Hindernisse und Lösungen für die Energieeffizienz in der Industrie

Fachforum zur Finanzierung von Energieeffizienz auf der Woche der Umwelt 2012

Fachforum zur Finanzierung von Energieeffizienz auf der Woche der Umwelt 2012

Von meinem gestrigen Besuch bei der Woche der Umwelt im Park des Schloss Bellevue konnte ich viele Eindrücke mitnehmen. Am interessantesten waren, neben den unterschiedlichsten Ausstellern und netten Kontakten, die Fachforen zur Energieeffizienz. Noch ist ja unklar, ob die Politik mehr als nur Lippenbekenntnisse zur Energieeffizienz abgibt.

In keinem anderen Bereich in der Energiewende ist die Rendite so hoch, machen sich Investitionen so schnell bezahlt wie in der Energieeffizienz. Dennoch spielt die effiziente Energienutzung nur eine untergeordnete Rolle, nicht nur in der Politik. Wo die Hindernisse liegen, wie die Industrie die Energieeffizienz sieht und wie man den Problemen begegnen kann, hat das Fachforum zur Finanzierung von Energieeffizienz gezeigt.

Durch die Kurzatmigkeit der Berichte von Aktiengesellschaften sind die eigentlich kurzen Amortisationszeiten von 2 bis 3 Jahren noch viel zu lang. Maßnahmen mit einer Rendite von 15% und mehr werden nicht umgesetzt, auch wenn die Produkte selbst 5% oder weniger erwirtschaften, da dieser Kostenvorteil immer noch zu gering ist. Auch ein Verweis auf künftige Einsparungen in den Energiebeschaffungskosten scheinen nicht zu helfen.

Brauchen wir doch einen Ordnungsrahmen und Vorgaben, wie in der Energieeffizienzrichtlinie der EU? Freiwilligkeit gibt es ja schon, das muss nicht in ein Gesetz zementiert werden, bringt auch so nichts. Oder brauchen wir interessante Finanzierungslösungen?

Eine Lösung, um Investitionen in Energieeffizienz zu ermöglichen, wurde vorgestellt, der B.A.U.M. Zukunftsfonds. Dieser Fonds beruht auf einer Genossenschaft, an der sich Kapitalanleger beteiligen können und dafür eine attraktive Rendite, von ca. 5%, erhalten. Private Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und auch Privathaushalte erhalten mit dem Zukunftsfonds die Mittel, um in Energie-Effizienzmaßnahmen, in Energiespar-Maßnahmen oder auch um erneuerbare Energien zu investieren. Die Maßnahmen werden durch qualifizierte Energieberater begleitet, damit auch wirklich Einsparungen am Ende herauskommen. Aus den Einsparungen, die durch die Maßnahme erzielt werden, wird anschließend in den Fonds zurück gezahlt. Damit hat man eine sofortige Einsparung durch geringere Energiebezugskosten und keine Lücke in der Bilanz.

Dass dieses Modell funktioniert, zeigt der erste Partner des B.A.U.M. Zukunftsfonds. Beim Familienunternehmen Stieber Druck  wurde eine Beleuchtungsoptimierung der Lager- und Produktionshallen mit dem Zukunftsfonds finanziert. Der Energieverbrauch konnte um knapp 40% reduziert werden und die Lichtausbeute verbesserte sich um fast 50%. Damit hat das Unternehmen seine Stromkosten um 910 € im Monat reduzieren können, wovon 815 € an den Zukunftsfonds zurück gezahlt werden.

Ein anderer Weg zur Auslösung von Investitionen ist die Bildung von Netzwerke mit Unternehmen, die neue Maßnahmen für einen effizienteren Energieeinsatz suchen. Dabei kann jedes Unternehmen von den anderen lernen. Der Erfolg ist enorm, so hatte sich das erste deutsche Netzwerk im Landkreis Hohenlohe das Ziel gesetzt, eine Einsparung von 10% zu erreichen. Heraus kam am Ende eine Einsparung von 20%. Mittlerweile gibt es, mit Unterstützung der Klimaschutzinitiative des  BMU, 30 Pilotnetzwerke für Energieeffizienz, die große Erfolge erzielen konnten.

Auch Unternehmen, die schon mehrfach für ihre Aktivitäten ausgezeichnet wurden, wie die Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, können in mehreren Auflagen des Netzwerks immer wieder neue Einsparpotentiale finden und erschließen. Jeder Teilnehmer kann immer wieder neu von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer lernen.

Künftig soll es solche Effizienz-Netzwerke auch für Kommunen und für den Einzelhandel geben.

Diese Beispiele zeigen, Energieeffizienz funktioniert und Energieeffizienz ist bezahlbar. Energieeffizienz stärkt die Wirtschaftskraft und in Netzwerken können sich Unternehmen gegenseitig unterstützen. Mit einer effizienteren Energienutzung werden Unternehmen weniger anfällig gegen steigende Energiepreise und jeder kann dazu beitragen.

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Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible vor allem für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Aber auch die kostenlose Energie, die uns die Natur zur Verfügung stellt ist faszinierend und Herausforderung zugleich.

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