Mein persönlicher Rückblick auf das Barcamp Renewables 2015

BC-Renew2015-Sessionplanung-PanoramaSo kurz nach dem Barcamp Renewables – ich schreibe diese ersten Zeilen auf der Rückfahrt im Zug – fühle ich mich wieder motiviert und inspiriert. Am wichtigsten waren für mich auch in diesem Jahr die vielen persönlichen Begegnungen mit anderen Bloggern und engagierten Menschen. Besonders freue ich mich über die Gespräche mit Leserinnen und Lesern, sowie das Feedback auf meine Arbeit als Blogger.

Energieblogger gründen den Verein Energieblogger e.V.

Energieblogger
Gründungsmitglieder des Vereins der Energieblogger,, Foto: Cornelia Daniel

Der Höhepunkt für die Energieblogger war im Vorfeld in vielen Gesprächen gut vorbereitet, die Gründung des Vereins der Energieblogger. Warum braucht ein Blogger-Netzwerk ein Verein? Ich war selbst lange skeptisch, aber wir sind anders als andere Blogger-Netzwerke – wir haben ein politisches Ziel. Unser Ziel ist 100% Erneuerbare Energien in Bürgerhand.

Wir wollen mit den Energiebloggern ein Gegengewicht sein zu den klassischen Medien, in denen die Energiewende schlecht geredet wird und die häufig Meldungen oder Informationen der konservativen Energiewirtschaft übernehmen. Dazu sind wir auch auf Veranstaltungen, organisieren selbst Veranstaltungen, wie das Barcamp Renewables, und planen eigene Aktionen. All dies geht einfacher mit einer Institution, wie es ein eingetragener Verein ist. Auch die rechtliche Verantwortlichkeit für ein solches Netzwerk kann nicht eine einzelne Person für alle übernehmen, wie es bisher der Fall ist.

Im Verein können wir uns eine Struktur geben, welche die unterschiedlichen Aktivitäten einzelner Mitglieder berücksichtigt. Wir wollen künftig aktive Mitglieder belohnen und passive Mitglieder oder Fördermitglieder definieren, damit es hier nicht wieder zu unnötigen Verstimmungen kommt. Man kann nun mal nicht von allen die gleichen Aktivitäten erwarten, jeder hat unterschiedliche Möglichkeiten, einen engeren Zeitrahmen und eigene Interessen. Das wollen wir mit dem Verein unter einen Hut bringen.

Interessante Sessions beim Barcamp Renewables 2015

Mittagessen SolarFoodTruck
Leckeres Mittagessen aus dem Solar Foodtruck beim
Barcamp Renewables 2015

Zurück zum Barcamp Renewables 2015, das eigentliche Herzstück sind ja die Sessions, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingebracht wurde. Ich hatte mich dieses Jahr bewusst zurück gehalten, mir fehlte auch die Zeit zur Vorbereitung. So fehlten leider die Themen Energieeffizienz und Gebäude in der Energiewende. Die Wärmewende wurde komplett aus der Sicht der Branche der thermischen Solarenergie betrachtet, so fehlte die Verknüpfung zur Stromwende, wie auch die Betrachtung der Gebäudehülle.

Besonders gut kam die Vorstellung der Kleinwindkraft von Bloggerkollege Patrick Jüttemann an, der sachlich aufklärt was die Kleinwindkraft kann und, vor allem, was sie nicht leisten kann. Da gab es in letzter Zeit leider einige Beispiel, welche die versprochene Stromerzeugung in der Praxis nicht liefern können.

Die Vorstellung des Weißbuch zum Strommarkt 2.0 am Samstag soll ebenfalls sehr gut gewesen sein, ich war aber leider persönlich nicht mit dabei. Bernhard Strohmayer, einer der beiden Referenten, hat seine Präsentation zum Energiemarktdesign mittlerweile online zur Verfügung gestellt.

Das Thema Energieeffizienz wurde beim Barcamp weniger aus technischer Sicht betrachtet, sondern mehr die menschlichen und sozialen Aspekte. Wie kann man mehr Menschen für Energiesparen begeistern und dazu bringen, dass sie sich mit dem eigenen Energieverbrauch beschäftigen? Das waren Fragen, die mich eigentlich auch beschäftigen und von den Machern der Energieeffizienz-App enffi gestellt wurden. Helfen Belohnungen, Wettbewerbe und spielerische Ansätze? Vielleicht kann ich hier von den Ansätzen demnächst berichten.

Kontroverse politische Diskussion mit Verwunderung über Aussagen

In diesem Jahr hatten wir beim Barcamp Renewables viele politische Diskussionen. Am ersten Tag war zum Mittag der hessische SPD Landtagsabgeordnete und Vizepräsident von Eurosolar e.V. Stephan Grüger kurz zu Gast. Abends dann beim gemütlichen Programm besuchte uns der stellvertretende SPD Vorsitzende und Vorsitzender der SPD Hessen und SPD Landtagsfraktion in Hessen, Thorsten Schäfer-Gümbel, zu einer kurzen Diskussion. Dies passte gut zu seiner Energiewende-Tour durch Hessen, die er an diesem Tag absolviert hatte.

Er stellte sich offen den kritischen Fragen der Barcamp-Besucher. Auch wenn es beim Barcamp um die Energiewende ging, ist dies kein zentrales Thema der Gesellschaft. Heute erst recht nicht, daher wird es kein Thema mit dem man Wahlen gewinnen kann. Den Fragen an Thorsten Schäfer-Gümbel zufolge scheinen dies einige anders zu sehen. Ich weiß, dass der Einfluss der konservativen Stromwirtschaft noch groß ist, aber ein Austritt aus der Koalition würde sicher nichts verbessern. Die Erwartungen an die Politik sind sehr hoch, Weichenstellungen sind auch dringend notwendig, aber Wunder geschehen leider erst wenn tragische Unglücksfälle, wie Fukushima, auftreten.

Für den Samstag war eine Podiumsdiskussion mit Pierre-Pascal Urbon (CEO von SMA), Manfred Haberzettel (EnBW Strategieabteilung), Hans-Josef Fell (Bündnis90/ DieGrünen, Ex-MdB) und Wolf Breidenbach (Bürger Energie Kassel & Söhre eG) angesetzt.

Je länger ich darüber nachdenke, um so besser gefällt mir diese Aussage. Für mich war eine Aussage von Manfred Haberzettel wichtig und bemerkenswert. Er betonte, dass es wichtig sei, dass das gesellschaftliche Commitment für die Energiewende nicht verloren gehe. Ich sehe hier nicht nur die Politik gefragt, die im vergangenen Jahr die Möglichkeit verbaut hat, dass Mieter von geringeren Stromkosten mit PV und BHKW profitieren.

Auch die Aussage von Hans-Josef Fell zu den Auswirkungen unseres Energiehungers auf die globale Politik, mit den aktuell spürbaren Folgen, gibt zu denken. Ist es aber so einfach, dass wir mit unserem Öl die IS-Kämpfer finanzieren? So schwarz-weiß ist die Welt wohl kaum.

Was hat Euch gefallen und was hat Euch gefehlt beim Barcamp Renewables? Mir bleibt noch mich öffentlich zu bedanken für die Organisation des Barcamps, insbesondere bei Kathrin Hoffmann, Julia Endt und Nicole Münzinger.

Über Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Diie kostenlos zur Verfügung stehende Energie der Sonne und vom Wind sind für mich faszinierend und Herausforderung zugleich. Sie suchen für Ihre Informationsseiten oder Ihren Blog immer wieder nach neuen, interessanten Inhalten? Oder Sie wollen Ihre Online-Kommunikation analysieren lassen? Informationen zum Leistungsangebot von Andreas Kühl finden Sie unter energynet.de/leistungen.

4 Antworten auf Mein persönlicher Rückblick auf das Barcamp Renewables 2015

  1. Mir hat sehr gut gefallen, wie angeregt all die Gäste miteinader im Gespräch waren. Man konnte überall intensive Gesprächsrunden beobachten von Menschen, die sich vorher nicht kannten und hinterher sicherlich verbunden fühlen. Gefehlt hat es mir an nichts. Ein Gast sagte, dass sein Input durch das Aufteilen der Sessions unter den Tisch gefallen ist. Da können wir methodisch noch fein schleifen. Meine Motivation hat es ebenso angestachelt und aufgeladen. Das ist kostbar.

  2. Anfang des Jahres hatte ich mir so fest vorgenommen das Barcamp dieses Jahr nicht zu verpassen. Bis in den Sommer hinein konnte ich es kaum erwarten wann es endlich stattfindet und dann kam ausgerechnet die Bachelorarbeit dazwischen.
    Naiv wie ich bin, dachte ich noch "ach das packste". Nix da… sitze immer noch darüber und das BC habe ich wieder verpasst..
    Danke für den tollen Bericht der wenigstens einen kleinen Einblick gewährt.

  3. Aus persönlichen Gründen konnte ich dieses Jahr leider nicht am Barcamp teilnehmen, was ich sehr Schade fand. Schön zu hören, dass es auch dieses Jahr wieder ein tolles Ereignis war mit anregenden Diskussionen und Sessions – zumal sich die Energieblogger nun in einem Verein formiert haben. Daher Danke Andreas für Deine Einblicke. Freue mich jedenfalls auf nächstes Jahr und hoffe, dann wieder dabei sein zu können.

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