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Bundesweiter Heizspiegel schafft Kostentransparenz

26. Januar 2009

Die Energieverbräuche in Deutschland sind im Kalenderjahr 2007 durchschnittlich um 7 Prozent und die Heizkosten zwischen 3 und 6 Prozent gesunken. „Gründe hierfür sind sparsames Heizverhalten, wärmere Temperaturen und relativ stabile Preise bei Öl und Gas“, erklärten Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), und Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer von co2online gemeinnützige GmbH, anlässlich der Veröffentlichung des neuen Bundesweiten Heizspiegels. „Die Heizkostenabrechnung 2008 wird aber deutlich höher ausfallen, die Energiepreise sind im vergangenen Jahr förmlich explodiert, und auch der Winter 2008 war kälter“, warnten Siebenkotten und Hengstenberg.

Der aktuelle Bundesweite Heizspiegel weist aus, dass im Kalenderjahr 2007 die Heizkosten für Mieter und Verbraucher bei mit Erdgas beheizten Wohnungen durchschnittlich um 5,6 Prozent, bei mit Heizöl beheizten Wohnungen um 4,9 Prozent und bei Wohnungen mit Fernwärme um 3,2 Prozent gesunken sind. Der Heizenergieverbrauch ging sogar um rund 7 Prozent zurück. Ursachen hierfür sind deutlich sparsameres Heizverhalten der Mieter und Verbraucher, der milde Winter 2007 mit höheren Durchschnittstemperaturen und relativ stabile Energiepreise. Im Jahresdurchschnitt 2007 wurde Gas um 2,9 Prozent teurer, der Ölpreis sank um 1,4 Prozent.

„Die Freude über die aktuellen Zahlen des Bundesweiten Heizspiegels kann aber nur von kurzer Dauer sein. 2008 wird drastisch teurer“, warnten Siebenkotten und Hengstenberg. „Die Preise für Öl und Gas sind um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Das wird sich in der Heizkostenabrechnung 2008 niederschlagen. Mieter müssen dann mit höheren Nachzahlungen rechnen“, erklärte Lukas Siebenkotten. Auch Dr. Johannes D. Hengstenberg geht von deutlich höheren Heizkosten für 2008 aus, zumal auch die Klimadaten auf ein heizintensiveres Jahr 2008 schließen lassen: „Es ist keinem geholfen, wenn wir jetzt mit dickem Pullover und kalten Heizkörpern in unseren vier Wänden sitzen. Langfristig können wir uns nur mit Sanierungsmaßnahmen am Gebäude unabhängiger von der Preisspirale machen.“

Ob die zuletzt gezahlten Heizkosten im Durchschnitt lagen oder überhöht waren bzw. wo und in welchem Umfang Sanierungsbedarf bestehen könnte, zeigen der Heizspiegel und das kostenlose Heizgutachten auf.

Der Bundesweite Heizspiegel basiert auf bundesweit erhobenen Heizdaten von 63.000 zentral beheizten Wohngebäuden. Mieter und Eigentümer können die Zahlen ihrer aktuellen Heizkostenabrechnung des Jahres 2008 mit den Werten des Heizspiegels vergleichen und so ihr Gebäude einstufen. Der Heizspiegel bewertet den Heizenergieverbrauch und die Heizkosten von Wohngebäuden in vier Klassen: optimal, durchschnittlich, erhöht und extrem hoch. Hierbei wird zwischen Erdgas, Heizöl und Fernwärme unterschieden. Darüber hinaus werden die jeweils angefallenen CO2-Emissionen aufgeführt.

Der Heizspiegel ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Identifikation von Gebäuden mit hohem Heizenergieverbrauch. In diesen Fällen können Modernisierungsmaßnahmen die umweltschädigenden CO2-Werte und die Heizkosten halbieren.

Kostenloses Heizgutachten gibt Handlungsempfehlung
Zusammen mit dem Heizspiegel erhalten alle Verbraucher, die sich detaillierter über ihre Heizkosten und Heizenergieverbräuche informieren möchten, einen Gutschein für ein kostenloses Heizgutachten. Innerhalb von 8-10 Wochen erstellt co2online eine schriftliche Auswertung mit Empfehlungen für die nächsten Schritte. Mieter erhalten außerdem eine fachliche Stellungnahme. Damit können sie ihre Vermieter über das Ergebnis der Heizkostenanalyse informieren. Eine aktuelle Nutzerbefragung hat ergeben, dass über 70 Prozent der Mieter das Heizgutachten an ihren Vermieter weiterleiten. Jeder vierte Vermieter reagiert daraufhin mit mindestens einer wärmetechnischen Modernisierungsmaßnahme.

Den Bundesweiten Heizspiegel für Deutschland gibt es ab sofort als online und als gedrucktes Exemplar kostenlos beim Deutschen Mieterbund, 10169 Berlin, Stichwort: Heizspiegel. Bitte einen frankierten DIN-lang-Rückumschlag mit 0,55 Euro Porto beilegen. Beide Online-Angebote enthalten darüber hinaus weitere Tipps zum Energiesparen und den interaktiven Energiespar-Ratgeber HeizCheck.

· Gelesen: 1754 · heute: 3

4 Kommentare zu “Bundesweiter Heizspiegel schafft Kostentransparenz”

  1. Rui sagt:

    Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Spiegel so aussieht. Also ich bin zwar selber betroffen von sehr hohen Heizkosten und kenne auch das Problem an der ganzen Sache, aber ich war nicht der Meinung, dass man da wirklich auch so einen Heizspiegel aufstellt. Ich bin ja gespannt, wie der aussieht, denn ich werde mir so einen kostenlosen Heizspiegel besorgen. Danke für den netten Beitrag und ich konnte wieder was dazu lernen. Das ist für mich immer ganz wichtig. Vielen Dank!

  2. Bundesweiter Heizspiegel verfügbar « Energiesparen, Energieausweis, Energiepass … Beispiele aus der Praxis sagt:

    [...] darauf hin, dass der aktuelle Heizspiegel für das gesamte Bundesgebiet ab sofort erhältlich ist. Hier geht es zum Artikel, in dem Sie alle Informationen zum Bezug des Heizspiegels finden. Interessant fand ich vor [...]

  3. Mieterbund: Mieter müssen zwischen 150 und 350 Euro Heizkosten nachzahlen | News Adhoc sagt:

    [...] Bundesweiter Heizspiegel schafft Kostentransparenz [...]

  4. Anska sagt:

    Da kann ich nur zustimmen. Ich habe letztes Jahr den bundesweiten Heizspiegel von der Seite von co2online (wwww.heizspiegel.de) runtergeladen und mir auch so ein gutachten schicken lassen. hat nichts gekostet.
    Jetzt weiß ich warum ich soviel bezahlen muss fürs Heizen, Das gute ist, dass es ein vorgefertigtes Anschreiben dazu gibt, dass man an die HAusverwaltung schicken kann. Bei mir wurden daraufhin die Fenster abgedichtet.
    Super Sache

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