Angeregt durch Live-Tweets von Martin Ötting von der Präsentation des Projektes DESERTEC, seines Potenzials und die Realisierung, habe ich mir auch Gedanken dazu gemacht.
Prinzipiell werde ich bei solchen großen Lösungen skeptisch, denn regenerativen Energien haben den großen Vorteil, dass sie dezentral erzeugt werden können und unabhängig sind von den großen Energieversorgern. Aber mein Traum ist eine vollständige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien und dazu gehört auch der Energiebedarf der Industrie. Daher, denke ich, können wir uns nicht dem Gedanken verschliessen, die Energie von dort zu beziehen, wo sie das größte Potenzial hat. Der Nachteil ist aber wieder, dass wir abhängig sind von anderen Ländern, die diese Technik nutzen können um Europa unter Druck zu setzen.
Was ist nun das Projekt Desertec und was steckt dahinter?
Max Schön, Präsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome und Aufsichtsratsmitglied der DESERTEC Foundation : „Sauberer Strom aus den Wüsten der Erde kann innerhalb weniger Jahrzehnte einen erheblichen Beitrag zu Klima- und Energiesicherheit leisten. Besonders die Region rund um das Mittelmeer würde, wie es das DESERTEC Konzept vorsieht, wirtschaftlich wie humanitär von der Nutzung der Sonnen- und Windkraft in den Wüstengebieten profitieren.“
Studien des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) haben gezeigt, dass die Wüsten der Erde in weniger als 6 Stunden soviel Energie von der Sonne empfangen, wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht. „Mit anderen Worten: Energie ist im Überfluss vorhanden.“ stellt Club of Rome Mitglied Dr. Gerhard Knies, Physiker und Aufsichtsratsvorsitzender der DESERTEC Foundation, klar. „Die Frage, die wir lediglich beantworten müssen, ist: Wie kann man diese Energie hinreichend kostengünstig in nutzbare Energie wie Strom umwandeln und zu den Verbrauchern transportieren? Die DESERTEC Foundation hat sich zum Ziel gesetzt, diese Frage zu beantworten.“
Mit dem DESERTEC Konzept ist hierzu ein wichtiger Schritt getan. Es begegnet wirksam zentralen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte: Energiemangel, Wassermangel, Nahrungsmittelknappheit, drastische Reduktion des CO2-Ausstosses u.v.m. Gleichzeitig bietet das Konzept neue Wohlstands- und Entwicklungsperspektiven für bisher wirtschaftlich wenig entwickelte Regionen sowie vielversprechende Wachstumsbereiche für wirtschaftlich führende Länder. Nach den Studien des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) können in den Wüstengebieten der Erde solarthermische Kraftwerke (engl. Concentrating Solar-Thermal Power Plants – kurz: CSP) sowie möglicherweise andere Technologien, wie konzentrierende Photovoltaik, aus der Solarstrahlung in spätestens 40 Jahren deutlich über die Hälfte des dann anfallenden weltweiten Strombedarfs wirtschaftlich erzeugen. Man müsste nur etwa 0,3% der weltweiten Wüstenflächen mit Kollektorfeldern bebauen, um den heutigen globalen Strombedarf von 18,000 TWh/Jahr zu decken. Pro Mensch entspricht das etwa zwanzig Quadratmeter Wüste. Bei entsprechender Bereitschaft der politischen Entscheidungsträger, jetzt die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, könnte eine Umsetzung des DESERTEC Konzepts vielleicht sogar schon in weniger als 30 Jahren erreicht werden.
Das klingt für mich interessant und wichtig, dass wir das Projekt weiter verfolgen. Damit muss das Projekt Bestandteil einer zukunftsfähigen Strategie für die Energieversorgung sein, darf aber keine anderen Projekte blockieren.