Für die sparsamsten Haushaltsgeräte muss man genauer hinsehen

Energiesparchampions von BEKO auf der IFA 2012

Energiesparchampions von BEKO auf der IFA 2012

Heute beginnt die Internationale Funkausstellung IFA in Berlin. Neben den vielen TV-Geräten, Smartphones, Tablets und anderen Gadgets für Geeks, die in scheinbar fast jedem Blog Thema sind, geht es dort auch um Haushaltsgeräte. Dies konnte man ja schon nachlesen in den Beiträgen der letzten Zeit. Die Beiträge zur Energieeffizienz bei Haushaltsgeräten auf der IFA 2012 habe ich auf einer eigenen Seite zum nachlesen gesammelt.

Energieeffizienz spielt bei den großen und bekannten Ausstellern von Haushaltsgeräten immer eine Rolle. Alle betonen ihr Engagement in dieser Richtung und weisen auf ihre Erfolge bei der Reduzierung des Stromverbrauchs der Geräte hin. Die Erfolge sind auch da, in vielen Bereichen ist die Energieeffizienzklasse A+++ mittlerweile Standard.

Dieser Standard wird inzwischen sogar häufig übertroffen und man liest dann z.B. von der Energieeffizienzklasse A+++ -30%. Es ist, wie ich bereits im letzten Artikel zur IFA geschrieben hatte, sogar ein Wettrennen um die effizientesten Geräte entstanden. Manche Hersteller sprechen sogar von einem Rekord oder gar Weltrekord.

Komisch und unglaubwürdig wird es, wenn mehrere Hersteller bei der gleichen Produktreihe von einem Weltrekord sprechen. Dann muss man genauer hinsehen und den Jahresstromverbrauch vergleichen. Dies ist z.B. der Fall bei den Waschmaschinen, hier reklamieren sowohl AEG, als auch BEKO den Weltrekord für sich. In der Tat haben beide Waschmaschinen einen hervorragenden Stromverbrauch, die AEG Lavamat L87494EFL wird mit einem deklarierten Jahresenergieverbrauch von 137 Kilowattstunden nur knapp von der BEKO WMB81466 mit 135 kwh geschlagen. Beide Maschinen werden mit der Energieeffizienzklasse A+++ minus 30 Prozent deklariert.  Der angegebene Stromverbrauch bezieht sich aufdas Deklarationsprogramm Baumwolle Eco 60 Grad (volle und halbe Beladung) und Baumwolle Eco mit 40 Grad (halbe Beladung).

Auch bei den Trocknern muss man genauer hinsehen, manche Hersteller geben eine Energieeffizienz von 60% besser als die Effizienzklasse A an. Das entspricht dann der Energieeffizienzklasse A+++. Auch hier streiten sich die beiden vorgenannten Hersteller um den Weltrekord für den geringsten Stromverbrauch bei Waschmaschinen. Hier liegt AEG mit dem ProTex Lavatherm T97689IH mit nur 121,6 kWh (Stand des Energie-Labels 2011) deutlich vor dem BEKO Trockner DPU 8396 X mit 155 kWh. Im nächsten Jahr wird Miele ein Gerät mit A+++ minus 65% auf den Markt bringen, mal sehen wo man dann steht.

Man muss also generell sich die Energielabel genauer ansehen und den Stromverbrauch auf dem Label vergleichen. So hat man einen Anhaltspunkt über die zu erwartenden Stromkosten.

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Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible vor allem für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Aber auch die kostenlose Energie, die uns die Natur zur Verfügung stellt ist faszinierend und Herausforderung zugleich.

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Eine Antwort zu Für die sparsamsten Haushaltsgeräte muss man genauer hinsehen

  1. Hans Schmid schrieb:

    noch einmal ein Kommentar zur Energieeffizienz:

    Wann braucht man eigentlich einen Trockner?

    Im Prinzip nicht, wenn man einen Garten hat..

    Im Prinzip nicht, wenn man eine Single Haushalt hat

    Im Prinzip nicht, wenn ausreichend Trockenräume zur Verfügung stehen.

    Der energieeffiziente Kühlschrank wird in der Regel auch nicht auf die Minimaltemperatur eingestellt, weil man ist ja energieeffizient

    Und wer kommt schon auf den Einfall seinen Kühlschrank währende des dreiwöchigen Urlaubs abzuschalten, weil im Tiefkühlfach befindet sich noch eine Pizza :-)

    Die Hype derr Energieffizienz hat leider nicht dazu geführt, dass der Energieverbrauch reduziert wurde,
    siehe auch diesen Artikel in der Welt:

    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article108796448/Der-geplatzte-Traum-vom-Energiesparen.html

    und hier :

    Doch einige Bundestagsabgeordnete in der Enquete-Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität” stellten sich unlängst dann doch einmal die Frage, warum der Energieverbrauch Deutschlands nach 20 Jahren Effizienz-Politik immer noch fast genauso hoch ist wie im Jahre 1990.

    Er dürfte für Umweltpolitiker und Effizienzapostel eine unangenehme Überraschung sein. Mehr Energieeffizienz führe nicht zu weniger Energieverbrauch, lautet das paradox anmutende Urteil der Experten. Im Gegenteil: Effizienzmaßnahmen könnten am Ende sogar zu einem Mehrverbrauch an Energie und Ressourcen führen.

    “Sparen durch Effizienz ist weitverbreitetes Wunschdenken”, fasst es der Wissenschaftler Reinhard Madlener von der Rheinisch-Westfälischen Hochschule (RWTH) für die ungläubigen Abgeordneten zusammen: “Energiesparen durch Effizienzfortschritte ist in einem weiter wachsenden System schlichtweg eine Illusion.”

    Das nennt man heute rebound der und backfire-Effekt

    Und wenn man etwas weiter im Internet sucht kiommt man sehr rasch auf Jevons und die Entwicklung der Dampfmaschine:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Jevons_paradox
    http://de.wikipedia.org/wiki/Jevons%E2%80%99_Paradoxon

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