Kategorie: Bauen

Der Energieausweis und die Energiewende?

Der Energieausweis ist ab Mai 2014 Pflicht | © jaddingt / shutterstock.com Bereits seit Anfang Mai 2014 gilt die neue Energieeinsparverordnung. Diese Bundesrechtsverordnung, auch als „EnEV“ bekannt, regelt die bautechnischen Standardanforderungen an ein Gebäude. Dabei geht es zum Beispiel um den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) einer Dachdämmung oder darum, ab welchem Zeitpunkt Heizungen erneuert werden müssen. Mit der Novellierung der EnEV wurden im Mai auch die Bestimmungen für den Energieausweis verschärft. Inwiefern dies mit der Energiewende zusammenhängt, können Sie hier erfahren. weiterlesen ›

Energetische Gebäudesanierung beinhaltet auch eine soziale Komponente

Gruenspar.de

Sanierung von Gebäuden, Foto: pixabay.com Ein großes Problem der energetischen Modernisierung ist die Vereinbarkeit mit den Anforderungen der Mieter. Die Warmmiete darf nach der Sanierung nicht höher sein als vor der Sanierung. Eine Sanierung muss aber auch für den Vermieter attraktiv sein, sonst wird kein Geld in die Hand genommen. Ohne Sanierung bleiben den Mietern jedoch die steigenden Nebenkosten und das Potential des Gebäudebestandes für den Klimaschutz bleibt weiterhin ungenutzt. Diesem Widerspruch wollte die Boell-Stiftung lösen mit der Studie: “Energetisch modernisieren bei fairen Mieten”, die das Potsdamer Institut für soziale Stadtentwicklung (IFSS) im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat. Interessenausgleich zwischen Mieter und Vermieter notwendig Das IFSS hat die Modernisierungspraxis in vier deutschen Städten untersucht. Danach sind sowohl Modernisierungsumlage (§ 559 BGB) als auch die Abfederungsmöglichkeiten im Rahmen des Sozialgesetzbuches II (Hartz IV – Kosten der Unterkunft) und beim Wohngeld in ihrer heutigen Fassung ungeeignet, um einen sozial verträglichen und fairen Interessenausgleich zwischen Vermietern und Mietern herzustellen und die Auswirkungen der energetischen Modernisierung sozial abzufedern. Die Modernisierungspraxis in Leipzig, Dortmund, Heidelberg und Berlin zeigt, welche Auswirkungen die vorhandene Rechtslage auf die Modernisierungspraxis der Eigentümer hat und wie die sozialen Folgen für die betroffenen Mieter sind. weiterlesen ›

Mehr positiv kommunizieren zur Energieeffizienz von Gebäuden!

Gute Diskussion beim Open-Table auf den Berliner Energietagen 2014, Foto: Andreas Kühl

Gute Diskussion beim Open-Table auf den Berliner Energietagen 2014, Foto: Andreas Kühl

Obwohl es heute machbar ist Häuser zu bauen, die nur sehr wenig Heizenergie benötigen, Häuser zu sanieren, damit der Heizenergieverbrauch sich deutlich verringert oder zahlreiche Bauherren Häuser bauen, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, ist das Thema Energieeffizienz von Gebäuden kein attraktives Thema. Im Gegenteil, in den großen Medien hat das Thema ein sehr negatives Bild, das scheinbar widerstandslos akzeptiert wird.

Gut besuchte Diskussion bei den Berliner Energietagen

Daher war ich sehr froh, dass die sehr spontan organisierte Diskussion zu dem Bild von energieeffizienten Gebäuden bei den Berliner Energietagen 2014 mit knapp 40 Teilnehmern so gut besucht war. Gemeinsam mit Kilian Rüfer von blog.sustainment.de haben wir, im Namen der Energieblogger, dazu eingeladen über dieses Thema zu diskutieren und Auswege zu erarbeiten. Mit dem ungewohnten Format, nur wenig Vortrag und viel offener Diskussion, haben sich viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Diskussion eingebracht.

Es war uns zwar nicht gelungen die Diskussion in die verschiedenen Ebenen der allgemeinen Öffentlichkeit und der direkten Ansprache von Bauherren, bzw. Hausbesitzern zu trennen, aber so einfach geht das vermutlich auch nicht. Das Interesse war an beiden Bereichen auch gleich groß. Kilian hatte dazu anhand eines Trichter aufgezeigt, wie oben eine breite Masse an Menschen mit allgemeinen Informationen angesprochen wird und weiter unten die schon interessierten Personen gezielter erreicht werden können. weiterlesen ›

Läuft was schief in der Kommunikation der Energieeffizienz von Gebäuden?

20140520-124121.jpgGestern startete die größte Veranstaltung in Deutschland zur Energiewende mit Schwerpunkt Energieeffizienz, die Berliner Energietage. Bereits zum 15. Mal versammeln sich tausende Fachleute im Berliner Ludwig-Erhard-Haus zu 47 überwiegend halbtägigen Veranstaltungen und einer Ausstellung zur Diskussion aktueller Themen. Damit ist dies die Leitveranstaltung zur Energieeffizienz in Deutschland.

Ganzheitliche Stadtentwicklung mit Energiekonzept

Damit ist auch energiesparendes Bauen eines der zentralen Themen auf der Veranstaltung. Gestern wurde beispielsweise das KfW-Programm „Energetische Stadtentwicklung“ diskutiert mit Beispielen aus Berlin. Dieses Programm soll Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Stadtbildpflege zusammen führen. Eines dieser Beispiele, das Stadtentwicklungsgebiet Adlershof, hatte ich bereits im Februar vorgestellt.

Gebäudesanierung im Aktionsprogramm Klimaschutz

Die Energiewende im Gebäudebereich war auch Thema einer Podiumsdiskussion der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) am Ende des ersten Tages. Stephan Kohler, geea-Sprecher und Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, öffnet zur Zeit wieder die Diskussion um die steuerliche Förderung der energetischen Sanierung und forderte die Bundesregierung zu mehr Tempo auf, um die politischen Ziele im Klimaschutz zu erreichen. Diese wird das Thema Gebäudesanierung zumindest aufgreifen und die Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebestand als wichtige Rolle im „Aktionsprogramm Klimaschutz“ der Bundesregierung auftreten, das für den Herbst 2014 angekündigt wurde.

Gedämmte Fassaden im Stadtbild

Innerhalb der energetischen Sanierung wird immer wieder über die Folgen der Dämmung von Fassaden auf das Bild der Gebäude und auf Stadtbild diskutiert. Da ist es sehr zu begrüßen, dass die Architektenkammer Berlin diese Diskussion aktiv angeht mit ihrer Veranstaltung Fassadenstreit 2.0. Die Zusammenfassung im Telegramm des ersten Tages klingt sehr zuversichtlich. Dort heißt es:

“Denn die Akzeptanz der Energiewende wird auch davon abhängen, dass sie nicht als Bedrohung und Verlust wahrgenommen wird, sondern als attraktiver Ausdruck einer zukunftsfähigen Gesellschaft”.

Wie wird die energetische Gebäudesanierung öffentlich diskutiert?

Das ist eine gute Überleitung zur Diskussion über die Kommunikation von Energieeffizienz von Gebäuden, die heute Nachmittag um 17 Uhr stattfinden wird. Es ist doch merkwürdig wie öffentlich über die energetische Sanierung diskutiert wird, und das bei dem hohen Beitrag zum CO2-Ausstoß und den hohen Energiekosten. Immer wieder wird sanierungswilligen Hausbesitzern und Mietern Angst vor der Sanierung gemacht.

Obwohl es keine zwingende Vorschrift zur Dämmung der Fassade gibt, konzentrieren sich Medienberichte allein auf dieses Thema und es wird von einem regelrechten Dämmwahn geschrieben, bzw. gesprochen. Damit müssen auch alle anderen Bereiche der Sanierung unter diesem Bild leiden. Hohe Energiekosten spielen dagegen noch keine Rolle in der öffentlichen Diskussion, obwohl die Wärmekosten viel höher sind als die Stromkosten.

Da mich diese Diskussion beschäftigt, habe ich im Namen und mit Hilfe der Energieblogger im Buch „Energieeffizienz in Gebäuden – Jahrbuch 2014“, das am 15.05.2014 erschienen ist, einen Beitrag verfasst. Bei Interesse werde ich noch eine Kurzfassung davon hier veröffentlichen. Von der Diskussion heute werde natürlich auch noch berichten, um diese hier weiter zu führen.

Kann die Sanierungsoffensive “Hauswende” ein Erfolg werden?

Verbandsvertreter und Frau Dr. Barbara Hendricks bei der Präsentation der Kampagne "Hauswende", Foto: dena

Verbandsvertreter und Frau Dr. Barbara Hendricks bei der Präsentation der Kampagne “Hauswende”, Foto: dena

Bislang findet die Energiewende lediglich auf den Dächern unserer Häuser oder auf dem freien Feld statt. Im Haus, am Haus selbst oder im Heizungs-Keller hat sich noch keine Energiewende-Stimmung breit gemacht. Dabei sind die Kosten, die durch die Beheizung der Gebäude entstehen, viel höher als die Kosten für unsere elektrischen Verbraucher im Haus.

Der Beitrag zum Klimaschutz durch die Verringerung der CO2-Emissionen aus Gebäuden könnte enorm sein. Das Potential dazu und die technischen Möglichkeiten sind da, sie müssen jedoch noch erschlossen werden. Ein Bündnis aus Politik und Wirtschaft hat in der vergangenen Woche die Kampagne “Hauswende” gestartet, um dieses Potential in Ein- und Zweifamilienhäusern zu erschließen.

Wer sein Haus liebt, der saniert

Diese Kampagne soll vor allem eine Informationsoffensive sein, mit der Hausbesitzer Informationen zur energiesparenden Sanierung  und Unterstützung bei der Suche nach qualifizierten Energieexperten vor Ort erhalten. Das Besondere an dieser Kampagne sehe ich in der Vereinigung zahlreicher Fachverbände. Somit ziehen die wichtigsten Marktakteure der energetischen Gebäudesanierung an einem Strang, so Stephan Kohler,  geea-Sprecher und Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, in der Pressemitteilung zum Start der Kampagne. weiterlesen ›

Strategie für Gebäudemodernisierung fehlt noch immer in der Politik

Partner der Gebäude-Allianz

Partner der Gebäude-Allianz

Von den Inhalten der Arbeitsgruppe Energie in den Koalitionsverhandlungen hatte ich bereits von den Bereichen Wärme und Energieeffizienz ausführlich berichtet. Doch noch immer ist die Bremse der Stromwende das Thema Nummer eins, besonders wenn es darum geht angeblich Kosten zu sparen – dabei liegen die größeren Kostensenkungspotentiale in ganz anderen Bereichen. Für die Themen Wärme und Energieeffizienz gibt es bis jetzt nur schöne Aussagen, die aufgrund des Finanzierungsvorbehaltes Lippenbekenntnisse bleiben können.

Spardiktat gefährdet Energiewende im Wärmemarkt

Anfang nächster Woche sollen die abschließenden Koalitionsgespräche stattfinden. Ob dabei Wärme und Energieeffizienz auf der Tagesordnung stehen, darf bezweifelt werden. Daher fordert nun die Gebäude-Allianz, der unter anderem der NABU (Naturschutzbund Deutschland), der BDH (Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik), die IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) und die DENEFF (Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V.) angehören, von den Verhandlungspartnern der Großen Koalition eine Gesamtstrategie für die energetische Gebäudemodernisierung, um das bislang ungenutzte Klimaschutzpotenzial umfassend auszuschöpfen.

Die im bisherigen Entwurf für den Koalitionsvertrag vorgesehenen Finanzierungsinstrumente sind dafür aus Sicht der Gebäude-Allianz eine unverzichtbare aber noch nicht ausreichende Grundlage für die Energiewende im Wärmemarkt, die nicht dem Spardiktat der Abschlussverhandlungen zum Opfer fallen dürfe. Dazu zählten insbesondere die geplante Aufstockung der KfW-Fördermittel, die Einführung von steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für Sanierungsmaßnahmen sowie die geplante Fortentwicklung des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien. weiterlesen ›