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Hunderttausend Arbeitsplätze durch Sparpläne der Regierung gefährdet

24. Februar 2010

Noch ist nichts entschieden, ob die Fördermittel für energetische Gebäudesanierungen, wie bereits berichtet, gekürzt werden sollen.

Führende Verbände des Bau- und Ausbaugewerbes wiederholen ihre Kritik an der geplanten Kürzung der Fördermittel für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für 2010. Waren im letzten Jahr noch 2,2 Milliarden Euro für die klimagerechte Sanierung von Gebäuden zur Verfügung gestellt worden, sieht der aktuell diskutierte Haushaltsentwurf des Bundes eine drastische Kürzung um über eine Milliarde Euro auf nur noch 1,1 Milliarden Euro vor.

„Immer mehr Experten warnen vor dem Abbau von Arbeitsplätzen, der mit einer Kürzung einhergehen würde. In Regierungskreisen rechnet man nach Zeitungsberichten mit Auswirkungen auf den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Höhe von 100 000. Wir warnen die Regierung vor den verheerenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und das Klima“, sagt IG BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel im Vorfeld der Beratung des Haushaltsausschusses am kommenden Mittwoch (24. Februar).

Die bisherige Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist auch aus Sicht der IG Metall konjunkturell wie ökologisch eine Erfolgsgeschichte. „Die öffentliche Förderung hat dazu beigetragen, den immensen ökologischen Modernisierungsstau allmählich zu überwinden“, sagte Wolfgang Rhode, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.

Dennoch gelte: Noch immer hänge die Mehrzahl der Gebäude in Sachen Energieeffizienz weit zurück. Es gäbe noch viel zu tun, insbesondere auch für Heizungs- und Fensterbauer. „Bei der ökologischen Gebäudesanierung geht es jetzt um Weitsicht für Arbeit und Umwelt. Kurzsichtiges Sparen können wir uns nicht leisten!“ fordert Rhode von den Bundestagsabgeordneten.

„Im letzten Jahr ist deutlich geworden, welch wirksame Unterstützung die KfW-Programme zur energetischen Gebäudesanierung zur Umsetzung der
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Klimaschutzziele leisten. Mit nahezu 550.000 über die KfW geförderten Wohneinheiten in der Gebäudesanierung ist ein um 140 % höheres Ergebnis erzielt worden als 2008. Die von der Bundesregierung angestrebte Beschleunigung des Sanierungstempos zur Erreichung der Klimaschutzziele kann über die Sanierungsförderung erreicht werden“, sagt Dr. Hans Hartwig Löwenstein, Präsident des ZDB.

Wie wichtig eine solche Förderung für sanierungswillige Hausbesitzer ist betont auch der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks: „Kluges Sparen ist das Gebot der Stunde. Die Bundesregierung sollte bei konsumtiven Ausgaben sparen, nicht dagegen bei investiven Maßnahmen, die – wie die KfW-Förderung – in erheblichem Maße privates Kapital aktivieren und damit heimische Arbeitsplätze sichern,“ erklärt der Hauptgeschäftsführer des Dachdeckerverbandes, Ulrich Marx.

„Gerade im Maler-Lackiererhandwerk, mit einem Marktanteil von mehr als 70 % bei der Wärmedämmung von Gebäuden haben die KfW-Programme im letzten Jahr dazu beigetragen, dass die Beschäftigtenzahlen stabil geblieben sind“, stellt der Präsident des Hauptverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz Karl August Siepelmeyer fest. Einbrüche in weiteren Marktfeldern aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise hätten damit aufgefangen werden können.

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