Tag: Bauen

Energieeinsparverordnung 2014 wird im Frühsommer 2014 in Kraft treten

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Der Energieverbrauch der Heizung wird oft unterschätzt: Denn mit 87 Prozent verbrauchen die deutschen Haushalte die meiste Energie für die Erzeugung von Wärme. Wer also dauerhaft sparen will, muss seine Heizkosten konsequent senken., Grafik: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Nach dem ich am Montag noch spekuliert hatte welche Bundesregierung wohl die novellierte Energieeinsparverordnung beschließen wird, ging es ganz schnell und heute hat die amtierende Bundesregierung schon die Novelle der Energieeinsparverordnung mit den Änderungen des Bundesrates beschlossen. Die geänderte Fassung wird voraussichtlich sechs Monate nach der Verkündigung in im Frühsommer in Kraft treten. Damit wird der Stand der energetischen Anforderungen für Neubauten aus dem Jahr 2009 bis zum Jahr 2016 festgeschrieben – sieben Jahre Stillstand. Erst ab dem ab 1. Januar 2016 kommt ein großer Sprung, dann steigt die Anforderung für den Primärenergiebedarf einmalig um 25 Prozent. Wenn wirklich heute bereits 50 Prozent der Gebäude in Deutschland energetisch deutlich besser gebaut werden als die derzeit gültige EnEV fordert, wie Stepahn Kohler von der dena in der Pressemitteilung sagt, dann verwundert die Verschiebung der höheren Anforderungen an Neubauten. Austausch von alten Heizungen bleiben einzige Anforderung an Altbauten An den energetischen Zustand von Altbauten werden keine weiteren Anforderungen gestellt, lediglich so genannte Konstanttemperatur-Heizkessel (Standard-Heizkessel, die ihre Temperatur nicht, wie modernere, der gefragten Heizleistung entsprechend anpassen) sollen ab 2015 nach 30 Betriebsjahren stillgelegt werden. Ausgenommen hiervon sind selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser.  weiterlesen ›

Beispielhafte Projekte für Energieeffizienz an Gebäuden aus ganz Europa in einer Datenbank

Nach der Sanierung braucht dieses Einfamilienhaus 91 Prozent weniger Energie. Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Auf der Heizungsmesse ISH 2013 in Frankfurt hat die EU-Initiative CONCERTO eine Datenbank über groß angelegte Neubau- und Sanierungsprojekte in 58 europäischen Städten und Gemeinden vorgestellt. “Die Fülle an technischem, wirtschaftlichem und politischem Know-how, das in den 58 Pilotgemeinden entstanden ist, machen wir hier über eine benutzerfreundliche, interaktive Datenbank zugänglich. Hier können Kommunen und Städte angesichts der zu bewältigenden Energie-Herausforderungen Lösungen und Inspirationen finden”, sagte Sven Dammann von der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission. „Wir bieten einen breiten Fundus an Informationen“, berichtete Kilian Seitz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das die Datenbank erstellt hat. An sich ist diese Datenbank sehr gut, auch wenn die Zahl von 58 Projekten sicher erst ein Anfang darstellt. Aber die Suche nach einzelnen Projekten ist leider etwas unübersichtlich geraten. Auch die Projektinformationen würde ich mir ausführlicher wünschen. weiterlesen ›

Neue Energieeinsparverordnung ab 2014 ohne Anforderungen an bestehende Gebäude

Energieausweis_Oldenburg_Fam.Wiegand_Quelle_denaGestern hat die Bundesregierung in einer Kabinettsitzung den Entwurf einer Novelle des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) beschlossen.

Die Novellierung der EnEV sieht für Neubauten eine maßvolle Anhebung der Mindesteffizienzstandards in zwei Stufen in den Jahren 2014 und 2016 vor. Eine Verschärfung der Vorgaben für bestehende Gebäude ist in dem Entwurf nicht enthalten, insbesondere keine neuen Nachrüstverpflichtungen. Der Energieausweis als Informationsinstrument wird weiter gestärkt. Außerdem sollen - in Umsetzung europarechtlicher Vorgaben - Energieausweise künftig stichprobenartig überprüft werden.

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Neue Produkte für Energieeffizienz an Gebäuden auf der Bau-Messe in München

Messe BAU 2013 in MünchenSeit Montag läuft die größte deutsche Bau-Fachmesse in München und Energieeffizienz am Bau soll eines der Hauptthemen der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme sein. Da ich leider nicht dort sein kann, um mir neue Produkte für energieeffiziente Gebäude persönlich anzusehen, muss ich mich online auf die Suche begeben. Das ist gar nicht so einfach, in der Baubranche wird nicht so offen kommuniziert und Social-Media ist nicht so weit verbreitet. Aber ich habe einiges gefunden, was sehr interessant klingt.

Übergabe von Passivhaus-Zertifikaten an Hersteller von Bauprodukten

Das Passivhaus-Institut wird in München wieder einige neue Zertifikate für passivhaustaugliche Produkte überreichen. Damit steigt die Anzahl der Bauteile, die für den Einsatz im Passivhaus geeignet und zertifiziert sind weiter an, in 2012 wurden bereits 134 neue Produkte zertifiziert. Bei Lüftungsanlagen hat die Auswahl für den Planer mittlerweile eine Anzahl von über 100 Geräten überschritten. Auch bei Fensterrahmen gibt es heute fast 100 verschiedene geprüfte Produkte.

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Schwierige Geburt der neuen Energieeinsparverordnung

EnEVeasy, Einführung des vereinfachten Modellgebäudeverfahrens in der EnEV 2013. Quelle: ift Rosenheim

EnEVeasy, Einführung des vereinfachten Modellgebäudeverfahrens in der EnEV 2013. Quelle: ift Rosenheim

Mit energieeffizienten Gebäuden habe ich mich hier wenig befasst in letzter Zeit, bis auf den interessanten Besuch des Plusenergiehauses, das in der nächsten Woche offiziell an die Nutzer übergeben wird. Es hat sich aber auch nicht viel bewegt, die Sanierungsquote bleibt konstant bei einem Prozent und eine neue steuerliche Förderung ist auch nicht in  Sicht.

Dann gibt es ja noch die Energieeinsparverordnung (EnEV), die uns bis 2020 zum Niedrigstenergiehausstandard führen soll. Sollte sich da nicht was tun und wir 2013 eine Aktualisierung der Anforderungen bekommen? Nein, die sollte schon zum 01.01.2012 kommen. Einen Referentenentwurf gibt es mittlerweile immerhin und irgendwann in 2013, oder zu Beginn des Jahres 2014, wird die neue EnEV dann in Kraft treten. Das Fachportal enev-online spricht jetzt nur noch von der EnEV 2014.

Am 15. 10. wurde der Referentenentwurf bekannt gegeben und zur Anhörung der Länder und Spitzenverbände gegeben. Einige Verbände haben sich schon öffentlich geäußert. Eine gute Übersicht dazu bieten die Zeitschrift TGA-FAchplaner und das oben bereits erwähnte Fachportal EnEV-online in einer eigenen Broschüre.

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Möge die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung in Frieden ruhen

Modernisierungsbeispiel mit Solarwärme, Quelle: erdgas.info

Modernisierungsbeispiel mit Solarwärme, Quelle: erdgas.info

Man hat es fast vergessen, zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung sollte ein steuerlicher Anreiz geschaffen werden. Viele Interessengruppen haben sich auf diese Unterstützung gefreut, damit sollte die Sanierungsrate endlich einen Aufschwung erleben und in Richtung der gewünschten zwei Prozent des Gebäudebestandes sich bewegen. Doch die Bundesregierung konnte sich auch in mehren Anläufen mit den Ländern nicht auf eine Finanzierung einigen – jeder hat wieder einmal die Schuld auf den jeweils anderen geschoben – aber stören tut diese Blockade wohl keinen der beiden Parteien.

Nun ist die steuerliche Förderung wohl von uns gegangen, bevor sie jemals das Licht der Welt erblicken konnte, und in aller Ruhe beigesetzt worden. Der Steuerbonus ist endgültig vom vom Tisch, so berichten das Energie-Fachberater-Portal und das Blog Lexegese.

Damit man nicht allzu lange trauern muss, gibt es auch eine Alternative zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Beide berichten, dass geplant ist ab 2014 für einen Zeitraum von 8 Jahren jährlich 300 Millionen Euro als Zuschuss zur Verfügung zu stellen. Die Mittel dazu wird der Bund aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) zur Verfügung stellen.  Vielleicht besser als nichts, aber um die Sanierungsquote auf die angestrebten zwei Prozent des Gebäudebestandes zu heben, wird es nicht ausreichen. Daher spricht auch Michael Hölker von der Wohnungsbau-Initiative bei Baulinks.de von einem Windhundverfahren, bei dem nur die schnellsten Bauherren gewinnen können. Die Verunsicherung werde dem Markt damit nicht genommen, zumal die Zuschüsse erst ab 2014 ausgezahlt werden sollen und damit wieder ein Jahr verschenkt wird.

Während das Thema Strompreise immer wieder diskutiert wird, scheinen die Kosten für die Heizung noch nicht angekommen zu sein in der Diskussion, auch wenn die Heizkosten deutlich ansteigen werden in den nächsten Jahren. Die soziale Dimension interessiert hier nicht mehr, man kann sie ja nicht mehr für seine Zwecke gebrauchen. In diesem Zusammenhang hat das Magazin energie-experten.org von der Landesregierung Schleswig-Holsteins berichtet, die in einer Studie festgestellt hat, dass Kosten für die Wärmeversorgung mit fossilem Heizöl fünf Mal so stark gestiegen sind wie die Stromkosten. Besonders betroffen sind dabei Geringverdiener ohne Transferleistungen.

Eine Lösung der Problematik scheint mir noch lange nicht in Sicht, auch wenn sich immer mehr Akteure in die Diskussion einbringen. Der einzige weitere Ansatz, den die Bundesregierung hatte in diesem Jahr, war die Änderung des Mietrechtes

Einer der neuen Akteure, der mehr Engagement für die Gebäudesanierung fordert, ist der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Laut dem Magazin energie-experten.org fordert dieser eine Aufstockung des KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramms und ein weiteres „Kommunalprogramm“ zur Sanierung des kommunalen Immobilienbestandes. Natürlich ist diese Forderung nicht ganz uneigennützig, denn mit dem Handwerk und lokalen Gewerbe profitieren die Städte und Gemeinden von diesen Programm und mit einer Sanierung kommunaler Immobilien können die arg gebeutelten kommunalen Finanzen nachhaltig entlastet werden.

Der Fokus der Energiewende muss in der nächsten Zeit deutlich in Richtung der Themen Wärme und Effizienz verschoben werden. Der reine Blick auf die Stromwende reicht nicht mehr aus.