Kategorie: Bauen

Energetische Gebäudesanierung – vom Hoffnungsträger zum Sündenbock

Ohnehin notwendige Sanierung oder energetische Sanierung?, Foto: Pixabay.com Als Fachmann, ich bin Dipl.-Ing (FH) für Bauphysik, habe ich mich schon oft über das Erscheinungsbild von energetischen Gebäudesanierungen in den Medien gewundert. Trotz des großen Potentials zum Klimaschutz und steigenden Heizkosten wird sehr negativ und überspitzt über dieses Thema in seriösen Medien berichtet und viele Fehlinformationen werden verbreitet. Seit bald einem Jahr versuche ich nun die Kommunikation von energetischen Gebäudesanierung zum Thema zu machen. Allein mit fachlichen Angaben und Fakten wird man jedoch mit der Energieeinsparung im Gebäudebestand nicht weit kommen. Bessere Kommunikation von energetischer Gebäudesanierung notwendig Angefangen habe ich mit einem Artikel im “Jahrbuch 2014 – Energieeffizienz in Gebäuden” im Namen der Enerieblogger (wer Interesse an dem Buch hat, bitte melden) und dann weiter auf den Berliner Energietagen fortgesetzt, mit einer spontan organisierten Diskussionsrunde mit interessierten Fachleuten. Alles unter der Frage wie man die Vorteile energetischer Geböudesanierung besser kommunizieren kann. weiterlesen ›

Mit Nachtspeicher-Öfen und Schwarmstrom Stromkosten sparen?

Der einfachste Preisrechner für Solarstrom

Der ursprüngliche Sinn von flächendeckendem Betrieb für Nachtspeicher-Öfen (NSÖ) lag darin, Überkapazitäten der Stromkonzerne in klingende Münze umzuwandeln. Die speziell für diesen Zweck eingeführten Nachtspeichertarife sorgten am Anfang tatsächlich für billige Heizungswärme. Strom kostete damals quasi nichts. Auch die Tatsache, dass keine Ascheentsorgung oder Schornsteine für die Abgase notwendig war und fossile Brennstoffe im Haus weder gelagert noch verbrannt werden mussten, bescherte knapp 1,9 Millionen Betreibern eine Elektroheizung mit Nachtstromtarif. Doch die Tarife für Nachtspeicherstrom zogen an. Auch die Primärenergiekosten für die Stromerzeugung durch Atomkraft, Gas und Kohle stiegen. Das einst als Zukunftsmodell bezeichnete Modell „Nachtstromspeicher“ rechnet sich heute nicht mehr. Elektroheizungen, welche nach dem thermodynamischen Prinzip arbeiten, werden zu Recht von den Umwelt- und Verbraucherverbände als umweltfeindlichste Energieverschwendung tituliert. Denn die Geräte wurden älter und verbrauchen mehr kWh für die gleiche Wärmemengenerzeugung. Leistungswerte von 4 kWh und höher pro Alt-Gerät sind eher die Regel, als die Ausnahme. Die Stromkosten gehen durch die Decke, bei weiterhin extrem schlechtem Wirkungsgrad für Elektroheizungen. weiterlesen ›

Können energetische Sanierungen über einen umlagefinanzierten Fonds finanziert werden?

Altbausanierung, Foto: pixabay.com Im Zuge der Diskussionen um die Sanktionen gegen Russland wird kaum darüber gesprochen wie die Abhängigkeit von russischem Erdgas dauerhaft reduziert werden kann. Immerhin stammen 39% unseres Erdgases aus Russland. Einer der größten Anteile davon wird zur Beheizung der Gebäude benötigt. Höhere Preise für Gas treffen damit vor allem Hausbesitzer und Mieter. Eine Pressemitteilung des Verbandes UnternehmensGrün weist nun auf eine Studie des Fraunhofer-Institutes IWES für die Bundestagsfraktion Bündnis90/ Die Grünen. Diese Studie hat gezeigt, dass Deutschland in weniger als 16 Jahren unabhängig werden kann von Gasimporten. Es sind dazu große Anstrengungen in der Gebäudesanierung notwendig, denn mehr als zwei Drittel des Gasverbrauchs wird für die Wärmeerzeugung benötigt (Quelle: green.wiwo.de mit Verweis auf die AG Energiebilanzen). Der Haken daran ist, dass die jährliche Sanierungsquote bei Gebäuden auf 3% gesteigert werden muss von heutigen 0,8%. Energiewende braucht auch energetische Gebäudesanierungen Ohne energetische Gebäudesanierung kann es daher keine Energiewende geben, hier ist also mehr notwendig als reine Absichtserklärungen. weiterlesen ›

Mit modernen Fenstern in die Energiewende

Klimawandel aufhalten! Energiewende voranbringen! Das sind große und wichtige Vorhaben. Doch wie soll das eigentlich geschehen? Durch Politik? Ja, vielleicht, Förderungen sind durchaus ein wichtiges Instrument der Energiewende. Oder durch die Industrie? Wohl eher nicht. Vielleicht ja durch die Bürger? Hier kommen wir dem Kern der Sache schon näher.

Und geht es uns um die Stromwende? Nein es geht uns um die Energiewende! Das beinhaltet also auch die Wärmeenergie, die Heizenergie. Auch hier sollte die Wende hin zu einer regenerativen Erzeugung angestrebt werden. Der Schlüssel ist unter Anderem aber auch die Energieeffizienz - Vor allem von Gebäuden. Je weniger Energie hier überhaupt erst benötigt wird, desto besser für die Energiewende und die Umwelt. Das Potential ist groß!

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Moderne Fenster sind ein wichtiger Bestandteil von energieeffizienten Gebäuden.
© eigenes Foto / In den Produktionshallen von Porta-Bauelemente

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Der Energieausweis und die Energiewende?

Der Energieausweis ist ab Mai 2014 Pflicht | © jaddingt / shutterstock.com

Bereits seit Anfang Mai 2014 gilt die neue Energieeinsparverordnung. Diese Bundesrechtsverordnung, auch als „EnEV“ bekannt, regelt die bautechnischen Standardanforderungen an ein Gebäude. Dabei geht es zum Beispiel um den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) einer Dachdämmung oder darum, ab welchem Zeitpunkt Heizungen erneuert werden müssen.

Mit der Novellierung der EnEV wurden im Mai auch die Bestimmungen für den Energieausweis verschärft.

Inwiefern dies mit der Energiewende zusammenhängt, können Sie hier erfahren. weiterlesen ›

Energetische Gebäudesanierung beinhaltet auch eine soziale Komponente

Sanierung von Gebäuden, Foto: pixabay.com

Sanierung von Gebäuden, Foto: pixabay.com

Ein großes Problem der energetischen Modernisierung ist die Vereinbarkeit mit den Anforderungen der Mieter. Die Warmmiete darf nach der Sanierung nicht höher sein als vor der Sanierung. Eine Sanierung muss aber auch für den Vermieter attraktiv sein, sonst wird kein Geld in die Hand genommen. Ohne Sanierung bleiben den Mietern jedoch die steigenden Nebenkosten und das Potential des Gebäudebestandes für den Klimaschutz bleibt weiterhin ungenutzt.

Diesem Widerspruch wollte die Boell-Stiftung lösen mit der Studie: “Energetisch modernisieren bei fairen Mieten”, die das Potsdamer Institut für soziale Stadtentwicklung (IFSS) im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat.

Interessenausgleich zwischen Mieter und Vermieter notwendig

Das IFSS hat die Modernisierungspraxis in vier deutschen Städten untersucht. Danach sind sowohl Modernisierungsumlage (§ 559 BGB) als auch die Abfederungsmöglichkeiten im Rahmen des Sozialgesetzbuches II (Hartz IV – Kosten der Unterkunft) und beim Wohngeld in ihrer heutigen Fassung ungeeignet, um einen sozial verträglichen und fairen Interessenausgleich zwischen Vermietern und Mietern herzustellen und die Auswirkungen der energetischen Modernisierung sozial abzufedern.

Die Modernisierungspraxis in Leipzig, Dortmund, Heidelberg und Berlin zeigt, welche Auswirkungen die vorhandene Rechtslage auf die Modernisierungspraxis der Eigentümer hat und wie die sozialen Folgen für die betroffenen Mieter sind. weiterlesen ›