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Bleibt das Thema Gebäude-Energieeffizienz bei der Bundesregierung ein Papiertiger?

Im gerade erst verabschiedeten Energiekonzept der Bundesregierung heißt es zur energetischen Gebäudemodernisierung: In den nächsten zehn Jahren will die Bundesregierung den Wärmebedarf um 20 Prozent reduzieren. Für den Zeitraum 2020 bis 2050 wird die Bundesregierung einen  langfristigen Sanierungsfahrplan in Richtung “Klimaneutralität” einführen. Das Wirtschaftlichkeitsgebot wird dabei eingehalten.

Bis 2050 strebt die Bundesregierung an, den Primärenergiebedarf in der Größenordnung von 80 Prozent zu senken. Dabei soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeerzeugung deutlich steigen.

Die Vielfalt im Gebäudebestand spiegelt die Vielfalt der deutschen Geschichte und Baukultur wieder. Deshalb lassen sich bei der Frage der Energieeffizienz nicht alle Gebäude gleich behandeln. Sanierungsmaßnahmen sollen weder Hausbesitzer noch Mieter finanziell überfordern. Für die Modernisierung des Altbaubestands gilt daher, dass jede Maßnahme zumutbar, wirtschaftlich und sozial ausgewogen sein muss. Zwangssanierungen wird es nicht geben. Auch zu den finanziellen Anreizen werden Aussagen von der Bundesregierung angegeben: Auch in Zukunft kommt es darauf an, dass Eigentümer langfristig planen können und Mieter nicht unverhältnismäßig belastet werden. Das Energiekonzept stellt wirtschaftliche Anreize in den Mittelpunkt. Finanzielle Anreize sollen die Eigentümer zu energetischen Maßnahmen bewegen. Die Bundesregierung prüft, wie das Mietrecht geändert werden kann, damit es künftig mehr Anreize für Eigentümer bietet, ihre Häuser energetisch zu sanieren. Wenn der Eigentümer die Zielwerte vorzeitig erreicht oder übertrifft, erhält er dafür eine staatliche Unterstützung. Auch die Mieter profitieren von einer neuen Wärmedämmung oder neuer Heiztechnik: durch eine deutliche Senkung der Energiekosten. Die finanziellen Anreize waren bisher sehr erfolgreich gegeben durch das Förderprogramm CO2-Gebäudemodernisierung der KfW-Förderbank, das insbesondere in den letzten Jahren sehr gut nachgefragt war und viele weitere Investitionen ausgelöst hat. Insgesamt konnten durch diese Förderung 50 Millionen Euro an Heizkosten eingespart werden. weiterlesen ›

Hunderttausend Arbeitsplätze durch Sparpläne der Regierung gefährdet

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Noch ist nichts entschieden, ob die Fördermittel für energetische Gebäudesanierungen, wie bereits berichtet, gekürzt werden sollen. Führende Verbände des Bau- und Ausbaugewerbes wiederholen ihre Kritik an der geplanten Kürzung der Fördermittel für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für 2010. Waren im letzten Jahr noch 2,2 Milliarden Euro für die klimagerechte Sanierung von Gebäuden zur Verfügung gestellt worden, sieht der aktuell diskutierte Haushaltsentwurf des Bundes eine drastische Kürzung um über eine Milliarde Euro auf nur noch 1,1 Milliarden Euro vor. „Immer mehr Experten warnen vor dem Abbau von Arbeitsplätzen, der mit einer Kürzung einhergehen würde. In Regierungskreisen rechnet man nach Zeitungsberichten mit Auswirkungen auf den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Höhe von 100 000. Wir warnen die Regierung vor den verheerenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und das Klima“, sagt IG BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel im Vorfeld der Beratung des Haushaltsausschusses am kommenden Mittwoch (24. Februar). Die bisherige Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist auch aus Sicht der IG Metall konjunkturell wie ökologisch eine Erfolgsgeschichte. „Die öffentliche Förderung hat dazu beigetragen, den immensen ökologischen Modernisierungsstau allmählich zu überwinden“, sagte Wolfgang Rhode, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Dennoch gelte: Noch immer hänge die Mehrzahl der Gebäude in Sachen Energieeffizienz weit zurück. Es gäbe noch viel zu tun, insbesondere auch für Heizungs- und Fensterbauer. „Bei der ökologischen Gebäudesanierung geht es jetzt um Weitsicht für Arbeit und Umwelt. Kurzsichtiges Sparen können wir uns nicht leisten!“ fordert Rhode von den Bundestagsabgeordneten. „Im letzten Jahr ist deutlich geworden, welch wirksame Unterstützung die KfW-Programme zur energetischen Gebäudesanierung zur Umsetzung der
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Klimaschutzziele leisten. Mit nahezu 550.000 über die KfW geförderten Wohneinheiten in der Gebäudesanierung ist ein um 140 % höheres Ergebnis erzielt worden als 2008. Die von der Bundesregierung angestrebte Beschleunigung des Sanierungstempos zur Erreichung der Klimaschutzziele kann über die Sanierungsförderung erreicht werden“, sagt Dr. Hans Hartwig Löwenstein, Präsident des ZDB. Wie wichtig eine solche Förderung für sanierungswillige Hausbesitzer ist betont auch der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks: „Kluges Sparen ist das Gebot der Stunde. Die Bundesregierung sollte bei konsumtiven Ausgaben sparen, nicht dagegen bei investiven Maßnahmen, die – wie die KfW-Förderung – in erheblichem Maße privates Kapital aktivieren und damit heimische Arbeitsplätze sichern,“ erklärt der Hauptgeschäftsführer des Dachdeckerverbandes, Ulrich Marx. „Gerade im Maler-Lackiererhandwerk, mit einem Marktanteil von mehr als 70 % bei der Wärmedämmung von Gebäuden haben die KfW-Programme im letzten Jahr dazu beigetragen, dass die Beschäftigtenzahlen stabil geblieben sind“, stellt der Präsident des Hauptverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz Karl August Siepelmeyer fest. Einbrüche in weiteren Marktfeldern aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise hätten damit aufgefangen werden können.

Volle Fördertöpfe für Haussanierer?

Genau an dem Tag, als die dena eine Information über die Förderung von Sanierungsmaßnahmen veröffentlicht, wird bekannt, dass die Bundesregierung die Fördermittel für die Gebäudesanierung kürzen will. Laut Campact.de, enthielt der Haushaltsentwurf von Finanzminister Schäuble für dieses Jahr gerade einmal noch 1,1 Milliarden Euro an Fördermitteln, während im letzten Jahr gut doppelt so viel zur Verfügung gestellt wurde. Daher muss damit gerechnet werden, dass die Fördermittel schnell erschöpft sein werden. Dabei ist die Förderung ein wichtiges Signal und ein bedeutender Anreiz zur energetischen Sanierung von Gebäuden. Nicht umsonst war das CO2-Gebäudesanierungsprogramm in den vergangenen Jahren so erfolgreich. Ohne diese Förderung hätte es deutlich weniger energetische  Sanierungen gegeben. Daher ist die folgende Meldung der dena zwar interessant, aber vielleicht unter Vorbehalt: Wer seinen Altbau energieeffizient sanieren möchte, profitiert derzeit von niedrigen Zinsen und besonders attraktiven staatlichen Förderungen. Von der Energieberatung über den Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zur Komplettsanierung – die Fördermöglichkeiten für energetisch sinnvolle Modernisierungen sind zahlreich. „Grundsätzlich gilt, je umfangreicher die Maßnahmen sind und je besser der energetische Standard, desto mehr gibt der Staat dazu“, sagt Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Die dena hat beispielhaft fünf typische energiesparende Sanierungen* zusammengestellt und  zeigt was es kostet, wie viel der Staat dazugibt und wann sich die Investitionen rechnen. Was energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, muss für jedes Gebäude individuell entschieden werden. Daher ist es unverzichtbar gleich zu Beginn einen Energieberater einzubinden, der den erforderlichen energetischen Modernisierungsbedarf des Gebäudes ermittelt. Die folgenden Sanierungspakete umfassen Maßnahmen für den kleinen Geldbeutel bis hin zum energetisch optimalen Standard. weiterlesen ›

CO2-Gebäudesanierungsprogramm boomt auch im Krisenjahr 2009

In den ersten beiden Monaten 2009 hat die KfW trotz des harten Winters über 12.000 Zusagen für energetische Bau- und Sanierungsmaßnahmen erteilt. Dies stößt ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro an. Im Vergleichszeitraum 2008 waren es rund 10.000 Zusagen und ein Investitionsvolumen von 992 Millionen Euro. Eine Milliarde Euro Investitionen im Gebäudebereich sichert und schafft 20.000 bis 25.000 Arbeitsplätze für ein Jahr.

Ein Grund für den erheblichen Zuwachs an Zusagen bei der KfW: Seit Anfang 2009 gibt es im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms Investitionszuschüsse für hocheffiziente Einzelmaßnahmen, zum Beispiel den Austausch von Heizung oder Fenstern. Die Förderung von Einzelmaßnahmen erleichtert es dem Bauherrn, die Sanierung seines Hauses schrittweise anzugehen. Zugleich bietet sie Wohneigentümergemeinschaften die notwendige Flexibilität für die Finanzierung von Sanierungsvorhaben. Verstärkt nachgefragt wurden in den ersten Monaten 2009 insbesondere auch die Fördermittel für energieeffiziente Neubauten nach KfW-40-Standard.

Link: CO2-Gebäudesanierungsprogramm

Das Video sieht das ganze Thema von einer ansprechenden Seite, auch wenn es um ein sachliches Thema geht.

Förderbilanz 2008 des CO2-Gebäudesanierungsprogramms

Es ist immer noch Zeit zurück zu blicken und Bilanz zu ziehen für das vergangene Jahr.

“Unser Programm zur CO2-Gebäudesanierung ist ein Riesenerfolg. Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr zeigen dies eindrucksvoll. Die Nachfrage nach Fördermitteln zum energieeffizienten Bauen und Sanieren hat im Jahr 2008 wieder einmal alle unsere Erwartungen übertroffen. In den KfW-Programmen wurden 2008 mehr als 100.000 zinsgünstige Kredite und Zuschüsse mit einem Volumen in Höhe von 6,4 Milliarden Euro zugesagt.

Bereits im August 2008 waren die im Haushalt vorgesehenen Fördermittel verbraucht. Wir haben diese dann kurzfristig um 500 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro aufgestockt, um das Programm durchgängig anbieten zu können. Seit 2006 haben wir mit unserem Programm rund 800.000 Wohnungen energieeffizient saniert oder neu errichtet. Diese Erfolgsgeschichte werden wir weiter fortsetzen”, sagte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee in Berlin.

“Unser Programm entlastet vor allem die Bürgerinnen und Bürger bei den Heizkosten. In diesem Jahr wird die Ersparnis etwa 360 Millionen Euro betragen. Das ist ein echtes Entlastungsprogramm, die Menschen haben mehr Geld im Portemonnaie. Wachstum und Beschäftigung werden gestärkt, weil Handwerksbetriebe Aufträge erhalten. Seit 2006 konnten wir so jährlich bis zu 220.000 Arbeitsplätze in der mittelständischen Bauwirtschaft und im Handwerk sichern”, so Tiefensee.

Die Fördermittel wurden im Rahmen des ersten Konjunkturpaketes nochmals aufgestockt. Für 2009 stehen nun rund 1,5 Milliarden Euro für Zinsverbilligung und Zuschüsse bereit. Neben den zusätzlichen Fördermitteln wurden die Konditionen der Förderung verbessert. Zusammen mit dem sehr günstigen aktuellen Zinssatz von 1,4 Prozent werden so weitere Investitionsanreize gesetzt.

Seit Jahresbeginn gibt es auch für die Erneuerung von Fenstern oder Heizungen zinsgünstige Kredite. Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften können zudem im CO2-Gebäudesanierungsprogramm Zuschüsse in Höhe von bis zu maximal 2.500 Euro für energetische Einzelmaßnahmen erhalten.

Hoffentlich wird die Bilanz für das Jahr 2009 noch besser. Es soll ja viel in öffentliche Gebäude investiert werden, vielleicht nehmen sich viele Hausbesitzer diese Maßnahmen dann zum Vorbild.

Chancen der Energieeffizienz für Wohngebäude konsequent nutze

„Der Bund muss endlich den schlafenden Riesen Wohngebäudebestand wecken und die Chancen der energetischen Modernisierung konsequent nutzen. Es reicht nicht aus, das bisherige CO2-Gebäudesanierungsprogramm zu verstetigen und zu verlängern. Stattdessen müssen mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich zur Steigerung der Energieeffizienz zur Verfügung gestellt werden“, forderte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, im Vorfeld der Beratungen der Bundesregierung zum geplanten Konjunkturpaket. „Mit den bisherigen Instrumenten werden nicht einmal 1,5 Prozent des Wohngebäudebestandes in Deutschland erfasst. Wir brauchen kurzfristig mehr als eine Verdoppelung.“

Rips begrüßte Pläne, die energetische Sanierung bei öffentlichen Gebäuden zu verstärken, als vernünftig: „Die öffentliche Hand kann hier ein Beispiel geben und sogar eine Vorreiterrolle einnehmen. Notwendig ist aber zusätzlich, dass im Bestand der mehr als 37 Millionen genutzten Wohnungen in Deutschland in Energieeffizienz und erneuerbare Energien investiert wird.“ Hier dürfe der Bund jetzt nicht die Chance verpassen, gleichzeitig für Arbeitsplätze und Umwelt zu investieren sowie Vermietern bzw. selbst nutzenden Eigentümern wirksame Anreize für Investitionen zu geben und damit gleichzeitig alle Verbraucher von ständig steigenden Heizkosten zu entlasten.

„Der Bund muss jetzt klotzen und nicht kleckern. Wir brauchen nicht nur eine längere Förderung, sondern mehr und zusätzliche Mittel, um das Tempo der energetischen Sanierung deutlich zu erhöhen. Hierdurch wird nicht nur ein positives Signal für den Arbeitsmarkt gesetzt, hierdurch werden auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zurückgeschraubt und die Energiepreisspirale gestoppt“, erklärte der Präsident des Deutschen Mieterbundes in Berlin.