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Licht bleibt an

7. Dezember 2007

Macht es wirklich Sinn und bringt es dem Klimaschutz etwas, wenn wir alle für 5 Minuten das Licht ausschalten? Ich bin und bleibe bei solche Aktionen immer skeptisch. Nicht erst seit den Bedenken wegen eines großflächigen Stromausfalls, den Christian Reinboth in seinem Blog bereits ausführlich erläutert hat, bin ich der Überzeugung, dass die Nachhaltigkeit einer solchen Aktion gegen Null geht. Und dass der BUND und Greenpeace eine solche Aktion kurz vor Weihnachten starten, sieht eher nach Aufmerksamkeitssuche in der spendenreichen Vorweihnachtszeit aus.

Sinnvoller sind eher Aktionen wie der Klimaaktionstag morgen, wobei ich auch hier den Erfolg eher für gering halte. Am besten gefällt mir noch, wie auch Hendrik, die Aktion “Licht an”. Diese Aktion ruft zum Einsatz von Energiesparlampen und zum Wechsel des Stromanbieters auf.

Den Aufruf dieser Aktion kann ich nur unterstützen:

Es ist schön, Zeichen zu setzen. Aber um das Klima wirklich noch zu retten, müssen wir mehr tun: Unseren Ausstoß an Treibhausgasen dauerhaft senken und politischen Druck machen. Sie können dabei mithelfen. Jetzt!

· Gelesen: 2439 · heute: 2

7 Kommentare zu “Licht bleibt an”

  1. hoewe sagt:

    …die aktion Licht aus! soll gar nicht strom sparen, ihr habt da was falsch verstanden. es geht drum ein zeichen zu setzen und mir vorallem um die dokumentation. daher auch mein aufruf ein satelittenbild von europa um 20uhr03 zu schiessen und die EWs sollen die Daten von 19uhr45-20uhr15 oeffentlich zur verfuegung stellen. dann koennte naemlich, wenn genuegend und richtig *nurlichtaus!* mitmachen, eine hochrechnung angestellt werden, die das einsparpotenzial in der beleuchtung bestimmen koennte…
    exklusive strassenbeleuchtung, die wird ja aus sicherheitsgruenden nicht ausgeschaltet.

    Licht aus am 08.12.07 20uhr, und zwar nur das licht!

  2. Andy sagt:

    ich meinte gar nicht die kurzfristige Ersparnis durch die Aktion Lich aus!. Bei so einer Aktion ist doch eher der langfristige Erfolg wichtig, darum ging es mir in dem Beitrag. Von einer kurzfristigen Einsparung hat ja keiner etwas.

  3. Christian sagt:

    Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der die Aktion deshalb kritisiert, weil in den 5 Minuten zu wenig Stom gespart wird – ist doch klar, dass es hauptsächlich um den Symbolwert geht und darum zu zeigen, wie vielen Menschen die Thematik so wichtig ist, dass sie sich beteiligen. Die Kritik an der Aktion rührt eher daher, dass der Medienhype wenig nachhaltig ist und größtenteils PR für die Organisatoren bedeutet – viel besser wäre es, das Promotion-Geld in eine Kampagne zur stärkeren Nutzung von Bus und Bahn oder zum Umstieg auf Ökostrom oder Energiesparlampen zu investieren, denn auch hier wäre ein Symbolgehalt durchaus gegeben, das Ganze hätte aber auch praktischen Nutzen.

    Ich sehe hier gewisse Parallelen zu den an Weihnachten vollen Kirchen, die aber sonst das ganze Jahr über leer sind. 5 Minuten Licht aus – dann hat man seine Schuldigkeit getan und zur Lösung des Problems beigetragen. 20 EUR mehr für eine Energiesparlampe investieren oder 10 Minuten im Kalten warten um mit dem Bus statt dem Auto zu fahren erfordern ein größeres persönliches Opfer – und das will dann wieder keiner. Mit anderen Worten: Man sieht sich das süße Kinder-Krippenspiel am heiligen Abend an, ist dann aber bei der nächsten Bußpredigt nicht mehr dabei :-)

    Dazu kommt noch, dass die Aktion potenziell gefährlich ist, wie gerade erst heute auch der SPIEGEL berichtet hat:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,521721,00.html

    Die Verantwortlichen sollten sich solche Aktionen daher meines Erachtens lieber dreimal überlegen, denn wenn der Schuss nach hinten losgeht könnte sich das Ganze auch in eine virale Negativkampagne für Energiesparer und Klimaschützer verwandeln, die dann aufgrund ihrer Aufrufe und Werbung mit den Folgen eines potenziellen Black-Outs assoziiert werden.

    Insgesamt keine guter Lösungsansatz, da einerseits keine Nachhaltigkeit gegeben ist und das Ganze andererseits auch noch eine potenzielle Gefahrenquelle darstellt. Dann lieber eine gute Aktion wie das schon zitierte “Licht an!”…

  4. Andy sagt:

    Da kann ich Christian nur zustimmen, es sollte eigentlich um den langfristigen Erfolg gehen und nicht um ein einmaliges Ereignis mit Symbolgehalt. Ich hoffe nur, dass die schlimmen Befürchtungen nicht eintreten werden.

  5. hoewe sagt:

    …recht habt ihr ja, es sollte ein laengerfristiges umdenken geben, darum finde ich auch dass die beiden aktionen licht aus! und licht an! zusammengehoeren und sich nicht gegenseitig bekriegen sollten.

    wenn tatsaechlich ein blackout passieren sollte, wuerde das ein paar fragen aufwerfen:
    - haben soviele mitgemacht, dass es passiert?
    immerhin sind 4-5% noetig, paris erreichte ein knappes % bei einer aehnlichen aktion
    - haben sich die EWs abgesprochen, es solle passieren?
    eben um den umwelt-und klimaschuetzern einen schuss vor den bug zu setzen, schliesslich standen im vorfeld einige EWs am pranger wegen ihrer machenschaften.

    ich bin gespannt!

  6. Aktion zum Weltklimatag : Licht aus - Energieblog - Blog über Energie, Energiekosten, Energiesparen, Technologie sagt:

    [...] ist doch das gleiche wie diese Live8-Konzerte, die auch schon fast jeder wieder verdrängt hat. Energynet steht der Aktion ebenfalls eher skeptisch [...]

  7. Persönliches Fazit zum “Licht aus”-Tag « Erneuerbare Energie sagt:

    [...] ich noch am Donnerstag in diesem Blog die Kampagne kritisiert, ebenso wie beispielsweise Andy vom EnergyNet-Blog, der Energie-Blog oder die Veranstalter der Gegenkampagne mit dem schönen Namen “Licht an” – [...]

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