Wie Kommunen mit guter Energiepolitik Geld sparen

Auf steigende Energiekosten gibt es eine Antwort: Energie effizient einsetzen, Energie sparen und Erneuerbare Energien nutzen. Das Bundesumweltministerium hat mit Unterstützung der Agentur für Erneuerbare Energien die Informationsbroschüre „Nachhaltige Wärmekonzepte” für Kommunen erstellt. Diese kann kostenlos unter www.erneuerbare-energien.de angefordert werden.

In der Broschüre werden nachhaltige Wärmekonzepte in unterschiedlichen Städten und Gemeinden aus ganz Deutschland beschrieben. Sie sollen andere Kommunen zum Nachahmen anregen. Eines haben alle Beispiele in der Broschüre gemeinsam: Die Wärmekosten konnten für die Kommunen deutlich gesenkt werden. „Für die fossile Wärmeerzeugung werden jährlich Milliarden von Euros verheizt. Die Umstellung auf Erneuerbare Wärme senkt die Energiekosten deutlich und schafft eine verlässliche Kostenkontrolle”, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Vorstellung der Broschüre „Nachhaltige Wärmekonzepte”.

Neben vielen längerfristigen Fördermöglichkeiten unterstützt der Bund mit bis zu zehn Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket II zusätzliche Investitionen der Kommunen und der Länder in die energetische Sanierung von kommunalen Gebäuden. Der Zeitpunkt für eine Investition in nachhaltige Wärmekonzepte könnte also für Kommunen nicht besser sein.

Ausführliche Beschreibungen der Beispielkommunen Karlsbad, Neustrelitz, Gera, Gehrden-Lenthe, Steinfurt, Siegen und noch weiterer Kommunen erhalten Sie hier.

Positive Beispiele sind die beste Werbung, denn sie zeigen was alles möglich ist.

Best-Practice, Energieeffizienz , , , 1 Kommentar

Masterstudiengang für Ingenieure eröffnet weltweite Karrierechancen in der Solarindustrie

Im Oktober 2009 startet der 2. Jahrgang des internationalen Masterstudiengangs Global Production Engineering for Solar Technology (GPE Solar). Der englischsprachige Master der Technischen Universität Berlin mit der Fachrichtung Solartechnologie kombiniert ingenieurs- und produktspezifische Kenntnisse zu Solarthermie und Photovoltaik mit Know-how in Business Development und Management: „Das ist ein einzigartiges Programm, welches die technische Seite mit Kenntnissen im Management verbindet”, stellt GPE Solar-Student Mario Aleman aus Nicaragua heraus.

Den Praxisbezug des Studiums stellt eine Kooperation der TU Berlin mit der Renewables Academy AG (RENAC) aus Berlin sicher. Im RENAC-Trainingscenter können die Studenten „hands on” Planung, Installation, Betrieb und Monitoring von Photovoltaik- und Solarthermiesystemen erproben. Hier stehen Komponenten und Trainingseinheiten professioneller Lehrgangsausstatter und führender Solartechnik-Hersteller bereit. Laborgeräte für Elektrotechnik und Simulationssoftware ergänzen das Angebot für praktische Versuche. Ein leistungsstarker Verbund aus Solartechnikherstellern, Planern und Systemanbietern mit Lehre und Forschung ermöglicht praxisbezogenen Wissenserwerb mit Berücksichtigung neuester Entwicklungen in der Solartechnologie auf dem deutschen Markt, für viele GPE Solar-Studenten der Hauptgrund, an der TU Berlin diesen Master zu erwerben. “In Italien gibt es kein Master-Programm wie GPE Solar. Außerdem wollte ich Solartechnologie in Englisch studieren, um später weltweit arbeiten zu können. Die Kooperation mit der RENAC ist aufgrund ihrer Verbindungen zur Industrie ein weiteres Plus”, begründet Angelo Coscia aus Italien seine Entscheidung für das Programm.

Nach zwei Jahren schließen die Absolventen mit dem Titel Master of Science ab. Die Studienabgänger können mit diesem Abschluss vielfältige Berufschancen nutzen, die sich auf dem prosperierenden Solarmarkt bieten. So planen die Studenten aus dem ersten Jahrgang des GPE Solar-Programms Karrieren als Berater, Projektmanager, Projektingenieure, Fabrikplaner oder aber auch im Bereich des Energie-Contracting. Die Studenten sind hoch motiviert: „ Die Solartechnologie entwickelt sich sehr schnell und wird mehr und mehr zu einer vollständig kommerzialisierten Technik. Die Expertise, die mir im GPE Solar-Studium vermittelt wird, ist ein Schlüssel für mich, um später selbst Innovationen zu entwickeln, mit denen Solarenergie effizienter und günstiger gemacht werden kann.”, sagt Alberto Gallego.

Andere Studenten planen, später selbst ein Unternehmen zu gründen. So hatte Mario Aleman bereits während seines Bachelor-Studiums in Elektrotechnik in Nicaragua eine Non-Profit Organisation gegründet, die ländliche Regionen in Nicaragua mit Solarlaternen versorgt. Inspiriert hiervon sagt er zu seinen Plänen nach Abschluss des Masters: „Ich möchte weltweit Möglichkeiten identifizieren, ein Solartechnologieunternehmen gründen und die Ablösung der konventionellen Energieproduktion durch Solarenergie weiter voran treiben und so meinen Beitrag für nachhaltige Entwicklung zu leisten.”

Bildung, Solarenergie , , , , 2 Kommentare

Energieverbrauch und -kosten fürs Kühlen und Gefrieren um bis zu 70 Prozent senken

Gruenspar.de

Eis und gekühlte Getränke gehören zum Sommer dazu. Ist der Kühlschrank älter als zehn Jahre, kann das unnötig teuer werden. Denn seit 1998 ist der Stromverbrauch von neuen Kühl- und Gefriergeräten um bis zu 70 Prozent gesunken. Das heißt, moderne energieeffiziente Geräte halten Speisen und Getränke für einen Bruchteil der Kosten kühl und frisch. „Wer zum Beispiel seine alte Kühl- und Gefrierkombination durch ein neues energieeffizientes Model ersetzt, spart mehr als 50 Euro* im Jahr. Stimmen auch Temperatur und Aufstellungsort, lassen sich Stromverbrauch und -kosten zusätzlich senken”, erklärt Steffen Joest, Bereichsleiter bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Um beim Sparen zu helfen, veröffentlicht die Initiative EnergieEffizienz Übersichten mit besonders energieeffizienten Produkten.

Am deutlichsten lassen sich Stromverbrauch und -kosten mit neuen stromsparenden Kühl- und Gefriergeräten reduzieren. Beim Kauf sollten Verbraucher genau vergleichen, denn nicht jedes Neugerät ist energieeffizient. Auch bei modernen Kühl- und Gefriergeräten kann der Energieverbrauch um mehr als 50 Prozent auseinanderliegen. Geräte der Energieeffizienzklasse A++ sparen auf Dauer Strom und Geld. Sie verbrauchen nur etwa halb so viel Strom, wie vergleichbare Modelle, die die Kriterien für die Energieeffizienzklasse A nur gerade eben erfüllen. Wer sicher gehen will, dass der neue Kühlschrank möglichst viel spart, kann sich im Internet nach den eigenen Anforderungen zu Ausstattung und Größe kostenlos eine individuelle TopGeräte-Liste mit energieeffizienten Produkten erstellen lassen.

Durch einfache Nutzertipps lässt sich der Stromverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten zusätzlich senken. Stehen die Geräte an einer möglichst kühlen Stelle, geschützt vor Sonnenschein und mit Abstand zu Backofen oder Heizungsrohren, reduziert auch das die Kosten. Auch über die Innentemperatur lässt sich der Energieverbrauch beeinflussen. Moderne Kühl- und Gefriergeräte zeigen die Temperatur digital an. Bei Kühlschränken sollte sie bei 7 und bei Gefriergeräten -18 Grad Celsius liegen – sind die Geräte kälter eingestellt, steigt der Energieverbrauch.

Weitere Tipps rund ums richtige Kühlen und Gefrieren gibt es unter www.stromeffizienz.de oder bei der kostenlosen Energie-Hotline: 08000 736 734.

*Annahme: Strompreis von 20 Cent/kWh.

Strom 1 Kommentar

Stromfressende Kühl- und Gefriergeräte sowie Waschmaschinen sollen vom Markt verschwinden

Das EU-Parlament entscheidet voraussichtlich am morgigen Mittwoch über verschärfte Anforderungen an die Energieeffizienz von Kühl- und Gefriergeräten und Waschmaschinen. Folgt das Parlament den Beschlussvorschlägen der EU-Mitgliedstaaten von Ende März, wären in allen EU-Mitgliedstaaten Waschmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräte mit einer Energieeffizienzklasse schlechter als A ab Juli 2010 von der Vermarktung ausgeschlossen. Eine zweite Stufe verbietet ab 1. Juli 2012 Kühl- und Gefriergeräte, die der Effizienz der bisherigen Klasse A entsprechen. Waschmaschinen mit der bisherigen Energieeffizienzklasse A dürften in der zweiten Stufe ab 1. Juli 2013 zu einem erheblichen Teil nicht mehr in den Handel kommen. „Ich begrüße die Entwürfe sehr. Bis zum Jahr 2020 lassen sich mit deren Umsetzung und neuen Kennzeichen zum Energieverbrauch 7,5 Milliarden Kilowattstunden Energie gegenüber dem erwarteten Verbrauch einsparen. Das entspricht knapp zwei Kraftwerken mit einer Leistung von 800 Megawatt. Damit würden wir 3,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid in der EU sparen”, sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA).

Neben den Anforderungen an die Energieeffizienz liegen dem EU-Parlament weitere Entwürfe zur Aktualisierung der Kennzeichen zum Energieverbrauch vor, über die Anfang Mai beraten wird. Demnach sollen bei diesen Haushaltsgeräten die bisherigen Klassen A bis G bestehen bleiben und die Effizienzklasse A nach oben erweitert werden: unterschiedlich nach Produktgruppe zum Beispiel mit A minus 10, 20, 40, 60 oder 80 Prozent (A-x%).

Ob ein Energieetikett, bei dem die meisten aufgeführten Klassen gar nicht mehr im Verkauf sind, Verbraucherinnen und Verbraucher nach wie vor gut informiert und zur Entscheidung für besonders effiziente Geräte bewegen wird, ist fraglich. Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist eine regelmäßige Neuordnung der Klassen sinnvoller, als neue Klassen hinzuzufügen. „Falls das EU-Parlament den Vorschlag zur Kennzeichnung ablehnt, wäre das die richtige Schlussfolgerung”, so Holzmann.

Im Hintergrundpapier „Neue Ökodesign-Anforderungen und Energieverbrauchskennzeichnung für Kühl- und Gefriergeräte sowie Waschmaschinen” finden Sie weiterführende Informationen.

Strom , , Schreib was dazu

Solarstrom wird ab 2012 günstiger als Strom aus der Steckdose

In einigen Beiträgen hatte ich bereits von der sogenannten Grid-Parity oder Netzparität geschrieben. Diese Parität wird, laut Wikipedia, erreicht, “wenn elektrische Energie aus einer Photovoltaikanlage zum gleichen Preis wie der Endverbraucherpreis aus anderen Energiequellen angeboten werden kann. Liegen die Energiekosten einer Photovoltaikanlage unter den Kosten anderer Energiequellen kann es für den einzelnen Anlagenbetreiber sinnvoller sein, seinen Solarstrom selber zu verbrauchen, statt ihn in das öffentliche Netz einzuspeisen. Nicht zu verwechseln ist „Grid Parity“ mit einer Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom.”

Üblicherweise wird der örtliche Strompreis als Grenze für die Netzparität angesetzt.

Die taz berichtet heute von einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu den Kosten der Photovoltaik. Darin heißt es, dass ab dem Jahr 2012 Solarstrom vom Dach billiger sein kann, als Strom aus der Steckdose. Und 2020 wird es auch billiger sein, CO2 durch Solarstrom zu vermeiden, als in Kohlekraftwerken abzutrennen und unterirdisch zu speichern (Stichwort CCS).

Der Hintergrund ist die stürmische Entwicklung, denn es wird mit einer Neuinstallation in Deutschland von 2.200 Megawatt gerechnet, nach rund 1.500 Megawatt im vergangenen Jahr. Die Preise für Module werde in diesem Jahr um 24 Prozent niedriger liegen als 2008.

Damit wird auch aufgezeigt, dass die Bundesregierung auf dem Holzweg ist mit der Unterstützung für die Abtrennung und unterirdische Einlagerung von CO2. Denn die Technik sei, so die Studie,

“selbst in Mitteleuropa aus betriebs- und volkswirtschaftlichen Gründen nicht angebracht”. Und dann werden die Banker sogar politisch: “Hier sollte sich die Politik die Frage gefallen lassen, welche Technologie in Zukunft durch Steuergelder gefördert werden soll: die ,Säuberung’ konventioneller, fossiler Kraftwerke mit Auslaufdatum durch die CCS oder die doch wohl nachhaltigere Versorgung der Industriegesellschaft mit Solarstrom.”

Der Solarflüsterer Erhard Renz sieht dieses im Ralos-Blog Signal als Zeichen für die Notwendigkeit der Ablösung von konventionellen Kraftwerken durch erneuerbare Energien.

Solarenergie , , , 3 Kommentare

Forscher zeigen neueste Techniken zum energieeffizienten und solaren Bauen in aktuellem Tagungsband

Welche Techniken gibt es, um Gebäude energetisch zu optimieren und mit erneuerbaren Energien zu versorgen? Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien hat soeben einen Tagungsband veröffentlicht mit den neusten wissenschaftlichen Ergebnissen zu energieeffizientem und solarem Bauen. Das Heft kann kostenlos bestellt werden und steht im Internet als Download zur Verfügung.

In Deutschland ist im Gebäudebereich ein riesiges Einsparpotenzial für Energie und CO2 vorhanden, das in zwei Stufen erschlossen werden kann. Zunächst müssen die Gebäude energetisch optimiert werden mit Hilfe von neuen Verfahren für Wärmedämmung und Verglasungstechniken für Tageslicht und Wärmeschutz. Mit den heute verfügbaren Techniken können bis zu 85 % des Energieverbrauchs eingespart werden. Da jedes Jahr nur wenige Prozent Neubauten dazu kommen, ist es besonders wichtig, Techniken zu entwickeln und anzuwenden, mit denen bestehende Altbauten energetisch saniert werden können.

Der dann noch verbleibende Bedarf an Strom und Wärme kann und soll zunehmend mit erneuerbaren Energien gedeckt werden: Gebäudeintegrierte Photovoltaik, Biomasse und Geothermie, solares Heizen und Kühlen stellen die Versorgung sicher. Auch die nötigen Hintergrundtechniken wie Energiespeicher und dezentrales Energiemanagement werden vorgestellt.

Raumwärme, Warmwasserbereitung, Kühlung der Gebäude im Sommer, Kunstlicht und Lüftung benötigen fast 40% des Endenergieverbrauchs. Das damit verbundene energetische Einsparpotenzial stand im Fokus der letzten Jahrestagung des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien.

Auf der Tagung diskutierten Wissenschaftler, Architekten, Vertreter der Wohnungswirtschaft und Politiker warum die Umsetzung der neuen technischen Möglichkeiten noch nicht so zügig wie gewünscht vorangeht und wie die Akzeptanz für die Techniken des solaren und energieeffizienten Bauens erhöht werden kann.

Auch die Podiumsdiskussionen sind dokumentiert. Hier wurde die Vision von Plusenergiestädten diskutiert, in denen die Gebäude mehr Energie erzeugen als sie selbst brauchen. Sie können damit Elektroautos aufladen oder die Industrie versorgen. Schon heute werden Plusenergiehäuser in Städten und Gemeinden realisiert.

Der Tagungsband (Download hier) enthält viele erklärende Grafiken und Fotos. In allgemeinverständlicher Sprache wendet er sich an alle Interessierten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und kann auch gut als Unterrichtsmaterial verwendet werden.

Bauen, erneuerbare energien , , 1 Kommentar

Brennstoffzellensystem suchen noch den Markteinstieg

„Die Brennstoffzellentechnologie ist heute da, wo Photovoltaik vor 20 Jahren stand”, sagt Birgit Scheppat, Vorstandsvorsitzende der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen und Professorin an der Fachhochschule in Wiesbaden. „Damals gingen wir mit den PV-Modulen in die großen Stückzahlen – erst 1000 dann 100.000 Dächer lautete das Motto.” Für Brennstoffzellensysteme vermisst sie – noch – diesen großen Wurf. „Die Leuchtturmprojekte sind gut, zum Beispiel Callux mit rund 800 Brennstoffzellen-Heizgeräten – aber sie sind mir nicht mutig genug”, meint Scheppat. Die streitbare Professorin wird während des Brennstoffzellen-Fachforums „f-cell” 2009 am 28. und 29. September in Stuttgart vortragen und dabei ein weiteres Thema ansprechen, das ihr am Herzen liegt. „Wir müssen raus aus dieser Bastelphase, in der jeder Hersteller von Brennstoffzellen-Stacks sein eigenes Süppchen kocht und den Systemhersteller mit Gas- und Elektroanschlüssen nach eigenem Gutdünken konfrontiert”, fordert Scheppat. „Die Produzenten müssen ihr Wettbewerbsdenken hinter sich lassen und sich an einen Tisch setzen. Wir brauchen dringend einheitliche Standards, denn wir könnten die Technik heute in vielen Einsatzfelder schon dem Endverbraucher verkaufen.”

Produzenten suchen Anwender
Den Veranstaltern der „f-cell”, der Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), ist diese Anwendungsnähe der Veranstaltung, die mit Kongress und Messe die ganze Bandbreite der Brennstoffzellen-Technik im stationären, mobilen und portablen Bereich abdeckt, wichtig. „Wir brauchen Impulse, die Wege in den Markt aufzeigen und helfen, Hindernisse zu beseitigen”, sagte Agentur-Geschäftsführer Peter Sauber. Eines der „f-cell”-Themenforen beschäftige sich daher ganz konkret mit Märkten und Marktchancen. WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg erläutert: „Die Technik ist reif. Viele Unternehmen wissen aber nicht, wo ihre Märkte genau sind und wie sie sich auf ihre Kunden einstellen müssen. Hier soll der Kongress konkrete Ideen und Hinweise liefern.” Diese möchten die Veranstalter, die vom Energieversorger EnBW, dem Umweltministerium Baden-Württemberg und Daimler unterstützt werden, den Symposiums- und Messeteilnehmern mitgeben. Ganz wesentlich seien dabei auch der informelle, fachliche Austausch und die neuen Kontakte, die sich während der Veranstaltung ergäben.

Für den Fachmenschen oder den Endanwender sind Brennstoffzellen-Heizungen zur Zeit immer noch nicht mehr als eine Vision an der gearbeitet wird. Es gibt im Heizungsbereich aber noch immer nichts konkretes, was man vorzeigen kann, wie in der Automobil-Branche – auch wenn dort das Produkt für den Endkunden auch noch weit entfernt ist.

Brennstoffzelle , Schreib was dazu

Ist der Energiepass in der Krise?

Über den Energieausweis oder Energiepass habe ich schon viel geschrieben, auch kritisches. Ein Vordenker für den Energiepass sieht ihn nun deutlich in der Krise.

Prof. Dr. Gerd Hauser , Prof. für Bauphysik der TU München, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik und Vorsitzender der GRE e.V. gab in der Zeitschrift Isoliertechnik 02/2009 ein ausführliches Interview (pdf-Datei) zur Kritik an der gegenwärtigen Praxis des Energiepass. Wichtigster Punkt sei. dass der verbrauchsabhängige Energieausweis, der auf massiven Druck der Wohnungsbaulobby durchgesetzt wurde, zu einer Verwässerung der ursprünglichen Zielsetzungen geführt hat. Ein weiterer Kritikpunkt ist die unzureichende Qualitätssicherung in dem Bereich der ausgestellten Energiepässe und das unübersehbare Angebot von Billigvarianten des Energieausweises sowie die Umgehung der gut ausgebildeten und daher teureren Gebäudeenergieberater und Fachleute.

Was ist der Energieausweis überhaupt wert in der Praxis? Ist es noch zu früh, um ein Urteil zu fällen? Bis jetzt scheint es nur ein bürokratisches Konstrukt zu sein, einen Nutzen für die Umwelt ist nicht lässt sich nicht erkennen. Dazu ist die Bedeutung des Energieausweises auf dem Wohnungsmarkt auch zu klein. Erst bei weiter steigenden Energiepreisen wird auch ein Energiepass oder Energieausweis – wie auch immer er aussieht – an Bedeutung gewinnen. Dann wird auch wichtig sein, wie er zustande gekommen ist, heute ist es noch völlig unerheblich. Auf dem Wohnungsmarkt gibt es immer noch viele Faktoren, die deutlich wichtiger sind – so ist es nun einmal Herr Prof. Dr. Hauser.

via GRE-Newsletter

Bauen , , 1 Kommentar

Norddeutschland sucht Solarmobil-Champion

Der 1. schleswig-Holstein-Solar Cup für junge Tüftler findet im Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact, statt. Auch Urlauber aus ganz Deutschland sind als Zuschauer und Messebesucher am ersten Juli-Wochenende in Glücksburg/Ostsee willkommen.
Am 4. Juli werden auf der Glücksburger Energiemesse naturtec erstmals die schleswig-holsteinischen Solarmeisterschaften für Jugendliche veranstaltet. Während des gesamten Wochenendes lädt die innovative Messe an der Flensburger Förde mit Ausstellerpräsentationen und Mitmachaktionen für alle Alterstufen zu infotainment und fachlicher Beratung rund um zukunftsfähiges Bauen und Wohnen ein.

„Mensch guckt mal , er fährt!” jubelt die elfjährige Jessica, als ihr selbstgebauter Solarflitzer beim ersten Sonnenstrahl die urigen Räder bewegt. Mit ihrer Schulklasse aus dem niedersächsischen Söhlde zeigt sie, dass schon Elfjährige in der Lage sind, ein Solarauto zu bauen. Dabei startet sie außer Konkurrenz: beim ersten Solarcup in Glücksburg sind alle schleswig-holsteinischen Mädchen und Jungen zur Teilnahme eingeladen, um die ersten Landesmeisterschaften auszutragen – und um am 4. Juli den „Cup” zu gewinnen: attraktive Preise locken, vom windmill-climbing mit der gesamten Jugendgruppe bis hin zum Fan-Paket der Schirmherren des Solarcup 2009, der Band „Ludwig van” , die gerade erst den bundesweiten Wettbewerb zum John Lennon Award gewann. Sie wird auch in der Jury vertreten sein, die bei den Rennen am 4. Juli in Glücksburg die Sonderpreise für besonders gelungene Solar-Boliden vergibt. Dabei ist Kreativität ebenso gefragt wie einige physikalische Grundprinzipien. “Deshalb werden insbesondere die Physik- und Kunstlehrer eingeladen, ihre Schüler und Schülerinnen zum Mitmachen zu motivieren, aber auch fächerübergreifende AGs, Jugendgruppen und Einzelstarter können sich beteiligen.” so der Projektleiter des Solarcups, Martin Weber. „Ob Daniel oder Daniela Düsentrieb – alle Jungs und Mädchen bis 16 Jahre können zeigen, was in ihnen steckt” ergänzt Maiken Heide vom artefact-Team.

Grundlage für alle Tüftler ist dabei stets ein identischer Bausatz mit vier kleinen Solarmodulen von 0,5 Volt, einem Motor und einer Übersetzung, die auch ergänzt oder ersetzt werden kann. Karosserie, Räder und andere Komponenten sind Sache der Nachwuchsingenieure, nur Batterien sind verboten. Für den Kostenbeitrag von 10 Euro kann der Bausatz bei artefact bestellt werden. Weitere Infos zu Teilnahmebedingungen.

Über die Begeisterung für Technik und die Entdeckung eigener Fähigkeiten will das Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact, auch die Grenzen und Möglichkeiten der heutigen und zukünftigen Mobilitätskonzepte ansprechen: „In zwanzig Jahren wird niemand mehr Verbrennungsmotoren kaufen, denn Erdöl und Pflanzenöl stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Die Umstellung auf Elektromobilität mit erneuerbaren Quellen muss deshalb schon heute beginnen und bietet der Jugend von heute ganz neue Perspektiven.” erläutert Werner Kiwitt von artefact. „Die wollen wir gemeinsam mit vielen Ausstellern aus dem Bereich der erneuerbaren Energien auf der Messe naturtec am ersten Juliwochenende den Besuchern vorstellen.” „- und ich mach dann bei den internationalen Meisterschaften mit!” ergänzt die Niedersächsin Jessica. Weitere Informationen zu Wettbewerb und Messe finden Sie unter Veranstaltungen

erneuerbare energien, Solarenergie , , Schreib was dazu

Stellenangebote im Bereich erneuerbare Energien nehmen zu

Die Zahl der Stellenangebote im Bereich der Erneuerbaren Energien ist im ersten Quartal 2009 gegenüber den Vorjahren weiter gestiegen. Im Vergleich mit 2008 gab es rund ein Viertel mehr an offenen Stellen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung (Hintergrundpapier, pdf-Datei), die der Wissenschaftsladen Bonn und der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) heute zum Start der bundesweiten Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien in Gelsenkirchen vorstellten. „Damit hat sich die Aufwärtsentwicklung trotz Wirtschaftskrise nun im vierten Jahr fortgesetzt”, sagte Theo Bühler, Arbeitsmarktexperte des Wissenschaftsladens Bonn, der erstmals 2006 im Auftrag des Bundesumweltministeriums den Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien untersuchte.

“Während die Gesamtwirtschaft in ihrer tiefsten Krise steckt, ist die Branche der Erneuerbaren Energien weiterhin ein verlässlicher Jobmotor in Deutschland”, erklärte Dietmar Schütz, Präsident des BEE. Die Erneuerbaren Energien seien Klimaschützer Nummer eins. Angesichts der großen Klimaschutzprogramme weltweit sei auf diese Jobs auch in Zukunft Verlass. Bis 2020 rechnet der BEE für Deutschland mit 500.000 Arbeitsplätzen in der Branche. Das sind 220.000 mehr als heute. Schütz mahnte: „Wer in der Politik nun überlegt, den Ausbau der Erneuerbaren hierzulande zu bremsen, gefährdet damit viele tausend Arbeitsplätze.” So seien Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke und zusätzliche Kohlekraftwerke nur mit einer Einschränkung des Vorrangs für Erneuerbare Energien machbar und daher ein Jobvernichtungsprogramm. Verlässliche Rahmenbedingungen forderte BEE-Präsident Schütz auch für die Bereiche Wärme und Verkehr ein. Die Experten des Wissenschaftsladen Bonn hätten kaum noch Stellenanzeigen im Bereich Biokraftstoffe nachgewiesen. Dies, so Schütz, sei Folge falscher Entscheidungen der Politik. Schütz: „Die Fehler der Biokraftstoffpolitik müssen korrigiert werden und dürfen sich in keinem Feld der Erneuerbaren Energieversorgung wiederholen.”

Verlierer Nordrhein-Westfalen
Nicht alle Regionen profitieren gleichermaßen von der Dynamik der Erneuerbaren, zeigt die Untersuchung des Wissenschaftsladen Bonn. Die meisten Stellenangebote gibt es danach in Niedersachsen (14 Prozent), Rheinland-Pfalz (12,9) und Baden-Württemberg (11,2). Für das Land NRW, in dem immerhin rund 20 Prozent der deutschen Bevölkerung lebt, konnten die Experten des Wissenschaftsladen Bonn nur 6 Prozent der Stellenangebote verzeichnen. Damit bleibt NRW wie schon im gesamten Verlauf der Vorjahre deutlich unter dem Durchschnitt. Henning Mümmler von der Landesarbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien NRW: „Neben strukturellen Ursachen mangelte es in NRW bisher vor allem am politischen Willen, ehrgeizige Klimaschutzziele zu formulieren und die bestehenden Hemmnisse für den Ausbau der Wind- und Bioenergie zu beseitigen. Diese Politik hat in der Vergangenheit potenzielle Investoren abgeschreckt.”. Anstatt sich zu der mittelständisch geprägten Branche der Erneuerbaren Energien öffentlich als Wachstumsmotor zu bekennen, habe sich die NRW-Regierung wiederholt für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken eingesetzt.

Fachkräfte: Wen die Unternehmen suchen
In 45 Prozent der Stellenangebote, ergab die Analyse des Wissenschaftsladen Bonn, werden Ingenieure gesucht. Knapp 32 Prozent der Stellenangebote richten sich an Techniker, Facharbeiter bzw. Handwerker. Auffällig dabei sei, so Bühler, dass sich die Unternehmen zunehmend für Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung öffneten: So würden häufiger als früher sowohl Ingenieure als auch Techniker aufgefordert, sich auf dieselbe Stelle zu bewerben. Stark gefragt sind in der Wachstumsbranche darüber hinaus Kaufleute (17 Prozent der Stellenangebote) sowie Naturwissenschaftler (13 Prozent).

Ausbaubedarf besteht bei den Unternehmen der Erneuerbaren vor allen in den Bereichen Service und Montage sowie Planung und Beratung, ergab die Analyse. Rund 70 Prozent der Stellenangebote kommen aus der Solar- und Windbranche. Bühler: „Die Mehrheit der Unternehmen sucht weiterhin Personal mit Berufserfahrung. Relativ viele Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien sprechen inzwischen aber auch wenig erfahrene Fachkräfte an und versuchen, diese über Weiterbildungen an das Unternehmen zu binden.” Das heißt: Die Erneuerbaren sind weiterhin offen für qualifizierte Quereinsteiger, z.B. aus anderen Branchen.

Das bestätigt Milan Nitzschke, Leiter nachhaltige Unternehmensentwicklung der SolarWorld AG: “Wir finden kaum Leute, die auf Anhieb fit für die Branche sind und zudem zu unserer Unternehmenskultur passen.” Mehr als 250 neue Mitarbeiter will SolarWorld, einer der Weltmarktführer für Photovoltaik, in diesem Jahr an seinen deutschen Standorten Freiberg und Bonn noch einstellen – und einarbeiten. „Wir suchen engagierte Ingenieure und kaufmännische Fachkräfte, die offen sind für Neues, bei anstehenden Aufgaben aktiv mit anpacken und unsere Vision einer lebenswerten solaren Welt mit realisieren möchten”.

erneuerbare energien, Stellenangebote , 2 Kommentare