kWh. Dies haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) heute bekanntgegeben. Für das Jahr 2010 beträgt die EEG-Umlage 2,047 ct/kWh. Die EEG-Umlage wird von den ÜNB jährlich bis zum 15. Oktober für das folgende Kalenderjahr ermittelt. Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, die ordnungsgemäße Ermittlung der EEG-Umlage zu kontrollieren.

„Der starke Anstieg der EEG-Umlage ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Vor allem wirkt sich hier die gestiegene Gesamtsumme der Vergütungszahlungen an die Anlagenbetreiber aus. Für 2010 lag die Prognose bei 12,7 Mrd. Euro, für 2011 liegt sie bei 17,1 Mrd. Euro. Davon entfallen allein acht Mrd. Euro auf Zahlungen an die Betreiber von Solaranlagen. Aufgrund der in diesem Jahr erfolgten Änderung des EEG sinkt die durchschnittliche Vergütung für die Einspeisung von Solarenergie aber voraussichtlich um mehr als 5 ct/kWh“, erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die ÜNB sind verpflichtet, den EEG-Strom an der Börse zu vermarkten. Die Differenz zwischen der Einspeisevergütung für den EEG-Strom und den Einnahmen aus seiner Vermarktung an der Börse wird über die EEG-Umlage finanziert. Je niedriger das Börsenpreisniveau ist, desto größer ist die Differenz zu den EEG-Vergütungssätzen.

„Verbraucher sollten nicht in vollem Umfang mit der erhöhten EEG-Umlage belastet werden. Die zunehmende Menge an erneuerbarer Energie bewirkt sinkende Großhandelspreise, weil sukzessive teuere Kraftwerke aus dem Markt gedrängt werden. So sind trotz Konjunkturbelebung die Börsenpreise für langfristige Kontrakte gesunken. Bei vielen Stromanbietern, die längerfristig eingekauft hatten, spiegelten sich die hohen Preisspitzen vom Frühjahr und Sommer 2008 in den Endkundenpreisen für 2010 wider. Diese Preisspitzen dürften für die Kalkulation der Strompreise 2011 aber nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Nach unseren Berechnungen müsste der Beschaffungskostenanteil bei den Haushaltskunden 2011 durchschnittlich um etwa einen halben Cent pro Kilowattstunde sinken. Ich rufe die Verbraucher auf, die Angebote am Strommarkt genau zu prüfen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln“, betonte Kurth.

Na, dann bin ich mal gespannt wie sich die Strompreise entwickeln werden.

Wie wäre es, wenn der Staat sich genau so für erneuerbare Energien einsetzen würde, wie für Atomkraftwerke?

Man liest jetzt seit ein paar Jahren immer wieder das gleiche kurz vor dem Ende des Jahres. Mit der Festlegung der EEG-Umlage für das Jahr 2011 geht die Diskussion um die Erneuerbaren Energien als Kostentreiber für den Strompreis wieder los. Die diesjährige Eröhung auf 3,5 ct/kWh klingt auch sehr happig, zeigt aber auch den großen Erfolg des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Nur weil die Einspeisevergütung des EEG so attraktiv ist, konnte Deutschland zum größten Markt auf der Welt für erneuerbare Energien werden. Doch der Protest ist als scheinbarer Reflex wieder laut geworden. Wenn man nur den Blick auf den eigenen Geldbeutel richtet, kann man die Empörung vielleicht noch verstehen.

Im Tagesspiegel-Artikel zum Thema wird der Blick aber gleich auf die staatlichen Subventionen im Energie-Sektor verwiesen. Diese spüren wir nicht mit der Stromrechnung, denn die Subventionen für Atomstrom werden gleich bei der Gehaltszahlung abgezogen oder beim Einkauf bezahlt. Da fällt es viel schwerer empört zu sein, Steuern müssen ohnehin bezahlt werden.

Da fällt mir ein Gedankenexperiment ein. Wie wäre es, wenn der Staat sich genau so für erneuerbare Energien einsetzen würde, wie für Atomkraftwerke? Heute ist der Anteil der erneuerbaren Energien dem Markt überlassen, in dieser Vision könnte sie vielleicht viel weiter sein. Bei diesem Einsatz könnte der Bau von Wind- oder Solarparks notfalls mit Polizeigewalt durchgesetzt werden. Um die Entsorgung von … Kosten wären nur schwer abschätzbar, vielleicht wäre der Strompreis sogar niedriger. Stromspeicherung und intelligente Netze wären vielleicht heute schon kein Problem.

Horrorvision, Wunschdenken oder Unsinn?

Erneuerbare Energien taugen nicht als Sündenbock für Strompreiserhöhungen

Erneuerbare Energien werden wieder einmal als Sündenbock für die aktuellen Strompreis-Erhöhungen abgestempelt, und zwar völlig zu unrecht, aber diese Schuldzuweisung lenkt von anderen Problemen ab:

Zusammensetzung des HaushaltsstrompreisesDas Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die Vergütung für Strom aus regenerativen Quellen. Die Mehrkosten für Strom aus Sonnenenergie, Windkraft, Bioenergie, kleinen Wasserkraftwerken und Erdwärme werden mittels einer Umlage von allen Stromkunden bezahlt. Die so genannte EEG-Umlage ist die Differenz zwischen den Vergütungskosten für EEG-Strom und dem Börsenpreis für herkömmlichen Strom. Sie wird nach einer Prognose der großen Energieversorgungsunternehmen von ca. 1,1 Cent pro Kilowattstunde in diesem Jahr auf rund 2 Cent im Jahr 2010 ansteigen.

Dieser Anstieg hat im Wesentlichen drei Gründe:

1.) Aufgrund der Wirtschaftskrise ist 2009 die Stromnachfrage und damit der Strompreis an der Börse gesunken. Die Differenzkosten zwischen herkömmlich erzeugtem Strom einerseits und nach EEG vergütetem Strom andererseits wurden dadurch größer. Außerdem verteilt sich die EEG-Umlage auf einen geringeren Gesamtstromabsatz. Sobald jedoch die Wirtschaft wieder Tritt fasst und Strom wieder stärker nachgefragt wird, reduzieren sich die Differenzkosten und die EEG-Umlage sinkt.

2.) Durch eine neue Ausgleichsmechanismusverordnung, die ab 2010 in Kraft tritt, werden Bestandteile des Strompreises schlicht umgeschichtet: Waren bislang mit dem EEG-Strom verbundene Netzdienstleistungen Teil der Netzentgelte, so werden diese Kosten künftig über die EEG-Umlage abgerechnet. Diese wird auf der Stromrechnung der „nichtprivilegierten Letztverbraucher“, das sind v. a. Haushalte und mittelständische Unternehmen, gesondert ausgewiesen. Durch die Entlastung der Netzentgelte müsste auch der Strompreis entsprechend sinken. Bislang hat jedoch kein Stromversorger erklärt, diese reduzierten Netzentgelte an seine Kunden weitergeben zu wollen.

3.) Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird auch im Jahr 2010 dynamisch weitergehen. Obgleich die garantierte Vergütung je eingespeister Kilowattstunde EEG-Strom für neue Anlagen Jahr für Jahr sinkt („Degression“), wird sich die EEG-Umlage noch ca. bis ins Jahr 2014 leicht nach oben entwickeln, bevor sie anschließend deutlich abnimmt. Dies prognostiziert z. B. die Studie „Stromversorgung 2020“ der Agentur für Erneuerbare Energien und des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).

„Aus volkswirtschaftlicher und klimaschutzpolitischer Sicht ist das Wachstum der Erneuerbaren Energien sehr zu begrüßen“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Schließlich überwiegen die Kosteneinsparungen für vermiedene Brennstoffimporte sowie Umwelt- und Klimaschäden die EEG-Umlagekosten bei weitem.“

Mayer kritisiert in diesem Zusammenhang die Strompreiserhöhungen mehrerer Energieversorger, die sich auf die gestiegene EEG-Umlage berufen: „Die Erneuerbaren Energien taugen nicht als Sündenbock für Strompreiserhöhungen. Was bei der EEG-Umlage steigt, sinkt gleichzeitig bei den Netzentgelten. Wer unter Verweis auf die EEG-Umlage die Strompreise massiv erhöht, gleichzeitig aber günstigere Beschaffungskosten an der Strombörse und sinkende Netzentgelte nicht an die Kunden weitergibt, spielt mit falschen Karten.“

Lesen Sie auch „Falsches Spiel mit den Strompreisen“ von Hans-Josef Fell