Berufseinstieg in Erneuerbare Energien gelingt leichter denn je

Photovoltaikversicherung

Aus Mangel an Ingenieuren setzen die Unternehmen inzwischen auf nicht-studierte Techniker. Das ist ein Ergebnis der Untersuchung zum Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien, die der Wissenschaftsladen Bonn heute auf der 6. Bundesweiten Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien in Gelsenkirchen vorstellt.

„Exakt 300 Studiengänge gibt es in Deutschland, die ihre Absolventen fit für die Wachstumsbranche machen“, sagt Theo Bühler, Arbeitsmarktexperte des Wissenschaftsladen Bonn. „Das zeigt, dass die Hochschulen noch einmal auf die immense Nachfrage der Unternehmen reagiert haben.“ 251 Studiengänge registrierte der Wissenschaftsladen Bonn noch vor einem Jahr, 144 im Jahr 2007. Einen Überblick über alle Studiengänge gibt der Wissenschaftsladen auf der Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien, die heute und morgen (29. und 30. Oktober) im Wissenschaftspark Gelsenkirchen stattfindet. Vertreten sind dort Hochschulen und Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Dynamik ungebrochen: Glänzende Berufsaussichten schon für Berufseinsteiger

Im Jahr 2006 untersuchte der Wissenschaftsladen Bonn erstmals im Auftrag des Bundesumweltministeriums den Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien, indem er die Stellenangebote der Branche unter die Lupe nahm. Arbeitsmarktexperte Krischan Ostenrath: „Trotz Wirtschaftskrise, Stopp der Marktanreizprogramme und Senkung der Einspeisevergütung suchen die Unternehmen der Branche in diesem Jahr vier Mal so viele neue Leute wie noch vor 5 Jahren.“ Spitzenreiter bei der Stellensuche sind die Unternehmen der Solarbranche, die im ersten Quartal 2010 rund 65 Prozent mehr offene Stellen ausschrieben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei der Bionenergie gab es ein Plus von knapp 60 Prozent, in der Windenergie immer noch ein Plus von mehr als 20 Prozent. Stark zugenommen haben zudem so genannte „Multi-Anzeigen“, in denen die Unternehmen mehr als 10 Mitarbeiter zugleich suchen.

Wie glänzend die Branche die eigene Zukunft sieht, zeigt auch ein weiterer Indikator: Nur vier Prozent der Stellen sind befristet. In anderen Branchen liegt dieser Wert deutlich höher.

Die Untersuchung zeigt aber auch: Die starke Nachfrage und der Mangel an perfekt ausgebildeten Fachkräften zwingt die Unternehmen inzwischen zu Kompromissen bei den Einstellungskriterien. Krischan Ostenrath vom Wissenschaftsladen Bonn: „Auch junge Studienabgänger ohne Berufserfahrung sind derzeit gefragt. Außerdem stellen die Unternehmen inzwischen (nicht studierte) Techniker ein, weil sie nicht genügend Ingenieure finden.“ Daneben sucht die Wachstumsbranche zudem vor allem Kaufleute.

Engpass Nachwuchs: Neue Wege gehen, um schon Jugendliche zu erreichen

Nicht nur im Fußball, auch bei den Erneuerbaren, beginnt die Suche nach guten Nachwuchskräften immer früher. Theo Bühler vom Wissenschaftsladen Bonn, der die Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien nun zum sechsten Mal veranstaltet: „Mit unserem Schülertag im Rahmen der Messe wollen wir eine attraktive Plattform für den Nachwuchs bieten.“ Die jungen Leute erfahren am zweiten Tag der Messe durch Self-Assessment-Tools ( www.taste-ee.de ), Infoveranstaltungen und Experimentiermöglichkeiten, was die Branche macht, fordert und welche Fähigkeiten sie selbst mitbringen sollten.

Auch ein Unternehmen wie die Fuhrländer AG spricht auf der Messe neben Akademikern auch Schüler an: Mit 160 Auszubildenden erobert das mittelständische Wind-Unternehmen Fuhrländer den Windenergiemarkt – bei einer Gesamtbelegschaft von rund 650 Leuten. Walter Lutz, Leiter Public Relations: „Wir geben Hauptschülern genauso Chancen wie Realschülern oder Gymnasiasten und haben damit gute Erfahrungen gemacht.“ Viele der ehemaligen Auszubildenden haben inzwischen verantwortungsvolle Positionen im aufstrebenden Unternehmen. Auch für Sitha Stübe, Personalleiterin der SolarWorld AG, die bis 2012 ihre Mitarbeiterzahl auf rund 3.000 verstärken möchte, ist die Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien eine gute Plattform: „Die SolarWorld AG behält ihr nachhaltiges Wachstum planmäßig bei. Ein guter Grund, um als führender Markenanbieter hochwertiger Solarstromtechnologie erneut auf der bundesweiten Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien qualifizierte Fach- und Führungskräften für unsere gute Sache zu gewinnen.“

Die Messe in Kürze:

Seit 2005 veranstaltet der Wissenschaftsladen Bonn mit Unterstützung des Wissenschaftsparks und der Stadt Gelsenkirchen die jährliche Bundesweite Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien. Rund 450 Stellenangebote bringen die Unternehmen in diesem Jahr auf die Messe mit, die am 29. und 30. Okt. 2010 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen stattfindet. Rund 60 Hochschulen, Unternehmen und Verbände sind auf der Messe vertreten.

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Zur Elektromobilität gehören auch Elektrofahrräder

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Das Thema Elektromobilität gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland zu einem Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität zu machen und bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu haben.Es geht um die Unabhängigkeit von Öl und klimaschonendere Mobilität.

In der Diskussion um Elektromobiliät sind aber meist Elektroautos gemeint, obwohl Elektrofahrräder schon auf dem Markt angekommen sind und gefühlt auch einen spürbaren Marktanteil erobern konnten. Man sieht immer häufiger Elektrofahrräder auf der Straße oder in der  Werbung von Fahrradhändlern. Elektrofahrräder machen das einfache Fortbewegungsmittel Fahrrad noch attraktiver, denn dadurch wird die Fahrt mit dem Fahrrad einfacher und weniger anstrengend.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Möglichkeit durch einen Umbausatz aus seinem Fahrrad ein Elektrofahrrad zu bauen. Mit Hilfe z.B. eines BionX-Umbausatzes wird aus einem normalen Fahrrad mit Kettenschaltung innerhalb einer Stunde ein flottes Elektrofahrrad. Der Fahrer erhält somit beim Fahren eine Unterstützung proportional zu dessen Trittkraft. Damit gilt man, laut Händler, rechtlich immer noch als Fahrradfahrer und darf ohne Helm und Zulassung auf Radwegen fahren. Wem dieser Umbausatz zu teuer ist, der kann zu einem deutlich preisgünstigeren Umbausatz für das Hinterrad greifen.

Ich werde weiter zum ausschließlich muskelbetriebenen Fahrrad greifen, aber es gibt viele Menschen für die ist die Unterstützung durch einen Elektromotor äußerst hilfreich.

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Bericht vom EnergyCamp 2010 in Hamburg, Tag 1

Gruenspar.de

Gastbeitrag von Sebastian Keil

Am vergangenen Freitag und Samstag fand das erste EnergyCamp in Hamburg statt und Organisatorin Nina Galla kann eigentlich nur zufrieden sein (wobei ich nur am ersten Tag dabei war). Die Veranstaltung verlief rund, die Besucher kamen ins Gespräch und Appetit auf mehr wurde geweckt.

Zuerst zum Inhalt. Das Format des EnergyCamp erinnerte im Grund an das MicrobloggingCamp in Hamburg, eine Mischung aus Panels und Sessions. Das erste Panel war zum Thema Wissenschaft und Dr. Onno Groß (deepwave e.v.) und Prof. Hartmut Graßl (ehemals Max-Planck-Institiut) erörterten die Folgen des Klimawandels. Einige Brocken daraus:

“Es ist vermutlich gut, dass die BP-Katastrophe da stattgefunden hat, wo sie stattgefunden hat, allein aus Sicht der resultierten Aufmerksamkeit.”
“Der menschgemachte Klimawandel beschleunigt den Klimawandel ca. um den Faktor 50-100.”
“Wenn immer mehr Algen sterben, bekommen wir ein Problem, schließlich ist der Ozean für ca. 1/3 der Produktion von Sauerstoff verantwortlich.”

Dann kamen eine Session und ein Vortrag, deshalb oben auch Besucher statt Teilnehmer. Maret von Social Up wird dazu vermutlich in den nächsten Tagen mehr Details veröffentlichen (http://social-up.com/konferenz/energycamp-hamburg-2010/) und Nina hat auch schon angekündigt, dass die Videoaufnahmen demnächst veröffentlicht werden. Nach dem hervorragenden Mittagessen (vegetarisch, regional http://twitter.com/#!/ecamphh/status/28397509804) ging es mit dem Wirtschaftspanel weiter, für das ich große Erwartungen hatte. Vertreter von Conergy, der Desertec Foundation, Greenpeace und der Triodos-Bank diskutierten über das Geschäftsmodell “zwischen Greenwashing und Idealismus”. Nachdem es etwas zäh los ging (vermutlich weil das Essen noch verdaut werden musste), fanden die Panelisten doch noch einen angenehmen Rhythmus, der durch die vielen Fragen der Teilnehmer bereichert wurde. Dabei konnten Vorurteile gegenüber Desertec etwas ausgeräumt werden, andererseits war das Selbstverständnis von Conergy (nicht alles richtig gemacht, jetzt fokussiert auf das ökonomische Ergebnis) angenehm.

Insbesondere als Hamburger sehr spannend war die “Präsentation” von Green Life e.v., die mit Fotos und Videos von ihrem Solarboot berichteten, dass sowohl kostenlos als Shuttle aber auch buchbar über die Elbe schippert http://www.mygreenlife.de/solarboot/allgemein/. Die Saison ist zwar fast zu Ende, aber für das kommende Jahr sollte man die beiden Macher im Auge behalten, dann hoffentlich auch auf der Alster.

Die Menge an Vorträgen im Verhältnis zu Sessions war ok, man darf nicht vergessen, dass das richtig nerdige Zeug auch noch nicht so weit verbreitet ist. Wer hat schon einen intelligenten Strommesser und kann über Softwares und Hacks sprechen? Nur einer der Teilnehmer hatte Solarzellen auf dem Dach und erst seit kurzer Zeit, da konnte man noch nicht viel Erfahrung teilen. Dennoch war dieses Camp wichtig, als Startschuss. Aus meiner Sicht sollte gleich im Frühjahr noch eines folgen, mit etwas mehr PR-Vorlauf, einer etwas hübscheren Webseite und mehr Teilnehmern.

Ich bin dabei.

P.S.: Einen weiteren Bericht vom EnergyCamp Hamburg wird es noch gegen Ende der Woche von der Organisatorin Nina Galla geben.

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KfW stoppt Annahme von Förderanträgen mit Berechnung nach DIN V 18599

Für Energieberater ist es schwer zu verstehen, warum es verschiedene Normen geben soll zur Berechnung des Gebäudeenergiebedarfs von Wohngebäuden, denn nach der EnEV (Energieeinsparverordnung) können sowohl die DIN 4108-6 und DIN 4701-10 als auch die DIN-V 18599 verwendet werden. Beide Wege sind unterschiedlich, aber so kompliziert und aufwändig, dass eine Software notwendig ist. Da müsste man meinen, dass bei jeder Software-Lösung das gleiche oder annähernd gleiche Ergebnis herauskommt. Dem ist scheinbar nicht so, denn die KfW Förderbank hat in der vergangenen Woche beschlossen keine Nachweise zum KfW Effizienzhaus mehr anzunehmen, die nach der DIN V 18599 erstellt wurden, da die Ergebnisse der zu stark von den Berechnungen nach DIN 4108-6 und DIN 4701-10 abweichen. Laut der Zeitschrift “Gebäude-Energieberater” kann es sogar sein, dass die KfW in Einzelfällen Neuberechnungen nach DIN 4108-6 und DIN 4701-10 anfordert.

Da denkt man doch, die zuständigen Fachleute in den Normenausschuss hätten sich die Normen mal angeschaut und verglichen oder bisher wenigstens die Ergebnisse unterschiedlicher Software verglichen.Werden jetzt die Normen nachgebessert werden müssen? Eigentlich sollte doch die DIN V 18599 genauer sein als die anderen Normen.

Was denken Sie, wie wird es weitergehen – insbesondere mit Blick auf die EnEV 2012?

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Vorbildliche Bioenergiedörfer ausgezeichnet

Die vorbildlichsten Bioenergiedörfer Deutschlands sind Jühnde-Barlissen (Niedersachsen), Effelter (Bayern) und Feldheim (Brandenburg). Dies ist das Ergebnis des bundesweiten Wettbewerbs „Bioenergiedörfer 2010“. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) prämiert damit beispielhafte Bioenergiedörfer, die mindestens die Hälfte ihres Jahresstrom- und Wärmebedarfs aus regional erzeugter Biomasse decken. Die Dörfer sollten die Biomasse dabei möglichst effizient, nachhaltig und innovativ nutzen. Zudem sollte die Bevölkerung miteinbezogen werden.

Die Bioenergie ist die bedeutendste regenerative Energieform in Deutschland. Energie aus Biomasse macht derzeit 70 Prozent der Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern aus. „Die lokale Nutzung einheimischer Biomasse zum Beispiel in Bioenergiedörfern oder Regionen ist ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen und ökologischen Energieversorgung. Wo immer es möglich ist, sollte der regionale Bezug an erster Stelle stehen. Dadurch entsteht Wertschöpfung vor Ort, die Arbeitsplätze schafft,“ sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich der Bekanntgabe der Gewinner.

Die drei Kommunen werden anlässlich der auf der Messe „EUROTIER 2010“ stattfindenden Ausstellung „Bioenergy Decentral“ in Hannover prämiert und erhalten ein Preisgeld von je 10.000 Euro, das zum Ausbau der Bioenergiedörfer eingesetzt wird.

Weitere Informationen auch über die einzelnen Bioenergiedörfer finden Sie unter: www.wege-zum-bioenergiedorf.de

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Energieeffizienz historischer Gebäude soll gesteigert werden

Europaweit historische Gebäude sanieren mit dem Ziel, ihre Energieeffizienz zu steigern – an diesem groß angelegten Projekt sind 22 internationale Partner beteiligt. Techniker, Unternehmer, Städteplaner, Denkmalpfleger und Experten für die Erhaltung von Kulturgütern werden im Projekt namens 3ENCULT unter der Leitung des Instituts für Erneuerbare Energie der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) zusammenarbeiten. Der Startschuss für das von der EU finanzierte Forschungsprojekt fällt heute in Innsbruck.

Bei Neubauten sind energieeffiziente Richtlinien unverzichtbares Kriterium, um den allgemeinen Energieverbrauch entscheidend zu senken. Nun ist Europa aber ein Kontinent, der sich vor allem seiner Vielzahl an historischen Gebäuden rühmt – das Baujahr unzähliger Gebäude geht hier auf Zeiten zurück, in denen Energieeffizienz eine ganz andere Rolle gespielt hat als heute. Um tatsächlich nachhaltig Energie zu sparen, genügt es daher nicht, das Augenmerk allein auf die Richtlinien von Neubauten zu richten. Vielmehr gilt es, den Energieverbrauch von Altbauten und gerade der kunstvoll gebauten Häuser und Palazzi der Altstadtviertel in den europäischen Stadtzentren unter die Lupe zu nehmen und diese zu sanieren. Dies ist kein leichtes Unterfangen, müssen doch Energieeffizienz berücksichtigt, aber gleichzeitig kunstvolle architektonische Elemente erhalten werden. Wie kann etwa eine Lüftungsanlage an einer Decke angebracht werden ohne ein mit Fresken verziertes Gewölbe zu verunstalten? Oder wie können filigran verarbeitete Fensterscheiben besser isoliert werden?Diesen Herausforderungen widmen sich die 22 Partner des Projekts, die aus zehn europäischen Ländern kommen. Neben Forschungszentren sind dies öffentliche Körperschaften, Vereinigungen sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Nicht umsonst wird das Projekt im Zuge eines EU-Programms gefördert, das der Wirtschaftskrise entgegenwirken soll.

Die Fachleute erarbeiten zunächst acht Fallstudien – an acht bekannten und weniger bekannten historischen Gebäuden in Europa. Diese dienen dann als Grundlage für Sanierungsmaßnahmen an anderen Bauwerken. „Jedes historische Gebäude stellt einen Einzelfall dar. Somit sind universelle Lösungen auf diesem Gebiet nicht möglich. Unser Ziel ist es, Leitlinien auszuarbeiten, die festhalten, wie wir zur jeweiligen Lösung gekommen sind und wie diese jeweils umgesetzt werden kann. Den Interessenten bieten wir dadurch ein vollständiges und bereits geprüftes Schema aus Anleitungen, auf das sie Bezug nehmen können“, erklärt Alexandra Troi vom EURAC-Institut für Erneuerbare Energie, Koordinatorin des Projekts.

Quelle: Eurac

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Verbraucher sollten nicht in vollem Umfang mit der erhöhten EEG-Umlage belastet werden

Die EEG-Umlage steigt 2011 um rund 1,5 ct/kWh auf 3,53 ct/kWh. Dies haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) heute bekanntgegeben. Für das Jahr 2010 beträgt die EEG-Umlage 2,047 ct/kWh. Die EEG-Umlage wird von den ÜNB jährlich bis zum 15. Oktober für das folgende Kalenderjahr ermittelt. Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, die ordnungsgemäße Ermittlung der EEG-Umlage zu kontrollieren.

“Der starke Anstieg der EEG-Umlage ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Vor allem wirkt sich hier die gestiegene Gesamtsumme der Vergütungszahlungen an die Anlagenbetreiber aus. Für 2010 lag die Prognose bei 12,7 Mrd. Euro, für 2011 liegt sie bei 17,1 Mrd. Euro. Davon entfallen allein acht Mrd. Euro auf Zahlungen an die Betreiber von Solaranlagen. Aufgrund der in diesem Jahr erfolgten Änderung des EEG sinkt die durchschnittliche Vergütung für die Einspeisung von Solarenergie aber voraussichtlich um mehr als 5 ct/kWh”, erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die ÜNB sind verpflichtet, den EEG-Strom an der Börse zu vermarkten. Die Differenz zwischen der Einspeisevergütung für den EEG-Strom und den Einnahmen aus seiner Vermarktung an der Börse wird über die EEG-Umlage finanziert. Je niedriger das Börsenpreisniveau ist, desto größer ist die Differenz zu den EEG-Vergütungssätzen.

“Verbraucher sollten nicht in vollem Umfang mit der erhöhten EEG-Umlage belastet werden. Die zunehmende Menge an erneuerbarer Energie bewirkt sinkende Großhandelspreise, weil sukzessive teuere Kraftwerke aus dem Markt gedrängt werden. So sind trotz Konjunkturbelebung die Börsenpreise für langfristige Kontrakte gesunken. Bei vielen Stromanbietern, die längerfristig eingekauft hatten, spiegelten sich die hohen Preisspitzen vom Frühjahr und Sommer 2008 in den Endkundenpreisen für 2010 wider. Diese Preisspitzen dürften für die Kalkulation der Strompreise 2011 aber nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Nach unseren Berechnungen müsste der Beschaffungskostenanteil bei den Haushaltskunden 2011 durchschnittlich um etwa einen halben Cent pro Kilowattstunde sinken. Ich rufe die Verbraucher auf, die Angebote am Strommarkt genau zu prüfen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln”, betonte Kurth.

Na, dann bin ich mal gespannt wie sich die Strompreise entwickeln werden.

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Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien steigt

Entwicklung der kommunalen Wertschöpfung durch erneuerbare EnergienDer dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien sorgt weiterhin für Beschäftigung, Einkommen und Steuereinnahmen für die kommunalen Kassen. Auf 8,9 Milliarden Euro beziffert das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) diese Wertschöpfungseffekte für das kommende Jahr. Dazu steuern Ökostrom-Kraftwerke rund 7,5 Milliarden Euro bei, Anlagen zur Wärme- und Kraftstofferzeugung jeweils rund 740 Millionen Euro. Im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien haben die Forscher untersucht, wie hoch die kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2011 ausfällt.

„Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kostet Geld, aber er sorgt auch für konkrete Mehrwerte“, kommentiert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien die Ergebnisse der Studie. „Die Umlage, die Verbraucher für Strom aus Erneuerbaren Energien zahlen müssen, wirkt wie ein regionales Konjunkturprogramm. Städte und Gemeinden, die sich mit Erneuerbaren Energien versorgen, sparen nicht nur Kosten für teure Rohstoffimporte. Sie sorgen auch dafür, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden und Steuer- und Pachteinnahmen in die kommunalen Kassen fließen – und das kommt letztlich auch allen Verbrauchern wieder zugute“, so Mayer weiter.

In diesem und im kommenden Jahr erwirtschaftet die Installation und der Betrieb von Photovoltaik­anlagen mehr als die Hälfte der gesamten Wertschöpfung (5,8 bzw. 3,9 Mrd. Euro). An zweiter Stelle folgt die Windenergie mit jeweils rund 2,2 Mrd. Euro. Biogas, Biomasse und Biokraftstoffe sorgen zusammen für einen Mehrwert von 1,9 bzw. 2,1 Mrd. Euro. Untersucht wurden alle Wertschöpfungseffekte von der Investition und Installation der Anlage, über Wartung und Betriebsführung bis hin zum Handel. Den Berechnungen liegen Ausbau-Prognosen der Branchenverbände zugrunde.

Zur Studie “Kommunale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien”.

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Wie wäre es, wenn der Staat sich genau so für erneuerbare Energien einsetzen würde, wie für Atomkraftwerke?

Man liest jetzt seit ein paar Jahren immer wieder das gleiche kurz vor dem Ende des Jahres. Mit der Festlegung der EEG-Umlage für das Jahr 2011 geht die Diskussion um die Erneuerbaren Energien als Kostentreiber für den Strompreis wieder los. Die diesjährige Eröhung auf 3,5 ct/kWh klingt auch sehr happig, zeigt aber auch den großen Erfolg des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Nur weil die Einspeisevergütung des EEG so attraktiv ist, konnte Deutschland zum größten Markt auf der Welt für erneuerbare Energien werden. Doch der Protest ist als scheinbarer Reflex wieder laut geworden. Wenn man nur den Blick auf den eigenen Geldbeutel richtet, kann man die Empörung vielleicht noch verstehen.

Im Tagesspiegel-Artikel zum Thema wird der Blick aber gleich auf die staatlichen Subventionen im Energie-Sektor verwiesen. Diese spüren wir nicht mit der Stromrechnung, denn die Subventionen für Atomstrom werden gleich bei der Gehaltszahlung abgezogen oder beim Einkauf bezahlt. Da fällt es viel schwerer empört zu sein, Steuern müssen ohnehin bezahlt werden.

Da fällt mir ein Gedankenexperiment ein. Wie wäre es, wenn der Staat sich genau so für erneuerbare Energien einsetzen würde, wie für Atomkraftwerke? Heute ist der Anteil der erneuerbaren Energien dem Markt überlassen, in dieser Vision könnte sie vielleicht viel weiter sein. Bei diesem Einsatz könnte der Bau von Wind- oder Solarparks notfalls mit Polizeigewalt durchgesetzt werden. Um die Entsorgung von … Kosten wären nur schwer abschätzbar, vielleicht wäre der Strompreis sogar niedriger. Stromspeicherung und intelligente Netze wären vielleicht heute schon kein Problem.

Horrorvision, Wunschdenken oder Unsinn?

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Potential der Kraft-Wärme-Kopplung wird zu wenig im Energiekonzept berücksichtigt

Das neue Energiekonzept des Bundes stellt aus Sicht der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. das eigene Ziel der Bundesregierung, den Stromanteil aus der klimaschonenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bis 2020 auf 25 % zu verdoppeln, in Frage. ASUE-Vorstandsmitglied Paolo Conti, Sprecher der Geschäftsführung der GasVersorgung Süddeutschland, betont im ASUE-Effizienzdialog in Stuttgart, dass sich im Energiekonzept der KWK-Ausbau nicht ausreichend wieder findet.

“Es muss nachgebessert werden. Wer die angekündigten Klimaschutzziele erreichen will, muss das Effizienzpotential der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzen. Mit innovativen, energiesparenden Technologien wie kleinen, dezentralen KWK-Anlagen lässt sich gerade im Gebäudebereich die Klimabilanz verbessern. Dafür muss die Bundesregierung nun die Weichen stellen“, so Conti weiter.

„Baden-Württemberg hat sich im Rahmen seines Energiekonzepts für das Jahr 2020 anspruchsvolle Ziele gesetzt. Unter anderem soll der Anteil der KWK an der Stromversorgung im Land von heute 10 % bis 2020 auf 20 % steigen. Ich bin überzeugt, dass die Potenziale der KWK noch nicht ausgeschöpft sind. Da Baden-Württemberg bundesweit  eine Vorreiterrolle übernommen hat, werde ich mich weiterhin für das Thema einsetzen“, lässt Wirtschaftsminister Ernst Pfister ausrichten.

Wenn es nach dem Energiekonzept des Bundes geht, sollen die Treibhausgasemissionen und zugleich der Gebäudewärmebedarf in Deutschland bis 2050 um 80 % gesenkt werden. Experten beurteilen dieses Ziel mit großer Skepsis, weil es nur zu erreichen ist, wenn die Gebäudesanierungsrate von etwa einem auf gut zwei Prozent pro Jahr verdoppelt wird. Ein Schlüssel zum Erfolg kann der Austausch bisheriger Heizungsanlagen durch moderne Technologien sein. Dadurch könnten in Deutschland schnell über 10 Millionen Tonnen CO2 –Emissionen pro Jahr eingespart werden. Hier bietet sich die Chance, mit besonders effizienten „Strom erzeugenden Heizungen“ nicht nur Wärme, sondern gleichzeitig auch Strom dezentral im eigenen Haus zu produzieren. Mit diesem praxisnahen Ansatz ist zugleich eine energiepolitische Vision verbunden. Dezentrale KWK-Anlagen können zukünftig mithilfe neuer, intelligenter Stromnetze zu virtuellen Kraftwerken zusammengeschaltet werden.

Dr. Frieder Schmitt, Leiter der Konzernabteilung Technologie und Innovation der Mannheimer MVV Energie AG, betont die Bedeutung dezentraler KWK-Anlagen für die Energieversorgung der Zukunft: „Energieeffizienz und Regionalität sind Bausteine zukunftsfähiger Energiesysteme. Insbesondere für kommunale Unternehmen bieten sich hier Chancen für neue Produkte und Geschäftsfelder.“

Damit diese Zukunftsaufgaben auch bei der Gebäudesanierung bewältigt werden können, bleibt die Bundesregierung gefordert, die im Energiekonzept des Bundes angekündigten Regelungen zum Mietrecht und Wärmecontracting schnell anzupassen. Sie muss dafür verlässliche und widerspruchsfreie Rahmenbedingungen und Anreize für innovative Technologien setzen. Das sind unverzichtbare Impulse für Investitionen in den Klimaschutz sowie für Arbeitsplätze im Handwerk und bei Energiedienstleistern in der Region.

Heizung, Kraft-Wärme-Kopplung, politik | , , , | Schreib was dazu