Geld ist vorhanden – Energieeffizienz aus der Sicht des Kapitalmarktes

Gastbeitrag von Jürgen Ritzek, Business Director bei EEIP (Energy Effiiciency in Industrial Processes)

Kapitalmärkte – schon das Wort ruft bei Vielen ein Stirnrunzeln hervor. Aber können die Kapitalmärkte dem Thema Energieeffizienz zum Durchbruch verhelfen?

Dies ist eines der Themen von EEIP, einer Europäischen „Business to Policy“ Plattform. Diese Plattform geht einen neuen Weg. Sie ist eine gemeinnützige und neutrale Plattform zum Austausch aller stakeholder rund um das Thema industrielle Energieeffizienz. Und das heißt von der energieintensiven Industrie bis zu den Anbietern von Lösungen, von IT Firmen zu Banken, von Beratungsfirmen zu politischen Entscheidungsträgern. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und die Teilnahme kann über jede der vielfältigen Kanäle von EEIP erfolgen. Diese reichen von Twitter zu facebook, von LinkedIn zu XING, von Events zu Kongressen, vom Portal zum EnergieEffizienz-Magazin. EEIP wurde im April 2011 auf einer Veranstaltung der Europäischen Kommission gegründet und hat inzwischen über 17.000 Mitglieder in Europa und weltweit. Nächstes Highlight ist der „Energy Recovery“ – Kongress in Berlin am 24/25 Oktober.

Der Kongress beinhaltet auch die Frage nach der Finanzierung, insbesondere ob Investoren Energieeffizienz überhaupt auf dem „Radar“ haben ?

Auf einem Treffen des „London Environmental Investment Forums“ im letzten Jahr sagten Investoren:

Cleantech & Renewables war gestern – jetzt kommt EnergieEffizienz“.

Und stimmt das? Und wo stehen wir heute?

Fakt ist, dass viele lohnenswerten Investitionen in Energieeffizienz von Unternehmen nicht durchgeführt werden weil sie z.B.

-          eine im Vergleich zu anderen Projekten zu lange „Payback“-Zeit haben oder

-          Unternehmen ihre Kreditlinien bei Banken nicht mit Investitionen belasten wollen oder können, die nicht Kerngeschäft bezogen sind.

Und auf der anderen Seite die Kapitalmärkte…

Diese suchen nach Möglichkeiten, Geld zu attraktiven Renditen bei gleichzeitig hoher Sicherheit anzulegen. Wir reden hier z.B. von Pensionsfonds oder Versicherungen mit hunderten von Milliarden € Anlagevermögen. Aber – nach Aussage von Patrick Fankhauser, EEIP Mitglied und CEO des Schweizer Investmenthauses SUSI Partners – schreckten diese institutionellen Anleger momentan noch vor Investments zurück. Die Gründe sind vielfältig, z.B. sind

-          viele industrielle Energieeffizienzprojekte zu klein für diese Anleger oder

-           die sogenannten „cash-flows“ variieren oder

-          es gibt keine typischen Bankgarantien

Und genau hier können Investmentfirmen eine wichtige Rolle spielen. Diese können Projekte in einem Investmentfund bündeln und so strukturieren (wieder ein „unangenehmes“ Wort in heutiger Zeit), dass institutionelle Anleger Fondanteile kaufen können, also Geld in Energieeffizienz investieren. Und so sieht das Konzept eines EnergieEffizienz Fonds aus:

Konzept eines Energieeffizienz-Fonds, Quelle: EEIP

Konzept eines Energieeffizienz-Fonds, Quelle: EEIP

Die ersten Investmentfunds fangen bereits an, z.B. SUSI Partners, Schweiz, oder Sustainable Development Capital, UK.

Was sind Erfolgsfaktoren und wie kann diese Entwicklung beschleunigt werden?

Entscheidend ist es, die verschiedenen Akteure zusammen zu bringen, um die jeweiligen Anforderungen der anderen Seite zu verstehen – also die Unternehmen, die Dienstleister und die Banken und Kapitalmärkte. Es gilt die „Regeln“ der Zusammenarbeit auszuarbeiten.

Und genau dafür ist die Plattform EEIP da.

Sie wollen mehr über EEIP wissen – in ein paar Tagen wird das neue Portal unter www.ee-ip.org freigeschaltet.

Sie wollen mehr über die Arbeit von EEIP im Bereich Finanzierung Energieeffizienz wissen?, hier der download „Chairman´s conclusions“ (http://goo.gl/p8VU4 ) vom letzen Finance Roundtable auf der Hannover Messe 2012 von unserem EEIP Finance Chairman Rod Janssen und unterstützt von Siemens Financial Services und der Hannover Messe Global Business & Markets.

Der Kongress Energy Recovery wird von energynet.de als Social-Media-Partner ausführlich begleitet.

Über 

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible vor allem für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Aber auch die kostenlose Energie, die uns die Natur zur Verfügung stellt ist faszinierend und Herausforderung zugleich.

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Eine Antwort zu Geld ist vorhanden – Energieeffizienz aus der Sicht des Kapitalmarktes

  1. Hans Schmid schrieb:

    Als Anleger frage ich mich schon wie hoch denn die Rendite bei den neuen Fonds sein soll/ wird, damit ich mein Geld aus dem Aktienmarkt in den Fondmarkt umschichte?
    Und was sind heute attraktive Renditen?

    Tagesgelder zu 1% ?

    Hedgefondsrenditen < 20 % ?

    Wer von den Anleger traut heute noch den wunderbaren Renditemodellen der Banker und der Fondmanager?

    Der Trend geht m.E. eher in kleinere dezentrale Zusammenschlüsse, sei es in Form von Genossenschaften oder auch AG´s die von den Betroffenen letztlich ohne Bankenkapital selbst ins Leben gerufen werden.

    "Entscheidend ist es, die verschiedenen Akteure zusammen zu bringen, um die jeweiligen Anforderungen der anderen Seite zu verstehen – also die Unternehmen, die Dienstleister und die Banken und Kapitalmärkte. Es gilt die „Regeln“ der Zusammenarbeit auszuarbeiten."

    Und was wird hier unter " Regeln " der Zusammenarbeit verstanden?

    Diese suchen nach Möglichkeiten, Geld zu attraktiven Renditen bei gleichzeitig hoher Sicherheit anzulegen. Wir reden hier z.B. von Pensionsfonds oder Versicherungen mit hunderten von Milliarden € Anlagevermögen.

    Bei der linken Graphik fehlt m.E. ein Pfeil der den Rückfluss von Erträgen an den Investor aufzeigt!!

    Und noch eine Frage zur rechten Graphik:

    Was wir hier unter risk minimisation verstanden?

    Und :

    Ist z.B. SUSI Partners nicht mehr oder weniger eine Neuauflage des Energiecontracting?

    Und wie will der Fond eine einigermaßen adäquate Rendite z. B. im Bereich der Wärmedämmung erreichen?

    Nur eine Fundsache unter vielen:

    http://baufuesick.wordpress.com/2010/02/03/ihw-studie-warmedammung-ohne-amortisation/

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