erneuerbare energien

Modell für Direktvermarktung von Ökostrom vom Erzeuger bis zum Verbraucher

Funktion des Ökostrom-Markt-Modells, Grafik: naturstrom.de
Funktion des Ökostrom-Markt-Modells, Grafik: naturstrom.de
Funktion des Ökostrom-Markt-Modells, Grafik: naturstrom.de

Die Verhandlungen und Beratungen für das sogenannte EEG 2.0 laufen zur Zeit. Nach den zur Zeit bekannten Plänen der Bundesregierung wird es vor allem für kleine Akteure schwerer neue Anlagen zu bauen. Vor allem wird es für Anbieter von Ökostrom dann kaum noch möglich sein die eigenen Kunden mit Ökostrom zu versorgen und dies auch glaubhaft nachzuweisen. Graustrom, der an der Börse aus allen Kraftwerken gemischt wird, soll der Strom der Zukunft sein.

Ist die Zukunft des Stroms jetzt grau?

Der Wunsch vieler Kunden nach einem klar definierten Strom-Produkt wird dann schwerer zu erfüllen sein, wenn es nur noch anonymen und grauen Strom aus der Steckdose geben soll. Alle Betreiber von Stromerzeugungs-Anlagen mit erneuerbaren Energien sollen ihren Strom selbst oder über einen Dienstleister an der Strombörse verkaufen. Es lässt sich dann noch weniger als heute sagen woher der Strom einzelner Anbieter kommt, es gibt nur Graustrom unbekannter Herkunft.

Einige der namhaften Anbieter von Ökostrom wollen es nicht dabei belassen und ihren Kunden nachweisbaren heimischen Ökostrom anbieten, denn so Sebastian Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau:

„So stellen wir uns die Energiewende nicht vor und so stellen sich auch die meisten Bürgerinnen und Bürger die Energiewende nicht vor“

Ökostrom-Markt-Modell als Preisschild für Ökostrom

Die drei Ökostromanbieter EWS Schönau, Greenpeace Energy und die Naturstrom AG haben heute einen Vorschlag für ein Ökostrom-Markt-Modell präsentiert, das eine Ergänzung der Vorschläge des Bundeswirtschaftsminister darstellt. Es ist kein eigenes Konzept, so wie manche Ideen im Projekt GNTEEG. Dieses Modell basiert vielmehr auf dem vorhanden, von der Bundesregierung präferierten Modell der Marktprämie.

Im Ökostrom-Markt-Modell kauft der Energieversorger direkt Strom vom Erzeuger. Zusätzlich zum Marktpreis und der EEG-Umlage zahlt der Versorger eine Ökostrom-Zahlung auf das EEG-Konto ein, damit der Strom gegenüber dem Kunden als hochwertiges Ökostromprodukt aus der Region angeboten werden kann. Zusätzlich muss bei Stromüberschüssen eine Strafe in das EEG-Umlagekonto eingezahlt werden. Damit ist ein Anreiz geschaffen Stromerzeugung und -bedarf aufeinander abzustimmen und die fluktuierenden Energieträger Sonne und Wind besser zu integrieren. Die zusätzlichen Einzahlungen entlasten die EEG-Umlage, in die nicht nur derjenige einzahlen muss, der Ökostrom beziehen möchte.

„Das Ökostrom-Markt-Modell kann die Bürgerenergiewende als demokratisches Projekt stärken. Es garantiert Akteursvielfalt und sorgt dafür, dass der Markt nicht nur den großen Konzernen überlassen wird,“ so Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy.

ÖMM reduziert Kosten und Komplexität

Dieses Modell kann die EEG-Umlage um 0,3 bis 0,38 ct/kWh entlasten, nach Angaben der drei Ökostrom-Anbieter. Es hat damit erstmal einen kostensenkenden Effekt, das ist schließlich das, was die EEG-Novelle leisten soll. Die Kosten werden mehr verschoben zu den, die diesen Strom mit Herkunftsnachweis anbieten, bzw. zu deren Kunden, die wissen wollen, woher der Strom kommt.

Das hat seinen Charme, denn die gewünschte Direktvermarktung wird vom Kunden aus betrachtet und relativ einfach gehalten. Die bisherige Direktvermarktung ist hingegen von oben herab geplant ohne Berücksichtigung einzelner Kunden, die Wert legen auf den Bezug von Ökostrom, dessen Herkunft klar definiert werden kann. Bei Bioprodukten im Supermarkt ist das auch nicht viel anders, da wünschen auch viele Kunden einen Nachweis wo die Produkte herkommen.

Neue Produktmodelle für Ökostrom

Für die Ökostromanbieter müssen die Preise dadurch nicht zwangsläufig steigen, sie können auch ganz neue Produkte anbieten. Da wären eigene Produkte für Bürgerenergiegenossenschaften denkbar durch die lückenlose Lieferkette, Prämien für die Lastverschiebung oder der Ausbau von Speichern. Auch zeitvariable Tarife entsprechend dem Angebot an Sonnen- und Windstrom wäre vorstellbar.

Hat dieses Modell, dessen Konformität mit EU-Recht durch ein Gutachten bestätigt wurde, einen Haken?

Kurz nach Veröffentlichung habe ich gelesen, dass es bereits eine regionale Direktvermarktung gibt.

Über den Autor

Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Diie kostenlos zur Verfügung stehende Energie der Sonne und vom Wind sind für mich faszinierend und Herausforderung zugleich.
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