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Energieeffizienz ist im Einzelhandel noch nicht angekommen

11. Dezember 2008

Jeder scheint über die hohen Strompreise zu meckern, aber dass man bei der Anschaffung von neuen Elektrogeräten über seinen künftigen Stromverbrauch mit entscheiden kann, wissen wohl die wenigsten. Warum spielt sonst bei den wenigsten Kaufentscheidungen der Energieverbrauch eine Rolle? Dabei hat gerade hier der Käufer die Möglichkeit auch den Markt zu beeinflussen, wenn nur oft genug die Fragen nach dem Energieverbrauch gestellt wird.

Wer zu Weihnachten in einen besonders Strom sparenden Kühlschrank oder DVD-Rekorder investieren will, wird im Einzelhandel womöglich enttäuscht. Ein Markttest des Instituts für angewandte Verbraucherforschung (IFAV) fand im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands heraus: Das Thema Energieeinsparung ist trotz der aktuellen Diskussion im Elektrogeräte-Einzelhandel noch nicht angekommen. “Das schlechte Angebot bestätigt unsere Forderung nach gezielten Prämienprogrammen”, sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen.

Der Marktcheck (pdf) nahm zwischen 10. und 30. November in 869 Geschäften die Präsentation von Kühlschränken, Kühl-Gefrierkombinationen und Wäschetrocknern unter die Lupe. Alle drei Produktarten müssen über das Energieverbrauchsetikett den Stromverbrauch ausweisen. In 897 Geschäften wurde zudem untersucht, ob die Hersteller von Flachbildschirmen, Notebooks und DVD-Rekordern freiwillig Angaben zum Stromverbrauch ihrer Produkte machen. In einem weiteren Schritt ließen sich Testkäufer in 1470 Geschäften über den Energieverbrauch von Flachbildfernsehern, in 1398 Geschäften über jenen von Espressomaschinen beraten.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Noch immer finden sich viel zu wenig Kühlschränke und Kühl-Gefrierkombinationen mit der besonders sparsamen Energieklasse “A++” im Sortiment von Kaufhäusern, Elektronikmärkten und Fachgeschäften. So trugen nur 9,3 Prozent der in 811 Läden begutachteten Kühl-Gefrierkombinationen den Energiehinweis der besten Klasse. Bei Wäschetrocknern der Klasse A waren es nur 14,6 Prozent (in 824 Geschäften).

“Das Angebot wird noch immer von Modellen mit relativ ungünstiger Energieeffizienz dominiert. Dabei erhöhen gezielte Prämienprogramme oder Steuererleichterungen für hocheffiziente Geräte nachweislich das Angebot im Handel”, sagte vzbv-Vorstand Billen. Dies bestätigen auch Erfahrungen aus Italien. Dort erreichten Kühl-Gefrier-Kombinationen der Klassen “A+” und “A++” nach Durchführung eines Prämienprogramms einen Marktanteil bei Neugeräten von fast 90 Prozent.

Bei den zu Weihnachten besonders stark beworbenen Flachbildfernsehern wiesen mit 43,5 Prozent der in den Geschäften ausgestellten Geräte weniger als die Hälfte den Energieverbrauch aus, und das auch nur, weil viele Fachmärkte selbst auf den Preisschildern angaben, wieviel Strom die Geräte im Betrieb und im Stand-By-Modus fressen. Bei Notebooks fanden sich bei 23,6 Prozent der Geräte Hinweise zum Energieverbrauch – unter anderem durch das Energy-Star-Label. Bei DVD-Rekordern scheint Energie dagegen kein Thema zu sein: Nur bei 1,2 Prozent der ausgestellten Geräte gab es irgendwelche Hinweise.

“Auch bei der Unterhaltungselektronik müssen deutlich mehr Geräte mit niedrigem Energieverbrauch ins Sortiment”, forderte Billen. “Zudem muss das Verkaufspersonal besser geschult werden, um über den Energieverbrauch und die Betriebskosten der Geräte informieren zu können. Das ist jetzt besonders wichtig, da es bei Unterhaltungselektronik und kleineren Haushaltsgeräten noch keine Kennzeichnungspflicht gibt”, sagte Billen.

Defizite im Verkaufsgespräch ergaben sich auch bei Testkäufen von Espressomaschinen. Auf die Frage, wie viel Strom das angebotene Modell verbrauche, konnten immerhin 47,4 Prozent der befragten Verkaufskräfte eine Antwort geben. Auf die Nachfrage, was das Gerät im Gebrauch kostet, wussten jedoch nur noch 16,1 Prozent eine Antwort.

Mit Beginn des neuen Jahres zeichnet das Umweltzeichen “Blauer Engel” besonders energiesparende und klimafreundliche Waren und Dienstleistungen aus. Zu den ersten Produktgruppen, die das bekannte Umweltzeichen ab 2009 tragen werden, sollen neben Kühlschränken und Waschmaschinen auch Fernsehgeräte und Espressomaschinen gehören.

· Gelesen: 1985 · heute: 5

Ein Kommentar zu “Energieeffizienz ist im Einzelhandel noch nicht angekommen”

  1. Strom-Vergleiche.de sagt:

    Energieeffizienzklassen von Elektrogeräten…

    Wenn Sie umwelt- und kostenbewusst ein Elektrogerät kaufen, ist das Energieverbrauchsetikett, welches Elektrogeräte in Energieeffizienzklassen einteilt, die wohl wichtigste Entscheidungshilfe.
    Elektrogeräte werden in Klassen von A bis G …

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