Vorbildliche Bioenergiedörfer ausgezeichnet

Die vorbildlichsten Bioenergiedörfer Deutschlands sind Jühnde-Barlissen (Niedersachsen), Effelter (Bayern) und Feldheim (Brandenburg). Dies ist das Ergebnis des bundesweiten Wettbewerbs „Bioenergiedörfer 2010“. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) prämiert damit beispielhafte Bioenergiedörfer, die mindestens die Hälfte ihres Jahresstrom- und Wärmebedarfs aus regional erzeugter Biomasse decken. Die Dörfer sollten die Biomasse dabei möglichst effizient, nachhaltig und innovativ nutzen. Zudem sollte die Bevölkerung miteinbezogen werden.

Die Bioenergie ist die bedeutendste regenerative Energieform in Deutschland. Energie aus Biomasse macht derzeit 70 Prozent der Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern aus. „Die lokale Nutzung einheimischer Biomasse zum Beispiel in Bioenergiedörfern oder Regionen ist ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen und ökologischen Energieversorgung. Wo immer es möglich ist, sollte der regionale Bezug an erster Stelle stehen. Dadurch entsteht Wertschöpfung vor Ort, die Arbeitsplätze schafft,“ sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich der Bekanntgabe der Gewinner.

Die drei Kommunen werden anlässlich der auf der Messe „EUROTIER 2010“ stattfindenden Ausstellung „Bioenergy Decentral“ in Hannover prämiert und erhalten ein Preisgeld von je 10.000 Euro, das zum Ausbau der Bioenergiedörfer eingesetzt wird.

Weitere Informationen auch über die einzelnen Bioenergiedörfer finden Sie unter: www.wege-zum-bioenergiedorf.de

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Hohe Akzeptanz für Biogasheizkraftwerk dank Bürgergutachten

Die baden-württembergische Stadt Rottweil ist für ihr Engagement als „Energie-Kommune“ des Monats Februar 2010 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Seit Anfang 2008 produziert eine Biogasanlage Wärme und Strom für den Rottweiler Ortsteil Hausen. Dabei wird mehr Strom erzeugt, als die gut 1.000 Einwohner des Ortsteils verbrauchen. Die gewonnene Wärme wird in das lokale Nahwärmenetz eingespeist, das jeden zweiten Haushalt erreicht. Vorbildlich ist die Einbindung der Bevölkerung. Im Rahmen von Bürgerversammlungen erstellten die Anwohner ein Bürgergutachten und nahmen so aktiv an der Planung der Biogasanlage teil. „Durch die Einbindung der Bevölkerung während der Planungsphase ist die Akzeptanz auch zwei Jahre nach der Inbetriebnahme sehr hoch“, betont Herbert Sauter, Ortsvorsteher des Stadtteils Hausen.

Am Anfang stand die Frage nach der zukünftigen Strom- und Wärmeversorgung in Rottweil-Hausen. Im Laufe von sieben Monaten trafen sich die Anwohner zu mehreren Arbeitstreffen, Bürgerversammlungen und Besichtigungen. Der ganze Prozess war bis zur Entscheidung ergebnisoffen angelegt, denn Vertreter der ENRW Energieversorgung Rottweil waren nicht stimmberechtigt sondern nur als Experten gefragt. Beim Thema Biogas äußerten einige Bürger zunächst Vorbehalte gegen die Verwendung von Nahrungs- und Futtermitteln zur Energiegewinnung. Die geladenen Landwirte der Umgebung konnten diese Bedenken jedoch entkräften. Neben Reststoffen, wie beispielsweise Gülle, werden für die Biogasanlage ausschließlich Energiepflanzen auf ehemals stillgelegten Flächen angebaut. Alle Ergebnisse und Forderungen des Abstimmungsprozesses flossen in ein gemeinsames Bürgergutachten ein, das beim Genehmigungsverfahren durch den Ortschaftsrat berücksichtigt wurde.

„Bei der Planung von Erneuerbaren-Energien-Projekten ist die Kommunikation das A und O“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Bekanntgabe der „Energie-Kommune“ des Monats. „Information und Beteiligung der Anwohner sind wichtige Vorbedingungen für die spätere Akzeptanz vor Ort. Dies wird an der erfolgreichen Umsetzung der Biogasanlage in Rottweil-Hausen exemplarisch deutlich. Hier war die Einbindung der Bevölkerung von Anfang an vorbildlich“, so Mayer.

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Anzahl der Bioenergiedörfer im Südwesten soll wachsen

Gruenspar.de

In Baden-Württemberg sollen künftig mehr Kommunen ihren Wärmebedarf mit Bioenergie decken. Zu diesem Zweck hat das Wirtschaftsministerium ein neues Förderprogramm für „Bioenergiedörfer“ gestartet. Finanziell gefördert wird die Wärmeversorgung von Gemeinden, Städten, aber auch von Orts- und Stadtteilen. Die Energie soll überwiegend aus Biomasse stammen, etwa Biogas oder Holzhackschnitzeln. Die Kombination mit anderen erneuerbaren Energien ist möglich. 20 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 100.000 Euro, zahlt das Land als Zuschuss. Die Fördervergabe findet im Rahmen eines Wettbewerbes statt. Antragsfrist für die nächste Runde ist der 29. Januar 2010. Fachliche Unterstützung erhalten Kommunen und beteiligte Firmen von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA).

Die energetische Nutzung von Biomasse leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und birgt für Kommunen große Chancen. „Bioenergiedörfer sparen Energiekosten. Sie sind unabhängiger von Energieimporten und internationalen Energiekrisen. Wertschöpfung und Arbeitsplätze bleiben in der Region, etwa in der Forst- und Landwirtschaft“, sagt KEA-Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen. „Die Voraussetzungen für Bioenergiedörfer sind im Land mit seinem überdurchschnittlich hohen Biomassepotenzial und häufig dichter Bebauung auch im ländlichen Raum außerdem besonders günstig.“

Den Nutzen hat auch das Land erkannt. Bereits bisher förderte das Wirtschaftsministerium Bioenergiedörfer im Rahmen des Bioenergiewettbewerbs. Förderbedingung war jedoch ein besonders innovatives Konzept. Künftig werden solche Vorhaben grundsätzlich gefördert, erklärte das Ministerium Mitte Oktober. Bewerben können sich Kommunen und beteiligte Unternehmen.

„Gute Chancen haben Kommunen, wenn sie im Antrag deutlich machen, dass ihr Projekt fossile Energieträger ersetzt und vorbildlich ist“, erklärt Volker Kienzlen. Bedingung seien auch eine gute Planung sowie Kosten-, Energie- und Ressourceneffizienz. Die KEA bietet Beratungsleistungen während der Vorplanungsphase in Form von Konzepten, Machbarkeitsstudien, Prüfungen bereits ausgearbeiteter Konzepte und fachlichen Stellungnahmen an. So können Kommunen Bioenergie auch ohne eigenes Know-how nutzen.

Die Wärme für die Bioenergiedörfer im Südwesten soll vorwiegend aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung stammen, die beispielsweise mit Holzhackschnitzeln oder Biogas betrieben werden. Die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzt die Abwärme bei der Stromerzeugung für Heizzwecke und ist besonders effizient. Auch bereits bestehende Biogasanlagen, die die Wärme noch nicht in Fernwärmeleitungen einspeisen, können gefördert werden.

In Baden-Württemberg sind derzeit 13 Bioenergiedörfer in Betrieb oder in Planung. Ziel der Landesförderung ist es, diese Zahl mit dem neuen Förderprogramm rasch deutlich zu erhöhen. Alle drei Monate bewertet das Ministerium die Anträge, unterstützt durch ein beratendes Fachgremium. Die nächste Antragsfrist endet am 29. Januar 2010. Der Zuschuss ist mit Mitteln aus Förder­programmen des Bundes kumulierbar.

Ein Bioenergiedorf ist ein regional orientiertes Konzept zur Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere Biomasse, im ländlichen Raum. Der Bedarf eines Ortes oder Ortsteils an Wärme und Strom soll so möglichst vollständig gedeckt werden.

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Biogas-BHKW für Schulzentrum und Erneuerung der Heizungsregelung mit Contracting finanziert

Die Stadt Mühlacker wird von einem Contracting-Unternehmen in 13 städtischen Gebäuden 40 Energiesparmaßnahmen durchführen lassen. Zu den Maßnahmen gehören der Bau eines Biomethan-Blockheizkraftwerks mit Nahwärmenetz für das Lindachschulzentrum sowie die Erneuerung der Heizungsregelung und Beleuchtungssanierungen in weiteren Gebäuden.

Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) lieferte das Konzept für das Projekt und unterstützte die Stadt Mühlacker bei dem Vergabeverfahren. Der Handlungsbedarf wurde im Rahmen des kommunalen Energie-Managements deutlich, das die KEA von 2004 bis 2007 im Auftrag der Stadtverwaltung durchgeführt hat. Die Modernisierung der Anlagen erfolgt über ein Energieeinspar-Contracting: Die Firma YIT Germany GmbH übernimmt als Contractor die Finanzierung und den Einbau der neuen Technik. Mit den eingesparten Energiekosten refinanziert der Contractor seine Investitionen. Die Stadt Mühlacker erneuert so den Gebäudebestand und zahlt lediglich einen Baukostenzuschuss von 175.000 Euro. weiterlesen ›

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Hand in Hand für autarke Energieversorgung im Main-Kinzig-Kreis

Die südhessische Stadt Wächtersbach ist für ihr Engagement in Richtung einer regenerativen Strom- und Wärmeversorgung als „Energie-Kommune“ des Monats November 2009 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Die 12.500 Einwohner zählende Stadt im Main-Kinzig-Kreis hat mit der Einweihung einer Holzhackschnitzelanlage mit Fernwärmenetz im Oktober 2009 ein vielversprechendes Bioenergieprojekt gestartet. Bereits in einigen Jahren rechnet der Betreiber damit, bis zu drei Viertel des städtischen Wärme- und den gesamten Strombedarf durch Erneuerbare Energien decken zu können.

Das Holzhackschnitzelkraftwerk versorgt über ein Fernwärmenetz bereits 300 Haushalte, zahlreiche Unternehmen und kommunale Einrichtungen mit Wärme. Bemerkenswert ist dabei die Kooperation von Privatwirtschaft, Kommune und Landkreis. „Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wächtersbach hat einen schnellen und erfolgreichen Start des städtischen Fernwärmenetzes erst möglich gemacht“, sagt Jörg Lotz, Geschäftsführer der Bioenergie Wächtersbach GmbH. Die Gesellschaft wird unterhalten von einem privatwirtschaftlichen Ingenieurbüro, der Stadt Wächtersbach und der örtlichen Wohnungsbaugenossenschaft.

Die Voraussetzungen für das ambitionierte Projekt sind angesichts der großen Waldbestände des Main-Kinzig-Kreises hervorragend. Bis zu 30 Millionen Liter Heizöl könnten dank regenerativer Energiequellen ersetzt werden. Sie garantieren außerdem eine hohe Preisstabilität und Versorgungssicherheit, die bereits heute viele Wächtersbacher überzeugt. Abgesehen vom 10-Megawatt-Heizkraftwerk wird aktuell eine solarthermische Anlage auf dem Dach der örtlichen Schule errichtet.

„Wächtersbach zeigt ein außerordentliches Engagement, die langfristige Umstellung auf Erneuerbare Energien voranzutreiben“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Auszeichnung zur „Kommune des Monats“. „Damit erregt die Stadt das Interesse zahlreicher Nachbarkommunen und dient dem gesamten Landkreis sowohl im Prozess als auch in der Zielsetzung als Vorbild.“

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Bioenergiedörfer zum nachmachen

Bioenergiedörfer machen Schule – immer mehr Kommunen setzen auf die Selbstversorgung mit Energie aus Biomasse. Damit die nächste Generation aus den Erfahrungen der Pioniere lernen kann, hat das BMELV jetzt das Portal www.wege-zum-bioenergiedorf.de eingerichtet. Hier sind nicht nur bereits existierende und geplante Dörfer bundesweit recherchierbar, es ist auch der direkte Austausch in einem Forum möglich. Auszüge aus dem Leitfaden „Wege zum Bioenergiedorf” runden das Angebot ab.

Die Übersicht über Bioenergiedörfer und das Forum sind das Herzstück des Portals. Je mehr sie sich mit Leben füllen, desto wertvollere Informationen kann die Seite vermitteln. Damit dies gelingt, sind alle bestehenden und geplanten Bioenergiedörfer aufgerufen, das Portal zu nutzen. Ein Eintrag in die Deutschlandkarte ist ebenso erwünscht wie eine Beteiligung an den Diskussionen im Forum.

Eine prima Idee, um in Kommunen eine Unabhängigkeit von großen Energieversorgern und unabhängig von Öl und Gas zu erreichen – sollte viele Nachahmer finden.

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Innovative Bioerdgasanlagen ausgezeichnet

Vorbildhafte Anlagen zur Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz wurden gestern im Rahmen des von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) organisierten Projektes “biogaspartner” in Berlin ausgezeichnet. Als “Biogaspartnerschaft des Jahres 2008″ wurde das Projekt der Biogas Ronnenberg GmbH und der Stadtwerke Hannover AG am Standort Ronnenberg geehrt. Sonderpreise für industrielle Anlagentechnik und moderne Anbaukonzepte sowie Pionierarbeit bei der Marktentwicklung gingen an die Bioerdgas Schwandorf GmbH und die Aufwind Schmack GmbH Erneuerbare Energien.

“Die Gewinner überzeugen mit innovativen und vorbildhaften Konzepten, die zeigen, wie im kleinen und großen Maßstab die effiziente Integration von Biomasse in unser Energiesystem gestaltet werden kann”, sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler anlässlich der Preisverleihung im Rahmen der dena-Konferenz “Biogaseinspeisung 2009″. “Bioerdgas ist ein zentraler Bestandteil im künftigen Energiemix in Deutschland”, betonte Kohler. Nach dem Willen der Bundesregierung soll eine Biogasmenge von 60 Milliarden Kilowattstunden bis 2020 für die Einspeisung bereit gestellt werden. Dazu müssen nach Schätzungen der dena in den nächsten zwölf Jahren 1.200 bis 1.800 Biogasanlagen deutschlandweit gebaut werden.

Die Biogasanlage in Ronnenberg bei Hannover wurde im März 2008 errichtet und besitzt eine jährliche Einspeisekapazität von 28 Millionen kWh. Betreiber sind fünf Landwirte, die als Kooperationspartner die Stadtwerke Hannover gewinnen konnten. Die Stadtwerke investierten in die Aufbereitungsanlage. Außerdem übernehmen sie die Verwertung des Biogases im Erdgasnetz. Die Anlage zeichnet sich durch ein vorbildliches Zusammenspiel von Land- und Energiewirtschaft bei der Nutzung von Biomasse aus. Zudem wurden Gemeinde und Region frühzeitig in das Projekt eingebunden. Damit kann dieses Projekt als vorbildhaft für die Planung, den Bau und den Betrieb von Bioerdgasanlagen in ganz Deutschland angesehen werden.

Mit einem Sonderpreis für vorbildhafte industrielle Anlagentechnik und moderne Energiepflanzenanbaukonzepte wurde die Bioerdgas Schwandorf GmbH ausgezeichnet. Die Anlage im bayerischen Schwandorf ist die derzeit größte Bioerdgasanlage in Deutschland und wird gemeinsam von der Schmack Biogas AG, E.on Bayern AG und E.on Bioerdgas GmbH betrieben. Einen weiteren Sonderpreis für die geleistete Pionierarbeit im Bereich der Bioerdgaseinspeisung ging an die Biogasanlage in Pliening im Münchner Osten, die von der Aufwind Schmack GmbH Erneuerbare Energien betrieben wird.

Wichtige Informationen zur Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz stellt die dena im Rahmen des Projekts “biogaspartner” bereit. Interessierte aus Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Logistik, Anlagentechnik, Handel und Finanzbranche erfahren, auf welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sie sich einstellen müssen, wie sie Kooperationspartner finden können und welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Über einen interaktiven “Einspeiseatlas” sind Projekte zur Biogaseinspeisung in Deutschland und Europa leicht zu finden. Neben der Internetseite bietet die dena auch Informationsveranstaltungen und einen E-Mail-Newsletter. 16 Unternehmen und Verbände beteiligen sich als Partner an dem Projekt.

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Grundversorgung mit erneuerbaren Energien

In der Vergangenheit hatte ich schon mehrfach von dem Kombikraftwerk berichtet – ein Forschungsprojekt, das mit Sonne, Wind, Wasser und Biogas eine 100%-ige Versorgung mit erneuerbaren Energien erreichen möchte. Mittlerweile ist ein erster Erfahrungsbericht erschienen, so die Sonnenseite von Franz Alt.

Fazit der Studie, die vom Projektentwickler juwi auf einer eigenen Seite veröffentlicht wurde:

Bundesweit kann schon im Jahr 2020 rund 60 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Im intelligenten Zusammenspiel zwischen der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien und der umweltfreundlichen Verbrauchssteuerung lässt sich so eine hohe Versorgungssicherheit auch in einer Industrienation wie Deutschland sicherstellen.

Klingt zwar so, als sind wir von den 100% noch weit entfernt, ist aber deutlich mehr als bisherige Ziele, die man liest und hört. Strebt die Bundesregierung nicht 20% erneuerbare Energien bis 2020 an?

In dem 20-seitige Hintergrundpapier „Das Grundversorgungskraftwerk“ (pdf-Datei) mit allen Fakten zur Grundversorgung durch erneuerbare Energien heißt es weiter:

Darüber hinaus hat das Szenario zu Tage gebracht, dass es die viel diskutierte Stromlücke nicht gibt. Stattdessen existiert eine Wissenslücke, wenn es darum geht, das Potenzial der erneuerbaren Energien einzuschätzen. Wer hätte beispielsweise vor zehn Jahren gedacht, dass ein
modernes Windrad heute 60 mal so viel Energie erzeugt als Standardanlagen Anfang der 90er
Jahre? Inzwischen prognostiziert auch und gerade der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bis zum Jahr 2014 eine weitere Verdopplung des Anteils der EE an der Stromversorgung. Der Ausbau der EE wird aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes sowie der drohenden Energiekosten-Explosion noch deutlich an Geschwindigkeit gewinnen.

Zur schwankenden Verfügbarkeit erneuerbarer Energien nimmt das Papier auch Stellung:

Ein hoher Anteil EE fordert von dem übergangsweise verbleibenden konventionellen Kraftwerkspark, dass er auf die variable Einspeisung regenerativer Energien reagieren kann. Diese Anforderung können unflexible Großkraftwerke nicht erfüllen. Sie produzieren unabhängig von der aktuellen Stromnachfrage und der Einspeisung der EE. In Folge dessen muss sich eine neue Kraftwerksstruktur ausbilden, die Rücksicht auf die Schwankungen bei Erzeugung und Verbrauch nimmt. Fossile Großkraftwerke können dann nur als flexible Ergänzungskraftwerke zu den EE agieren.

Möglich ist eben vieles, und wenn man nicht von heutigen Stromerzeugungs-Strukturen ausgeht, dann ist auch noch mehr möglich. Kleine Kraftwerke sind flexibler einsetzbar und als BHKW auch wesentlich effektiver als Großkraftwerke. Aber der Weg ist noch sehr weit bis dahin, denn die Strukturen und Denkweisen müssen sich ändern – dezentral ist die Zukunft und zentral die Vergangenheit.

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Ein Schulzentrum heizt mit Holzhackschnitzel

Eine dringende Modernisierung stand in der Gemeinde Rosendahl im Kreis Coesfeld an. Das Schulzentrum in Osterwick mit Grundschule, Hauptschule zwei Turnhallen und einem Lehrschwimmbad benötigte eine neue Heizungsanlage. Die bisherige war nicht mehr in Schuss und erbrachte einen zu hohen Energieverbrauch. Bei der Modernisierung haben die Verantwortlichen auf Erneuerbare Energien gesetzt und eine Holzhackschnitzel-Heizung angeschafft. Damit hat die Gemeinde eine bedeutende Reduzierung des Energieverbrauchs und der zugehörigen Kosten erzielt. Und auch die Umwelt wird entlastet, denn die Neuerung bringt eine CO2-Reduzierung von mindestens 250 Tonnen pro Jahr gegenüber einer reinen Gasnutzung. „Die Gemeinde Rosendahl hat konsequent den richtigen Weg verfolgt, sich beraten lassen und in moderne ressourcenschonende Technologie investiert. Die Gemeinde profitiert und geht mit gutem Beispiel voran“, sagt Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Auf ihrer Webseite stellt die EnergieAgentur.NRW diese Modernisierungsmaßnahme als Projekt des Monats Oktober vor.

Drei Gaskessel gab es in der Heizzentrale des Schulzentrums Osterwick und einen weiteren in einer der beiden Sporthallen. Die Gesamtleistung der vier Kessel: 1593 kW. Die Gemeinde Rosendahl ließ sich von der EnergieAgentur.NRW über Alternativen zur ausschließlichen Heizenergieversorgung mit Erdgas beraten. Sie entschied sich daraufhin, eine Holzhackschnitzelheizung (500 kW Leistung) für die Grundlast zu installieren und einen Gaskessel (640 kW) für die Spitzenlast, beziehungsweise für die Minimallast in den Sommermonaten, wenn beispielsweise lediglich das Lehrschwimmbad geheizt werden muss. Betriebsstart war November 2007. Die Holzfeuerungsanlage kann Hackgut, Pellets oder auch das schnell wachsende Elefantengras (Miscanthus) verbrennen und wird nun 80 Prozent der erforderlichen Wärme pro Jahr abdecken.

Die Investitionskosten für die gesamte Heizungsanlage mit beiden Kesseln, neuen Pumpen und Nahwärmeleitung betrugen rund 430.000 Euro. Die Mehrkosten, die sich dabei für die Holzfeuerungsanlage ergaben, werden sich nach etwa acht Jahren rentieren. Grund dafür ist der deutlich geringere Energieverbrauch der modernen Technik sowie der vorteilhafte langfristige Vertrag mit dem Holzlieferanten, dem Energiehof Osterwick. Die Heizkosten werden nach der gelieferten Wärme abgerechnet. „Der Preis für den Brennstoff ist jetzt um mehr als 30 Prozent günstiger für uns, und durch die neue Technik haben wir mindestens 20 Prozent weniger Verbrauch. Daher sparen wir erheblich an Energiekosten“, berichtet Christoph Mertens vom kommunalen Gebäudemanagement in Rosendahl.

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Heizen mit Holz ist ein Gewinn für die Bürger in Neustrelitz

Die mecklenburgische Kreisstadt Neustrelitz ist „Energie-Kommune“ des Monats Oktober 2008. Mit diesem Titel zeichnet die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte aus und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Die Neustrelitzer Haushalte beziehen den Großteil ihrer Heizwärme aus einem Biomassekraftwerk der örtlichen Stadtwerke. Dort wird momentan gut 80 Prozent des Wärmebedarfs für die rund 22.000 Einwohner aus Holzhackschnitzeln gewonnen. Zudem werden 50.000 Kilowattstunden Strom erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist. In der Anlage werden ausnahmslos Hackschnitzel aus unbehandeltem Holz verbrannt, vorwiegend Waldrestholz, das bei der Durchforstung der umliegenden mecklenburgischen Wälder anfällt.

Entscheidend für die Planung und den Bau des Biomassekraftwerks waren die steigenden Erdöl- und Erdgaspreise. Angesichts der rasanten Preisentwicklung bestand die Gefahr, dass die Haushalte sich reihenweise vom Wärmenetz abkoppelten und selbst Heizungen installierten. Und je weniger Kunden am Fernwärmenetz hängen, desto größer wird das Defizit. Die Stadtwerke Neustrelitz mussten handeln. „Das war eine Frage des Überlebens für unser Fernwärmenetz“, so Betriebsleiter Bernd Haase. Nach Inbetriebnahme des Kraftwerks konnte der durchschnittliche Fernwärmepreis von 78,82 auf 62,48 Euro je Megawattstunde gesenkt werden. „Die Stadtwerke Neustrelitz haben es vorgemacht. Es schlummert ein riesiges Potenzial im Bereich der Erneuerbaren Wärme. Wärme aus Holz ist betriebwirtschaftlich gesehen konkurrenzfähig“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Bekanntgabe der „Energie-Kommune“.

Neben den wirtschaftlichen Vorteilen profitiert auch das Klima von der Erneuerbaren Wärme: Die Verbrennung von Holz erfolgt CO2-neutral, da lediglich soviel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie der Baum im Laufe seines Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Die CO2-Einsparung durch das Neustrelitzer Holzkraftwerk liegt bei 14.500 Tonnen pro Jahr – dies entspricht den CO2-Emissionen von etwa 7.000 PKW. Die Kommunen haben in Deutschland eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz: Als Energieverbraucher, Planungs- und Genehmigungsinstanz, Grundstückseigentümer und Vorbild für die Bürger haben Städte und Gemeinden einen maßgeblichen Einfluss auf eine klimafreundliche Energieversorgung. „Ohne kommunales Engagement für Erneuerbare Energien sind keine Klimaschutzziele zu erreichen“, stellt Jörg Mayer fest.

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