Wie man online und berufsbegleitend zum Energieexperte wird

Ein Gastbeitrag von Tatjana Rauch vom Zentrum für mediales Lernen am Karlsruher Institut für Technologie

Weiterbildung zum Energieexperten am KIT
Wissenschaftliche Weiterbildung berufsbegleitend und onlinebasiert am KIT

Eine DIW-Studie im April 2015 konstatierte: Die Energiewende schafft auch in Zukunft Arbeitsplätze. Schätzungen zufolge werden bis zum Jahr 2020 durchschnittlich 18.000 Arbeitsplätze entstehen. Dieses Potenzial hat das Zentrum für Mediales Lernen (ZML) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bereits 2011 erkannt und arbeitet – mit seinem Partner KIC InnoEnergy, dem europäischen Unternehmen für Innovation, Geschäftsgründung und Bildung im Bereich nachhaltiger Energien – kontinuierlich an berufsbegleitenden, onlinebasierten Energie-Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte.

Die fünf Kontaktstudien – vom ZML mit seiner langjährigen Expertise in einem Blended Learning-Format umgesetzt – profitieren von der wissenschaftlichen Kompetenz der mitgestaltenden Energie-Experten. Sie weisen zudem einen hohen Praxisbezug auf.

Prof. Dr. Gerd Gidion, Wissenschaftlicher Leiter am ZML des KIT:

„Kerngedanke ist es, Wissenschaft und Praxis zu verbinden – wir wünschen uns, dass die Teilnehmenden ihre bislang erworbene Berufserfahrung mit einbringen.“

Dank des flexiblen Formats sind neben Akademikern auch Interessierte mit mindestens vierjähriger Berufserfahrung eingeladen, sich für die Energiebranche zu spezialisieren und sich für die Energiewende fit zu machen.

Alles in 6 Monaten: Online intensiv und knackig-kurz vor Ort

Weiterbildung Erneuerbare Energien am KIT
In der Weiterbildung „Erneuerbare Energien“ stellten sich die Teilnehmenden die Potenziale verschiedener erneuerbarer Energieformen vor. Foto: KIT

Im Fokus des ZML Blended-Learning Ansatzes steht auch die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie: dazu trägt der kompakte Studienzeitraum von sechs Monaten und ein Workload von 8-10 Stunden wöchentlich bei. Intensiv betreute Onlinemodule werden durch knackig-kurze Präsenzphasen von zwei Mal zwei Tagen ergänzt.

Dabei ist die optimale Betreuung in jeder Studienphase wichtig, betont Weiterbildungs-Kurskoordinatorin Annica Helmich:

„Wir haben ein beispielhaftes Betreuungskonzept. Unsere Onlinetutoren gehen auf jeden Teilnehmenden individuell ein und greifen so die unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen und Lernstände auf. Das hilft vor allem Neu- und Quereinsteigern.“

Damit der intensive Austausch gelingt, liegt die maximale Teilnehmerzahl bei 20 Personen. Die erfolgreich Teilnehmenden belohnen ein Hochschulzertifikat und 10 ECTS-Punkte pro Kurs. Seit kurzem sind die Energie-Weiterbildungen auch anerkannte Angebote nach dem Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg und dem Saarländischen Weiterbildungs- und Bildungsfreistellungsgesetz.

Weiterbildungen am Start … und in Zukunft

Field Trip to a Hydro power plant
Während der Weiterbildung „Energy English“ führte die Exkursion zu einer „Hydro power plant“ – natürlich ohne einen deutschen Muks! Foto: KIT

Am 15. Februar 2016 startet das Weiterbildungsangebot „Technikfolgenabschätzung & Energiewende“. Eine Woche darauf folgt das Angebot „Elektrische Energieübertragung“ und am 29. Februar dann „Energiewirtschaft“.  Daneben sind die Kontaktstudien „Erneuerbare Energien“ und „Energy English“ im Programm.

„Energy English“ weist auch den Weg in die konzeptionelle Zukunft der ZML-Weiterbildungen: Englisch als lingua franca hilft dabei, sich über die Probleme der Energieversorgung in einem europaweiten Expertennetzwerk auszutauschen. Deshalb konzipiert das ZML nicht nur aktuelle, sondern auch kommende Angebote in englischer Sprache. Das gilt natürlich auch für die beiden Massive Open Online Courses (MOOCs) des ZML, die nicht nur sprachlich, sondern auch formell eine neue Herangehensweise an mediales Lernen von (Energie-) Themen darstellen: „Power Up: English for the Energy Transition“ und „Idea Generation Methods“, verfügbar auf der iversity-Plattform.

Energiewirtschaft, Elektrische Energieübertragung und Technikfolgenabschätzung – Einblicke

Das Weiterbildungsangebot „Energiewirtschaft“ – interessant für alle, die im Bereich Energieversorgung aktiv sind – fokussiert die Energiemärkte.

Kurskoordinatorin Annica Helmich:

„Das Besondere ist unser ‚PowerACE Lab’. Hier schlüpfen Teilnehmende mit Hilfe einer Onlinesimulation in die Rolle eines Stromtraders am Strommarkt.“

Weitere Themen sind der Energiebedarf und Ressourcen, die dezentrale Energieversorgung, Energiemärkte und deren Preisbildung, Energieeffizienz und technologischer Wandel sowie die Energiesystemanalyse.

„Technikfolgenabschätzung und Energiewende“ adressiert Fach- & Führungskräfte der Energiebranche, Vertreter aus Politik, Kommunen, Verbänden, beratende Unternehmen und Journalisten. Lernkonzepte sind Szenarien und ein Planspiel.

Kurskoordinator Jörg Hartmann:

„Als Kultur- und Filmwissenschaftler habe ich bei der Kurskoordination so viel über die interdisziplinär angelegte, faktenorientierte Technikfolgenabschätzung, ihre politische Stellung und ihren Zukunftsbezug gelernt, dass ich ihr in meiner Dissertation, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen technischer Entwicklung und kultureller Bearbeitung, speziell im Science Fiction, beschäftigt, ein eigenes Kapitel widmen werde.“

Exemplarische Themen der Weiterbildung sind alternative Antriebskonzepte, die zukünftige Elektrizitätsversorgung und Energiespeicher.

Im Kontaktstudium „Elektrische Energieübertragung“, das für Fach- & Führungskräfte aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftsingenieure konzipiert ist, tauchen die Teilnehmenden in die Welt der Netze, Betriebsmittel und Schaltanlagen und lernen Techniken und Regelungen der sicheren elektrischen Energieversorgung kennen.

Kurskoordinatorin Beschka Siehl:

„In dieser Weiterbildung vertiefen Experten ihr Wissen, bauen ihr Netzwerk aus, erfahren von unseren Experten aktuelle Trends der Energietechnik, verbunden mit exklusiven Exkursionen. Als Koordinatorin den Wissensaustausch online und vor Ort zu gewährleisten und zu begleiten, ist spannend. Faszinierend für mich als Geographin und sozusagen „Generalistin“: die (über)tragende Rolle bei der konkreten Umsetzung der Energiewende.“

Hier gibt es eine Übersicht über die Weiterbildungsangebote aus dem Energiebereich am KIT.

Über Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Diie kostenlos zur Verfügung stehende Energie der Sonne und vom Wind sind für mich faszinierend und Herausforderung zugleich. Sie suchen für Ihre Informationsseiten oder Ihren Blog immer wieder nach neuen, interessanten Inhalten? Oder Sie wollen Ihre Online-Kommunikation analysieren lassen? Informationen zum Leistungsangebot von Andreas Kühl finden Sie unter energynet.de/leistungen.

Eine Antwort auf Wie man online und berufsbegleitend zum Energieexperte wird

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Erforderliche Felder sind markiert *