Deutsche setzen lieber auf persönliches Engagement statt auf die Politik und auf die großen Konzerne

Der Ausbau der erneuerbaren Energien steht bei den Deutschen ganz oben auf ihrer Agenda. 70 Prozent wollen bei der Energiewende selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Nur rund ein Viertel verlässt sich auf die Politik oder auf die großen Konzerne. Vermutlich senken das politische Scheitern der letzten Klimagipfel und die Reaktionen auf Katastrophen wie in Fukushima das Vertrauen.

Das ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage des unabhängigen Ökoenergieversorgers Polarstern und der GfK. Motiviert zum eigenen Handeln werden die Deutschen durch das hohe Ansehen von ökologischen und sozialen Aktivitäten. Wer Verantwortung übernimmt und zukunftsorientiert handelt kommt bei über 75 Prozent der Befragten gut an.

Energiewende wichtiger als Frieden

Die Energiewende bewegt die Deutschen mehr als Frieden, Bildung oder die demografische Entwicklung. Für jeden Dritten ist sie eines der drei Topthemen unserer Zeit. Besonders in der Altergruppe der 30- bis 49jährigen hat der Ausbau der erneuerbaren Energien eine hohe Priorität. Nach einer Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien beziehen heute 18 Prozent der Haushalte Ökostrom, weitere 20 Prozent planen zu wechseln. Die Zahlen zeigen, dass ein großes Potenzial besteht.

„Um dieses zu aktivieren, müssen die Menschen Ökoenergie besser verstehen. Dazu muss das Thema persönlicher und emotionaler kommuniziert werden“, sagt Florian Henle, Mitgründer von Polarstern. Daniel Craffonara vom Grüner Strom Label e.V. sieht besonders die fehlende Orientierung als Hürde: „Viele Verbraucher zögern beim Wechsel, weil der Ökoenergiemarkt so unübersichtlich ist. Es fällt ihnen schwer, Mogelpackungen zu erkennen. Wer einen echten Beitrag zur Energiewende leisten will, muss Produkte wählen, die nachweislich den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. Auszeichnungen wie das Grüner Strom Label helfen, die glaubwürdigen Angebote von den weniger glaubwürdigen zu unterscheiden.“ 

Ruf nach mehr Vorbildern

Große Herausforderungen brauchen Vorbilder, darin sind sich die Deutschen einig. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien stimmen der Aussage drei Viertel der Befragten zu. „Zum Nachmachen motivieren Vorbilder, in denen sich die Verbraucher wieder finden, weil sie gewisse Einstellungen und Verhaltensweisen von ihnen widerspiegeln“, erklärt Andreas Ernst, Umweltpsychologe an der Universität Kassel.

„Beim Klima- und Umweltschutz sind es vor allem Menschen aus dem eigenen Umfeld, die uns beeinflussen. Das heißt, je näher wir einem Vorbild sind, umso stärker der Effekt.“ Die Deutschen vertrauen bei der Energiewende nicht auf die Politiker und auf die großen Konzerne. Vielmehr sagen 70 Prozent, dass der Beitrag jedes Einzelnen wichtig ist. Personen zwischen 30 und 59 Jahren sind sich ihrer Verantwortung besonders bewusst. „Wir brauchen keinen grünen Mahatma Ghandi, sondern Menschen wie Dich und mich, die die weltweite Energiewende vorantreiben“, sagt Florian Henle.

Kleine Heldentaten im Alltag kommen gut an

Die Deutschen schätzen Menschen, die bei ihren Handlungen nicht nur an sich und an das eigene Leben denken. Auch im Alltag die Zukunft im Blick zu haben, ist heute angesagt. 60 Prozent finden Personen interessant, die mit ihren Taten die Welt ein wenig besser machen wollen. Ob soziales Engagement im Verein (64 Prozent), Müll trennen und Energie sparen (57 Prozent), Fair Trade Produkte kaufen (40 Prozent) oder Ökoenergie beziehen (39 Prozent) – es geht um die kleinen Heldentaten im Alltag. Immer gefragter sind Ökostrom und Ökogas.

Im ersten halben Jahr achteten einer Verivox-Analyse zufolge fast zwei Drittel beim Anbieterwechsel auf ökologisch erzeugten Strom oder legten bei ihrer Angebotsrecherche Wert darauf. „Ökoener-gie ist deshalb immer beliebter, weil die Verbraucher schnell und einfach einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten können. Der Wechsel ist sicher und dauert nur wenige Minuten, den Rest übernehmen meist die Anbieter so wie es bei Polarstern der Fall ist“, erklärt Florian Henle.

Mit dem eigenen Energiebezug ein weltweites Vorbild sein

Der neue Ökoenergieversorger Polarstern unterstützt als erster die weltweite Energiewende. Gefördert wird nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa, sondern auch in den Entwicklungsländern. So wird der Beitrag jedes einzelnen Kunden greifbar. „Unsere Kunden erfahren genau, welche Auswirkung ihr Engagement hat. Sie sehen direkt wen und was sie unterstützen und wer hinter Polarstern steckt. Bei uns geht es um die Menschen, nicht um abstrakte Themen oder Kosten – transparent und glaubwürdig.“ Die Polarstern-Kunden forcieren mit jeder verbrauchten Kilowattstunde den Ausbau der erneuerbaren Energien bei uns. Zusätzlich erhalten durch sie Familien in Kambodscha Hilfe beim Bau eigener Mikro-Biogasanlagen. „So müssen diese Länder nicht dieselben Fehler machen wie wir und ihr Wachstum auf Kohle und Atom gründen. Sie können vielmehr gleich auf die zukunftsträchtigen, erneuerbaren Energien setzen“, erläutert Florian Henle.

Mehr zu Polarstern Energie auch bei Oecommunity.

Angaben zur Umfrage:  repräsentative Umfrage der GfK unter der deutschen Wohnbevölkerung in Privathaushalten ab 14 Jahre, Quotenstichprobe, August 2011
* Umfrage von TNS Infratest und der Agentur für Erneuerbare Energien, Juli 2011

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Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible vor allem für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Aber auch die kostenlose Energie, die uns die Natur zur Verfügung stellt ist faszinierend und Herausforderung zugleich.

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Kategorien: Klima, Ökostrom Schlagwörter: , , , , ,

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