Kürzung der Solarförderung soll doch noch weiter verschoben werden

Das hin und her mit den Kürzungen der Solarförderung geht wohl weiter. Der Hersteller von Dünschicht-PV-Modulen Masdar PV berichtet heute:

Ursprünglich sollte sie zum 1. April in Kraft treten, dann wurde der 1. Juli, anschließend der 1. Oktober angepeilt und jetzt ist sie erst mal vom Tisch. Die Rede ist von der viel diskutierten Reduktion der Solarförderung. Diese muss laut Handelsblatt komplett neu verhandelt werden, da die CDU/CSU-Fraktion den Kompromiss der Bundesregierung nicht akzeptieren wollte. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) setzte sich insbesondere für eine weitere Solar-Förderung für Ackerflächen ein. Diese sollte in der EEG-Novelle komplett entfallen.

Bei deutschen Modulherstellern sorgt die Nachricht, dass die Änderung des EEG neu verhandelt werden muss, für Erleichterung. „Die Politik kommt offensichtlich zur Vernunft. Wir sind froh, dass die Stimme der Solarindustrie doch noch gehört wurde“, stellte Dr. Rainer Gegenwart, Geschäftsführer von Masdar PV fest. „Jetzt besteht die Möglichkeit, dass die Regierung auch die Unternehmen mit an den Verhandlungstisch holt und dann gemeinsam ein sinnvoller und tragfähiger Vorschlag erarbeitet wird. Wir brauchen Planungssicherheit, um den Technologievorsprung und damit den Solarstandort Deutschland zu erhalten.“ Die geplante Reduktion um 16% hätte nach Einschätzung von Branchenexperten insgesamt 60.000 Arbeitsplätze in den Unternehmen gefährdet. Jetzt kehren die Parteien an den Verhandlungstisch zurück.

Was dahinter steckt, wird im Cleanthinking-Blog näher erläutert.

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“Die 4. Revolution – Energy Autonomy” – Premiere am 16. März an traditionsreichem Ort

Gastbeitrag von Steffen Walter (Facebook-Profil), Falkensee, zur Premiere des Films “Die 4. Revolution – Energy Autonomy” am 16.03.2010 im Kino International, Berlin.

Dienstagabend im Kino International mitten in Berlin: Der Saal ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt, die Protagonisten Hermann Scheer, Preben Maegaard und Matthias Willenbacher und das gesamte Film- und Kampagnenteam sind anwesend, gespannt erwartet das Publikum den Film … der dann auf ganzer Linie überzeugt, nicht zuletzt auch wegen der sehr guten Arbeit des Kameramanns Sorin Dragoi.

Statt Untergangsszenarien wie Klimawandel, Umweltzerstörung und Endlichkeit fossiler Ressourcen breit auszumalen (die natürlich auch erwähnt werden), zeigt Regisseur Carl-A. Fechner konkrete Handlungsalternativen für jeden von uns auf. Nach dem Motto “Es ist zu spät, Pessimist zu sein – wir fangen dann schon mal an” werden wegweisende Projekte in Dänemark (das Lebenswerk von Preben Maegaard – 50000 Menschen versorgt mit Energie aus Wind und Biogas), Mali und Bangladesch (Photovoltaik) vorgestellt.

Faszinierend, wie wenig vonnöten ist, um die Armut in den sogenannten “Entwicklungsländern” zu bekämpfen. Eine wesentliche Voraussetzung: dezentraler Zugang zu Strom. Exemplarisch die Bilder aus Mali: In einer Krankenstation muss sich die Hebamme bei Entbindungen nicht mehr die Taschenlampe zwischen Kopf und Schulter klemmen, sondern kann sich ganz auf die Unterstützung der Mutter bei der Geburt konzentrieren. Bewegend die Rolle der Frauen in Bangladesch: als Mikrokreditnehmerinnen von Muhammad YunusGrameen Bank und Aufbauerinnen und Instandhalterinnen der Photovoltaikanlagen.

Auf pointierte Weise kontrastiert werden diese mutmachenden Beispiele mit den vorgefassten Meinungen und Denkbarrieren von vorgestern: Fatih Birol, Chefvolkswirt der Internationalen Energieagentur in Paris, hält es noch immer für unmöglich, in den nächsten Jahrzehnten aus der fossilen Versorgung auszusteigen.

Der Kreis schließt sich im “Westen” mit den Themen Elektromobilität und Energieeffizienz: Wenn für das Laden der Fahrzeugbatterien Strom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, werden fossile Emissionen vermieden, und die Wichtigkeit der energetischen Sanierung des Gebäudebestands kommt in einem Beispiel aus Pfungstadt hier bei uns in Deutschland zur Sprache. Visionär auch das hocheffiziente Energiekonzept des neuen juwi-Verwaltungsgebäudes in Wörrstadt – hier wurden alle schon heute verfügbaren technischen Register gezogen: PV-Anlagen mit Batteriespeicherung, Holzpellet-Heizungen, hocheffiziente Dämmung und elektrische Geräte usw.

Fazit: Das Ziel “100 % Erneuerbar” können wir in den nächsten 20-30 Jahren erreichen – und diese Wende hat bereits begonnen. Wir müssen es nur selbst anpacken: lokal, regional, “von unten” – gegen alle politischen Verzögerungstaktiken “von oben”. Ermutigend ist hier die Karte der bereits bestehenden 100%-EE-Regionen in Deutschland: http://www.100-ee.de/index.php?id=182 – diese “Inseln der Sichtbarkeit” sind der Ausgangspunkt für den flächendeckenden Umstieg auf erneuerbare Energien.

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UBA fordert Stromversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien

Gruenspar.de

Der Präsident des Umweltbundesamt Jochen Flasbarth hat die Energiewirtschaft dazu aufgerufen alle Anstrengungen der Branche darauf auszurichten, bis zur Mitte des Jahrhunderts eine Stromversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Der Klimaschutz mache es erforderlich, die fossilen Energieträger sukzessive durch erneuerbare zu ersetzen. Auf dem 2. EVU-Gipfel in Heiligendamm sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth vor Branchenvertretern: „Eine Modernisierung der Stromversorgung kann aus meiner Sicht nur eine Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien bedeuten.“ Dies sei zwar ein äußerst ambitioniertes, aber unvermeidliches und grundsätzlich erreichbares Ziel. „Nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Endlichkeit fossiler Ressourcen machen diese Modernisierung unausweichlich.“

In seiner Rede stellte Flasbarth erste Eckpunkte des Umweltbundesamtes für eine mögliche Umstellung der Energieversorgung auf 100 Prozent erneuerbaren Quellen vor: „Die Stromnachfrage ist durch den Einsatz innovativer und effizienter Techniken zu senken. Erneuerbaren Energien-Potentiale müssen unter Berücksichtigung und weitgehender Vermeidung der auch bei diesen Techniken bestehenden Umweltbelastungen genutzt werden. Stromnetze müssen zukunftsfähig gestaltet werden.“ Für den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor müsse bereits jetzt mit einer strukturellen Veränderung des Kraftwerkparks begonnen werden. Grundlastkraftwerke auf Basis von Atom- und Kohlestrom würden immer weniger gebraucht. Dagegen seien zukünftig vor allem hochflexible Gaskraftwerke erforderlich. „Bei der Veränderung des Kraftwerkparks sollten als erstes die Atomkraftwerke, danach die Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Gegen Mitte des Jahrhunderts können die erneuerbaren Energieträger dann auch die Gaskraftwerke ersetzen und die Stromversorgung vollständig übernehmen.“ meinte Flasbarth.

Die Energiewirtschaft trägt mit rund 40 Prozent zu den deutschen Kohlendioxidemissionen bei.

Das Manuskript der Rede kann unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/reden/nachhaltige_energiewirtschaft_herausforderungen.pdf heruntergeladen werden. Der 2. EVU-Gipfel dauert noch bis 16. März 2010.

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Solarstrombranche kämpft um Vertrauen

Die deutliche Kürzung der Einspeisevergütung aus Solarstrom scheint der Tritt zu sein, den die Solarstrom-Branche gebraucht hat, um aktiver für sich zu werben. Bisher kam die Kritik von vielen Seiten, was der Bundesregierung die deutliche Kürzung erleichert hat. Kaum jemand hat die Photovoltaik-Industrie als Wirtschaftsfaktor ernst genommen.

Jetzt scheint sich etwas zu bewegen in der Branche und auch schwarz-gelbe Landespolitiker kämpfen für die Solarindustrie in ihren Ländern. Das Photovoltaik-Magazin berichtet

Thüringens CDU-Ministerpräsidentin und Sachsens FDP-Wirtschaftsminister kämpfen für die Solarindustrie in ihren Ländern. Die FDP hat außerdem entdeckt, dass man die großen Freiflächenanlagen benötigt, um die Kosten insgesamt zu senken. Auch distanzieren sich jetzt einige Verbraucherschützer von ihrem Bundesverband, der für eine radikale Kürzung eingetreten ist. Auch Verbraucher haben nicht nur Interesse an Strom, der kurzfristig sehr billig ist, sondern an einer nachhaltigen Entwicklung.

Es wird auch berichtet, dass mehr Solarunternehmen sich bemühen, über soziale Netzwerke das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Beispiele fehlen aber leider im Photovoltaik-Magazin. Schade, aber so viele Beispiele gibt es nicht. Ich habe hier schon häufiger gefordert, dass die Solar-Branche mehr tun muss, um Vertrauen zu gewinnen.

Immerhin kann ich eine kleine Twitter-Liste anlegen mit Photovoltaik-Firmen aus Deutschland:

Fehlt jemand? Einfach einen Kommentar hinterlassen, ich ergänze die List gerne weiter.

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Weitere Kürzungen bei erneuerbaren Energien?

Die Bundesregierung kürzt weiter bei erneuerbaren Energien und Klimaschutz. Da interessiert auch nicht, dass mit Erneuerbaren Energien die Heizkosten um 50% reduziert werden können. Diese Kürzungswelle scheint gezielt zu sein, oder wird auch in anderen Bereichen so systematisch gekürzt? Jeder in Klimaschutz investierte Euro zieht weitere Investitionen nach sich und zahlt sich langfristig aus. Stecken da andere Interessen dahinter?

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisiert die Kürzung von Fördermitteln für den Einbau Erneuerbarer Wärme-Technologie durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags scharf. Dieser hatte Ende vergangener Woche die Mittel für das Marktanreizprogramm, aus dem u.a. Zuschüsse für Solarthermieanlagen, Holzpellet­heizungen oder Wärmepumpen gezahlt werden, um 19,5 Millionen Euro gekürzt und weitere 115 Millionen des Budgets unter Haushaltsvorbehalt gestellt.

“Die Regierungsfraktionen haben mit diesen Entscheidungen alle Bekundungen der Regierung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Wärmesektor konterkariert”, erklärt BEE-Präsident Dietmar Schütz. Wenn die Bundesregierung ihre Zusagen für den Klimaschutz einhalten wolle, sei eine deutliche Steigerung der Modernisierungsrate von Heizungsanlagen und mehr Erneuerbare Energie im Wärmesektor notwendig. Schütz: “Wer jetzt die Fördermittel kürzt, bremst den Umbau statt ihn zu beschleunigen.”

Der Sprecher der AG Wärme im BEE, Martin Bentele, bezeichnet die Kürzung als ein absolut falsches Signal für Verbraucher, Handwerker und Industrie. “Der Markt für Erneuerbare Wärmetechnologie ist im zweiten Halbjahr 2009 ohnehin schon stark zurückgegangen. Die jetzige Haushaltsentscheidung gefährdet die Erholung zusätzlich”, so Bentele. Wegen höherer Anfangsinvestitionen sei ein Anreiz für Erneuerbare Wärmetechnologie zwingend erforderlich.

Die wichtigste Voraussetzung für Investitionen in klimaschonende und langfristig bezahl­bare Wärmeversorgung ist nach Ansicht des BEE eine kontinuierliche und verlässliche Vergabe von Fördermitteln. “Die willkürliche Kürzung des Marktanreizprogrammes zeigt genau das Problem der bisherigen Praxis. Wir fordern deshalb ein Förderprogramm für die Erneuerbare Wärme, das unabhängig vom laufenden Bundeshaushalt funktioniert”, bekräftigt Bentele. Der BEE werde dieses Ziel in der laufenden Legislaturperiode mit Nachdruck verfolgen.

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Energiesparende Green IT auf der Cebit Mangelware

Mehrere Umweltverbände haben zum Ende der Computermesse „Cebit“ kritisiert, dass „Green IT“ weiterhin ein Nischendasein fristete und eine verständliche Verbrauchskennzeichnung bei IT-Produkten immer noch nicht in Sicht sei. Die an der Kampagne „energieeffizienz – jetzt!“ beteiligten Organisationen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Deutscher Naturschutzring (DNR), das Öko-Institut und der ökologische Unternehmerverband B.A.U.M. sehen den Trend zu übergroßen 3D-Fernsehern und -Monitoren sowie zu leistungshungrigen Spiele-Computern mit Sorge. Außerhalb der Ausstellungsfläche auf der „Cebit“ für sogenannte „Green-IT-Lösungen“ spiele Energieeffizienz kaum eine Rolle. Die Folgen seien die weitere Steigerung des Stromverbrauchs, der Energiekosten und des CO2-Austoßes auf Grund des Einsatzes von immer mehr Elektronik in Haushalten und Büros.

Helmut Röscheisen, Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und Projektleiter der Kampagne „energieeffizienz – jetzt!“: “Die Cebit hat erneut gezeigt wie dringend es ist, den Stromverbrauch der elektronischen Geräte zu senken. Eines der wichtigsten Instrumente dafür ist die klare und verbraucherfreundliche Kennzeichnung ihres Energiebedarfs. Nur wenn die Politik die Weichen für einen Effizienzwettbewerb stellt, wird es mehr umweltfreundliche Innovationen im IT-Bereich geben.”

Verbindliche Energieverbrauchskennzeichnungen und strenge Effizienzstandards für IT-Produkte erleichterten auch nach Ansicht von Jens Gröger vom Öko-Institut Verbrauchern die Wahl energiesparender Geräte. Dieter Brübach, Mitglied der Geschäftsführung des ökologischen Unternehmerverbandes B.A.U.M. appellierte an Einkäufer und Beschaffer in den Unternehmen, verstärkt auf die Energieeffizienz neuer Bürogeräte zu achten.

Der BUND und die DUH kritisierten, dass Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Umweltminister Norbert Röttgen sich nicht auf ein Energieeffizienzgesetz einigen könnten. Die Bundesregierung mache sich zunehmend unglaubwürdig, wenn sie Klimaschutz predige und das Energiesparen erschwere.

Die Umweltverbände kritisieren auch die EU-Kommission. Sie versäume nicht nur bei Computern und Monitoren eine europaweit verbindliche Energiekennzeichnung einzuführen. Bei Druckern, Kopierern und Faxgeräten verzichte sie bisher auf gesetzliche Vorgaben zum Stromverbrauch und setze stattdessen auf Selbstverpflichtungen der Industrie.

Kennt jemand gute Beispiele für energiesparende IT oder hat jemand von den Lesern Tipps für energieeffiziente Nutzung von IT?

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Änderungen im EEG gefährden Solar-Standort Deutschland

Die heutige Kabinettsvorlage zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stößt auf heftige Kritik der Solarbranche. Die außerplanmäßige Gesetzesnovelle sieht ein ganzes Bündel von Einschnitten bei der Solarstromförderung vor. „Ausmaß und Geschwindigkeit der Förderkürzungen bedrohen die Existenz großer Teile der deutschen Photovoltaik-Industrie“, sagt Günther Cramer, Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar).

Nach Angaben des BSW-Solar steht damit Deutschlands Technologieführerschaft bei einem der wichtigsten Zukunftsmärkte und die Existenz tausender der in den letzten Jahren neu geschaffenen 60.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Die Solarbranche fordert die Politik auf, im jetzt folgenden parlamentarischen Prozess die Gesetzesnovelle dringend nachzubessern und die Höhe der zusätzlich geplanten Förderkürzungen zu halbieren. Der Kabinettsvorschlag sieht eine zusätzliche Reduzierung der Einspeisetarife für Solarstrom um 15 bis 16 Prozent zur Mitte des Jahres vor.

Zusammen mit den bereits jetzt im Gesetz fixierten Kürzungen von jeweils rund zehn Prozentpunkten im Januar 2010 und Januar 2011 soll die Einspeisevergütung laut Kabinettsvorlage binnen eines guten Jahres um rund ein Drittel zusammengestrichen werden. „Wenn es bei dieser Höhe bleibt, droht irreparabler Schaden für Deutschlands Solarwirtschaft“, so Cramer.

Der Kabinettsentwurf sieht zudem vor, Photovoltaikanlagen von landwirtschaftlichen Flächen vollständig zu verbannen. „Hier wird ein tragendes und hoch effizientes Marktsegment der Photovoltaik zerstört,“ so BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig. Statt landwirtschaftliche Flächen ganz von der Solarförderung auszuschließen, solle es z.B. eine Vorrangprüfung im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen geben. So könnten im Einzelfall auftretende Nutzungskonkurrenzen vermieden werden. Nicht einmal einer von 1.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche werde nach Angaben des BSW-Solar gegenwärtig für die Solarstromerzeugung genutzt.

Das Bestreben der Regierung, den Eigenverbrauch von Solarstrom zukünftig stärker zu fördern, wird von der Solarbranche hingegen ausdrücklich begrüßt. Der derzeit im Koalitionsentwurf vorgeschlagene Anreiz reiche aber nicht, um die überhöhte Reduktion der Einspeisevergütung für Solarstrom nennenswert auszugleichen. Der Eigenverbrauchsanteil des auf Eigenheimen erzeugten Solarstroms wird in der Regel 25 Prozent nicht überschreiten, schätzt der BSW-Solar. Der geplante Bonus sei zudem für Gewerbestromkunden mit ihren niedrigeren Stromtarifen ungeeignet. Auch hier müsse nachgebessert werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert die Bundeskanzlerin und die Mitglieder des deutschen Bundestages auf, im Rahmen des weiteren Gesetzgebungsverfahrens – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – im Dialog mit der Branche das EEG zu überarbeiten. Eine schnellere Absenkung der Zuschüsse sei möglich, nicht aber in dem geplanten Ausmaß und mit der Kappung ganzer Marktsegmente.

Noch ist das Gesetzgebungs-Verfahren nicht abgeschlossen. Wichtig ist zu wissen, dass das Verfahren im Bundestag jetzt erst beginnt. Es handelt sich um einen Vorschlag der Bundesregierung. Das Parlament kann Verbesserungen vornehmen. Es ist daher wichtig, weiter Einfluss zu nehmen. weiterlesen ›

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Umweltschutzverbände fordern zur Cebit Energielabel und strenge Effizienzstandards für IT-Produkte

Auch in diesem Jahr ist grüne IT auf der CeBIT ein Schwerpunkt. Vor diesem Hintergrund fordert die Kampagne energieeffizienz – jetzt! der Umweltverbände eine strenge Verpflichtung der Industrie, die Energieeffizienz von Computern und anderen IT-Produkten zu steigern. Zudem fordert sie eine klare und einheitliche Kennzeichnung.

Die Informations- und Kommunikationstechnik verbrauche in Deutschland mehr als zehn Prozent des Stroms, hat eine Studie des Fraunhofer-Instituts ergeben, mit steigender Tendenz. Mit wachsender Ausstattung belaste dies insbesondere private Haushalte, die kaum über den Stromverbrauch von IT-Geräten informiert seien. Anders als bei Haushaltsgeräten seit langem etabliert, plane die EU-Kommission für IT-Produkte noch keine Energiekennzeichnung. Doch Verbraucher könnten nur dann energieeffiziente Geräte kaufen, wenn sie verständlich informiert werden. „Klare und transparente Kennzeichnungen geben Verbrauchern eine Orientierung und motivieren die Hersteller, besonders effiziente Produkte zu entwickeln“, sagt Agnes Sauter, Leiterin Verbraucherschutz der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH).

Verbraucherinnen und Verbraucher fragen verstärkt nach dem Energieverbrauch von Computern. Die bestehenden Label und Kennzeichnungen sind jedoch wenig aussagekräftig und nicht verpflichtend. Zur Cebit führt die Zeitschrift Computerbild ein eigenes Test-Siegel ein, das neben einer Bewertung des Energieverbrauchs auch Angaben über jährliche Stromverbrauchskosten umfasst. Dieses Siegel können die Hersteller der getesteten Produkte auf Verpackungen und Geräten anbringen, so ist die Bewertung direkt beim Kauf sichtbar. Jens Gröger vom Öko-Institut: „Wir haben festgestellt, dass Energiekosten während der Nutzungszeit oft höher sind als die eigentlichen Anschaffungskosten. Mit einer Angabe der durchschnittlichen Jahresenergiekosten hat der Käufer die Möglichkeit, gleich die energiesparendsten Geräte auszuwählen und so zugleich seinen Geldbeutel und das Klima zu schonen.“

Es sei jedoch davon auszugehen, dass nur die besonders sparsamen Geräte mit diesem Güte-Siegel gekennzeichnet werden. Die Umweltschützer fordern deshalb von Brüssel eine verpflichtende Kennzeichnung nach dem sogenannten Top-Runner-Standard. So soll zum einen sichergestellt werden, dass nur die aktuell besten Geräte mit der Effizienzklasse A gekennzeichnet werden und Stromfresser für den Verbraucher direkt sichtbar sind. Gleichzeitig müssten besonders ineffiziente Geräte vom Markt genommen werden. Christian Noll, Experte für Energieeffizienz vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Sowohl die Verbraucher als auch das Klima profitieren, wenn die größten Stromfresser erst gar nicht in den Handel gelangen. Die EU muss deshalb konsequent Mindeststandards setzen und sie regelmäßig der technischen Entwicklung anpassen.“ Positiv sei, dass die EU für 2010 neu auf den Markt gebrachte Geräte Höchstgrenzen für den Standby- und Scheinaus-Verbrauch von Heimcomputern und anderen Geräten vorschreibe.

Dieter Brübach, Vorstandsmitglied beim Umweltverband der Wirtschaft B.A.U.M. e.V., appelliert zudem an Einkäufer und Beschaffer in den Unternehmen, verstärkt auf Energieeffizienz bei Bürogeräten zu achten. „Wirtschaftlicher sind häufig diejenigen Geräte, die deutlich weniger Energie verbrauchen, auch wenn manchmal deren Einkaufspreis höher ist. Schon heute geben Label wie der Energy Star und das Umweltzeichen „Blauer Engel“ erste Orientierung zur Umweltfreundlichkeit der Produkte.“

Konkrete Kaufempfehlungen für Computer bietet die Website: www.ecotopten.de/download/kaufempfehlung_computer.pdf

Gute Informationsquellen für Beschaffer in Unternehmen sind zudem die Websites www.beschaffung-info.de sowie www.buero-und-umwelt.de

Energie lässt sich dabei nicht nur mit der neuesten Technik sparen. Mit wenig Aufwand lässt sich auch bei vorhandenen Geräten der Energieverbrauch optimieren. Die Kampagne energieeffizienz – jetzt! empfiehlt Verbrauchern beim Kauf und Gebrauch von Computern und Unterhaltungselektronik auf folgendes zu achten:

  • Nehmen Sie Geräte vollständig vom Stromnetz, wenn Sie sie nicht brauchen. Ziehen Sie entweder den Stecker oder verwenden Sie eine abschaltbare Steckerleiste.
  • Schalten Sie ein Gerät nur dann ein, wenn Sie es auch nutzen.
  • Netzteile von Handys und anderen Geräten nach dem Aufladen aus der Steckdose ziehen, denn die Ladegeräte fressen Strom, auch wenn kein Mobiltelefon angeschlossen ist.
  • Mit einem Strom-Messgerät finden Sie die „stillen Stromfresser“ – suchen Sie gezielt nach energiefressenden Geräten und schalten Sie diese soweit als möglich ab.
  • Fragen Sie bei der Anschaffung neuer Geräte gezielt nach stromsparenden Modellen, die sowohl im Stand-By-Zustand als auch im Betrieb sparsam sind
  • Wählen Sie die Ausstattung eines neuen PCs (Prozessor, Grafikkarte, Netzteil, Monitor) passend zu Ihrem Bedarf.
  • Nutzen Sie die Energiespareinstellungen Ihres Betriebssystems und der Peripherie-Geräte. Bei älteren Desktop-Rechnern (bis Windows XP) sind die Energiesparoptionen häufig komplett abgeschaltet. Wird anstelle dessen das Energiespar-Profil für tragbare Rechner verwendet, kann der Rechner sein Energiesparprogramm voll einsetzen.
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Neue Hilfe für Verbraucher bei der Wahl stromsparender Geräte

Konzepte rund um „GreenIT“ sind wieder Trendthema auf der diesjährigen CeBIT in Hannover. Hersteller präsentieren dort beispielsweise besonders energiesparende Computer – die im Handel aber meist ein Nischendasein fristen. Umso wichtiger ist es für Verbraucher, auch bei handelsüblichen Computern in Elektrofachmärkten, Discountern und Internetshops den Energieverbrauch im Blick haben zu können. Dabei gibt die Zeitschrift COMPUTERBILD jetzt Orientierungshilfe: Ab sofort werden die jährlichen Stromkosten mittels einer praxisnahen Formel benotet. Passend dazu gibt es eine Plakette, die mit einfachen Noten von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ Aufschluss über den Energieverbrauch gibt.

Der Strombedarf moderner Computer kann unterschiedlicher kaum sein. Dabei gilt aber nicht: hohe Leistung gleich hoher Stromverbrauch und damit hohe Kosten. Nach den Messdaten von COMPUTERBILD gibt es Geräte mit vergleichbaren Leistungswerten, die bei den jährlichen Stromkosten aber knapp 40 Euro auseinander liegen – rund 20 Euro gegenüber knapp 60 Euro. Wer also beim Computerkauf auch auf den Energieverbrauch achtet, kann unter Umständen viel Geld sparen und dabei das Klima schonen.

Damit Verbraucher die Betriebskosten bei der Kaufentscheidung ganz einfach berücksichtigen können, dokumentiert eine Plakette den Jahresstrompreis und die Verbrauchsnote. Damit verbunden ist der Aufruf an die Hersteller, diese Plakette bei COMPUTERBILD abzufordern und damit ihre Käufer zu informieren. Je geringer der Stromverbrauch und je besser die Note, desto größer ist die Werbewirkung.

Praxisnahe Berechnungsformel mit Dynamik
Bei der Berechnung der Stromkosten legt COMPUTERBILD Formeln zugrunde, die eine typische Nutzung der Geräte abbilden. Für Desktop-Computer sind das neben durchschnittlichen Nutzungsdauern auch verschiedene Leistungsstufen. So fließen in die Berechnung vier Stunden ein, in denen der Computer eingeschaltet ist und unterschiedlich genutzt wird: 50 Prozent der

Zeit ist der PC im Leerlauf, 40 Prozent wird gearbeitet (etwa Textverarbeitung, Internet, Bildbearbeitung), und 10 Prozent muss das Gerät die volle Leistung bringen (etwa beim Spielen). Hinzu kommen vier Stunden Standby-Zeit, die restlichen 16 Stunden ist der Computer ausgeschaltet.

Der Clou bei der Benotung: Die Notenskala ist dynamisch angelegt und wird zukünftig den aktuellen Entwicklungen angepasst – was starre Richtlinien der Politik nicht leisten. Legen also neue Geräte mit geringem Stromverbrauch die Messlatte höher, haben es folgende Geräte schwerer, eine gute Note zu erhalten. Auch der Durchschnittsstrompreis wird regelmäßig angepasst.

EU-Kennzeichnung in Arbeit – Umsetzung unklar
Bereits Anfang 2004 hat die Redaktion in Zusammenarbeit mit No-Energy und dem Umweltbundesamt die „Stromsparer!“-Plakette ins Leben gerufen. Ausgezeichnet wurden nur Geräte, die einen echten Ausschalter haben und die im Bereitschaftsmodus (Standby) nicht mehr als 1 Watt verbrauchen. Diese Anforderungen haben inzwischen Einzug in eine EU-Richtlinie erhalten. Doch eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung zum Stromverbrauch – ähnlich der Energieeffizienzklassen bei Haushaltsgroßgeräten – wird seit Langem in der Politik diskutiert. Grund genug, jetzt ein klares und einfaches Auszeichnungsmodell zu etablieren.

COMPUTERBILD ist nicht allein: Mit engagierten Unterstützern zum Erfolg
Unterstützung bekommt die COMPUTERBILD-Initiative vom Umweltbundesamt: „Die neue Plakette der Computerbild bietet gute Orientierung beim Kauf von stromsparenden IT-Geräten. Gerade Desktop-Computer sollten effizienter werden und sich an den Werten der ohnehin schon sparsameren Notebooks orientieren“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes. Und auch Clemens Hölter, Kopf der Aktion No-Energy, unterstützt die neue Plakette „mit der Hoffnung, dass viele Verbraucher vor Ort im Laden danach fragen“.

Anstoß vom Umweltverband BUND, positives Echo vom Öko-Institut
Der Hauptanstoß zu der Inititiative kam vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der für eine verbindliche Energiekennzeichnung eintritt und die Stromsparaktion lobt. Christian Noll, Experte für Energieeffizienz beim BUND: „Die Verbraucher warten seit Langem vergeblich auf eine sinnvolle Stromverbrauchskennzeichnung für Computer. Mit ihrem Kennzeichen zeigt Computerbild beispielhaft, wie es funktionieren kann. Jetzt muss Brüssel folgen.“ Und Jens Gröger, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Öko-Institut e.V. meint: „Das ist eine tolle Idee von Computerbild. So hat der Käufer die Möglichkeit, gleich die energiesparendsten Geräte auszuwählen und zugleich seinen Geldbeutel und das Klima zu schonen.“

Zum Start der Stromspar-Aktion weist die Redaktion die Verbrauchswerte für Desktop-Computer aus. Weitere Geräteklassen wie Notebooks, Monitore und Drucker folgen mit eigenen Nutzungsformeln. Außerdem kommt die Plakette zeitnah auch in AUDIO VIDEO FOTO BILD zum Einsatz. Das Magazin testet Unterhaltungselektronik wie Fernsehgeräte, DVD-Rekorder und Receiver. Für alle gilt: Ein anerkanntes Prüflabor misst die jeweiligen Stromverbrauchswerte.

Alle Informationen zur Berechnungsgrundlage der neuen Stromspar-Initiative sind auf der Infoseite www.computerbild.de/energie zusammengefasst.

Auf der CeBIT wird die Aktion am Stand des Umweltbundesamtes in Halle 8 vorgestellt.

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