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Bundesregierung darf Energieeffizienz von Gebäuden nicht länger blockieren

16. November 2009

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, die Energie- und Geldverschwendung bei Gebäuden zu stoppen und sich in Brüssel für eine Verbesserung der Energieeffizienz alter Gebäude einzusetzen. EU-Ministerrat, Parlament und Kommission beabsichtigen die EU-Gebäuderichtlinie morgen, am 17. November, unter Dach und Fach zu bringen.

Bisher lehnt die Bundesregierung zentrale Maßnahmen ab, die die Sanierung von ineffizienten Gebäuden voranbringen könnten. Sie will keine Ziele für den Ausbau von Niedrig- und Nullenergiehäusern im Gebäudebestand, keine finanziellen Anreize und auch keine verbindliche Vorreiterrolle für den öffentlichen Sektor.

„Die Bundesregierung hat eigentlich keinen Grund in der EU auf die Bremse zu treten, schließlich liegt Deutschland bei der Energieeffizienz von Gebäuden im europäischen Vergleich vorn“, betonte Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzrings.

Die deutsche Wirtschaft würde als Marktführer bei grünen Technologien von mehr Energieeffizienz in den Nachbarländern besonders profitieren. Außerdem könnten die Abhängigkeit von fossilen Energien reduziert und die Energiekosten für Verbraucher gesenkt werden.

Wenn die EU bei der Energieeffizienz von alten Gebäuden keine Fortschritte macht, wird sie ihre Klimaziele kaum schaffen. Denn Gebäude sind in Europa für mehr als ein Drittel des CO2-Ausstoßes verantwortlich. „Effizienz ist der günstigste Weg, die Klimaziele zu erreichen. Wer hier nicht handelt, kann nur den teuren Weg gehen wollen“, wunderte sich Hubert Weinzierl.

Die schwedische Ratspräsidentschaft beabsichtigt noch vor den Klimaverhandlungen in Kopenhagen einen Kompromiss zur EU-Richtlinie zu erzielen. EU-Abgeordnete bezweifeln allerdings, dass eine Einigung zum letzten Trilog am 17. November machbar ist.

Wo wird die Entwicklung der Gebäudeenergieeffizienz künftig hingehen? Ich glaube nicht, dass die Fortschreibung der  Energieeinsparverordnung so, wie geplant, weitergehen wird. Die Bundesregierung wird sich dem Druck der Wohnungswirtschaft beugen und die nächste geplante Verschärfung der Energieeinsparverordnung 2012 verschieben oder aussetzen. Was dann kommt ist ungewiss, vielleicht wird sie uns trösten mit einer Selbstverpflichtung der Wohnungswirtschaft? Das einzige was dann hilft, ist wirtschaftlicher Druck, wenn Wohnungen mit hohen Nebenkosten nicht mehr vermietet oder verkauft werden können. Oder gibt es Alternativen, um energieeffiziente Gebäude für die Wohnungswirtschaft interessanter zu machen?

Hintergrundinformationen des DNR zur EU-Gebäuderichtlinie und noch ein Papier des DNR (pdf).

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