Verlustarmer Netzanschluss mit Gleichstrom für Offshore-Windpark

Photovoltaikversicherung

Die Netzanbindung für den ersten kommerziellen deutschen Offshore-Windparks “BARD 1″ ist fertig. Mit einer Länge von 200 Kilometern ist “BorWin alpha” die weltweit längste Kabelstrecke, die bislang für den Netzanschluss eines Offshore-Windparks gebaut wurde. Nach alpha ventus ist dies der zweite Netzanschluss, den der Netzbetreiber transpower in diesem Jahr erstellt hat. Aufgrund der Entfernung kommt eine spezielle Hochspannungs-Gleichstromübertragung mit einer Übertragungsleistung von 400 Megawatt zum Einsatz. Nun wird der Testbetrieb schrittweise gestartet. Die endgültige Inbetriebnahme erfolgt, sobald auch der geplante Windpark, dessen Leistung BorWin alpha aufnehmen soll, realisiert ist.

26 Monate dauerten die Bauarbeiten. Dabei wurden 4.180 Meter Dünen und Deiche unterbohrt und auf über 1.330 Metern die Ems unterquert. BorWin1 für den geplanten Windpark „BARD Offshore 1“ ist weltweit der erste Netzanschluss für einen Offshore-Windpark in Gleichstromtechnik.

Hochspannungs-Gleichstromübertragung
Um die weit vor der Küste geplanten Windparks möglichst umweltschonend und effizient ans Netz anzuschließen, wurde ein Gleichstromübertragungssystem installiert. Der in den Windenergieanlagen produzierte Drehstrom wird in Gleichstrom umgewandelt und über eine Hochspannungs-Gleichstromübertragungsleitung durchs Meer und über Land zum nächstgelegenen Einspeisepunkt im Umspannwerk an Land transportiert. Hier wird der Gleichstrom wieder in Drehstrom gewandelt und dann ins Netz eingespeist. Eingesetzt wurde eine von ABB entwickelte Technologie mit selbstgeführten Umrichterstationen, die den speziellen Erfordernissen bei der Einbindung von Windparks entgegen kommt. Mit seiner Leistungselektronik ist das „HVDC-Light-System“ voll steuerbar, produziert Blindleistung nach Wunsch und kann zur Spannungs- und Frequenzstützung im Netz genutzt werden.

Energieleitungsausbaugesetz

Damit der Strom aus Windenergie-Anlagen optimal genutzt werden kann, ist neben der Netzanbindung auch der Ausbau des Übertragungsnetzes von zentraler Bedeutung. Der Windenergie-Strom muss vom Norden in die Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands gelangen. Daher hat das Bundeswirtschaftsministerium das “Energieleitungsausbaugesetz” (EnLAG) erarbeitet, das am 26.08.2009 in Kraft getreten ist. Es beschleunigt 24 Leitungsbauvorhaben im Höchstspannungs-Übertragungsnetz, die insbesondere zur Netzintegration der Windenergie dringend erforderlich sind.

Windenergie | , , , , | Schreib was dazu

Erst 15 Prozent aller Gebäude sind hydraulisch abgeglichen

Gluckern Ihre Heizkörper? Werden sie bei gleicher Thermostatstellung unterschiedlich warm? Dann kann ein hydraulischer Abgleich helfen. Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die richtige Menge warmes Wasser bekommt, der Energieverbrauch beim Heizen um 10 bis 15 Prozent sinkt und die Haushalte bei den Energiekosten sparen. Im Themenspezial „Es wird heiß“ auf www.energiesparclub.de finden Verbraucher die erste bundesweite Datenbank mit Handwerker-Experten für den hydraulischen Abgleich. Mit dem kostenlosen Energiesparkonto auf www.energiesparclub.de können Sparerfolge nach dem Abgleich zeitnah überprüft werden. Die Kampagne Energiesparclub der gemeinnützigen co2online GmbH wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative gefördert.

„Obwohl sich ein hydraulischer Abgleich bereits nach wenigen Jahren amortisiert, wird er immer noch zu selten vorgenommen. Verbraucher scheitern oft schon bei der Suche nach einem Handwerker und lassen sich von der Aussage ‚das lohnt nicht’ entmutigen“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Auf www.energiesparclub.de gibt es deshalb die erste Datenbank mit Handwerkern, die den hydraulischen Abgleich fachgerecht vornehmen können. Per Postleitzahlabfrage lässt sich so aus 500 Handwerkeradressen ein Fachmann aus der eigenen Region finden.

Geringinvestive Maßnahme mit starkem Klimaschutz-Effekt
Der hydraulische Abgleich kostet für ein Familienhaus etwa 500 Euro. Er sorgt für eine mittlere Ersparnis von 160 Euro jährlich und macht sich bereits nach fünf Jahren bezahlt. Eine Bank müsste 9,3 Prozent Zinsen zahlen, um dieselbe Rendite zu erzielen. Zusätzliche Unterstützung bietet die KfW-Bankengruppe. Übernimmt sie im Rahmen des Sonderförderprogramms 431 ein Viertel der Kosten, zahlt sich die Investition sogar früher aus.

Privathaushalte können durch den hydraulischen Abgleich nicht nur ihre Heizenergiekosten reduzieren, sondern auch einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz leisten: Würden alle Haushalte die Heizungsanlage abgleichen, ließen sich in Deutschland CO2-Emissionen von rund zehn Millionen Tonnen pro Jahr vermeiden. Das sind 4,3 Prozent der 230 Millionen Tonnen CO2, die Deutschland jährlich mindern muss, will es die selbst gesteckten Klimaschutzziele bis 2020 erfüllen.

Erst 15 Prozent der Gebäude mit hydraulischem Abgleich
Von einer flächendeckenden Verbreitung des hydraulischen Abgleichs ist Deutschland weit entfernt. Aktuell verfügen erst 15 Prozent der Gebäude über eine hydraulisch abgeglichene Heizung. Das zeigt eine Erhebung von co2online. In den alten Bundesländern besteht der größte Nachholbedarf: In Bremen und Niedersachsen verfügen zum Beispiel nur zwölf Prozent aller Gebäude über einen hydraulischen Abgleich. Etwas besser sieht es im Ostteil des Landes aus. Dort ist im Schnitt jede fünfte Heizungsanlage abgeglichen, in Sachsen sogar jede vierte.

Weitere Informationen zum hydraulischen Abgleich:

Heizung | , | 1 Kommentar

Am neuen Gütesiegel „Effizienzhaus“ erkennt man künftig energiesparende Häuser

Gruenspar.de

Energieeffiziente Wohnhäuser sollen zukünftig auf den ersten Blick erkennbar sein: an dem neuen Gütesiegel „Effizienzhaus“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Das Gütesiegel „Effizienzhaus“ garantiert einen sehr niedrigen Energiebedarf. Miet- und Kaufinteressenten sowie Bauherren erhalten damit ein verlässliches Auswahlinstrument, ohne sich mit technischen Details der Bauausführung beschäftigen zu müssen. Eigentümer, Bauträger und Wohnungsunternehmen wiederum können ihre Gebäude als „Effizienzhäuser“ öffentlichkeitswirksam hervorheben, unter anderem mit einem gut sichtbaren Hausschild. Private Hausbesitzer zeichnen sich damit als Vorreiter für Energieeffizienz aus, während gewerbliche Eigentümer Maßstäbe im Wettbewerb setzen und sich am Markt als Ansprechpartner für „Effizienzhäuser“ positionieren.

Die Anforderungen der dena an die Energieeffizienz der Gebäude entsprechen den gleichnamigen Standards der KfW, die in ihrem Programm „Energieeffizient bauen und sanieren“ jeweils die passende Förderung anbietet. Allerdings wird das dena-Gebäudelabel nur für die besonders guten Standards vergeben: „Effizienzhaus“ 70 und 55 bei Neubauten und „Effizienzhaus“ 100, 85, 70 und 55 bei sanierten Altbauten. Die Zahlen beziehen sich als Prozentangaben auf die in der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschriebenen Werte für Neubauten. Je niedriger die Zahl, desto höher die Energieeffizienz. Ein neu gebautes oder saniertes „Effizienzhaus 55“ benötigt beispielsweise nur 55 Prozent der Energie, die der Gesetzgeber als Maximum für Neubauten vorschreibt.

Der Weg zum „Effizienzhaus“-Label

Wer das „Effizienzhaus“-Label der dena nutzen will, muss die energetische Qualität seines Gebäudes anhand eines Energieausweises mit dena-Gütesiegel nachweisen. Die dena prüft die Unterlagen und legt den Label-Standard zwischen 55 und 100 fest. Stichproben stellen zusätzlich sicher, dass die von der dena geprüften Effizienzhäuser halten, was sie versprechen. Nach der Prüfung erhält der Gebäudeeigentümer ein Zertifikat und eine hochwertige  Plakette, die am Gebäude angebracht werden kann. Eine Identifikationsnummer garantiert die Echtheit des Labels.

Fertighausanbieter oder Bauträger können auch vor der Baufertigstellung damit werben, dass ihre Häuser mit dem dena-Gütesiegel „Effizienzhaus“ erhältlich sind. Sie verpflichten sich in diesem Fall, dem Kunden bei der Wahl dieses Angebots vertraglich zuzusichern, dass der energetische Standard eingehalten und der von der dena vorgegebene Prüfprozess durchgeführt wird.

Bauen | , , , | 4 Kommentare

Kurzinfos vom 26.11.09

Der letzte Beitrag mit Kurzlinks war schon lange her, dabei gibt es so viele Links, auf die es sich lohnt zu verweisen:

  • Kindertagesstätte in Passivhaus-Bauweise (energieundbau.de)
    2007 beschloss die Stadt Heidenau den Neubau einer Kindertagesstätte für 72 Kinder im Passivhausstandart am nördlichen Rand eines Parks. Der auf dem Baugrundstück befindliche Stadtparkhügel wurde für den Neubau nicht wie üblich abgetragen. Vielmehr entstand durch das “Einfügen” der organischen Architektur ein neuer, spannender Teil Landschaft, der ein Paradies für Kinder bietet.
  • Der schnelle Einstieg ins Thema Photovoltaik (photovoltaikbuero.de)
    Sie interessieren sich für das Thema Photovoltaik und sind noch vollkommen ahnungslos ? Sie haben bereits nach dem Begriff gegoogelt und fühlen sich schier erschlagen von den über 700.000 Einträgen zu diesem Thema ?  Dann finden Sie in diesem Beitrag einen schnellen Einstieg wo man im Internet welche Information findet.
  • Erklär mal: Brennwert (SHK-Monteurblog)
    Was ist eigentlich das besondere an Brennwert-Nutzung und wie funktioniert sie?
  • Arbeitshilfe mit Lesefassung der EnEV 2009 (Haustechnikdialog)
    Der Verband Beratender Ingenieure VBI gibt in seiner Schriftenreihe den Band 7 „Die Energieeinsparverordnung 2009“ heraus
  • Britische  Energy Revolution startet im Wembley-Stadion (cleanthinking.de)
    Der Cleanthinking-Blog berichtet von einer interessanten Konferenz aus London, die sich um eine dezentrale und effiziente Stromerzeugung dreht. Hoffentlich bekommen wir noch mehr davon zu lesen.
  • Speichertechnik schreitet voran (Agentur für erneuerbare Energien)
    In den letzten beiden Tagen haben Fachleute aus 22 Ländern  über Speicherung von Energie aus regenerativen Quellen beraten. Auch hier würde ich gerne über Ergebnisse und weitergehende Informationen berichten.
  • Energiemanagement für moderne Stromnetze (BINE)
    Dezentrale Erzeugungsanlagen gewinnen an Bedeutung. Damit steigt die Komplexität moderner Stromnetze. Das Fraunhofer ISE in Freiburg koordiniert ein Projekt, in dem ein innovatives Energiemanagement- und Kommunikationssystem dezentrale Erzeuger und Lasten aus dem gewerblichen und privaten Bereich intelligent vernetzt. Der Anteil Erneuerbarer Energien im Netz kann so erhöht werden. Dadurch können Stromkosten verringert und Spitzenlasten gesenkt werden.
Kurzinfos | , | 1 Kommentar

Umbau des Energiesystems darf nicht gestoppt werden

Die Aussagen des neuen Bundesumweltministers Norbert Röttgen zur fehlenden Akzeptanz der Atomkraft und die Schlußfolgerung, dass es beim Ausstieg bleiben soll sind hinreichend geschildert und diskutiert worden. Interessant wäre vielleicht noch zu erfahren, was seine, der Atomindustrie nahestehende, Staatssekretärin Katharina Reiche dazu sagt.

Die Aussage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) warnt hingegen vor einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken, sie gefährde den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung sowie der erneuerbaren Energien:

Auf dem 10. ICG-Stadtwerkekongress in Dresden machte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Hans-Joachim Reck, deutlich, „dass es zu keinen Verzögerungen beim Umbau der deutschen Energieversorgung hin zu mehr dezentraler Stromerzeugung und zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung sowie der erneuerbaren Energien kommen darf.”. Mit Sorge betrachtet Reck die aktuelle Entwicklung und erste Hinweise, dass eine Laufzeitenverlängerung negative Auswirkungen auf den Ausbau erneuerbarer Energien und weiterer hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen haben könnte.

Hans-Joachim Reck appelliert daher in Dresden an die Bundesregierung, diese Bedenken in der Energiepolitik der Koalition zu berücksichtigen. “Zusätzliche Gewinne aus Laufzeitverlängerungen müssen abgeschöpft werden und den Stadtwerken einen Ausbau einer dezentralen und zukunftsfähigen Energieversorgung ermöglichen. Auch eine Zementierung des Oligopols im Erzeugungsmarkt darf es nicht geben.”

Mit ihren KWK-Anlagen, dem Ausbau erneuerbarer Energien, aber auch im Bereich der Energieeffizienz und intelligenter Technologien bilden Stadtwerke ein dynamisches, lokales Marktgegengewicht zum Oligopol der privaten Konzerne. Zugleich könnten sie einen beachtlichen Beitrag zu den politischen Klimaschutzzielen leisten. “Man muss den Stadtwerken hierzu aber auch die Möglichkeiten geben und die Rahmenbedingungen von Seiten der Politik verlässlich gestalten. Es kann nicht sein, dass sich stetig die Szenarien ändern und dadurch auch bereits gefällte oder noch in Planung befindliche Investitionsentscheidungen überprüft werden müssen oder sogar hinfällig werden”, so Reck. Die Stadtwerke bieten der Bundesregierung einen konstruktiven Dialog bei der Erarbeitung eines Energiekonzeptes 2010 an.

Update:

siehe auch Artikel von CO2-Handel.de

atomkraft, erneuerbare energien | , , , | Schreib was dazu

Unternehmen arbeiten gemeinsam für Energieeffizienz

Ich hoffe, dass wir noch mehr von solchen Initiativen lesen werden und vielleicht auch von positiven Beispielen zur Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen:

Gemeinsam geht vieles leichter als alleine – das soll in Zukunft auch für Allgäuer Unternehmen gelten. Durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch innerhalb eines Netzwerks sollen sie sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Fachlich begleitet und moderiert wird das Netzwerk von eza!, dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu. Das Projekt startet mit einer Infoveranstaltung am kommenden Montag, den 30. November im eza!-haus in Kempten.

Bis zu 15 Betriebe werden sich künftig regelmäßig austauschen: Geteiltes Wissen zur Energieeffizienz soll dadurch für sie ein wichtiger Schlüssel zu einem wirtschaftlicheren Betrieb werden. Damit hat eza! eine Plattform geschaffen, auf der Allgäuer Betriebe den Krisenzeiten auf ihre Art begegnen können: Energieeinsparung bei gleicher Leistung – das ist der Grundgedanke, der hinter der Initiative steckt. „Bis zu 20% Energieeinsparung sollten mit wirtschaftlichen Maßnahmen möglich sein“, betont eza!-Geschäftsführer Martin Sambale. Das Erfolgsrezept besteht darin, Energie effizienter auszunutzen und Lecks zu identifizieren, an denen Energie ungenutzt verloren geht. Profitieren sollen die Beteiligten, indem sie sich innerhalb des Netzwerks gegenseitig durch neue Ideen für Ansätze unterstützen. Vierteljährlich soll es dazu Netzwerktreffen zum Erfahrungsaustausch geben. Dabei steht eza! den Unternehmen als Moderator und mit dafür ausgebildeten Ingenieuren fachlich zur Seite.

„Ich bin mir sicher, dass unsere Erfahrung und ein Management- und Betreuungssystem, das bereits in anderen Regionen Deutschlands seit vielen Jahren funktioniert, jetzt auch hier im Allgäu zum Erfolg führen wird“, sagt eza!-Bereichsleiter Felix Geyer. Das Bundesumweltministerium unterstützt eza! beim Aufbau des Allgäuer Netzwerks als eines von 30 Pilotnetzen in Deutschland. Teilnehmen können an dem Zusammenschluss Betriebe aller Branchen, deren Jahresenergiekosten zwischen mindestens 150 000 und höchstens 50 Millionen Euro liegen.

Weitere Informationen zum Energie-Effizienz-Netzwerk bietet eza! unter www.eza.eu oder telefonisch unter 0831 9602860.

Energieeffizienz | , , | 1 Kommentar

und es wird sich wieder nichts ändern

Gestern haben renommierte Klimaforscher in Potsdam ein neues Klimagutachten veröffentlicht, das vor einer schnelleren Erderwärmung warnt. Zahlreiche Medien berichten heute davon, wie z.B. Spiegel Online von diesem Gutachten. Es wird von einer möglichen Erwärmung um 7°C bis zum Jahr 2100 gewarnt. Weiterhin heißt es in dem Bericht, der als Copenhagen Diagnosis veröffentlicht wird:

Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bislang angenommen. Das geht aus einem neuen globalen Synthesebericht hervor, den einige der führenden Klimawissenschaftler der Welt verfasst haben.

In dem „Copenhagen Diagnosis” genannten Bericht kommen 26 Wissenschaftler, die meisten davon Autoren früherer Berichte des Weltklimarates IPCC, zu dem Schluss, dass einige Aspekte des Klimawandels früher und stärker eintreten als noch vor wenigen Jahren vermutet.

Der globale Temperaturanstieg folgt weiterhin den früheren Projektionen des IPCC aufgrund der wachsenden Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre. Ohne deutliche Verminderung der Emissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen, berichten die Autoren.

Mehr direkt bei Copenhagen Diagnosis oder der deutschen Pressemitteilung (pdf).

Aber wird das etwas in der Politik ändern. Auch wenn die Folgen verheerend sein werden, die Politik wird auch vor dem Klimagipfel in Kopenhagen kaum etwas ändern oder zu wenig. Es muss aber schneller reagiert werden, um den steilen Anstieg der Erderwärmung zu verhindern. Das bischen Klimaschutz, wie im Solarenergie-Blog aus Österreich geschrieben wird, reicht nicht. Eine ausführliche Analyse des Berichtes bietet ein anderer Blog aus Österreich von Georg Günsberg.

Die Erwartungen an den Gipfel in Kopenhagen sind schon runter geschraubt worden, um den Mißerfolg leichter schönreden zu können. Da wird sich auch mit diesem Bericht nichts ändern, denn die Politik benötigt keine Forschungsergebnisse. Die sind viel zu langfristig, es geht nur um kurzfristigen Wohlstand von wenigen großen Unternehmen, der auf Kosten der Allgemeinheit geht. Erst wenn man mit Klimaschutzpolitik reich werden kann, wird die Politik vielleicht nachziehen.

Klima | , , , | 3 Kommentare

Kommunen beim Energiesparen und Einsatz von erneuerbaren Energien unterstützen

Deutschlands Kommunen wollen weitreichende Klimaschutzanforderungen erfüllen. Energieeffizienzmaßnahmen sind hierbei von zentraler Bedeutung. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) unterstützt Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland deshalb ab sofort mit dem Internetportal www.energieeffiziente-kommune.de . Interessierte finden dort umfangreiche Informationen zu allen kommunalen Handlungsfeldern: Gebäude, Verkehr, Stromnutzung, Energiesysteme, Beschaffung und Bürgerinformation.

“Kommunale Verwaltungen haben beim Klimaschutz eine wichtige Vorbildfunktion”, betonte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. “Das neue Internetangebot hilft Städten und Gemeinden aus ganz Deutschland dabei, Energieeffizienzprojekte zu initiieren und umzusetzen.”

Das Internetportal weist Schritt für Schritt den Weg von der Analyse bis zur konkreten Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen: von der Sanierung einer Schule oder dem Einsatz von Contracting über die Beschaffung energieeffizienter Geräte bis hin zur Information und Motivation der Bürger zu energieeffizientem Verhalten. Darüber hinaus bietet die Website auch einen Überblick über Förderprogramme und stellt Praxisbeispiele vor. Das Portal richtet sich an alle kommunalen Mitarbeiter und liefert für jeden Kenntnisstand die entsprechenden Auskünfte.

Neben den umfangreichen Informationen sind auch positive Beispiele wichtig, diese zeigen, was alles möglich ist. Das neue dena-Portal für Kommunen bietet in allen Themenbereichen positive Beispiele. Viele weitere Beispiele habe ich hier schon in der Kategorie “Best-Practrice” vorgestellt.

Best-Practice | , , | 1 Kommentar

Biogas-BHKW für Schulzentrum und Erneuerung der Heizungsregelung mit Contracting finanziert

Die Stadt Mühlacker wird von einem Contracting-Unternehmen in 13 städtischen Gebäuden 40 Energiesparmaßnahmen durchführen lassen. Zu den Maßnahmen gehören der Bau eines Biomethan-Blockheizkraftwerks mit Nahwärmenetz für das Lindachschulzentrum sowie die Erneuerung der Heizungsregelung und Beleuchtungssanierungen in weiteren Gebäuden.

Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) lieferte das Konzept für das Projekt und unterstützte die Stadt Mühlacker bei dem Vergabeverfahren. Der Handlungsbedarf wurde im Rahmen des kommunalen Energie-Managements deutlich, das die KEA von 2004 bis 2007 im Auftrag der Stadtverwaltung durchgeführt hat. Die Modernisierung der Anlagen erfolgt über ein Energieeinspar-Contracting: Die Firma YIT Germany GmbH übernimmt als Contractor die Finanzierung und den Einbau der neuen Technik. Mit den eingesparten Energiekosten refinanziert der Contractor seine Investitionen. Die Stadt Mühlacker erneuert so den Gebäudebestand und zahlt lediglich einen Baukostenzuschuss von 175.000 Euro. weiterlesen »

Best-Practice, Bioenergie, Contracting, Kraft-Wärme-Kopplung | , , , | Schreib was dazu

Hand in Hand für autarke Energieversorgung im Main-Kinzig-Kreis

Die südhessische Stadt Wächtersbach ist für ihr Engagement in Richtung einer regenerativen Strom- und Wärmeversorgung als „Energie-Kommune“ des Monats November 2009 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Die 12.500 Einwohner zählende Stadt im Main-Kinzig-Kreis hat mit der Einweihung einer Holzhackschnitzelanlage mit Fernwärmenetz im Oktober 2009 ein vielversprechendes Bioenergieprojekt gestartet. Bereits in einigen Jahren rechnet der Betreiber damit, bis zu drei Viertel des städtischen Wärme- und den gesamten Strombedarf durch Erneuerbare Energien decken zu können.

Das Holzhackschnitzelkraftwerk versorgt über ein Fernwärmenetz bereits 300 Haushalte, zahlreiche Unternehmen und kommunale Einrichtungen mit Wärme. Bemerkenswert ist dabei die Kooperation von Privatwirtschaft, Kommune und Landkreis. „Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wächtersbach hat einen schnellen und erfolgreichen Start des städtischen Fernwärmenetzes erst möglich gemacht“, sagt Jörg Lotz, Geschäftsführer der Bioenergie Wächtersbach GmbH. Die Gesellschaft wird unterhalten von einem privatwirtschaftlichen Ingenieurbüro, der Stadt Wächtersbach und der örtlichen Wohnungsbaugenossenschaft.

Die Voraussetzungen für das ambitionierte Projekt sind angesichts der großen Waldbestände des Main-Kinzig-Kreises hervorragend. Bis zu 30 Millionen Liter Heizöl könnten dank regenerativer Energiequellen ersetzt werden. Sie garantieren außerdem eine hohe Preisstabilität und Versorgungssicherheit, die bereits heute viele Wächtersbacher überzeugt. Abgesehen vom 10-Megawatt-Heizkraftwerk wird aktuell eine solarthermische Anlage auf dem Dach der örtlichen Schule errichtet.

„Wächtersbach zeigt ein außerordentliches Engagement, die langfristige Umstellung auf Erneuerbare Energien voranzutreiben“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Auszeichnung zur „Kommune des Monats“. „Damit erregt die Stadt das Interesse zahlreicher Nachbarkommunen und dient dem gesamten Landkreis sowohl im Prozess als auch in der Zielsetzung als Vorbild.“

Best-Practice, Bioenergie | , , | 1 Kommentar