Kommt nach der Sonnensteuer die Effizienzsteuer?

Aufdach Photovoltaik-Anlage
Optimale Ausnutzung einer Dachfläche, Foto: Andreas Kühl

Schritt für Schritt bastelt die Bundesregierung am Ende der Energiewende wie wir sie kennen. Die Hoffnung des Ausbaus der erneuerbaren Energien ohne Förderung schwindet mit der Belastung des Eigenverbrauchs in Höhe von 40 Prozent der EEG-Umlage weiter dahin.

Einheitliche EEG-Umlage für Eigenverbrauch von 40 Prozent

Geplant ist künftig jede kWh Strom, die selbst erzeugt und verbraucht wird, mit 2,5 Cent zu belasten. Das gilt für alle Verbraucher, unabhängig davon ob es sich um einen Privathaushalt, einen Gewerbebetrieb oder ein Industrieunternehmen handelt. Bislang gab es eine Bagatellgrenze von 10 kW für Photovoltaik-Anlagen, eine Differenzierung zwischen Ökostrom und konventionellem Strom, sowie ein Bonus für energieintensive Unternehmen, wie das Magazin des Photovoltaikforum berichtet.

Das Magazin des Ökostrom-Versorger Naturstrom AG zitiert dazu das Bündnis Bürgerenergie e.V. :

„Die Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage auch auf Anlagen unter der 10-kw-Grenze wäre ein erneuter Frontalangriff auf die Bürgerenergie“, kritisiert René Mono, stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn). „Der Eigenverbrauch entlastet die Netze und hat Bürger überhaupt erst dazu motiviert, in großem Stil in die Erneuerbaren Energie zu investieren. Immerhin kommt fast jede zweite Kilowattstunde des Erneuerbaren Stroms aus Bürgerhand“.

Von der Belastung des Eigenstroms werden die großen Energiekonzerne profitieren, heißt es in dem Beitrag weiter, diese würden sonst durch die starke Bürgerbeteiligung weiter Marktanteile verlieren.

Es gibt keine Gleichbehandlung für Eigenverbrauch von Strom

Mann kann jetzt aber auch sagen, ist doch schön wenn alle gleich behandelt werden. Aber Thorsten Zoerner erinnert als einziger daran, dass eine solche Belastung des Eigenstroms weniger als 1 cent pro KWh Einsparung bringt. Es geht doch viel mehr um „ein Placebo für die Energieversorger, denen die Konkurrenz im privaten Haus ein Dorn im Auge ist“.

Er erinnert auch daran, dass der Kohlebergbau sich nicht an den Kosten der Energiewende beteiligen muss. Der Eigenverbrauch der nuklearen und fossilen Kraftwerke wird als einziger nicht mit der Abgabe belastet. Es gibt also keine Gleichbehandlung aller Verbraucher, wie es in manchen Medien heißt. Sieht so eine Energiewende aus? Ich denke, das klingt eher nach einem Schutz vor der Energiewende.

Der Gründer und Vorstandsvorsitzende der IBC Solar AG bezeichnet dieses Vorhaben der Bundesregierung auch konsequent als ein „Rettungsprogramm für dreckige Kohlekraftwerke“.

Ist Energieeffizienz das nächste Opfer einer Abgabe?

Warum sollte die Bundesregierung sich so entscheiden, wenn sie doch – zumindest in Worten – an der Energiewende festhält? Neben der EEG-Umlage wird auch immer wieder von den Netzkosten gesprochen.

In den VDI-Nachrichten vom 23. Mai 2014 ist ein lesenswerter Artikel über das energieautarke Haus von Timo Leukefeld. Am Ende des Beitrags kommen die Stadtwerke Freiberg und die Thüringer Energie AG zu Wort. Dort sieht man die Entwicklung zu mehr Energieeffizienz grundsätzlich positiv, aber wenn sich mehr Bürger aus der „Solidargemeinschaft der durch den Strompreis finanzierten Netzkosten zurückziehen, dann wird das problematisch“ (Zitat). Daher fordern die genannten Unternehmen, wenn die „Kunden ihren Strombezug weiter minimieren“, die „Einführung einer neuen Komponente für die Netzanschluss-Nutzung“ (Zitat).

Wer diese Sätze oder das Ende des genannten Artikels liest, wird feststellen, dass nur die Rede ist von geringerem Strombezug, nicht aber von der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien.

Wenn die Bundesregierung ihren Kurs fortsetzt und konsequent ist, muss auch für energieeffiziente Produkte eine Abgabe zur Finanzierung der Netzkosten erhoben werden.

Auch durch konsequente Energieeffizienz im Haushalt oder in der industriellen Produktion (Heinz Dürr im Handelsblatt vom 12.06.2014) kann der Energieverbrauch um 30 Prozent reduziert werden. Das stellt die Netzbetreiber vor genau die gleichen Probleme wie durch 30 Prozent Eigenverbrauch aus der Photovoltaik-Anlage vom Dach.

Wie wird das Wirtschaftsministerium damit umgehen? Bisher habe ich noch nichts darüber gelesen. Es wäre einerseits konsequent, würde aber andererseits der EU-Energieeffizienzrichtlinie widersprechen. Daher muss die Bundesregierung andere Wege finden zur Finanzierung der Netzanschluss-Kosten als über den Arbeitspreis bei den Stromkosten.

Ich bin ja sehr gespannt, was es hier für Kommentare dazu geben wird und wie es weiter geht.

Über Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Diie kostenlos zur Verfügung stehende Energie der Sonne und vom Wind sind für mich faszinierend und Herausforderung zugleich. Sie suchen für Ihre Informationsseiten oder Ihren Blog immer wieder nach neuen, interessanten Inhalten? Oder Sie wollen Ihre Online-Kommunikation analysieren lassen? Informationen zum Leistungsangebot von Andreas Kühl finden Sie unter energynet.de/leistungen.

20 Antworten auf Kommt nach der Sonnensteuer die Effizienzsteuer?

  1. Eine belastbare Quelle zur FAZ-Meldung liegt nicht vor. Absurd ist der Gedanke in hohem Maße. Ich glaube nicht, dass da eine Effizienz-Steuer kommt, weil sich die Energieeffizienz noch nicht ausreichend durchgesetzt hat, ist noch kein Knüppel nötig. Natürlich haben die Stadtwerke Freiberg und die Thüringer Energie AG einen Interessenskonflikt: Effizienz verhindert Verkausumsätze. Derartige Einzelinteressen sollten zurück gestutzt werden. Besser wäre es, wenn diese ein Modell entwickeln, dass die Effizienz zum Geschäft werden lässt.

    1. Ich glaube auch nicht, dass eine solche Abgabe kommen wird. Doch das Thema Finanzierung der Netzanschluss-Kosten wird weiter auf der Tagesordnung bleiben, vor allem wenn der Verbrauch zurückgeht. Das sind keine Interessen von nur zwei Unternehmen, das ist im Interesse aller Netzbetreiber in Deutschland.

  2. Grundsätzlich halte ich eine Abgabe auf jeder verbrauchte kWh für sinnvoll. Weil jeder Verbrauch verursacht Umweltbelastungen, Ressourcenverbrauch usw. Und es entsteht eine Motivation mit Energie nicht sorglos umzugehen.
    Die Abgabe sollte jedoch differnziert nach der Herkunft sein. Die Abgabe auf Strom aus Braunkohlekraftwerken sollte natürlich ein vielfaches höher sein als aus der eigenen PV-Anlage.

  3. Klar sind die Versorger erstmal für Erneuerbare und Energieeffizienz. Solange es sich eher um eine Minderheitenprogramm handelt.
    In Österreich werden die Netztarife laufend evaluiert und den tatsächlichen Kosten gegenüber gestellt. Wenn die Verbräuche signifikant sinken wird sich an den Tarifen etwas ändern müssen, das ist klar.
    Das motiviert die Kunden mehr selbst etwas zur Reduktion des Bezuges zu unternehmen.
    Dabei muss man sich etwas für jene Personengruppe überlegen, die nicht imstande ist zB in PV zu investieren. Für die darf die Energie nicht unerschwinglich werden (progressive Tarife zB).

    1. Kurt, nach so etwas wie die progressiven Tarife, habe ich in unserer Diskussion auf Facebook gesucht. Da ist es dann wirklich egal wie der geringere Strombezug zustande kommt und es orientiert sich an tatsächlichen Kosten.

  4. Dass Gabriel nun auch 40%-EEG-Umlage für die kleinsten Solaranlagen einführen will, ist reinste Lobbypolitik. Die gesamte Eigenverbrauchsabgabe ist einfach nur dreist! Damit soll die Solarenergie im dezentralen Stil platt gemacht und die Energiewende ausgebremst werden, sodass die Energiekonzerne wieder die Oberhand im Strommarkt gewinnen. Gabriel bedient damit allein Wirtschaftsinteressen. Das Interesse des Volkes lässt er als gewählter Volksvertreter einfach links liegen. Mit diesem Verhalten darf Gabriel nicht durchkommen!!!

    Natürlich brauchen wir bei steigendem Eigenverbrauch und zunehmender Energieeffizienz Alternativmodelle, wie Kosten für Netzinfrastruktur & Co. solidarisch getragen werden können. Die Eigenverbrauchsumlage ist dafür allerdings nicht geeignet, denn wie du Andreas auch geschrieben hast, belastet sie die Bürger und kleinen Akteure einseitig, während die Industrie und großen Konzerne entlastet werden. Auch eine Effizienzsteuer wäre extrem kontraproduktiv! Bei all diesen Maßnahmen werden im Kern andere Ziele verfolgt, als die, die offiziell kommuniziert und vorgetäuscht werden.

    1. Ja, da werden wohl andere Ziele verfolgt, als in der Öffentlichkeit genannt werden. Anders kann man diesen Irrsinn nicht erklären. Die Industrie würde aber, genauso gerne wie die privaten Verbraucher, mehr auf Eigenstromerzeugung setzen, sei es mit BHKW, PV oder Windenergie, sie wird aber damit genauso belastet wie die privaten Verbraucher.

  5. Ich frage mich immer wieder wie ein solcher Unsinn zustande kommt. Sind es mehr gewisse Interessensvertreter oder ist es eine Unwissenheit politischer Vertreter? Oder eine denkbar unglückliche Kombination beider Faktoren? Irgendwas ist da faul im Lande.

  6. Es ist ja jetzt schon so, dass die Netzkosten höchst ungleich auf die Verbraucher umgelegt werden. Wer wenig Strom bezieht, zahlt pro kWh tendenziell viel für die Netznutzung. Nach §19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) werden für Großverbraucher Ausnahmen gewährt, die zu einem Netzentgelt von 1,68 Cent/kWh für sie führen. Der Endkunde zahlt über 6 C/kWh.
    Dahinter steht die politische Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Weil wir schon die höchsten Strompreise in Europa haben, ist diese Sorge nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn wir weiterkommen wollen mit der Energiewende, müssen wir einen Weg finden, die Kosten besser und so zu verteilen, dass Fehlsteuerungen wie die „Sonnensteuer“ vermieden werden. Ich glaube, diesen Weg findet man nur im Dialog. Der derzeitige politische Prozess bei der Energiewende führt eher zur Sprachlosigkeit und gegenseitiger Mißachtung und endet in der Sackgasse.

  7. Noch eine Ergänzung: Der Preis, zu dem sich Großabnehmer am Terminmarkt mit Strom eindecken können, fällt – Dank der Erneuerbaren – ständig. Aktuell gibt es Stromkontrakte im Jahr 2017 für 3,2 Cent pro kWh zu kaufen. 2008 lag der Preis bei 9,5 Cent. Hier öffnet sich finanzieller Spielraum, den man in Richtung von mehr Gerechtigkeit und ökologische Steuerung einsetzen könnte.

  8. Werter Herr Grass,

    so etwas liebe ich ja, wenn Tatsachen verdreht werden:
    Sie schreiben von der Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, weil wir die höchsten Strompreise Europas haben. Das ist schlichtweg eine große Lüge, die von der Industrie verbreitet wird.
    Deutschland hat mit die höchsten HAUSHALTSSTROMPREISE Europas (http://www.saving-volt.de/2014/06/strompreis-in-deutschland-fast-nirgendwo-ist-es-teurer/), während die Strompreise für die Industrie so günstig sind, dass sich die Industrielobby in Frankreich und den Niederlanden über die billigen deutschen Industriestrompreise beschwert (http://webapp.zdf.de/int/beitrag?aID=2168348&cID=460). Durch die günstigen Preise an den Spotmärkten und die üppigen Ausnahmen bei Umlagen, Abgaben und Steuern besteht eine extreme Schieflage bei der Kostenverteilung zwischen Industrie und Bürgern. Dabei hat erst kürzlich eine Studie des DIW ergeben, dass Energiekosten nur ein sehr geringer Standortfaktor für Firmen sind (http://blog.stromhaltig.de/2014/06/diw-energiekosten-sehr-geringer-standortfaktor/).
    Dass die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie durch die Energiewende gefährdet sei, ist einfach nur ein aufgeblähtes Lügenmärchen.
    Sie müssten es eigentlich auch besser wissen!

    1. Da muss ich einschreiten, denn DIE Industrie gibt es auch bei den Strompreisen nicht. Das klingt gerade so, als ob alle Industrieunternehmen für die Schieflage sorgen. Es gibt auch den Mittelstand mit vielen kleinen Industrieunternehmen, Handwerksbetrieben und Handelsunternehmen – besonders die kleinen Betriebe liegen nahe den Haushaltsstrompreisen und zählen die vollen Abgaben. Dann gibt es die größeren Betriebe, die günstigere Preise aushandeln können und reduzierte Abgaben oder keine Abgaben zahlen.

      Nur die richtig großen Verbraucher, die ihren Strom direkt an der Börse beziehen, lachen sich vermutlich ins Fäustchen und freuen sich über die gesunkenen Preise an der Strombörse. Die hätten ein großes Problem, wenn kein Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist wird und der Preis dann wieder steigen würde. Das könnte der Fall sein, wenn der Strom direkt an die Verbraucher verkauft wird oder vom Erzeuger selbst verbraucht wird (Eigenverbrauch!). Vielleicht sind diese Unternehmen das Problem, mich würde mal interessieren wie viele das sind.

      Auf jeden Fall ist „die Industrie“ keine hilfreiche Phrase. Zudem wünsche ich mir genau diesen Dialog, der hier entstanden ist. Sonst würde ich nicht bloggen und Kommentare zulassen. Eine Bereitschaft zu einem wirklich konstruktiven Dialog, wie die Energiewende vorangebracht werden kann, sehe ich weder in der Politik, noch in Verbänden und auch nicht bei anderen Akteuren. Das ist das eigentliche, was mich derzeit verzweifeln lässt.

  9. Liebe Frau Hoffmann,
    ich war ungenau: In den Genuss der Börsenstrompreise kommen nur sehr wenige, ganz große Verbraucher, die Mengen in der Größenordnung von 20.000 Haushalten ordern. Diese Großabnehmer frohlocken. Aber der überwiegende Teil unserer Wirtschaft, der Mittelstand, bekommt diese Tarife nicht.
    Wenn wir, die wir die Energiewende wollen, nicht zur Kenntnis nehmen, dass große Teile von Wirtschaft und Gewerbe unter hohen Energiekosten leiden, blenden wir ein Problem aus.

  10. Das stimmt natürlich. Die kleinen und mittelgroßen Unternehmen sind auch besonders stark von hohen Strompreisen betroffen. Danke Andreas und Herr Grass für den Einwand.
    Öffentlich höre ich aber nur die großen Konzerne jammern und das ist äußerst unehrlich.

  11. Ach ja ?

    ZITAT Kurt :
    Grundsätzlich halte ich eine Abgabe auf jeder verbrauchte kWh für sinnvoll. Weil jeder Verbrauch verursacht Umweltbelastungen, Ressourcenverbrauch usw. Und es entsteht eine Motivation mit Energie nicht sorglos umzugehen.
    Die Abgabe sollte jedoch differnziert nach der Herkunft sein. Die Abgabe auf Strom aus Braunkohlekraftwerken sollte natürlich ein vielfaches höher sein als aus der eigenen PV-Anlage.
    /ZITAT

    Wäre mein Dach ohne PV geblieben, würde die heutige Sonnenbestrahlung einfach nur Wärme „aufs Dach und in die Umgebung“ gebracht haben. So gab es „Strom aus dem eigenen Garten“ – wieso dafür noch irgend eine Abgabe bezahlt werden soll „ weil jeder Verbrauch Umweltbelastungen verursacht“ will sich mir nicht so recht erschließen.

    Weder „gelangte mein PV-Strom“ erst mal weiter, als zu den Geräten, die gerade „Bedarf hatten“ und so hat der obligatorische und unvermeidliche „EigenStrom“ auch das O-Netz „verschont“ – wie übrigens alle PV-Anlagen auf heimischen Dächern. Dafür (weil „Selbstverbrauchserfassung“ mit „Überschusseinspeisung“) zahle ich als „Endverbraucher“ auch die gesetzliche Umsatzsteuer von 19% auf den verminderten Einspeisetarif.

    Andere, sog. „Nur-Volleinspeiser“ zahlen für jede eigenproduzierte kWh, die ja eher nicht am Bezugszähler vorbeischleicht 🙄 die volle „Dröhnung“ (Steuern,. Abgaben und Umlagen), so als wäre der Strom vom EVU zugeflossen.

    Also ich halte jede Abgabe die keinen Ressourcenverbrauch beinhaltet, für völlig (freundlich formuliert) überflüssig. Genausoschlecht könnte man auch das „Herumlaufen“ mit Abgaben belegen sobald jemand Schuhe dabei trägt oder das Atmen im Freien oder die Gurken aus dem eigenen Schrebergarten und und…

  12. „Effizienz-Steuer“ ?

    Auf jeden Fall – aber nur für Parteimitglieder – gemessen an der Effizienz ihrer „regierenden Oberen“ – womöglich müssten diese die „Oberen“ dann eines nicht sehr fernen Tages ganz ohne Mitglieder auskommen oder die Mitglieder ganz ohne „ineffiziente Oberen“.

    Ob Mehrheiten mit einem Gesetz einverstanden sind – es für „effizient“ halten – kein Problem per Internet lässt sich das bestimmt „irgendwie“ermitteln – Internet aus EE selbstverständlich !

    Da würde so mancher „Erzengel“ da landen wo der Kollege „Luzifer“ schon ist – in der Hölle (selbstverständlich metaphorisch gemeint !!! )

  13. Dann zahlen wir demnächst halt auch noch 3% Solidaritätsmehrwertsteuer auf den Apfel aus dem eigenen Garten!

    Wenn der netzgekoppelte Eigenverbrauch demnächst besteuert wird, dann streichen wir bei dem Eigenverbrauch halt das netzgekoppelt!

    Eine z.B: 24V DC PV-Anlage mit Akku und Nachspeisemöglichkeit über ein Handelsübliches Ladegerät kann z.B. die ganzen Kleinverbraucher (Router, Telefon, Sprechanlage/Klingel, usw) abfangen.
    Wer die Möglichkeit hat kann noch die LED-Beleuchtung mitversorgen.
    Damit hätte man eine Möglichkeit die Eigenversorgung zu erhöhen ohne in den Genuss der Sonnensteuer zu kommen.

  14. Wer hat eigentlich von einem Gabriel in einer großen Koalition etwas anderes erwartet? Ich finde, er ist ein würdiger Vertreter seines vorherigen Kanzlers, dem es gelungen war, der Arbeitnehmerschaft zu einer „Hatz IV-Ära zu verhelfen, oder?

  15. Über „Das halten die Energieblogger von der Sonnensteuer“

    bin ich nochmals hier gelandet. Diese bescheidenen Diskussion ist schon am 30.07. zum „Erliegen gekommen“. Das Problem „Eigenverbrauch“ im allgemeinen und für PV-Kleinanlagen im besonderen, scheint nur einen verschwindend geringen Teil derer die hier lesen zu interessieren.

    Was mir immer wieder „unangenehm“ auffällt, keiner scheint sich für das bundesrepublikanische Stromnetz aus „physikalischer Sicht“ näher zu interessieren. Wer darüber Klarheit „erlangt“, wird erst voll verstehen, wie sehr das „virtuelle Netz“ (das Netz, welches die Kosten entscheidend beeinflusst) sich vom real betriebenen physikalischen Netz unterscheidet. Mal sehen ob sich diesmal irgendwer damit näher befassen möchte. Nur wer versteht was da tatsächlich „abgeht“ ist „berechtigt“ irgendwelche Forderungen zu stellen. Klar wir sind ein freies Land und jeder darf selbstverständlich auch verbreiten was „ihm“ seinem Klientel am besten passt. Im übrigen gilt gerade bei eher komplexen Zusammenhängen „Dumm regiert sich gut“. Nach dieser notwendigen Polemik zurück zur „Natur“ :

    ca. 1,2 Millionen PV-Kleinanlagen (auf den Dächern von Ein- und Zweifamilienhäusern) vorsichtig geschätzte,davon betroffene Personen 3 x 1,2 = 3,6 Millionen Menschen liefern von den am Spotmarkt gehandelten Strom „virtuell“ 100% ab. Physikalisch liefern sie in die sie umgebenden Ortsnetze an ihre Nachbarn das was sie nicht selbst verbrauchen konnten. Was sie zu jedem Zeitpunkt wo eine PV-Produktion stattfand, tatsächlich selbst verbrauchen konnten, hing und hängt von dem ab was in ihren eigenen Haushalten zeitgleich verbraucht wurde und wird.

    Da es in der Mehrheit aller Anlagen keine messtechnische Erfassung dieser „el. Arbeit“ ergibt, kann lediglich geschätzt werden was da NIEMALS physikalisch ins „öffentliche Netz“ gelang. An Hand von vorhandenen Messungen bei Anlagen welche als „Überschusseinspeichser“ über entsprechende Zähleinrichtungen verfügen und der tariflichen Abstufung (Stufe 1 = 30% Eigennutzung, Stufe 2 = >30%) liegt dieser Anteil durchschnittlich zwischen 20 und 30% im Jahr. Das bedeutet, eigentlich stehen lediglich zwischen 70 und 80% der abgerechneten Jahresleistung ALLER 1,2 Millionen PV-Kleinanlagen „öffentlich“ zur Verfügung.

    Dennoch wird mit Ausnahme der wenigen Anlagen mit „Überschusseinspeisung“ so getan, als stände diese Leistung voll zur Verfügung. Das dabei „virtuell“ aber „geldtechnisch“ real, auch für diesen Anteil zu 100% die gerade fälligen Abgaben verrechnet werden, habe ich bereits in Einzelheiten dargelegt.

    Der größere Anteil der ca. 1,2 Millionen PV-Kleinanlagen nutzt allenfalls das sie umgebende Ortsnetz und keinesfalls die übergeordneten Netze – insbesonders nicht, das 380kV Hochspannungsnetz, welches auch wegen der „hohen Solarleistung“ angeblich ausgebaut werden muss. Im Grund „verdrängt“ der PV-Strom aus ca. 1,2 Millionen PV-Kleinanlagen die sonst (zuvor) notwendige Einspeisung in die Ortsnetze. Etwas, was der Absicht dezentrale PV-Anlagen zu betreiben durchaus entspricht.

    Wer sich die „Effizienz“ des Übertragungsnetzes ansieht, wird feststellen, ein nicht unerheblicher Teil des „von weither kommenden“ Kohle (25 bis 50%) und Atomstroms (33%) mindert den Wirkungsgrad solcher Anlagen weiter. Das Stromverteilungsnetz wird mit ~85% angegeben so wird aus ursprünglich 33% bis zum Endverbraucher gerade mal 17 bis 42,5% bzw. 28% „durchgereicht“. Wobei Kohle nur dann so günstige Werte aufweist, wenn der Wärmeverlust (vor Ort) wenigstens teilweise nutzbar gemacht wird.

    In wieweit und wie groß im „umgebenden Ortsnetz“ Übertragungsverluste den PV-Strom belasten, darüber habe ich derzeit keinerlei „Erkenntnisse“. Das dabei ebenfalls 15% Verluste auftreten sollen, ist eher unwahrscheinlich.

    Fazit schon die „Väter und Mütter“ des ursprünglichen EEG haben „Kompromisse“ eingearbeitet und auch den Staat kräftig „berücksichtigt“. Durch hohe Vergütungen wurde dieser Umstand zunächst gründlich verschleiert. Doch nun, wo sich die „üblichen Lobbyisten“ der drohenden „Energiewende“ voll bewusst wurden, wurde sichtbar aus Demokratie (auch hier) wieder die fragwürdige „Drehtür-Lobbykratie“ – die Herrschaft der wenigen aber Mächtigen. Trotz zahlreicher Blogger gelingt es nicht die Wirklichkeit so abzubilden, dass auch all jene, die von der „Sache“ wenig bis nichts verstehen, klar wird, welches perfide Spiel das getrieben wird.

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