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Erneuerbare Energien in Bürgerhand gibt es in ganz Europa

Don´t camp renewables!
Don´t camp renewables!

Auch wenn wir in Deutschland relativ weit voran geschritten sind mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und eine riesige Anzahl von Bürger-Energiegenossenschaften haben, sind wir nicht die einzigen in Europa. In vielen anderen europäischen Ländern gibt es ebenfalls ein großes Engagement von Bürgern für den Ausbau der erneuerbaren Energien, für einen lokalen Bezug von Ökostrom, für die Reduzierung des Heizenergieverbrauchs oder für eine CO2-arme oder -neutrale Energieversorgung.

Es war in Brüssel bei der EU Sustainable Energy Week schön zu sehen was es alles an Projekten gibt in den anderen Mitgliedsstaaten. Ich war erstaunt welch großen Raum der Faktor dezentrale Energieversorgung in den Gemeinden, Städten oder Regionen einnimmt und, dass die Rolle die Bürger so betont wird. Es ist immerhin eine Veranstaltung der zentralen europäischen Einrichtung, der EU-Kommission.

Ich konnte selbst nur eine Session zum Thema Bürgerenergie verfolgen, „Cities and Citizens in the Energy Union“ – „Städte und Einwohner in der Energie Union“. Dort kamen neben Vertretern von den großen Städten Barcelona, Göteburg und London auch engagierte Energiebürger wie Dirk Vansintjan von der belgischen Energiegenossenschaft Ecopower und der ebenso engagierte Abgeordnete des Europaparlamentes Claude Turmes zu Wort. weiterlesen

Finanzierungsplattform für erneuerbare Energien mit Vorteilen für Anleger und Betreiber

Der einfachste Preisrechner für Solarstrom

PV-Anlage auf Feuerwehrhaus bei Loburg
Photovoltaik-Dachanlage auf Feuerwehrhaus bei Loburg (Möckern, Sachsen-Anhalt), Foto: greenXmoney

Bei der Finanzierung von Anlagen mit erneuerbaren Energien denkt man vor allem an Energiegenossenschaften. Diese sind lokal verankert und binden die einzelnen Anteilseigner in die Entwicklung und Planung mit ein. Für eine dezentrale Energiewende ist diese Form besonders gut geeignet. Es gibt aber auch noch andere Formen der Finanzierung, die es vielen einzelnen Investoren möglich macht sich mit kleinen Beträgen an der Finanzierung der Energiewende zu beteiligen.

Erneuerbare Energien mit Crowdfunding finanzieren

Verschiedene Konzepte, besonders aus dem Bereich des Crowdfunding, bzw. Crowdinvesting, habe ich hier bereits vorgestellt. Im letzten August hatte ich beispielsweise mal eine Liste von den bis dahin größten Solarenergie-Crowdfundings zusammen gestellt. Mittlerweile sammelt die Sonneninvest AG erneut Geld für drei bestehende große Solaranlagen ein, zwei Aufdachanlagen und eine Freiflächenanlage. Mit den Einnahmen soll in der nächsten Zeit ein weiteres Solarkraftwerk aufgekauft werden.

Um relativ unabhängig zu sein von der politischen Entwicklung und direkt den Bau von neuen Solarstrom-Anlagen zu unterstützen, werden bei der Plattform bettervest Anlagen für den Eigenverbrauch in Unternehmen finanziert, in Verbindung mit Energieeffizienz-Maßnahmen. Für den Automobilzulieferer Wintec GmbH aus Bad Driburg wurde erst kürzlich das Geld für die Investition eingesammelt – bereits das zweite Projekt in dieser Art von bettervest. weiterlesen

Solarthermie-Markt: Rettung durch mehr Transparenz?

Foto: Austria Solar/ESTIF
Foto: Austria Solar/ESTIF

„5 essentielle Dinge, die den Solarthermiedurchbruch verhindern“, hat Cornelia Daniel-Gruber im Ecoquent-Positions Blog identifiziert. Diese lassen sich vielleicht auf eine Forderung herunterbrechen: „Mehr Transparenz“!

Und da schließe ich mich Cornelia voll und ganz an: Ohne mehr Transparenz in der Solarwärme werden wir es nicht schaffen. Der Umkehrschluss gilt dagegen leider nicht – mehr Transparenz führt nicht notwendigerweise auch tatsächlich zum Erfolg! Dazu braucht es sicherlich noch einige andere Veränderungen.

Transparenz für das gesamte Heizungssystem

Ich will das Thema noch etwas weiter ziehen: Transparenz braucht es nicht nur in der Solarwärme, sondern der gesamten Heizungsbranche. Denn der Endkunde entscheidet sich immer für ein System, das aus verschiedenen Komponenten besteht. Und da will er wissen, was am Ende eigentlich bei rum kommt – wie viel (konventionelle) Energie er verbrauchen wird, wie hoch die Anschaffungskosten sind, wie es mit den erwarteten Betriebskosten aussieht.

Beim Auto schauen wir ja auch nicht nur auf eine Komponente, z.B. den Motor, sondern wollen den Normverbrauch bzw. die typischen CO2-Emissionen für das Gesamtfahrzeug wissen. Auch bei anderen Systemen interessiert weniger eine Einzelleistung, als das Gesamtsystem. Zum Beispiel beim Computerkauf. Die Leistungsdaten des Hauptprozessors sind sicherlich wichtig (Taktrate, Zahl der Kerne usw.) aber daneben spielt auch die Größe und Schnelligkeit des RAM-Speichers eine Rolle, ob eine Festplatte oder eine SSD verbaut wurde usw. Am Ende steht ein Gesamtcomputer, der „für Büroarbeiten“ geeignet ist oder „als Spielerechner“ oder „für Multimediaarbeiten“. So ist es auch mit Heizungssystemen. Sie sollen einen jeweils bestimmten Zweck erfüllen und darüber sollte es dann eine Gesamtaussage geben. weiterlesen

Mit Crowdfunding werden weltweit Projekte für erneuerbare Energien finanziert

Renewable Crowdfunding Map
Weltkarte Crowdfunding für Erneuerbare Energien, Grafik: Solarplaza

Zur Finanzierung von Projekten mit erneuerbaren Energien kennt man bei uns fast nur das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dieses gilt in Deutschland als die Grundlage für eine Beteiligung der Bürger an der Finanzierung der Energiewende. Das EEG hat auch lange Zeit den Zugang der Bürger zum Stromnetz ermöglicht durch die Abnahmeverpflichtung von selbst erzeugtem Strom. Dieses Prinzip wird von der Politik nun nach und nach ausgehöhlt und die Beteiligung von Bürgern an der Energiewende wird damit erschwert.

Darauf möchte ich jetzt aber nicht weiter eingehen. Ich möchte vielmehr zeigen, dass auch in anderen Ländern – die keine Einspeisevergütung nach dem Prinzip des EEG haben – eine Beteiligung von Bürgern an der Finanzierung von Projekten mit erneuerbaren Energien machbar ist. Bei uns ist die Finanzierung von Projekten aus dem Energiebereich mit Crowdfunding noch wenig bekannt, erst in diesem Jahr hat man, nach meinem Eindruck, eine größere Öffentlichkeit erreicht.

Bürgerenergie wird in vielen anderen Ländern mit Crowdfunding finanziert

In einigen anderen Ländern ist Crowdfunding zur Finanzierung von Anlagen mit erneuerbaren Energien sehr erfolgreich. Manche dieser Plattformen bieten auch mehr als nur die Finanzierung der Anlagen und Auszahlung von attraktiven Renditen. So werden die Investoren bei einer niederländischen Plattform auch mit einem Strom-Gutschein aus den finanzierten Anlagen belohnt.

Bei Crowdfunding können Bürgerinnen und Bürger sich teilweise schon mit sehr kleinen Beträgen von weniger als zehn Euro beteiligen. Die Einstiegshürde ist damit sehr gering und ermöglicht allen Menschen die Beteiligung am Ausbau der erneuerbaren Energien. So wird es auch leichter sein sich an mehreren Projekten zu beteiligen und das Risiko eines Verlustes zu minimieren. Einzelne Projekte können aus unterschiedlichen Gründen nicht realisiert werden oder Pleite gehen, das Risiko kann man nicht ausschließen. Aber durch die Verteilung der möglichen Investitionssumme kann die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls deutlich verringert werden. weiterlesen

Modell für Direktvermarktung von Ökostrom vom Erzeuger bis zum Verbraucher

Funktion des Ökostrom-Markt-Modells, Grafik: naturstrom.de
Funktion des Ökostrom-Markt-Modells, Grafik: naturstrom.de

Die Verhandlungen und Beratungen für das sogenannte EEG 2.0 laufen zur Zeit. Nach den zur Zeit bekannten Plänen der Bundesregierung wird es vor allem für kleine Akteure schwerer neue Anlagen zu bauen. Vor allem wird es für Anbieter von Ökostrom dann kaum noch möglich sein die eigenen Kunden mit Ökostrom zu versorgen und dies auch glaubhaft nachzuweisen. Graustrom, der an der Börse aus allen Kraftwerken gemischt wird, soll der Strom der Zukunft sein.

Ist die Zukunft des Stroms jetzt grau?

Der Wunsch vieler Kunden nach einem klar definierten Strom-Produkt wird dann schwerer zu erfüllen sein, wenn es nur noch anonymen und grauen Strom aus der Steckdose geben soll. Alle Betreiber von Stromerzeugungs-Anlagen mit erneuerbaren Energien sollen ihren Strom selbst oder über einen Dienstleister an der Strombörse verkaufen. Es lässt sich dann noch weniger als heute sagen woher der Strom einzelner Anbieter kommt, es gibt nur Graustrom unbekannter Herkunft. weiterlesen

Energiewende mit großen Vorteilen bei dezentraler Struktur und Eigenverbrauch

Jetzt wird es ernst mit der Energiewende, die Zeiten sind vorbei in denen man Strom aus erneuerbaren Energien als Spielerei oder Liebhaberei abtun kann. Die derzeit geführten Verteilungskämpfe zeigen das sehr eindrucksvoll. Es wird sich nun zeigen müssen, wohin die Energiewende steuert.

Energieblogger haben besten EEG-Entwurf gesucht

Grafischer Vergleich der zentralen Studien zur Energiewende, Grafik: Benjamin Bauer, Cornelia Daniel-Gruber, Maria Nasswetter, Thomas Nasswetter
Grafischer Vergleich der zentralen Studien zur Energiewende, Grafik: Benjamin Bauer, Cornelia Daniel-Gruber, Maria Nasswetter, Thomas Nasswetter

Bei der Suche nach dem Germany´s Next Top EEG haben die Energieblogger bewusst völlig verschiedene Konzepte mit reingenommen in den Vergleich. So können wir gut erkennen in welche Richtung die Energiewende mit diesem oder jenem Konzept gehen wird. Wird der Trend zur dezentralen Energieversorgung anhalten, wird es weiterhin einen festen Einspeisetarif geben, wie soll dieser auf die Stromkunden umgelegt werden und welche Rolle wird künftig der Eigenverbrauch spielen?

In der aktuell laufenden Auswertung der Aktion GNTEEG werden wir die untersuchten Konzepte mal genauer betrachten und die Auswirkungen vorstellen. Das Bewertungs-Schema hat Kilian Rüfer bereits gut erklärt, Kathrin Hoffmann hat das EEG Paradoxon erklärt, den günstigen Strom an der Börse und teuren Strom für Verbraucher, und Andreas Raetsch hat den Weg zum besten EEG-Entwurf aufgzeigt. weiterlesen