So kann man beim Backofen Strom sparen

Gemüseauflauf
Gemüseauflauf im Backofen, vorheizen ist nicht nötig, Foto: pixabay.com

Mir ist es hier wichtig die Potentiale und Chancen von Energieeffizienz zu zeigen, welche Möglichkeiten es alle gibt mit weniger Energie aus zukommen ohne Komfortverluste. Oft sind sogar mit effizienteren Produkten Technologien verbunden, die einen höheren Nutzen oder mehr Funktionen bieten als die alten ineffizienten Produkte.

Solch ein Beispiel habe ich heute wieder, bei einem Haushaltsgerät dessen Stromverbrauch sonst kaum beachtet wird. Aber ein Leben ohne Backofen wird man sich kaum vorstellen. In fast jedem Haushalt steht ein Backofen, auch wenn er nicht oft genutzt wird, aber Kuchen backen, eine Pizza, Lasagne oder ein Braten gehört für viele oder die meisten Menschen einfach dazu.

Wie hoch ist der Stromverbrauch vom Backofen?

Bisher haben wir andere Haushaltsgeräte hier im Blick gehabt. Ich kann bei Kühlschränken und Waschmaschinen mittlerweile den Verbrauch gut einschätzen und dadurch schon effiziente Geräte erkennen, noch bevor ich die Energieeffizienzklasse kenne. Aber Backofen konnte ich bis jetzt selbst nicht einschätzen.

Da ein Backofen praktisch eine stromgeführte Heizung ist, wird der Verbrauch auch nicht klein sein bei einem Elektro-Backofen. Ein einzelner Backvorgang kann, je nach Länge und Effizienz des Ofens, rund 1 kWh oder mehr an Strom verbrauchen. Bei einem Braten können es auch 3 kWh sein.

Für den Stromverbrauch in einem Jahr habe ich unterschiedliche Angaben gefunden, die für die Energieeffizienzklasse A zwischen 80 und 165 kWh im Jahr schwanken. Dies kann mit unterschiedlichen Größen der Backöfen zusammen hängen. Das Energielabel für Backöfen gibt nur den Stromverbrauch für einen Norm-Backvorgang an, aber keinen Jahres-Stromverbrauch.

Mittlerweile erreichen fast alle Backöfen auf dem Markt die Energieeffizienzklasse A. Ab 2015 wird es ein neues Energielabel geben bis Energieeffizienzklassen A+++.

Tipps zum Stromsparen mit dem Backofen

Der Stromverbrauch des Backofens ist also nicht unerheblich. Je nach Nutzung des Ofens kann man weiter Strom sparen. Hier sind die wichtigsten Tipps:

  • Backofen sparsam einsetzen, Brötchen können auch mit dem Toaster aufgebacken werden
  • Vorheizen ist in den meisten Fällen nicht notwendig, das kann den Stromverbrauch um 20 Prozent reduzieren
  • Mit Umluft oder Heißluft backen, damit können niedrigere Temperaturen gewählt und mehrere Backbleche zur gleichen Zeit genutzt werden
  • Backofentür geschlossen halten, so geht weniger Wärme verloren
  • Restwärme nutzen zum Fertiggaren oder Fertigbacken spart
  • Backofen von Hand reinigen reicht aus, die automatische Selbstreinigung verbraucht rund 4 bis 5 kWh

Quelle dieser Tipps und weitere Informationen zum Strom sparen beim Backen bei EcotopTen und der Stromsparinitiative. Dort sind auch Hinweise für den Neukauf eines Backofens zu finden.

Hilft ein Induktions-Backofen die Stromkosten weiter zu senken?

Bauknecht Induktions-Backofen, Foto: Bauknecht
Bauknecht Induktions-Backofen, Foto: Bauknecht

Bei den Kochfelder ist das Induktion heute zum Standard geworden. Das ist wieder ein schönes Beispiel für einen Gewinn an Komfort und Funktionen in Verbindung mit einer Reduzierung des Stromverbrauchs. Die Kochzeit verringert sich, die Gefahr von Verbrennungen wird geringer, Herd schaltet sich selbsttätig ab und Kochen wird flexibler.

Lässt sich das auch auf den Backofen übertragen? Auf der IFA 2014, vom 05. bis 10.09.2014 in Berlin, wird Bauknecht einen Backofen mit Induktionselement zeigen, den den Einbau-Backofen BLIMS 9100 PT.

Dieses Induktionselement ist eine herausnehmbare Platte, die schnelleres und effizienteres backen ermöglichen soll. Eine mitgelieferte Induktionsbratenform gibt die Hitze des Induktionsfeldes direkt an die Speisen weiter. Von oben kann eine Grill-Funktion zugeschaltet werden, so dass ein Wenden der Speisen nicht nötig sein wird.

Bauknecht verspricht damit perfektes Backen und Garen, sowie eine Zeit- und Energieersparnis von 50% im Vergleich zu einem normalen Ofen mit Vorheiz-Funktion. Damit kommt ein Teil der Energieeinsparung alleine durch den Verzicht auf das Vorheizen zustande – das man ohnehin in den meisten Fällen weglassen kann, siehe oben. Dennoch ist für mich dieser Backofen innovativ und bringt Bewegung in die Energieeffizienz von Backöfen.

Weitere Eindrücke gibt es in diesem Werbevideo:

Was meint Ihr dazu? Macht ein Backofen mit Induktion Sinn? Für jeden Einsatzzweck ist diese Funktion ja nicht geeignet. Wer würde sich einen solchen Backofen kaufen?

Über Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Diie kostenlos zur Verfügung stehende Energie der Sonne und vom Wind sind für mich faszinierend und Herausforderung zugleich. Sie suchen für Ihre Informationsseiten oder Ihren Blog immer wieder nach neuen, interessanten Inhalten? Oder Sie wollen Ihre Online-Kommunikation analysieren lassen? Informationen zum Leistungsangebot von Andreas Kühl finden Sie unter energynet.de/leistungen.

4 Antworten auf So kann man beim Backofen Strom sparen

  1. Ich habe mir beim Backofen angewöhnt, diesen schon einige Minuten vorher auszuschalten und nutze somit die restliche, aber reichlich vorhandene Restwärme im Ofen. Das klappt wunderbar und spart sicherlich auch den einen oder anderen Euro im Jahr 🙂

  2. Hallo Andreas,
    nachdem ich deinen Artikel auf Facebook geteilt hatte, begann eine anregende Diskussion über die Frage, ob man das Essen nicht vielleicht auch schon in den kalten Backofen schieben könnte – und ihn dann (wie Dietmar oben schreibt) zusätzlich am Ende früher ausschalten könnte.
    ich nehme mal an, dass es vorher schwieriger wird als nachher. Denn die Backöfen brauchen ja unterschiedlich lange, um auf Hochtouren zu kommen. Die Zeit fürs Abkühlen kann man sicherlich leichter berechnen.
    Ich frage aber gern mal bei Köchen und Kochbuchredaktionen nach, wie sie das sehen. Wenn dabei etwas Brauchbares herauskommt, melde ich mich an dieser Stelle noch mal.
    Liebe Grüße von Karin

    1. Das ist eine prima Idee, Karin. Es gibt mittlerweile Hersteller, die sagen bei diesem oder jenem Modell kann das Vorheizen entfallen. Ich frage mich aber, ob das wirklich nur an dem Modell liegt oder bei allen Geräten grundsätzlich machbar ist.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Erforderliche Felder sind markiert *